Internes Rechnungswesen

Kostenartenrechnung

Ein wichtiger Bestandteil der Kostenrechnung im engeren Sinne ist die Kostenartenrechnung. Aufgabe der Kostenartenrechnung ist es zu bestimmen, welche Kosten in welcher Höhe angefallen sind. In diesem Beitrag definieren wir den Begriff und zeigen dir anschließend ein Rechenbeispiel.

Aufgaben der Kostenartenrechnung

Die Kostenartenrechnung ist im internen Rechnungswesen der erste Schritt zur Ermittlung der Kosten für ein Produkt. Du solltest diese Rechnung gut verinnerlichen, denn die Ergebnisse können später für die Kostenstellenrechnung bzw. die Kostenträgerrechnung verwendet werden. Für die Kostenartenrechnung werden zunächst die insgesamt angefallenen Kosten einer Periode erfasst und die Kostenarten anschließend gegliedert. Wir wollen also wissen: Welche Kosten sind in welcher Höhe angefallen?

Vergiss dabei nicht: Nur die betriebszweckbezogenen, also die für das Unternehmen relevanten Kosten werden hier bewertet! Dazu zählen nicht betriebsfremde Kosten, wie Spenden oder außerordentliche Kosten, wie der Verkauf von Beteiligungen.

Kostenartenrechnung Definition: Primärkosten und kalkulatorische Kosten
Kostenartenrechnung Definition: Primärkosten und kalkulatorische Kosten

Im Rahmen der Kostenartenrechnung betrachten wir die Primärkosten eines Unternehmens und zählen auch die kalkulatorischen Kosten dazu. Eine kurze Begriffserklärung an dieser Stelle.

Unterschied Primärkosten / kalkulatorische Kosten

Als Primärkosten bezeichnet man die Kosten für Produktionsfaktoren, die von außerhalb bezogen werden. Das heißt also, sie sind nicht vom Unternehmen selbst hergestellt. Unter kalkulatorischen Kosten versteht man Kosten denen keine Rechnungen oder Verträge zugrunde liegen. Deshalb müssen sie kalkulatorisch berücksichtigt werden. In der Finanzbuchhaltung sind diese Kosten nicht oder nicht in dem gleichen Umfang enthalten.

Gliederung der Kosten und Anforderungen an die Kostenartenrechnung

Wie ein Unternehmen seine Kostenarten gliedert, ist grundsätzlich ihm selbst überlassen. Allerdings wird sich oft an den Konten der Buchhaltung orientiert. Deshalb haben wir meistens Materialkosten, Personalkosten, Anlagenkosten und so weiter. Wir teilen sie also in unterschiedliche Arten von Produktionsfaktoren ein. Personal ist tatsächlich auch eine Produktionsfaktorart – nämlich Arbeit.

Kostenartenrechnung Grundlagen: Kostenarten und Anforderungen
Kostenartenrechnung Grundlagen: Kostenarten und Anforderungen

Auch wenn das interne Rechnungswesen, nicht so wie das externe Rechnungswesen, bestimmten Gesetzen unterliegt, gibt es dennoch einige Anforderungen an die Kosten- und Leistungsrechnung.

Die Kostenartenrechnung muss folgende Anforderungen erfüllen:

  • Vollständigkeit
  • Eindeutigkeit
  • Überschneidungsfreiheit

Die ersten beiden Anforderungen sind ziemlich selbsterklärend: Alle Kosten müssen sich einer bestimmten Kostenart zuordnen lassen und diese Kostenarten müssen eindeutig definiert werden. Etwas abstrakter ist da vielleicht letztere. Die Überschneidungsfreiheit besagt jedoch nichts anderes, als dass jeder Betrag nur einer Kostenart zugeordnet werden darf.

Kostenartenrechnung Beispiel

Genug der Erklärungen, jetzt zeigen wir die die Kostenartenrechnung anhand eines Beispiels! Lass uns dafür die Firma Simple GmbH anschauen. Unsere Firma produziert Pizza und Pommes. Dafür brauchen wir Rohstoffe und zwar Mehl, Tomaten, Käse, Wasser, Kartoffeln und Öl. Unsere angebotenen Produkte entstehen leider nicht von alleine, daher brauchen wir noch drei Köche, die jeweils 1.000 Euro verdienen, sowie zwei Herren für den Vertrieb und einen für die Verwaltung für jeweils 2.000 Euro.

Kostenartenrechnung Beispiel
Kostenartenrechnung Beispiel

Jetzt muss die Simple GmbH noch für Miete und Strom zahlen. Miete kostet 5.000 Euro und Strom 2.500 Euro. Schließlich dürfen wir nicht die Abschreibungen für 1.500 Euro vergessen! Außerdem hat sich während der Geschäftsperiode leider eine Gruppe hungriger Studenten in das Lager der Firma verirrt und unser Fastfood im Wert von 1.000 Euro aufgegessen.

Bestimmung der Kostenarten

Nun müssen wir das alles in die Kostenarten sortieren. Rohstoffe sind Materialkosten. Für den Rohstoff Mehl haben wir 1.000 Euro, für Tomaten 500 Euro, für Käse 2.500 Euro, für Kartoffeln 3.000 Euro und für Öl 500 Euro ausgegeben. Wasser ist eine kleine Besonderheit, denn das haben wir für beide Produkte gebraucht: Für Pizza und für Pommes jeweils 50 Euro. Damit haben wir die Materialkosten auch schon abgehakt.

Materialkosten [€]  
Mehl 1000
Tomaten 500
Käse 2500
Kartoffeln 3000
Öl 500
Wasser 50
Gesamt 7550

Weiter geht’s mit den Personalkosten. Diese können wir aufteilen in Fertigungslöhne und Gehälter. Zuerst zu den Fertigungslöhnen: Für die Produktion von Pizza brauchen wir zwei Köche – es fallen also insgesamt 2.000 Euro an. Da Pommes einfacher zuzubereiten sind, brauchen wir nur einen Koch. Wir zahlen ihm 1.000 Euro. Die Herren von der Verwaltung und dem Vertrieb können wir leider nicht so einfach auf die Produkte aufteilen – sie sind nämlich Gemeinkosten. Wir notieren uns also bei Gehälter für den Vertrieb 4.000 Euro und für die Verwaltung 2.000 Euro.

Personalkosten [€]  
Köche [Pizza] 2000
Köche [Pommes] 1000
Vertrieb 4000
Verwaltung 2000
Gesamt 9000

Strom zählt zu den Dienstleistungskosten und auch zu den Gemeinkosten. Wir können schließlich nicht genau sagen, wie viel Strom für die Produktion von Pizza und wie viel für die Produktion von Pommes verwendet wurde. Also schreiben wir nur: Strom 2.500 Euro. Genauso ist es auch bei den Raumkosten. Wir notieren einfach nur: Miete 5.000 Euro.

Kostenartenrechnung Beispiel
Kostenartenrechnung Beispiel

Die 1.500 Euro kalkulatorischen Abschreibungen sind Anlagekosten. Der kleine Zwischenfall mit den hungrigen Studenten stellt ein Beständewagnis dar. Wir schreiben also bei den Wagniskosten: Beständewagnisse 1.000 Euro. So, jetzt haben wir alle Kosten, die in unserer Simple GmbH angefallen sind, nach ihren Kostenarten gegliedert.

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