Du möchtest wissen, was es mit der PiA Ausbildung auf sich hat und warum sie eine gute Alternative zur normalen Erzieher Ausbildung ist? Das erfährst du in diesem Beitrag%und im Video.

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Was ist die PiA Ausbildung?

Die praxisintegrierte Ausbildung, oder auch PiA Ausbildung, ist eine Alternative zur klassischen Erzieher-Ausbildung und gut für Quereinsteiger geeignet. Zwar ist bei beiden Ausbildungsarten eine Ausbildungszeit von drei Jahren vorgesehen, diese wird aber bei der PiA Ausbildung anders genutzt. Im Gegensatz zur normalen Ausbildung arbeitest du nämlich bereits während deiner Lehrjahre in pädagogischen Einrichtungen und verdienst dabei schon Geld

Während der PiA Ausbildung sind berufliche und theoretische Tätigkeiten eng miteinander verbunden. In der Regel arbeitest du an zwei Tagen der Woche in einer Einrichtung und besuchst die restlichen Tage die Schule. Durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis kannst du deine gelernten Inhalte direkt in die Tat umsetzen.

💡 Schon gewusst? Die praxisintegrierte Ausbildung gibt es seit 2012. Diese neue Form der Ausbildung entstand zunächst in Baden-Württemberg aufgrund von Fachkräftemangel in pädagogischen Einrichtungen. Mit der PiA Ausbildung zum Erzieher sollte ein attraktiveres Angebot für Auszubildende geschaffen werden.

Aufbau der PiA Ausbildung

Bevor du deine PiA Ausbildung zur Erzieherin antrittst, musst du dich zuerst um einen Ausbildungsplatz kümmern. Das kann eine Kindertagesstätte, ein Hort, eine Jugendeinrichtung oder eine sonstige pädagogische Einrichtung sein, die das PiA Ausbildungsmodell anbietet. Achte darauf, dass du dich vorher gut über die Einrichtung informierst, denn hier arbeitest du die Hälfte deiner Ausbildungszeit, also ca. 20 Stunden die Woche.

Die restlichen 20 Stunden verbringst du in einer Fachhochschule. Hier lernst du das theoretische Fachwissen. Wie die Stunden aufgeteilt werden, ist von der Schule abhängig, an der du deine praxisintegrierte Ausbildung absolvierst. Hier gibt es drei Möglichkeiten, wie der Aufbau der PiA Ausbildung ablaufen kann:

  1. Tagesaufteilung: Vormittags arbeitest du in der Einrichtung deiner Wahl. Mittags bis nachmittags besuchst du dann die Fachhochschule.
  2. Wochenaufteilung: Zwei bis drei Tage die Woche verbringst du in der gewählten Einrichtung. Die restlichen Tage lernst du die Theorie in der Fachhochschule.
  3. Blockunterricht: Manche Fachhochschulen bieten auch Blockunterricht an. Das bedeutet, dass du mehrere Wochen arbeitest und mehrere Wochen an der Fachhochschule verbringst.

Im Gegensatz zur klassischen Erzieher-Ausbildung hast du in den Schulferien nicht frei. In dieser Zeit arbeitest du Vollzeit in deiner ausgewählten Einrichtung. Außerdem ist ein mehrwöchiges Praktikum vorgesehen, dass du in einer anderen Einrichtung absolvierst. Arbeitest du beispielsweise in einem Kindergarten, dann kannst du dein Praktikum in einem Jugendheim machen. So bekommst du auch einen Einblick in ein anderes Arbeitsfeld.

Nach 3 Jahren folgt eine Abschlussprüfung, die je nach Bundesland aus mehreren schriftlichen und mündlichen Tests besteht. Mit dem Bestehen der Prüfung bist du ein staatlich anerkannter Erzieher oder eine staatlich anerkannte Erzieherin.

Die praxisintegrierte Ausbildung ist zwar dual aufgebaut, aber im Sinne des Berufsbildungsgesetzes keine duale Ausbildung. Bei der PiA Ausbildung übernimmt die Fachhochschule die Gesamtverantwortung für deine Ausbildung.

Lerninhalte

Während deiner PiA Ausbildung bekommst du viele Einblicke in dein Tätigkeitsfeld. Dadurch entwickelst du Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel:

  • 📊  Pädagogik und Psychologie
  • ⚖️  rechtliche Grundlagen
  • 🗣️  Sprachentwicklung
  • 🤸 Bewegungserziehung
  • ☮️  Integration, Inklusion und Diversität
  • 🔎  den Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen richtig beobachten und einschätzen

In der Schule hast du zudem Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch, Politik und Religionspädagogik. Wenn du zusätzlich noch die Fachhochschulreife erlangen möchtest, bekommst du noch Unterricht im Fach Mathematik. Wie genau deine Schulzeit abläuft, variiert allerdings von Schule zu Schule und von Bundesland zu Bundesland. Informiere dich am besten schon vor deinem Ausbildungsantritt über deine Unterrichtsfächer.

Durch die enge Verbindung von Praxis und Theorie kannst du gelernte Inhalte direkt in die Praxis umsetzen. So fällt dir auch das Verinnerlichen von Lerninhalten einfacher. 

