Der Farbkreis nach Itten ist eine leicht verständliche Darstellung zur Ordnung von Farben. Wie der Farbkreis aussieht und aus welchen Farben er besteht, erfährst du in diesem Beitrag und im Video !
Inhaltsübersicht
Farbenlehre – Farbkreis Itten
Der Farbkreis nach Itten ist ein gutes Beispiel, um Kindern bereits in der Grundschule ein Ordnungssystem für Farben vorzustellen und Begriffe aus der Farbtheorie einzuführen. Die Idee des Farbkreises ist, dass sich alle Farben aus den drei Grundfarben mischen lassen.
In der Mitte des Kreises stehen die 3 Primärfarben Rot, Blau und Gelb. Darum herum sind die 3 Sekundärfarben Violett, Grün und Orange abgebildet, die sich aus je zwei Primärfarben mischen lassen.
Im äußeren Kreis stehen die 6 Tertiärfarben, die jeweils aus eine Primärfarbe und eine Sekundärfarbe gemischt werden. Komplementärfarben stehen sich im Kreis gegenüber.
Itten Farbkreis – Kunst Unterricht
Um Kindern das System der Farben zu erklären, sollte der Farbkreis in der Grundschule oder der weiterführenden Schule von innen nach außen besprochen werden. Im Unterricht können die Schüler selbst den Farbkreis mischen, um ein Gefühl für die Farben zu bekommen. Eine Farbkreis Vorlage als PDF-Datei findest du hier:
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Wer war Johannes Itten?
Johannes Itten war ein Schweizer Maler und Kunstpädagoge. Er beschäftigte sich während seiner Lehre intensiv mit der Farbtheorie und Farbenlehre. Im Jahre 1961 entwickelte Itten den Farbkreis, der ein leicht verständliches Ordnungssystem für die Farben erster, zweiter und dritter Ordnung darstellt. Außerdem beschäftigte sich Johannes Itten mit Unterscheidung verschiedener Farbkontraste.
Was sind Primärfarben? – Farbkreis Grundfarben
Die Grundfarben vom Farbkreis stehen im innersten Dreieck. Es gibt laut Itten 3 Grundfarben, nämlich Kadmiumgelb, Zinnoberrot und Ultramarinblau. Du kannst sie auch als Primärfarben oder Farben erster Ordnung bezeichnen. Diese Farben können nicht aus anderen Farben gemischt werden.
Im Farbkreis nach Itten wird die Farbe Gelb immer nach oben ausgerichtet, Rot wird stets rechts und Blau links im Dreieck angeordnet.
Übrigens: Inzwischen werden statt Ittens Rot- und Blauton die Grundfarben Magentarot und Cyanblau verwendet.
Was sind Sekundärfarben? – Farbkreis Itten
Die Sekundärfarben oder Farben zweiter Ordnung ergeben sich, wenn zwei Grundfarben zu gleichen Teilen gemischt werden. Es gibt dementsprechend 3 Sekundärfarben:
- Gelb + Blau = Grün
- Gelb + Rot= Orange
- Blau + Rot = Violett
Im Farbkreis grenzen die Sekundärfarben an die beiden Grundfarben an, aus denen sie gemischt werden.
Tipp: Überlegt im Unterricht, welche die wichtigsten Farben sind und probiert, die Sekundärfarben selbst zu mischen. Diskutiert, warum die Farbkreise sich möglicherweise unterscheiden: Wurden die richtigen Grundfarben verwendet? Unterscheiden sie sich in ihrer Pigmentstärke? Stimmt das Mischverhältnis und ist der Pinsel sauber?
