Unbefristeter Arbeitsvertrag

Unterschreibst du einen unbefristeten Arbeitsvertrag, bist du auf unbestimmte Zeit in einem Unternehmen beschäftigt. Was das für dich und deinen Arbeitgeber bedeutet, erfährst du in diesem Beitrag und in unserem Video .

Was ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag?

Der unbefristete Arbeitsvertrag ist ein Vertrag, der dich und deinen Arbeitgeber auf unbestimmte Zeit an ein Arbeitsverhältnis bindet. Das bedeutet, dass dein Arbeitsverhältnis nicht durch Befristungen abläuft. In der Regel erhältst du deinen unbefristeten Arbeitsvertrag, wenn du bereits zwei Jahre auf Zeit angestellt warst.

Als Arbeitnehmer verpflichtest du dich zur Einhaltung der Leistungen und Stunden, die im Arbeitsvertrag festgelegt sind.

Auch die Kündigungsfristen sind bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag länger als bei einem befristeten Arbeitsvertrag. Das gibt dir als Arbeitnehmer eine gewisse Sicherheit

Definition unbefristeter Arbeitsvertrag

Der unbefristete Arbeitsvertrag bindet das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf unbestimmte Zeit. Mit ihm verpflichteten sich beide Vertragsparteien zur Einhaltung der vertraglich festgelegten Vereinbarungen.

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag wird bei verschiedenen Arbeitsmodellen genutzt, unter anderem auch bei einer Festanstellung .

Inhalte des Arbeitsvertrags

In Deutschland gilt die Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass dein Arbeitgeber grundsätzlich über die Inhalte eures Vertrages frei entscheiden kann. Trotzdem müssen einige Sachen in den Arbeitsvertrag aufgenommen werden. Zu den Pflichtanteilen gehören:

  • Daten zu Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Name, Anschrift)
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • Arbeitszeiten
  • Urlaubsanspruch
  • Kündigungsfristen
  • Beschreibung der Tätigkeit
  • Informationen zum Gehalt

Das Grundgerüst für deinen Arbeitsvertrag bilden diese Punkte. Aber was unterscheidet den unbefristeten von einem befristeten Arbeitsvertrag?

Arbeitsvertrag unbefristet vs. befristetet

Der wichtigste Unterscheidungspunkt zwischen dem unbefristeten Arbeitsvertrag und dem befristeten Arbeitsvertrag liegt in der Dauer der Anstellung. Während der befristete Arbeitsvertrag einen festen Zeitraum für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorsieht, arbeitest du mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit in einem Unternehmen.

Was bedeutet unbefristet?

Unbefristet bedeutet, dass dein Arbeitsverhältnis nicht zeitlich begrenzt ist. Du arbeitest also auf unbestimmte Zeit in einem Unternehmen. Erst durch die Kündigung endet das Arbeitsverhältnis zwischen deinem Arbeitgeber und dir.

Das gibt dir Planungssicherheit und schützt dich außerdem vor willkürlichen Kündigungen. Denn dein Arbeitgeber muss bestimmte Aspekte wie gesetzliche Kündigungsfristen berücksichtigen, wenn er dich entlassen möchte.

Anspruch auf unbefristeten Vertrag

Bevor du dein unbefristetes Arbeitsverhältnis antrittst, arbeitest du mit einem befristeten Vertrag. Doch wie wird aus einem befristeten Vertrag ein unbefristeter?

Es gibt einige Aspekte, die deinen Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag rechtfertigen:

Dauer: Du hast Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag, wenn du bereits zwei Jahre befristet in einem Unternehmen gearbeitet hast. Zusätzlich darf dein befristeter Arbeitsvertrag nicht öfters als dreimal verlängert werden. Das bedeutet also, dass du auch schon früher einen Anspruch auf einen befristeten Vertrag hast. Wenn dein Arbeitgeber dir beispielsweise dreimal einen befristeten Arbeitsvertrag für eine Dauer von jeweils drei Monaten vorlegt, beginnst du bei einer erneuten Verlängerung dein unbefristetes Arbeitsverhältnis schon nach neun Monaten!

📝 Form des Arbeitsvertrages: Nur wenn die Dauer des Arbeitsverhältnisses schriftlich festgelegt wurde, handelt es sich um einen befristeten Arbeitsvertrag. Einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber mündlich auf ein bestimmtes Austrittsdatum, ist das nicht bindend und es handelt sich um einen unbefristeten Arbeitsvertrag!

⚠️ Sachgrund: Dein Arbeitgeber hat die Möglichkeit, dich auch nach zwei Jahren Beschäftigung und einer dreimaligen Verlängerung des Arbeitsvertrages, weiterhin befristet anzustellen. Voraussetzung hierfür ist, dass ein Sachgrund vorliegt. Diese Sachgründe darf er sich aber nicht einfach ausdenken. Sie sind im Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG) festgelegt. 

Solche Sachgründe sind beispielsweise:

  • Vertretung eines anderen Mitarbeiters
  • Betrieblicher Bedarf besteht nur vorübergehend
  • die Besonderheit der Arbeitsleistung rechtfertigt die Befristung

Doch nur die Vorlage solcher Sachgründe reicht nicht aus. Sie müssen auch tatsächlich bestehen. Wenn du beispielsweise in einer bestimmten Abteilung arbeitest, die nur für eine gewisse Dauer besteht, kann das als Sachgrund genügen. Besteht diese Abteilung aber dauerhaft, liegt kein Sachgrund vor. Dann hast du Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Kündigung – unbefristeter Arbeitsvertrag

Im Vergleich zu einem befristeten Arbeitsvertrag schützt dich der unbefristete Arbeitsvertrag vor willkürlichen Kündigungen. Möchte der Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis beenden, müssen dafür bestimmte Gründe vorliegen. Außerdem gelten gesetzliche Kündigungsfristen, die du und dein Arbeitgeber einhalten müssen.