Voraussetzungen für die PiA Ausbildung

Welche Voraussetzungen und Qualifikationen du für deine PiA Ausbildung zur Erzieherin mitbringen musst, hängt von dem Bundesland ab, in dem du lebst. Grundsätzlich ist aber ein Schulabschluss der Mittleren Reife nötig.

Mit bestimmten Zusatzqualifikationen kannst du deine praxisintegrierte Ausbildung direkt beginnen. Solche Qualifikationen sind:

  • Abgeschlossene Kinderpflegeausbildung oder
  • Zwei Jahre passende berufliche Tätigkeit, wie zum Beispiel den Bundesfreiwilligendienst in der Kinder- und Jugendhilfe

Wenn du zusätzlich ein sechswöchiges Praktikum im sozialen Bereich absolvierst, reicht auch eine der folgenden Qualifikationen:

  • Abitur oder Fachhochschulreife
  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • Drei Jahre mit eigenen Kindern im Haushalt
  • Zwei Jahre als Tagesmutter

Möchtest du direkt nach dem Abschluss deiner Mittleren Reife deine PiA Ausbildung zum Erzieher beginnen? Dann musst du vor dem Start ein zusätzliches Jahr in der normalen Erzieher-Ausbildung verbringen. Damit hast du quasi 4 Jahre Ausbildungszeit und 3 davon in der PiA Ausbildung.

Da du durch Zusatzqualifikationen einen leichteren Start in die praxisintegrierte Ausbildung hast, eignet sich diese Art der Ausbildung perfekt für Quereinsteiger.

PiA Ausbildung – Gehalt

Das Gehalt bei der praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin ist seit 2019 einheitlich geregelt. Schau dir hier dein PiA Ausbildungsgehalt an:

1. Ausbildungsjahr 1090,69 € Brutto im Monat
2. Ausbildungsjahr 1152,07 € Brutto im Monat
3. Ausbildungsjahr 1253,38 € Brutto im Monat

Zusätzlich hast du Anspruch auf eine Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld). Diese Sonderzahlung ist von deinem Wohnort und dem Auslandsjahr, in dem du dich befindest, abhängig. Welchen Anspruch du hast, siehst du hier:

  Tarifgebiet Ost Tarifgebiet West
1. Ausbildungsjahr 736,22 €  981,62 € 
2. Ausbildungsjahr 777,65 €  1036,86 € 
3. Ausbildungsjahr 846,03 €  1128,03 €

💡 Aber Achtung! Während deiner Ausbildungszeit ist außerdem ein Schulgeld fällig, dass du jährlich bezahlen musst. Das sind etwa 180 € pro Jahr und einmalig 60 € Aufnahmegebühren zu Beginn deiner Schulzeit.

Förderungen

Brauchst du trotz des Ausbildungsgehaltes finanzielle Unterstützung, dann kannst du einen Zuschuss zum Lebensunterhalt, in Form des Aufstiegs-Bafögs, beantragen. Das Aufstiegs-Bafög musst du nach Abschluss deiner Ausbildung nicht zurückzahlen.

Nach der praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin bist du staatlich anerkannte Erzieherin. Mit welchem Gehalt du jetzt rechnen kannst, erfährst du hier .%Thumbnail Erzieher-Gehalt

Alternativen

Sowohl die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin als auch die klassische Erzieher-Ausbildung bieten dir den Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin. Welchen Ausbildungsweg du wählst, hängt von deiner Präferenz ab.

Hier siehst du die beiden Ausbildungsarten im Vergleich. So findest du raus, welche am besten zu dir passt!

  PiA Ausbildung klassische Ausbildung
⌛ Dauer
  • 3 Jahre
  • 4 Jahre bei Mittlerer Reife
  • Vollzeit: 2 bis 4 Jahre
  • Teilzeit : 3 bis 6 Jahre
  • zusätzlich ein Jahr Berufspraktikum
🏫 Voraussetzungen
  • mindestens Mittlere Reife
  • mindestens Mittlere Reife
💰 Gehalt
  • etwa 1090 € im ersten Ausbildungsjahr
  • jährliche Steigerung
  • Gehalt erst im abschließenden Berufspraktikum (etwa 1500 € brutto)
  • mit einem Tarifvertrag (TVAöD) etwa 1140 € im ersten Ausbildungsjahr
🏖️ Urlaub
  • 30 Tage Urlaubsanspruch
  • keine Schulferien
  • kein Urlaubsanspruch
  • während der Schulferien frei
📖 Lernaufwand
  • weniger Zeit zur Vor- und Nachbearbeitung der Lerninhalte
  • bessere Verinnerlichung der Lerninhalte durch direkten Bezug zur Praxis
  • Schulferien können zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden
  • stressfreierer Alltag durch Trennung von Theorie und Praxis, dadurch mehr Lernzeit
  • geringe Verknüpfung von Praxis und Theorie

Kinderpfleger/ Kinderpflegerin

Kinder betreuen und ihre Entwicklung unterstützen, ist genau dein Ding? Dann ist vielleicht die Ausbildung zur Kinderpflegerin das Richtige für dich. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann schau dir doch unser nächstes Video an.%Thumbnailverweis

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