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Was ist Biodiversität und warum ist biologische Vielfalt so wichtig? Wir erklären dir hier die drei Ebenen der Biodiversität!

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Inhaltsübersicht

Was ist Biodiversität?

Der Begriff Biodiversität beschreibt die gesamte biologische Vielfalt des Lebens auf der Erde. Das umfasst Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen.

Die Biodiversität besteht insgesamt aus 3 Ebenen:

  • Genetische Vielfalt: Lebewesen derselben Art unterscheiden sich in ihrem Erbgut und können sich somit an veränderte Bedingungen anpassen. 
  • Artenvielfalt: Sie beschreibt, wie viele unterschiedliche Arten in einem Gebiet vorkommen.
  • Ökosystemvielfalt: Sie umfasst die verschiedenen Lebensräume der Erde und die Wechselwirkungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt.

Warum ist Biodiversität wichtig?

Ökosysteme mit vielen verschiedenen Arten sind stabiler als artenarme. Das liegt daran, dass einige Arten oft ähnliche Aufgaben übernehmen können — fällt also eine Art aus, springen andere für sie ein.

➡️Beispiel: Ein artenreicher Wald erholt sich schneller von einem Schädlingsbefall als ein Wald mit einer einzigen Baumart.

Gleichzeitig liefern intakte Ökosysteme direkte Lebensgrundlagen für Menschen:

💧 Sauberes Wasser: Natürliche Böden und Feuchtgebiete filtern Wasser und speichern es. Wir brauchen sauberes Wasser zum Trinken und für die Landwirtschaft.
🌱 Fruchtbare Böden: Pilze und Bodenorganismen zersetzen abgestorbenes Material und geben Nährstoffe zurück. So können Pflanzen wachsen und wir können Lebensmittel anbauen.
🌾 Nahrung: Fast jede Nutzpflanze ist auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Sie sichern damit einen wichtigen Teil unserer Nahrungsmittel.
🍃 Reine Luft: Wälder und andere Ökosysteme nehmen CO₂ auf und geben Sauerstoff ab, den wir zum Atmen brauchen.
🧬 Medizin und Bionik: Pflanzen und Tiere liefern Vorlagen für neue Medikamente und technische Erfindungen. Natürliche Lösungen können dabei helfen, Krankheiten zu behandeln und Ressourcen zu sparen.

Wichtig: Biodiversität kann auch die Erderwärmung bremsen, indem artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Moore große Mengen Kohlenstoff speichern.

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Was ist genetische Vielfalt?

Genetische Vielfalt beschreibt die erblichen Unterschiede zwischen Individuen derselben Art. Diese Unterschiede entstehen durch Veränderungen im Erbgut, also in der DNA. Kein Lebewesen ist dabei genetisch identisch mit einem anderen, selbst wenn sie zur gleichen Art gehören.

💡 Warum ist genetische Vielfalt wichtig?
Eine Art mit vielen genetischen Varianten hat einen großen Genpool und erhöht dadurch ihre Anpassungsfähigkeit. Wenn sich die Umwelt verändert, sind also zumindest einige Individuen der Art genetisch gut angepasst und überleben.

➡️Beispiel:
Es gibt viele verschiedene Weizensorten mit unterschiedlichem Erbgut. Manche sind besonders trockenheitsresistent. Wenn eine Dürre kommt, überleben diese Sorten, während andere eingehen. Wäre all unser Weizen genetisch identisch, könnte eine einzige Dürre die gesamte Ernte vernichten.

Was ist Artenvielfalt?

Artenvielfalt beschreibt, wie viele unterschiedliche Arten in einem Lebensraum vorkommen. Dazu zählen Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen. 

💡 Warum ist Artenvielfalt wichtig?
Je größer die Artenvielfalt in einem Gebiet ist, desto stabiler ist das ökologische Netz. Das bedeutet, dass viele Arten voneinander abhängen und in Nahrungsketten bestimmte Rollen annehmen. Fällt dort eine Art weg, gerät das gesamte Gleichgewicht ins Wanken.

➡️Beispiel:
Ein artenreiches Korallenriff beherbergt Hunderte von Fischarten und viele wirbellose Tiere wie Seesterne oder Krebse. Manche Fische fressen Algen und verhindern so, dass diese die Korallen überwuchern. Andere leben als Zersetzer und bauen abgestorbenes Material ab. Ohne so eine Vielfalt würde das Riff schnell aus dem Gleichgewicht geraten.

Was ist Ökosystemvielfalt?