Gesetzliche Kündigungsfristen

Arbeitnehmer: Grundsätzlich kannst du als Arbeitnehmer deinen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten eines Monats oder zum Monatsende kündigen. Es reicht, eine persönlich unterschriebene Kündigung einzureichen. Wenn eine andere Regelung zur Kündigung in deinem unbefristeten Arbeitsvertrag festgehalten wurde, gilt diese Kündigungsfrist.

Arbeitgeber: Möchte der Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis auflösen, muss er sich an längere Kündigungsfristen halten. Diese richten sich nach der Zeit, die du in dem Unternehmen bereits gearbeitet hast.

Beschäftigungsdauer Kündigungsfrist
1 – 4 Jahre 1 Monat zum Ende des Monats
5 – 7 Jahre 2 Monate zum Ende des Monats
8 – 9 Jahre 3 Monate zum Ende des Monats
10 – 11 Jahre 4 Monate zum Ende des Monats
12 – 14 Jahre 5 Monate zum Ende des Monats
15 – 19 Jahre 6 Monate zum Ende des Monats
Über 20 Jahre 7 Monate zum Ende des Monats

In besonderen Fällen kann ein unbefristeter Arbeitsvertrag auch ohne Einhaltung der Kündigungsfristen aufgelöst werden. Gründe für eine solche fristlose Kündigung sind beispielsweise Arbeitsverweigerung, Betrug, Beleidigungen oder Straftaten

💡 Merke: Sind andere Fristen bereits vorab vertraglich geregelt worden, gelten die vereinbarten Kündigungsfristen.

Kündigungsschutz

Möchte ein Arbeitgeber den unbefristeten Arbeitsvertrag kündigen, muss er darauf achten, dass die Kündigung sozial gerechtfertigt ist. Beispielsweise darf dem Arbeitnehmer deshalb bei Fehltritten nicht sofort gekündigt werden. Stattdessen muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter mehrmals abmahnen, bevor er ihn entlässt. 

Zudem muss der Arbeitgeber Kündigungsgründe angeben. Neben der fristlosen Kündigung gibt es drei weitere Kündigungsarten:

  • Personenbedingte Kündigungen, wie beispielsweise körperliche Schwächen, die nicht mit der Betriebsart vereinbar sind 
  • Verhaltensbedingte Kündigungen, zum Beispiel bei Arbeitsverweigerung oder anderen Verstößen
  • Betriebsbedingte Kündigungen, beispielsweise bei Auftragsmangel 

Muss der Arbeitgeber aufgrund von betrieblichen Veränderungen Mitarbeiter entlassen, so muss er die soziale Gerechtigkeit beachten. Dabei muss er auf folgende Punkte Rücksicht nehmen:

  • Beschäftigungsdauer
  • Lebensalter
  • Unterhaltspflichten
  • Behinderungen

Zudem profitieren einige Mitarbeiter vom Sonderkündigungsschutz. Schwangere, Mitarbeiter in Elternzeit, Personen mit Schwerbehinderungen und Betriebsräte können nur in Ausnahmefällen und mit Zustimmung einer Behörde gekündigt werden. 

Kündigung in der Probezeit 

Dein unbefristeter Arbeitsvertrag beginnt meist mit einer Probezeit . In dieser Zeit kann sich der Arbeitgeber ein Bild von dir und deiner Arbeitsweise machen. Als Arbeitnehmer sammelst du in der Probezeit erste Erfahrungen und kannst einschätzen, ob der Job auch das Richtige für dich ist.

Die Dauer der Probezeit ist vertraglich geregelt und darf höchstens sechs Monate betragen. Innerhalb dieser Zeit kann der unbefristete Arbeitsvertrag auch früher gekündigt  werden. Wenn du oder dein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis in dieser Zeit beenden wollt, gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Unbefristeter Arbeitsvertrag – Vorteile

Der unbefristete Arbeitsvertrag bietet dir einige Vorteile. Dazu gehören:

  • ✅  mehr Planungssicherheit
  • ✅  Allgemeiner Kündigungsschutz
  • ✅  keine ständige Jobsuche
  • ✅  stressfreieres Arbeiten

Wenn dir also dein Beruf Spaß macht und du langfristig in deinem derzeitigen Unternehmen arbeiten möchtest, kann die Aussicht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag deine Motivation steigern. Wenn dein Arbeitgeber dein Engagement und deine Hands-on-Mentalität sieht, entscheidet er sich vielleicht sogar schon früher dazu, dir einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorzulegen!

Ausbildungsvertrag

Der unbefristete Arbeitsvertrag gibt dir Freiheiten und schützt dich vor willkürlichen Entlassungen. Gleichzeitig bindet er an Rechte und Pflichten, die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer einhalten müssen. Aber wie genau sieht das bei deinem Ausbildungsvertrag aus? Das erfährst du hier !

Zum Video: Ausbildungsvertrag
Zum Video: Ausbildungsvertrag

Ausbildungsvertrag

Der unbefristete Arbeitsvertrag gibt dir Freiheiten und schützt dich vor willkürlichen Entlassungen. Gleichzeitig bindet er an Rechte und Pflichten, die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer einhalten müssen. Aber wie genau sieht das bei deinem Ausbildungsvertrag aus? Das erfährst du hier !

Zum Video: Ausbildungsvertrag
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