Internes Rechnungswesen

Internes Rechnungswesen II
Äquivalenzziffernkalkulation

Die Äquivalenzziffernkalkulation ist ein wichtiger Bestandteil des internen Rechnungswesens. Du möchtest wissen, was es mit diesem Kalkulationsverfahren auf sich hat? Dann bist du hier genau richtig!

Äquivalenzziffernkalkulation Erklärung, Definition und Beispiel

Die Äquivalenzziffernkalkulation ist eine wichtige Kalkulationsmethode der Kostenträgerrechnung. Weitere Methoden sind die Divisionskalkulation und die Zuschlagskalkulation. Sie ist sozusagen eine Weiterentwicklung der Divisionskalkulation zur Erfassung der anteiligen Kostenverursachung. Daher wird sie auch häufig als Divisionskalkulation mit Äquivalenzziffern bezeichnet. Sie wird verwendet, wenn es sich um artgleiche Güter bzw. Erzeugnisse handelt. Dann spricht man auch von Sortenfertigung. Zwischen den Produktarten besteht ein festes Kostenverhältnis, das durch Verhältniszahlen ausgedrückt werden kann nachdem man zuvor eine sogenannte Einheitssorte festgelegt hat. Auch hier kann zwischen einstufiger (keine Lagerbestandsveränderungen) und mehrstufiger Äquivalenzziffernkalkulation (Lagerbestandsveränderungen) unterschieden werden.

Äquivalenzziffernkalkulation, Äquivalenzziffernkalkulation Definition
Äquivalenzziffernkalkulation

Ein Beispiel dafür wäre eine Brauerei, die verschiedene Biersorten herstellt oder eine Fabrik, die unterschiedliche Arten von Flaschen produziert. Bei solchen gleichartigen Produkten stehen die Kosten in einem festen Verhältnis zu einander- beispielsweise wird angenommen, dass die Herstellung einer 1 Liter Glasflasche doppelt so teuer ist wie die Herstellung einer 0,5 Liter Flasche. Als erstes wird eine Einheitssorte oder Basiseinheit festgelegt. Hier wählt man normalerweise das am meisten produzierte Gut. Dieses erhält dann die Äquivalenzziffer 1. Die Äquivalenzziffern der anderen Sorten werden dann anteilig so festgelegt, dass sie im passenden Verhältnis zur Einheitssorte stehen.

Wenn beispielsweise die 0,5 Liter Flasche die Einheitssorte mit der Äquivalenzziffer 1  ist, hätte die 1 Liter Flasche eine Äquivalenzziffer von 2. Dieser Wert drückt also aus, wie viele Mengeneinheiten der Einheitssorte anstelle der anderen Sorten herstellbar wären. Die Gesamtkosten werden dann anhand der Äquivalenzziffern auf die einzelnen Produkte aufgeteilt.

Äquivalenzziffernkalkulation, Äquivalenzziffernkalkulation Definition
Äquivalenzziffernkalkulation

Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben

Betrachten wir einmal die Bottle GmbH. Diese stellt 3 verschiedene Sorten von Plastikflaschen her: 0,25 Liter, 0,5 Liter und 1 Liter Flaschen. Pro Monat produziert sie davon jeweils 10.000, 20.000 und 5.000 Stück. Die Gesamtkosten pro Monat betragen 350.000€.

Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben
Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben

Nun sollen mit Hilfe der Äquivalenzziffernkalkulation die Sortenkosten bzw. Selbstkosten pro Sorte ermittelt werden. Als erstes müssen wir die Einheitssorte festlegen. Wir wählen hier die 0,5 Liter Flasche, da diese am meisten produziert wird. Da wir bei der Sortenfertigung davon ausgehen, dass die verschiedenen Produktarten in einem festen Kostenverhältnis zueinander stehen, können wir nun ganz einfach die Äquivalenzziffern der 0,25 Liter Flaschen und der 1 Liter Flaschen bestimmen, nämlich 0,5 und 2.

Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben
Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben

Die Verrechnung der Kosten ist auch schon der nächste Schritt. Dazu musst du die sogenannten Recheneinheiten bestimmen. Dazu rechnest du einfach die Mengen der anderen Sorten auf die Einheitssorte um. Das machst du, indem du die Mengen der Sorten mit der jeweiligen Äquivalenzziffer multiplizierst. Für die 0,25 Liter Flasche ergeben sich also 0,5 mal 10.000 gleich 5.000 Recheneinheiten. Das bedeutet letztendlich nur, dass statt den 10.000 0,25 Liter Flaschen, 5.000 0,5 Liter Flaschen hergestellt werden könnten.

Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben
Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben

Die Äquivalenzziffernkalkulation ist also eine weitere Methode der Kalkulation der Selbstkosten einer Sorte eines Gutes. Merk dir am besten, dass du dazu zunächst eine Einheitssorte festlegen musst um anschließend die Äquivalenzziffern im Hinblick auf das Kostenverhältnis zu vergeben. Neben dieser Methode gibt es noch drei weitere Verfahren der Kostenkalkulation.

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