Was sind Tertiärfarben? – Itten Farbkreis
Durch die 3 Primär- und die 3 Sekundärfarben ergibt sich ein 6-teiliger Farbkreis im Inneren. Um ihn zu einem 12-teiligen Farbkreis zu vervollständigen, fehlen noch die 6 Tertiärfarben, also die Farben dritter Ordnung. Diese werden immer aus einer Primär– und einer Sekundärfarbe gemischt:
- Gelb + Orange = Gelborange / Dunkelgelb
- Rot + Orange = Rotorange / Orangerot
- Rot + Violett = Rotviolett / Purpurrot
- Blau + Violett = Blauviolett
- Blau + Grün = Blaugrün / Türkis
- Gelb + Grün = Gelbgrün / Hellgrün
Jede der 6 Tertiärfarben grenzt hierbei an die Primärfarbe und die Sekundärfarbe an, aus der sie gemischt wird. Gelborange steht beispielweise zwischen Gelb und Orange. Der äußere Ring im Farbkreis deckt dadurch das ganze Farbspektrum ab.
Tipp: Im Unterricht kann diskutiert werden, ob Schwarz, Weiß und Grau auch Farben sind. Für die Bezeichnung dieser Farben kann Ittens Fachbegriff Nichtfarben eingeführt werden.
Komplementärfarben – Farbkreis Itten
Im Farbkreis sind Komplementärfarben die Farben, die sich auf dem äußeren Ring des Farbkreises genau gegenüberliegen. Die Komplementärfarben, oder auch Gegenfarben, sind also:
- Gelb – Violett
- Gelborange – Blauviolett
- Orange – Blau
- Orangerot – Türkis
- Rot – Grün
- Lilarot – Gelbgrün
Wenn zwei Komplementärfarben miteinander vermischt werden, entsteht daraus laut Itten ein Schwarzgrau.
Experiment: Schaut in einem abgedunkelten Raum für 30-40 Sekunden auf das kleine Kreuz in der Mitte der roten Fläche. Wenn ihr danach auf eine schwarze oder weiße Fläche blickt, solltet ihr die Komplementärfarbe zu Rot (also Türkis) als sogenanntes Nachbild vor euren Augen sehen.
Farbkontraste nach Itten
Ein Farbkontrast entsteht laut Itten, wenn zwei nebeneinandergestellte Farben eine bestimmte Wirkung hervorrufen. Denn je nachdem, welche Farben miteinander kombiniert werden, wirken diese sehr verschieden.
Die 7 Farbkontraste nach Itten sind:
1. Farbton-Kontrast
Das ist der Kontrast der Farben an sich. Er entsteht, wenn zwei Farben in reiner Form aneinander grenzen. Die Verwendung verschiedener Farben lässt das Bild bunt und farbenfroh wirken.
2. Hell-Dunkel-Kontrast
Dieser Kontrast entsteht, wenn neben einer hellen Farbe eine dunkle platziert wird. Die Farben intensivieren sich hierbei gegenseitig, sodass die helle Farbe noch heller und die dunkle noch dunkler wirkt.
3. Kalt-Warm-Kontrast
Um einem Bild Tiefe zu verleihen, kann dieser Kontrast eingesetzt werden. Kalte Farben (Blau, Grün, Lila) wirken nämlich weiter entfernt und eignen sich für den Hintergrund. Warme Farben (Rot, Gelb, Orange) lassen Objekte näher wirken und werden für den Vordergrund verwendet.
4. Qualitätskontrast
Der Qualitätskontrast (auch Intensitätskontrast) kommt zum Einsatz, wenn die verwendeten Farben unterschiedlich rein sind. Gebrochene (gemischte) Farben wirken beispielsweise weniger leuchtend, wenn sie neben reinen (ungemischten) Farben stehen.
5. Quantitätskontrast
Die Menge macht’s: Denn wenn unterschiedlich große Farbflächen gegenübergestellt werden, hat das eine bestimmte Wirkung. Ein kleiner roter Klecks auf einer großen, grünen Fläche wirkt beispielsweise intensiver, als wenn man die Farbverhältnisse umdreht.
6. Komplementärkontrast
Um die Leuchtkraft einer Farbe zu verstärken, kann sie neben ihrer Komplementärfarbe platziert werden. Die Farbwirkung der beiden Gegenfarben ergänzt sich und wird intensiver.
