Der Begriff Inklusion kommt aus der Pädagogik. Doch heute betrifft er die ganze Gesellschaft. Was genau steckt eigentlich hinter dem Wort? Hier erfährst du, wie Inklusion im Alltag aussehen kann.
Inhaltsübersicht
Was ist Inklusion?
Inklusion bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammenleben — und zwar in allen Bereichen. Alle Menschen sollen die gleichen Rechte und Möglichkeiten bekommen und kein Mensch soll ausgegrenzt oder benachteiligt werden.
Das heißt zum Beispiel: Menschen im Rollstuhl sollten normale Schulen besuchen können. Blinden Menschen sollte es möglich sein, alleine Zug zu fahren. Menschen mit Lernbeeinträchtigungen sollten alleine wohnen können. Dafür muss die ganze Gesellschaft zusammenarbeiten!
Die Aufgabe der Gesellschaft ist es, Strukturen zu schaffen, die alle Menschen einschließen — auch Menschen, die mehr Unterstützung benötigen. Das können zum Beispiel rollstuhlgerechte Gehwege oder Videos mit Gebärdensprache sein.
Als soziologisches Konzept beschreibt die Inklusion die Idee einer Gesellschaft, an der jeder gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben kann — unabhängig von eventuellen Behinderungen. Das beinhaltet Strukturen wie Barrierefreiheit, Anpassungen von Bildungseinrichtungen und Zugang zu persönlicher Assistenz.
Exklusion, Integration, Inklusion
Jeder Mensch ist gleich viel wert. Deshalb sollte auch jeder die gleichen Chancen und Rechte haben. Das klingt erstmal logisch. Doch Menschen mit körperlichen, psychischen und geistigen Beeinträchtigungen müssen dafür immer noch kämpfen.
Exklusion… herrscht da, wo Menschen mit Beeinträchtigung ausgegrenzt werden. Das können Kleinigkeiten sein: eine Rooftop-Bar ohne Aufzug zum Beispiel. Oder große Dinge, wie der Ausschluss aus normalen Schulen.
Integration… akzeptiert Menschen mit Behinderung, die sich an die Strukturen angepasst haben. Menschen mit Hörgeräten dürfen zum Beispiel am normalen Schulunterricht teilnehmen.
Inklusion… geht weiter. Nicht die Menschen müssen sich an die Struktur anpassen, sondern die Struktur an die Menschen. Dann werden Dinge wie Signale an Ampeln für Blinde selbstverständlich und niemand wundert sich, wenn die Nachrichten auch in Gebärdensprache angezeigt werden.
Vielleicht kennst du den Begriff Integration normalerweise eher im Zusammenhang mit Einwanderung. Auch hier heißt Integration, dass sich die Menschen an die Strukturen eines Landes eingliedern.
Menschen mit Beeinträchtigung können sich aber oft nicht anpassen. Deshalb müssen erst passende Strukturen geschaffen werden. Wenn Inklusion funktioniert, werden Menschen mit Behinderung nicht nur akzeptiert. Sie werden ein aktiver Teil der Gesellschaft.
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Ist Inklusion ein Menschenrecht?
Vielleicht kennst du eine dieser Situationen: Eine Person im Rollstuhl bittet um Hilfe, weil der Gehsteig nicht abgesenkt ist. Eine blinde Person fragt, an welchem Gleis der Zug fährt. Inklusion ist im Alltag leider noch nicht selbstverständlich.
Aber eigentlich sind sich viele Länder einig: Jeder Mensch sollte ein Recht auf Inklusion haben. Das ist in der UN-Behindertenrechtskonvention festgehalten.
1. Allgemeiner Grundsatz: Alle Menschen sind gleich und sollen die gleichen Rechte haben, egal ob sie eine Behinderung haben oder nicht.
2. Selbstbestimmtes Leben: Menschen mit Behinderung sollen selbst Entscheidungen treffen dürfen, z. B. wie und wo sie wohnen wollen.
3. Nichtdiskriminierung: Die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ist verboten. Informationskampagnen sollen helfen, Vorurteile abzubauen.
4. Privatsphäre: Auch Menschen mit Pflegebedarf haben ein Recht auf Privatsphäre! Regeln und Grenzen sollen von den Betroffenen festgelegt werden und nicht von ihren Betreuern oder Assistenten.