Die Ökosystemvielfalt beschreibt die Bandbreite verschiedener Lebensräume auf der Erde. Dazu zählen zum Beispiel Wälder, Wiesen, Bäche und Moore.

💡 Warum ist Ökosystemvielfalt wichtig?
Unterschiedliche Lebensräume in einer Region bringen verschiedene Umweltbedingungen und Artengemeinschaften mit sich und ermöglichen so bestimmte ökologische Prozesse. Dazu gehören zum Beispiel Bodenbildung, Zersetzung von abgestorbenem Material und Bestäubung.

➡️Beispiel:
Ein Wald ist schattig, feucht und bietet viel Totholz. Er bietet Lebensraum für Pilze, Käfer und Spechte. Eine Wiese ist dagegen offen und sonnig. Sie zieht Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an, die auf Blütenpflanzen angewiesen sind. Beide Lebensräume liegen oft nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt, beherbergen aber andere Artengemeinschaften.

Was bedroht Biodiversität?

Die Zahlen der Biodiversität sinken weltweit. Das betrifft nicht nur einzelne seltene Arten, sondern ganze Artengruppen in großer Zahl und in verschiedenen Regionen.

Zum Beispiel beobachtet der Living Planet Report des WWF, dass seit 1970 die durchschnittlichen Populationsgrößen von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen um etwa 73 Prozent gesunken sind.

Der globale Rückgang der Biodiversität hat folgende Ursachen:

  1. Lebensraumzerstörung ist die größte Bedrohung weltweit. Wenn ein Lebensraum verschwindet, verlieren alle Arten, die dort leben, ihre Grundlage.
    ➡️Beispiel: Bei der Umwandlung von Wiesen in Ackerland oder Bauflächen finden Insekten, Vögel und Pflanzen, die auf Wiesen angewiesen sind, keinen Platz mehr.
  2. Übernutzung bedeutet, dass Menschen eine Art schneller entnehmen, als sie sich erholen kann.
    ➡️Beispiel: Bei Überfischung werden bestimmte Fischbestände so stark befischt, dass ihre Populationen einbrechen. Einige erholen sich danach jahrzehntelang nicht.
  3. Umweltverschmutzung schädigt Arten oft indirekt.
    ➡️Beispiel: Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, gelangen in Böden und Gewässer. Dort töten sie nicht nur Schädlinge, sondern auch Insekten, die für die Bestäubung wichtig sind.
  4. Klimawandel verändert Lebensräume so schnell, dass viele Arten nicht mithalten können.
    ➡️Beispiel: Wenn sich die Meere erwärmen, stoßen Korallen die Algen ab, die in ihnen leben. Ohne diese Algen verlieren sie ihre Farbe und sterben ab. Das zerstört den Lebensraum von Hunderten weiteren Arten.

💡 Neben diesen vier Hauptursachen spielen auch invasive Arten eine Rolle. Das sind eingeschleppte Arten, die sich in neuen Gebieten so stark ausbreiten, dass sie einheimische Arten verdrängen.

Welche Maßnahmen schützen Biodiversität?

Um den Rückgang der Biodiversität aufzuhalten, braucht es mehrere Maßnahmen:

Maßnahme Umsetzung
Lebensräume schützen Schutzgebiete sorgen dafür, dass natürliche Lebensräume erhalten bleiben und nicht zerstört werden.
 Lebensräume vernetzen Verschiedene Lebensräume werden miteinander verbunden, damit Tiere und Pflanzen sich ausbreiten können.
Lebensräume wiederherstellen Zerstörte Lebensräume werden wieder natürlicher gestaltet.
Landwirtschaft nachhaltiger gestalten Umweltfreundlichere Anbaumethoden helfen dabei, die Artenvielfalt zu erhalten.
Plastik reduzieren Weniger Plastik schützt Tiere und ihre Lebensräume vor Verschmutzung.
Pestizide reduzieren Weniger Pestizide schützen Insekten und andere Tiere, die für die Natur wichtig sind.
Schadstoffe reduzieren Abwasser wird besser gereinigt, damit weniger schädliche Stoffe in Flüsse und Seen gelangen.

Ökologie verstehen

Biodiversität gehört zur Ökologie und beschreibt die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Wer sich mit Ökologie beschäftigt, untersucht Lebensräume, Arten und ihre Beziehungen zur Umwelt. So wird klar, warum stabile Ökosysteme für Nahrung, sauberes Wasser und das Klima wichtig sind. Weitere Videos dazu findest du in unserem Biologiebereich.

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