7. Simultankontrast
Wenn du eine große Fläche einer Farbe siehst, kann das zu einer Reizüberflutung im Auge führen. Um gegenzusteuern, ergänzt das Gehirn dann die zugehörige Komplementärfarbe. Wenn du beispielsweise lange auf eine blaue Fläche starren, beginnst du, auch Orange darin zu „sehen“.
Kritik an Ittens Farbkreis
Der Farbkreis nach Itten ist ein gutes Modell, um Schüler an die Farbtheorie und den Zusammenhang zwischen Farben heranzuführen. Trotzdem gibt es Kritik an seiner Farbtheorie, denn:
- Ittens ursprüngliche Grundfarben Ultramarinblau und Zinnoberrot sind eigentlich keine Grundfarben, sondern können gemischt werden. Als die richtigen Grundfarben gelten inzwischen Cyanblau, Magentarot und Kadmiumgelb.
- Das Mischen von Komplementärfarben ergibt nicht die Farbe Grau, sondern stattdessen ein schmutziges Braun — Itten wird daher vorgeworfen, die Farben im Kreis nicht selbst gemischt zu haben.
- Itten bezeichnet Schwarz und Weiß fälschlicherweise als Nichtfarben und nimmt diese nicht in den Farbkreis auf. Seit dem additiven und subtraktiven Farbsystem ist allerdings bekannt, dass die Farben Weiß und Schwarz aus den drei Grundfarben gemischt werden können.
Ein Farbsystem, das die Farben Schwarz und Weiß beinhaltet, ist übrigens der Farbkreis von Küppers.
Additive und subtraktive Farbmischung
Jetzt weißt du, wie der Farbkreis nach Itten aufgebaut ist und wie sich die einzelnen Farben mischen lassen. Bei der additiven und subtraktiven Farbmischung gilt allerdings ein anderes Prinzip. Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Beitrag dazu!
Farbkreis Itten — häufigste Fragen
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Farbkreis Itten — häufigste Fragen
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Was ist die Farbtheorie von Itten?Die Farbtheorie von Johannes Itten ist eine Farbenlehre, die Farben in einem Farbkreis ordnet und zeigt, wie sie durch Mischen entstehen. In der Mitte stehen drei Grundfarben (Primärfarben), daraus entstehen außen die Mischfarben zweiter Ordnung (Sekundärfarben) und dritter Ordnung (Tertiärfarben). Gegenüberliegende Farben heißen Komplementärfarben (Gegenfarben).
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Welche Farben passen zusammen im Farbkreis?Im Farbkreis passen als Komplementärfarben (Gegenfarben) die Farben zusammen, die sich genau gegenüberliegen. Das sind: Gelb–Violett, Gelborange–Blauviolett, Orange–Blau, Orangerot–Türkis, Rot–Grün und Lilarot–Gelbgrün. Nebeneinanderliegende Farben wirken dagegen ähnlicher, weil sie sich im Farbkreis direkt berühren.
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Welche Kritik gibt es am Farbkreis nach Itten?Kritik am Farbkreis nach Johannes Itten gibt es vor allem an drei Punkten. Erstens gelten Ultramarinblau und Zinnoberrot nicht als echte Grundfarben, stattdessen nutzt man oft Cyanblau, Magentarot und Gelb. Zweitens ergibt das Mischen von Komplementärfarben meist kein Grau, sondern eher ein schmutziges Braun. Drittens fehlen Schwarz und Weiß, obwohl man sie in Farbsystemen auch als Misch-Ergebnisse beschreiben kann.
Farbenlehre verstehen
Der Farbkreis nach Itten gehört zur Farbenlehre und ist ein bekanntes Modell für das Ordnen von Farben. Wer sich mit Farbenlehre beschäftigt, ordnet Farben, mischt neue Farbtöne und vergleicht ihre Wirkung im Bild. So wird klar, wie Farben zusammenpassen, sich gegenüberstehen oder ganz unterschiedlich wirken können. Im Allgemeinwissensbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.