Internes Rechnungswesen

First In First Out (FIFO)

Inhaltsübersicht

Im folgenden Beitrag erfährst du, was es genau mit dem First In First Out Verfahren auf sich hat und wie du Bestände danach bewerten kannst.

Mit unserem Lernvideo wird das FIFO Prinzip allerdings noch viel schneller verständlich.

FIFO Definition

Das First in first out Verfahren, kurz FIFO Verfahren oder auch FIFO Prinzip, wird zur Bewertung von Lagerbeständen bzw. Vorräten verwendet. Bei diesem Verfahren wird davon ausgegangen, dass die Waren in einer bestimmten Reihenfolge verbraucht werden. Daher spricht man auch häufig von einer Verbrauchsfolge und demnach vom Verbrauchsfolgeverfahren.

Wie der Name schon sagt, geht man beim FIFO Verfahren davon aus, dass Lieferungen, die zuerst im Lager angekommen sind, dieses auch als erstes wieder verlassen.

permanentes und periodisches FIFO-Verfahren
Unterscheidung permanentes und periodisches FIFO-Verfahren

Vor allem in der Lebensmittelbranche ist dies eine gängige Methode, da logischerweise das Mindesthaltbarkeitsdatum der Produkte berücksichtigt werden muss.

Zudem darf das FIFO Verfahren nur bei sinkenden Preisen angewendet werden, da bei steigenden Preisen ein Verstoß gegen das Niederstwertprinzip vorliegen würde.

Wie beim LIFO Verfahren, wird auch hier zwischen periodischem und permanentem FIFO unterschieden.

Periodisches FIFO Prinzip

Beim periodischen FIFO Prinzip findet die Bewertung der Vorräte erst am Ende der Periode statt.

Permanentes FIFO Prinzip

Bei der permanenten FIFO Methode erfolgt die Wertermittlung direkt nachdem die Güter verbraucht wurden, also während der Periode.

Über diese beiden Verfahren kann man den Wareneinsatz, also die Summe aller in einem Geschäftsjahr verkauften Waren bewertet zum Einstandspreis, berechnen.

FIFO LIFO

  • Beim LIFO Verfahren (Last In – First Out) geht man davon aus, dass die Vorräte, die als letztes im Lager angekommen sind auch zuerst verbraucht werden. Die Gewinnauswirkung lässt sich in der GuV darstellen und fällt bei beiden Verfahren unterschiedlich aus.
  • Zusätzlich existiert das LOFO Verfahren (Lowest In – First Out), wobei angenommen wird, dass die günstigsten Vorräte als erstes verbraucht werden.
  • Außerdem solltest du das HIFO Verfahren (Highest In – First Out) kennen, heißt also die teuersten Lieferungen sollten das Lager als erstes verlassen.

First In First Out (FIFO) Beispiel

Um die beiden FIFO Verfahren verständlicher zu machen, erklären wir sie dir anhand eines Beispiels. Dazu betrachten wir die Simple GmbH, die zwei Güter, nämlich Pizza und Pommes, produziert. Zur Herstellung der Pommes benötigt sie Kartoffeln. Gehen wir von einem Anfangsbestand von 200kg Kartoffeln im Lager aus, der zu einem Beschaffungspreis von zwei Euro pro Kilo bewertet wurde.

Am 01.02.2018 kam eine Lieferung mit 100kg Kartoffeln zum Preis von 1€/kg an und am 01.05. eine weitere Lieferung von 150kg zum Preis von 3€/kg. Abgänge fanden am 01.04. und am 01.07. in Höhe von 110kg und 200kg statt. Der Übersichtlichkeit halber halten wir die Infos in einer Tabelle fest:

Datum   Menge €/ kg
01.01.2018 Anfangsbestand 200kg 2€
01.02.2018 Zugang 100kg 1€
01.04.2018 Abgang 110kg
01.05.2018 Zugang 150kg 3€
01.07.2018 Abgang 200kg
31.12.2018 Endbestand 140kg

Periodisches FIFO Verfahren Beispiel

Mit Hilfe dieser Aufstellung soll nun der Materialverbrauch und der Endbestand bewertet werden. Als erstes bestimmen wir diese Werte über das periodische FIFO Verfahren. Beim FIFO Prinzip geht man generell davon aus, dass Lieferungen, die zuerst im Lager ankommen, auch als erstes wieder aus dem Lager entnommen werden.

