Internes Rechnungswesen

Äquivalenzziffernkalkulation

Die Äquivalenzziffernkalkulation ist ein wichtiger Bestandteil des internen Rechnungswesens. Du möchtest wissen, was es mit diesem Kalkulationsverfahren auf sich hat? Dann bist du hier genau richtig!

Äquivalenzziffernkalkulation Erklärung und Definition

Die Äquivalenzziffernkalkulation ist eine wichtige Kalkulationsmethode der Kostenträgerrechnung. Weitere Methoden sind die Divisionskalkulation und die Zuschlagskalkulation. Sie ist sozusagen eine Weiterentwicklung der Divisionskalkulation zur Erfassung der anteiligen Kostenverursachung. Daher wird sie auch häufig als Divisionskalkulation mit Äquivalenzziffern bezeichnet. Sie wird verwendet, wenn es sich um artgleiche Güter bzw. Erzeugnisse handelt. Dann spricht man auch von Sortenfertigung.

Zwischen den Produktarten besteht ein festes Kostenverhältnis, das durch Verhältniszahlen ausgedrückt werden kann nachdem man zuvor eine sogenannte Einheitssorte festgelegt hat. Auch hier kann zwischen einstufiger (keine Lagerbestandsveränderungen) und mehrstufiger Äquivalenzziffernkalkulation (Lagerbestandsveränderungen) unterschieden werden.

artgeliche Produkte, Basisprodukt
Äquivalenzzifferkalkulation

Ein Beispiel zur Äquivalenzziffernkalkulation

Ein Beispiel dafür wäre eine Brauerei, die verschiedene Biersorten herstellt oder eine Fabrik, die unterschiedliche Arten von Flaschen produziert. Bei solchen gleichartigen Produkten stehen die Kosten in einem festen Verhältnis zu einander.  Beispielsweise wird angenommen, dass die Herstellung einer 1 Liter Glasflasche doppelt so teuer ist wie die Herstellung einer 0,5 Liter Flasche. Als erstes wird eine Einheitssorte oder Basiseinheit festgelegt. Hier wählt man normalerweise das am meisten produzierte Gut. Dieses erhält dann die Äquivalenzziffer 1. Die Äquivalenzziffern der anderen Sorten werden dann anteilig so festgelegt, dass sie im passenden Verhältnis zur Einheitssorte stehen.

Wenn beispielsweise die 0,5 Liter Flasche die Einheitssorte mit der Äquivalenzziffer 1  ist, hätte die 1 Liter Flasche eine Äquivalenzziffer von 2. Dieser Wert drückt also aus, wie viele Mengeneinheiten der Einheitssorte anstelle der anderen Sorten herstellbar wären. Die Gesamtkosten werden dann anhand der Äquivalenzziffern auf die einzelnen Produkte aufgeteilt.

Äquivalenzziffernkalkulation, Äquivalenzziffernkalkulation Definition
Äquivalenzziffernkalkulation

Äquivalenzziffernkalkulation Rechenbeispiel

Betrachten wir einmal die Bottle GmbH. Diese stellt 3 verschiedene Sorten von Plastikflaschen pro Monat her:

  • 10.000 Stück mit 0,25 L Fassungsvermögen
  • 20.000 Stück mit 0,5 L Fassungsvermögen
  • 5.000 Stück mit 1 L Fassungsvermögen

Die Gesamtkosten pro Monat betragen 350.000€.

Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben
Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben

Nun sollen mit Hilfe der Äquivalenzziffernkalkulation die Sortenkosten bzw. Selbstkosten pro Sorte ermittelt werden.

1. Festlegen der Einheitssorte und Verteilen der Äquivalenzziffern

Als erstes müssen wir die Einheitssorte festlegen. Wir wählen hier die 0,5 Liter Flasche, da diese am meisten produziert wird. Da wir bei der Sortenfertigung davon ausgehen, dass die verschiedenen Produktarten in einem festen Kostenverhältnis zueinander stehen, können wir nun ganz einfach die Äquivalenzziffern der 0,25 Liter Flaschen und der 1 Liter Flaschen bestimmen, nämlich 0,5 und 2.

Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben
Äquivalenzziffernkalkulation Aufgaben

2. Verrechnung der Kosten und Bestimmung der Recheneinheiten

Die Verrechnung der Kosten ist auch schon der nächste Schritt. Dazu musst du die sogenannten Recheneinheiten bestimmen. Dazu rechnest du einfach die Mengen der anderen Sorten auf die Einheitssorte um. Das machst du, indem du die Mengen der Sorten mit der jeweiligen Äquivalenzziffer multiplizierst. Für die 0,25 Liter Flasche ergeben sich also 0,5 mal 10.000 gleich 5.000 Recheneinheiten. Das bedeutet letztendlich nur, dass statt den 10.000 0,25 Liter Flaschen, 5.000 0,5 Liter Flaschen hergestellt werden könnten.

Hier haben wir dir die Rechnereinheiten als Tabelle dargestellt.

Sorte Äquivalenzziffer Menge Recheneineheit
0,25 Liter 0,5 10.000 5.000
0,5 Liter 1 20.000 20.000
1 Liter 2 5.000 10.000

3. Berechnung der Selbstkosten

Wenn man die Gesamtkosten jetzt durch die Summe der Recheneinheiten teilt, erhält man die Selbstkosten pro Mengeneinheit der Einheitssorte.

\frac{350.000}{35.000}=10

Wenn man diese jetzt mit der Äquvalenzziffern verrechnet erhält man die Selbstkosten pro Mengeneinheit.
Zuletzte kann man diese noch mit der Produktionsmenge multipliziert, erhält man die Selbstkosten der jeweiligen Sorten.

Sorte Recheneinheit Selbstkosten pro ME Selbstkosten der Sorte
0,25 L 5.000 5 50.000
0,5 L 20.000 10 200.000
1 L 10.000 20 100.000
Summe: 35.000 Summe: 350.000

 

Die Äquivalenzziffernkalkulation ist also eine weitere Methode der Kalkulation der Selbstkosten einer Sorte eines Gutes. Merk dir am besten, dass du dazu zunächst eine Einheitssorte festlegen musst um anschließend die Äquivalenzziffern im Hinblick auf das Kostenverhältnis zu vergeben. Neben dieser Methode gibt es noch drei weitere Verfahren der Kostenkalkulation.

Hallo, leider nutzt du einen AdBlocker.

Auf Studyflix bieten wir dir kostenlos hochwertige Bildung an. Dies können wir nur durch die Unterstützung unserer Werbepartner tun.

Schalte bitte deinen Adblocker für Studyflix aus oder füge uns zu deinen Ausnahmen hinzu. Das tut dir nicht weh und hilft uns weiter.

Danke!
Dein Studyflix-Team

Wenn du nicht weißt, wie du deinen Adblocker deaktivierst oder Studyflix zu den Ausnahmen hinzufügst, findest du hier eine kurze Anleitung. Bitte lade anschließend die Seite neu.