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Eine Königin zwischen Macht, Intrigen und Gefangenschaft: Das Leben von Maria Stuart war so dramatisch, dass Friedrich Schiller es zum Stoff seines gleichnamigen Dramas machte. Wer sie wirklich war und was sie schließlich ihr Leben kostete, erfährst du hier und im Video!

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Inhaltsübersicht

Wer war Maria Stuart?

Maria Stuart, auf Englisch Mary, Queen of Scots, wurde 1542 in Schottland geboren — und schon sechs Tage später war sie Königin. Aufgewachsen am französischen Hof, wurde sie durch ihre Heirat mit Franz II. später sogar Königin von Frankreich.

Gemälde von einer gut gekleideten Königin.
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Gemälde Maria Stuart

Doch nach seinem frühen Tod nahm ihr Leben eine Wendung: Zurück in Schottland geriet Maria in heftige religiöse und politische Konflikte und machte sich dabei immer mehr mächtige Feinde. Sie musste ihren Thron aufgeben und floh nach England zu Elisabeth I., wo sie sich Schutz erhoffte. Doch dort wurde sie fast 19 Jahre gefangen gehalten und 1587 hingerichtet.

Dieses Schicksal zeichnete sich aber schon früh ab: Als Königin geboren, wurde sie früh von anderen Politikern kontrolliert und sollte ihr Leben lang um ihre Krone kämpfen. Wie es dazu kam, zeigt ein Blick auf ihre außergewöhnliche Kindheit.

Die Geschichte von Maria Stuart

Als Maria Stuart am 8. Dezember 1542 geboren wurde, lag ihr Vater König Jakob V. bereits im Sterben. Statt des erhofften männlichen Thronfolgers bekam er eine Tochter. Nur sechs Tage später starb er und aus dem neugeborenen Mädchen wurde über Nacht die Königin von Schottland. Da Maria natürlich noch nicht selbst regieren konnte, übernahm zunächst ihr entfernter Verwandter und nächster Thronerbe James Hamilton, Earl of Arran, die Herrschaft.

Doch mit der Krone bekam Maria auch ihre ersten Feinde und Rivalen. Als Urenkelin Heinrichs VII. hatte sie einen Anspruch auf den englischen Thron und wurde damit später für Elisabeth I. zur Konkurrentin, die gerade die englische Königin war.

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Maria zwischen zwei Großmächten

Schon früh geriet Maria in den Machtkampf zwischen England und Frankreich, die beide um Einfluss in Schottland rangen. Englands König Heinrich VIII. wollte sie mit seinem Sohn Eduard verheiraten. Als Schottland die Ehe ablehnte, reagierte Heinrich mit militärischer Gewalt. Damit trieb er Schottland näher an Englands Rivalen Frankreich.

Maria wurde also nun dem französischen Thronfolger Franz versprochen. Damit war ihre Zukunft vorerst entschieden: Aus der schottischen Königin sollte eines Tages auch eine französische Königin werden.

Maria Stuart — Königin von Frankreich und Schottland

Mit gerade einmal fünf Jahren wurde Maria nach Frankreich geschickt. Ihre Mutter Marie de Guise wollte sie dort vor den Angriffen der Engländer schützen und gleichzeitig auf ihre spätere Ehe mit dem französischen Thronfolger Franz vorbereiten.

Am französischen Hof erhielt Maria eine sehr gute Ausbildung. Sie lernte mehrere Sprachen, beschäftigte sich mit Literatur und Musik und wurde im Tanzen, Reiten und höfischen Auftreten unterrichtet. Maria wuchs zu einer großen, eleganten und als sehr schön beschriebenen jungen Frau heran.

Mit 15 Jahren heiratete sie schließlich den französischen Thronfolger Franz. Als dieser 1559 König von Frankreich wurde, wurde Maria mit 16 Jahren zur Königin Frankreichs.

