Internes Rechnungswesen

Vorwärtskalkulation

Inhaltsübersicht

Bei der Vorwärtskalkulation werden anhand eines einfachen Kalkulationsschemas alle anfallenden Kosten und Zuschläge auf den Listeneinkaufspreis, der als Ausganspunkt dient, hinzuaddiert. Dadurch kann der Unternehmer am Ende den Listenverkaufspreis ermitteln. Setzt er diesen über seinen Kosten, wird ihm das Gewinne einbringen. Des Weiteren erkennt ein Verkäufer bei einem zu hohen Endpreis, dass er Faktoren wie Einkaufspreis oder Bezugskosten eventuell abändern sollte.

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Vorwärtskalkulation Schema

Bei der Vorwärtskalkulation rechnet man entlang des Vorwärtskalkulation Schemas von oben nach unten (siehe Pfeilrichtung). Ausgehend vom gegebenen Listeneinkaufspreis wird der Verkaufspreis ermittelt und festgelegt.

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Vorwärtskalkulation Schema

Um am Ende den Bruttoverkaufspreis zu erhalten, betrachtet ein Unternehmen zunächst den Listeneinkaufspreis, der in Katalogen oder Preislisten der Lieferanten festgesetzt ist. Mithilfe der Bezugskalkulation erhält man den Bezugspreis und es ist bekannt, wie hoch der Preis der eingekauften Waren ist.

Der nächste Schritt im Schema ist der Handlungskostenzuschlag. Die Handlungskosten, wie z.B. Lagerung oder Verkauf, können in der Regel nicht direkt einer Ware zugeordnet werden. Oft ist unklar, wie diese Gemeinkosten auf die Waren verteilt werden sollen. Deswegen kalkulieren Unternehmen einen Durchschnittssatz (hier: Handlungskostenzuschlag), der zum Bezugspreis addiert wird. Daraus resultiert der Selbstkostenpreis. Würde ein Unternehmen seine Waren zum Selbstkostenpreis weiterverkaufen, würde dies alle bisher angefallenen Kosten der Produktion und Vermarktung abdecken, jedoch keinen Gewinn erzielen.

Im nächsten Schritt addiert ein Unternehmer nun den Gewinn, den er erzielen möchte, mithilfe des Gewinnzuschlag dazu und erhält den Barverkaufspreis. Oftmals bieten Verkäufer ihren Kunden die Möglichkeit an, von einem Skonto zu profitieren. Das Prinzip des Kundenskontos ähnelt dem des Lieferskontos. Möchte der Verkäufer eine schnellere Bezahlung der Rechnung begünstigen, schafft er einen Anreiz und gewährt dem Käufer ein Kundenskonto. Ein typisches Beispiel wäre beispielsweise, dass ein Kunde einen Kostenabzug von 3% erhält, wenn er die Rechnung innerhalb von 10 Tagen statt den üblichen 30 Tagen begleicht. Dieser Kundenskonto ergibt zusammen mit dem Barverkaufspreis den Zielverkaufspreis. Wenn der Unternehmer seinen Kunden auch noch einen Kundenrabatt gewähren möchte, verrechnet sich dies mit dem Zielverkaufspreis zum Nettoverkaufspreis. Da Unternehmen umsatzsteuerpflichtig sind, wird am Ende noch die Umsatzsteuer draufgesetzt, die vom Endverbraucher komplett getragen wird. Mit diesem Schritt ist das Unternehmen am Ende des Vorwärtskalkulation Schemas angekommen und hat den Bruttoverkaufspreis ermittelt.

Vorwärtskalkulation Aufgabe 

Schauen wir uns das Ganze an einem Beispiel an. Ein Unternehmen kauft Ware zum Listeneinkaufspreis von 100€ ein und durchläuft das Vorwärtskalkulation Schema. Du hast folgende Informationen vorliegen:

Lieferrabatt 10%
Lieferskonto 3%
Bezugskosten 32,70 €
Handlungskostenzuschlag 50%
Gewinnzuschlag 25%
Kundenskonto 3%
Kundenrabatt 10%
Umsatzsteuer 19%
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Vorwärtskalkulation Beispiel

Im ersten Schritt verrechnest du deinen Listeneinkaufspreis (100,00€) mit dem dir gewähren Rabatt (10% = 10,00€), dein Lieferskonto (3% = 2,70€) und Bezugskosten (32,70€) und erhältst deinen Bezugspreis (120,00€). Anschließend wird der Handlungskostenzuschlag (50% = 60,00€) hinzuaddiert und dein Selbstkostenpreis beträgt 180,00€. Durch das Hinzufügen des Gewinnzuschlags (25% = 45,00€) hast du nun deinen Barverkaufspreis (225,00€) kalkuliert.

Bis zum Barverkaufspreis kannst du entlang des Schemas die vorangegangenen Werte jeweils als Basis für deine Prozentrechnung verwenden. Beim Kundenskonto und Kundenrabatt muss jedoch aufgepasst werden. Anstatt wie bisher die vorangehenden Preise als Bezugsbasis (also 100%) für die Weiterrechnung herzuziehen, muss nun der nachfolgende Wert verwendet werden. Dieser ist in den meisten Fällen nicht bekannt, sodass du auf einen Dreisatz zurückgreifen musst. Du gewährst deinen Kunden die Möglichkeit eines Kundenskontos in Höhe von 3%. Dein Barverkaufspreis (225,00€) stellt bei der Berechnung nun nicht deine wie bisher gewohnten 100% dar, sondern

100\%-3\%= 97\%.
97\% = 225,00\ Euro
3\% = x
x = 6,96\ Euro

Durch die Verwendung des Dreisatzes kennst du nun den Wert deines Skontos und kannst den Zielverkaufspreis (231,96€) kalkulieren. Beim Kundenrabatt gehst du nach dem gleichen Prinzip vor und erhältst einen Nettoverkaufspreis in Höhe von 257,73€. Zusammen mit der Umsatzsteuer hast du schlussendlich den gesuchten Bruttoverkaufspreis (306,70€) errechnet.


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