5. Zugang: Barrierefreiheit soll z. B. den Zugang zu Gebäuden erleichtern. Aber auch Bildung und Information soll für alle gleich zugänglich sein.
6. Teilhabe: Menschen mit Beeinträchtigung sollen die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung in politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Angelegenheiten haben.
Übrigens: Das sind nur einige Beispiele. Hier findest du den gesamten Gesetzestext.
Wie und wo funktioniert Inklusion?
Die Bedeutung der Inklusion zeigt sich in allen Lebensbereichen. Denn es gibt viele Dinge, die für beeinträchtigte Menschen noch nicht möglich sind. Doch es gibt auch einige Beispiele, wo erste Strukturen gebildet wurden.
Inklusion im Alltag
Lebensräume sollen so inklusiv wie möglich gestaltet werden. Es sollte z. B. auch Freizeitangebote und Tourismusangebote für Menschen mit Beeinträchtigung geben.
➜ in vielen Bahnhöfen gibt es z. B. Mitarbeiter, die Menschen mit Beeinträchtigung in den Zug begleiten.
➜ viele Gebäude haben einen alternativen Zugang für Menschen im Rollstuhl.
Inklusive Bildung
Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Universitäten sollen auch für Menschen mit Beeinträchtigung gestaltet sein.
➜ in manchen Schulen gibt es Lehrer für Inklusion. Durch eine intensivere Betreuung können beeinträchtigte Menschen so auch am normalen Unterricht teilnehmen.
➜ Menschen mit Beeinträchtigung bekommen finanzielle Unterstützung zur Beschaffung von Lernmaterialien wie Sprachcomputern.
Inklusives Wohnen
Menschen mit Beeinträchtigung haben das Recht, ihren Wohnort und ihre Mitbewohner frei zu wählen. Deshalb sollten Alternativen zu Wohnheimen bestehen.
➜ in vielen Städten gibt es kleinere Wohngruppen für beeinträchtigte Menschen.
➜ Menschen mit Pflegebedarf bekommen finanzielle Unterstützung, um alleine wohnen zu können und ambulante persönliche Assistenz in Anspruch zu nehmen.
- Lernangebote für Kinder mit Beeinträchtigung an normalen Schulen können auch für Kinder hilfreich sein, die Schwierigkeiten in einem bestimmten Fach haben.
- Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern hilft z. B. auch Menschen mit Kinderwägen oder älteren Menschen.
Diversität
Menschen mit Beeinträchtigung kämpfen für Gleichberechtigung. In diesem Kampf sind sie nicht allein. Das Konzept der Diversität fordert gleiche Rechte für alle, egal wie unterschiedlich sie sind. Hier erfährst du mehr!
Inklusion — häufigste Fragen
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Inklusion — häufigste Fragen
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Was bedeutet Exklusion?Exklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung aus dem normalen Leben ausgeschlossen werden. Exklusion passiert, wenn Orte oder Angebote so gebaut oder organisiert sind, dass Betroffene nicht mitmachen können. Ein Beispiel ist eine Bar ohne Aufzug oder der Ausschluss aus einer Regelschule.
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Was ist der Unterschied zwischen Inklusion und Integration?Integration bedeutet, dass Menschen mit Behinderung mitmachen dürfen, wenn sie sich an bestehende Strukturen anpassen können. Inklusion bedeutet dagegen, dass die Strukturen so verändert werden, dass alle von Anfang an dazugehören. Zum Beispiel ist Unterricht mit Hörgerät eher Integration, Ampelsignale für Blinde eher Inklusion.
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Was steht in der UN-Behindertenrechtskonvention zur Inklusion?In der UN-Behindertenrechtskonvention steht, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe haben. Dazu gehören selbstbestimmte Entscheidungen, Schutz vor Diskriminierung und Privatsphäre. Außerdem fordert die Konvention Zugang durch Barrierefreiheit sowie die Möglichkeit, politisch, sozial und kulturell mitzugestalten.
Vielfalt verstehen
Inklusion gehört zum Thema Vielfalt und zeigt, wie Menschen mit ihren Unterschieden zusammenleben. Du ordnest in diesem Themenfeld verschiedene Lebenssituationen ein und vergleichst, wie Menschen fair und ohne Ausgrenzung zusammenleben können. So erkennst du, warum gleiche Rechte, Respekt und passende Hilfen für alle wichtig sind. Weitere Videos dazu findest du in unserem Allgemeinwissensbereich.