💡 Maria verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Frankreich. Deshalb sprach sie Französisch besser als Scots, die Sprache ihrer schottischen Heimat.

Marias Rückkehr nach Schottland

Marias Leben in Frankreich endete schneller als erwartet. 1560 starb Franz II. nach nur kurzer Regierungszeit und Maria verlor ihre Stellung als französische Königin. Ihre Zukunft am Hof war nun nicht mehr gesichert. 1561 kehrte sie schließlich nach Schottland zurück. Obwohl Maria die ganze Zeit über Königin von Schottland geblieben war, war ihr das Land nach rund 13 Jahren in Frankreich beinahe fremd geworden.

Doch auch dort war ihre Herrschaft alles andere als sicher. Maria war Katholikin, während sich Schottland inzwischen stark dem Protestantismus zugewandt hatte.

Obwohl Maria selbst Katholikin blieb, kam sie den Protestanten zunächst weit entgegen und ließ die neue protestantische Ordnung weitgehend bestehen. Trotzdem hatte sie mächtige Gegner:

  • John Knox: Der einflussreiche Reformator bekämpfte Maria vor allem wegen ihres katholischen Glaubens.
  • James Stewart: Auch Marias protestantischer Halbbruder stellte sich später gegen sie und führte sogar einen Aufstand an.
  • Protestantische Adelige: Sie fürchteten um ihren politischen und religiösen Einfluss.

Marias größte Rivalin — Elizabeth I.

Marias wohl größte Rivalin war die englische Königin Elisabeth I. — vor allem wegen ihres Anspruchs auf den englischen Thron. Die Spannungen zwischen den beiden nahmen immer weiter zu als viele Katholiken Elisabeth nicht für rechtmäßig hielten und Maria als legitime Anwärterin sahen. Auch Papst Paul IV. erkannte Elisabeth nicht als rechtmäßige Königin an.

Noch brisanter wurde die Situation, als Heinrich II. von Frankreich seine Schwiegertochter Maria nach Elisabeths Thronbesteigung zur Königin von England ausrufen ließ. Damit wurde Maria für Elisabeth endgültig zu einer ernsten Bedrohung ihrer Herrschaft.

Der Sturz von Maria Stuart

Nach ihrer Rückkehr nach Schottland geriet Marias Herrschaft immer stärker ins Wanken. Besonders ihre Ehen wurden ihr politisch zum Verhängnis.

1565 heiratete Maria den Katholiken Lord Darnley, was bei den protestantischen Adeligen für Widerstand sorgte. Ein Jahr später kam ihr gemeinsamer Sohn Jakob zur Welt. Als Sohn zweier Nachfahren Heinrichs VII. besaß er einen starken Anspruch auf den englischen Thron. Das beunruhigte Elisabeth I. zusätzlich.

Die Ehe zerbrach jedoch schnell und Darnley wurde 1567 unter mysteriösen Umständen ermordet. Das Haus, in dem er sich aufhielt, wurde durch eine Explosion zerstört, seine Leiche fand man jedoch außerhalb des Gebäudes. Auch Maria geriet unter Verdacht, von den Mordplänen gewusst zu haben — ihre Beteiligung ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Scharz-Weiß Zeichnng von zwei hochgekleideten Personen.
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Maria Stuart mit ihrem Ehemann Lord Darnley

Nur wenige Monate später heiratete Maria James Hepburn, Earl of Bothwell. Auch er wurde verdächtigt an Darnleys Mord beteiligt gewesen zu sein. Für ihre Gegner war die Ehe der perfekte Anlass, gegen sie vorzugehen. Protestantische Adelige erhoben sich gegen Maria, nahmen sie gefangen und zwangen sie 1567 zur Abdankung. Ihr erst einjähriger Sohn wurde als Jakob VI. zum König erklärt.