Das heißt logischerweise, dass der Endbestand aus der letzten Lieferung stammen muss. Denn wenn für die früheren Abgänge als erstes der Anfangsbestand, beziehungsweise die ersten Lieferungen verwendet werden, bleibt für den Endbestand quasi nur noch die letzte Lieferung übrig. In unserem Beispiel stammt der Endbestand nach dieser Logik also aus der Lieferung vom 01.05. Wir bewerten den Endbestand also mit 3€ und erhalten 420€.

FIFO Beispiel: periodisch
FIFO Beispiel: periodisch

Jetzt müssen wir nur noch die Materialkosten berechnen, also den bewerteten Restbestand ermitteln. Das geht mit folgender Formel:

Materialkosten\ =\ bewerteter\ Anfangsbestand\ +\ bewertete\ Zug\"ange\\\ \noindent\hspace*{42mm}% -\ bewerteter\ Endbestand

In unserem Fall rechnen wir also:

200\ast2\ Euro + 100\ast1\ Euro + 150\ast3\ Euro - 420\ Euro = 530\ Euro

Dadurch erhalten wir einen bewerteten Restbestand in Höhe von 530€. Wenn du wissen möchtest, wie du die einzelnen Abgänge jeweils bewerten musst, kannst du die 530€ einfach durch die gesamten Abgänge teilen. Also 530€ geteilt durch 310 kg, ergibt ungefähr 1,71€/kg.

Permanentes FIFO Verfahren Beispiel

Jetzt machen wir dasselbe nochmal, nur diesmal unter Anwendung des permanenten FIFO Verfahrens. Bei dieser Methode bewertet man die Abgänge immer direkt gemäß dem Prinzip, dass zuerst zugegangene Waren auch als allererstes verbraucht werden.

Der erste Abgang vom 01.04.2018 stammt folglich aus dem Anfangsbestand. Dementsprechend erhalten wir einen Wert von 220€. Der zweite Abgang stammt zum Teil aus dem Rest des Anfangsbestandes, zum Teil aus der ersten Lieferung und zum Teil aus der zweiten Lieferung. Der Endbestand kann somit auch nur noch aus der letzten Lieferung stammen und wird dementsprechend mit 3€ bewertet, wie auch schon beim periodischen FIFO.

FIFO FIFO-Verfahren permanente FIFO-Methode First In First Out
FIFO Beispiel: permanent

Um den Materialverbrauch insgesamt, also den Wareneinsatz zu erhalten, kannst du jetzt einfach die einzelnen Werte addieren. Wir erhalten somit Materialkosten in Höhe von 530€. Auch dieser Endwert entspricht also wieder genau dem Ergebnis aus dem periodischen FIFO. Wie du siehst, unterscheiden sich die beiden Verfahren also nur in der Vorgehensweise. Die Endergebnisse sind bei beiden Methoden des First In First Out Verfahrens gleich.

Bewertung laut Handelsrecht

Laut § 252 I Nr.3 HGB müssen in der Bilanz alle Vermögensgegenstände einzeln bewertet werden. Allerdings gibt es auch Ausnahmen für die eine Einzelerfassung zu aufwendig wäre. Nach § 256 S. 1 HGB wird in der sogenannten Sammelbewertung bei gleichartigen Vermögensgegenständen unterstellt, dass sie in einer bestimmten zeitlichen Verbrauchsfolge oder in einer sonstigen bestimmten Reihenfolge verbraucht werden. Das Prinzip ist handelsrechtlich zwar zugelassen, steuerrechtlich allerdings nicht erlaubt.

 


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