Internes Rechnungswesen

Stufenleiterverfahren

Das Stufenleiterverfahren ist neben dem Anbau- und dem Gleichungsverfahren ein wichtiges Thema der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung. Alle drei Verfahren werden vor allem bei der Kostenstellenrechnung angewendet. Was genau das Stufenleiterverfahren ist und wie du es anwendest, lernst du hier!

Verrechnung der Vorkosten auf die Endkostenstellen

Das Stufenleiterverfahren, auch Treppenumlageverfahren, Treppenverfahren oder step ladder System genannt, ist eine Methode der Sekundärkostenrechnung. Es dient zu Verrechnung der Vorkosten auf die Endkostenstellen.

Berücksichtigung von Leistungsbeziehungen

Im Gegensatz zum Anbauverfahren, können beim Stufenleiterverfahren Leistungsbeziehungen zwischen den Vorkostenstellen berücksichtigt werden.

Stufenleiterverfahren, Stufenleiterverfahren Definition
Stufenleiterverfahren Definition

Deshalb muss bei diesem Verfahren auf eine logische Reihenfolge der Vorkostenstellen geachtet werden, da dies die Zurechnung von Kosten auf nachgelagerte Kostenstellen beeinflusst. Das macht die Methode etwas komplizierter als das Anbauverfahren. Allerdings erhält man auch hier keine exakten Werte, da die vorgelagerten Stellen nicht berücksichtigt werden.

Verflechtungstabelle und Verflechtungsgraph

Mithilfe eines Beispiels, wird das Thema gleich noch viel deutlicher. Im ersten Schritt müssen zunächst alle Informationen gesammelt werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Primärkostenverrechnung bereits abgeschlossen ist. Du weißt, dass auf Kostenstelle 1 primäre Gemeinkosten in Höhe von 40.000€ anfallen, auf Kostenstelle 2 fallen 80.000€ an und auf Kostenstelle 3 120.000€.

Stufenleiterverfahren, Stufenleiterverfahren Beispiel
Stufenleiterverfahren Beispiel

Außerdem ist eine Verflechtungstabelle gegeben, die du in der Grafik sehen kannst. Aus dieser kannst du ablesen, welcher Anteil der Leistungen jede Vorkostenstelle an die jeweilige Endkostenstelle liefert. In den Spalten stehen jeweils die liefernden Kostenstellen, in den Zeilen die Empfangenden. Wie du siehst, liefert Kostenstelle 1 also 20% ihrer Leistung an Kostenstelle 2 und 80% an Kostenstelle 3. Es handelt sich hierbei also um eine Vorkostenstelle. Kostenstelle 2 stellt einen besonderen Fall dar. 30% ihrer Leistung werden an die Kostenstelle 3 geliefert, die restlichen 70% gehen jedoch an den Absatzmarkt. Es handelt sich also um eine Endkostenstelle!

Um uns beim Rechnen etwas leichter zu tun, zeichnen wir jetzt noch den passenden Verflechtungsgraphen. Dieser bietet uns einen Überblick über die Leistungsbeziehungen zwischen den Vor- und Endkostenstellen auf.

Stufenleiterverfahren, Stufenleiterverfahren Beispiel
Stufenleiterverfahren

Umlage der Vorkosten auf die Endkosten

Der zweite Schritt ist die Sekundärkostenverrechnung. Das Ziel hierbei ist es, alle Kosten der Vorkostenstellen auf die Endkostenstellen umzulegen. Das machen wir mit Hilfe des Betriebsabrechnungsbogens.

  • Aufstellen des Betriebsabrechnungsbogens
Stufenleiterverfahren, Stufenleiterverfahren Beispiel
Stufenleiterverfahren BAB
  • Vorkostenstellen gemäß Leistungsbeziehungen auf Endkostenstellen umlegen

Wie wir wissen, müssen alle Endkosten der Vorkostenstellen gleich 0 sein. Wir müssen die Vorkostenstellen also entlasten. Dazu legen wir die Kosten gemäß den Leistungsbeziehungen auf die Endkostenstellen um. Da die Kostenstelle 1 laut unserem Verflechtungsgraphen 20% an die Kostenstelle 2 und 80% an die Kostenstelle 3 liefert müssen 8.000€ zu Kostenstelle 2 und 32.000€ zu Kostenstelle 3 addiert werden.

Stufenleiterverfahren, Stufenleiterverfahren Beispiel
Stufenleiterverfahren BAB

Bevor wir mit der Umlage der Kostenstelle 2 weitermachen, muss zuerst der Zwischenwert davon berechnet werden, also 80.000€ plus 8.000€ gleich 88.000€. Mit diesem Wert wird dann weitergerechnet. Da die Kostenstelle 2 30% ihrer Leistung an Kostenstelle 3 liefert, müssen wir also 0,3 mal 88.000€ gleich 26.400€ von der Kostenstelle 2 abziehen und zur Kostenstelle 3 addieren. Die restlichen Kosten bleiben einfach auf der Kostenstelle 2 „liegen“, die restlichen 70% der Leistung gehen nämlich an den Absatzmarkt.

Am Ende sind, wie du siehst, die Endkosten der Vorkostenstelle gleich 0. Du hast die Sekundärkostenrechnung also erfolgreich abgeschlossen!

Geschafft! Jetzt weißt du was man unter dem Stufenleiterverfahren versteht und wie es sich berechnen lässt.

 

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