Marias Flucht und Gefangenschaft

1568 gelang Maria die Flucht aus ihrer Gefangenschaft in Schottland. Sie versuchte noch einmal, ihren Thron zurückzugewinnen, wurde mit ihren Truppen jedoch in der Schlacht von Langside besiegt. Daraufhin floh sie ausgerechnet nach England und hoffte auf die Hilfe ihrer Rivalin Elisabeth I.

Ein Bild zeigt ein Gemälde von Maria Stuart.
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Maria Stuart, Königin von Schottland

Doch Elisabeth ließ Maria nicht wieder gehen. Als ehemalige Königin mit einem Anspruch auf den englischen Thron war sie ihr zu gefährlich. Maria wurde deshalb unter Bewachung gestellt und von verschiedenen Schlössern und Landsitzen fern vom englischen Hof festgehalten. Aus der erhofften Zuflucht wurde eine Gefangenschaft, die fast 19 Jahre dauerte.

Wie ist Maria Stuart gestorben?

Auch in Gefangenschaft blieb Maria für Elisabeth I. gefährlich. Immer wieder planten katholische Verschwörer, Elisabeth zu stürzen und Maria auf den englischen Thron zu bringen. Zum Verhängnis wurde Maria schließlich die Babington-Verschwörung von 1586: Abgefangene und entschlüsselte Briefe deuteten darauf hin, dass sie einem Plan zur Ermordung Elisabeths zustimmte. Maria wurde wegen Hochverrats vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt.

Am 8. Februar 1587 wurde die 44-jährige Maria Stuart auf Schloss Fotheringhay geköpft. Der Legende nach trug sie unter ihrem schwarzen Kleid rote Kleidung – die Farbe katholischer Märtyrer.

💡 Die Hinrichtung verlief grausam. Der Henker benötigte mehrere Schläge. Als er anschließend ihren Kopf hochhielt, löste sich ihre Perücke, sodass der Kopf zu Boden fiel. Unter ihrem Kleid soll sich außerdem ihr kleiner Hund versteckt haben.

Maria Stuart — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Ist Maria Stuart eine wahre Geschichte?
    Maria Stuart war eine reale historische Person und lebte von 1542 bis 1587 als Königin von Schottland. Viele Stationen ihres Lebens, zum Beispiel ihre lange Gefangenschaft in England und ihre Hinrichtung, sind durch Quellen überliefert. Schillers „Maria Stuart“ ist dagegen eine literarische Darstellung.
  • Warum ist Mary Stuart so bekannt?
    Mary Stuart ist so bekannt, weil sie als Königin von Schottland in große Machtkämpfe zwischen Schottland, England und Frankreich geriet und zugleich als Katholikin im Konflikt mit protestantischen Gegnern stand. Besonders berühmt machte sie die Rivalität um den englischen Thron und ihre Hinrichtung 1587.
  • Sind sich Maria Stuart und Elisabeth jemals begegnet?
    Maria Stuart und Elisabeth I. sind sich historisch sehr wahrscheinlich nie persönlich begegnet. Trotz der engen Verbindung durch Thronansprüche und Politik blieb ihr Verhältnis vor allem ein Machtkampf aus der Distanz, während Maria in England gefangen war. Eine direkte Begegnung ist eher aus dem Drama bekannt.
  • War Maria Stuart schuldig?
    Maria Stuart wurde offiziell wegen Hochverrats verurteilt, weil sie an Verschwörungen gegen Elisabeth I. beteiligt gewesen sein soll. Ob sie tatsächlich in alle Pläne so verwickelt war, wie es im Prozess dargestellt wurde, ist bis heute umstritten. Rechtlich führte das Urteil 1587 zu ihrer Hinrichtung.

Herrscher verstehen

Maria Stuart war eine Königin des 16. Jahrhunderts und gehört zum Themenfeld der Herrscher. Wer sich mit Herrschern beschäftigt, ordnet wichtige Personen, Reiche und Machtkämpfe einer Zeit ein. So wird klar, wie Thronansprüche, Religion und Politik ganze Länder geprägt haben. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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