Internes Rechnungswesen

Internes Rechnungswesen II
Divisionskalkulation

Die Divisionskalkulation ist ein Verfahren aus der Kostenträgerrechnung. Ziel der Kostenträgerrechnung  ist es, die Kosten eines Produktes zu bestimmen. Im folgenden Beitrag zeigen wir dir, was es mit der einstufigen, der zweistufigen und der mehrstufigen Divisionskalkulation auf sich hat.

 

Einstufige und zweistufige Divisionskalkulation

Mithilfe der Divisionskalkulation werden die Stückkosten aller produzierten Güter bzw. die Selbstkosten pro Stück ermittelt. Es gelten zwei wichtige Voraussetzungen: Zum einen die Massenfertigung, was bedeutet, dass das Unternehmen keine kundenspezifische Einzel- oder Maßanfertigungen anbietet und zum anderen darf das Unternehmen nur ein Produkt produzieren. Eine spezielle Form der Divisionskalkulation ist die Äquivalenzziffernkalkulation: diese wird verwendet wenn gleichartige Güter produziert werden (Sortenfertigung), indem man den verschiedenen Produktarten je eine Äquivalenzziffer zuweist.

Beginnen wir zunächst mit der einfachsten Form der einstufigen Divisionskalkulation, die auch als einfache Divisionskalkulation bezeichnet wird. Im Rahmen dieses Kalkulationsverfahrens gilt die Voraussetzung, dass die hergestellte der abgesetzten Menge entspricht. Das Unternehmen hat also einen gleichmäßigen Lagerbestand.

Einstufige Divisionskalkulation
Einstufige Divisionskalkulation

Stell dir vor, wir sind ein Unternehmen, das für 5.000 Euro genau 5.000 Stück Erdbeerbonbons produziert hat. Die Formel lautet:

k=\ \frac{K}{x_{abgesetzt}}

k sind hierbei die Stückkosten bzw. die Selbstkosten pro Leistungseinheit, K steht für die gesamten primären Kosten einer Periode und x_{abgesetzt} für die abgesetzten Mengeneinheiten einer Periode. Setzt man nun die angegebenen Werte in die Formel ein, erhält man als Ergebnis 1 Euro Kosten pro Stück. Bei der einstufigen Divisionskalkulation werden keine Kostenstellen gebildet und es erfolgt auch keine Trennung in Einzel- und Gemeinkosten.

Daneben gibt es auch die zweistufige Divisionskalkulation. Diese wird ebenfalls bei der Produktion von einheitlichen Gütern unter Berücksichtigung von Lagerbestandsveränderungen verwendet. Hier erfolgt eine Aufspaltung der angefallenen Kosten in Herstellkosten sowie Verwaltungs- und Vertriebskosten. Die Formel dazu lautet:

k\ =\ \frac{K_{Herstellung}}{x_{produziert}}\ +\ \frac{K_{Verwaltung\ und\ Vertrieb}}{x_{abgesetzt}}

Dabei sind k wieder die Selbstkosten pro Leistungseinheit, K jeweils die Herstellkosten bzw. die Kosten für Verwaltung und Vertrieb,  die produzierte Menge und  die abgesetzte Menge einer Periode.

Mehrstufige Divisionskalkulation 

Leider ist die einstufige Divisionskalkulation nicht für alle Produktionsverfahren geeignet. Deshalb gibt es auch die Divisionskalkulation mehrstufig. Hier muss der gleichmäßige Lagerbestand nicht gegeben sein. Das heißt, es wird auf Lager produziert oder die Lagerbestände werden verwendet. Zudem können mehrere Produktionsstufen und -arten erfasst werden. Es wird wieder eine Trennung in Herstellkosten sowie Verwaltungs- und Vertriebskosten vorgenommen. Hierfür benötigen wir folgende Formel:

k_i=\frac{w_{i-1}*{\rm vx}_{i-1}+E_i^*}{x_i}=w_{i-1}*b_i+\frac{E_i^*}{x_i}

Du fragst dich jetzt bestimmt, für was die einzelnen Variablen überhaupt stehen. Wir haben es dir hier aufgelistet: k_i sind die Stückkosten der Stufe i, E_i^* steht für die gesamten primären Stufenkosten, die nur auf der Stufe i anfallen. w_i-1 ist der Wertansatz für unfertige Erzeugnisse der Stufe i-1, die auf der folgenden Stufe i eingesetzt werden.

Mehrstufige Divisionskalkulation
Mehrstufige Divisionskalkulation

{\rm vw}_{i-1} steht wiederum für die Menge der unfertigen Erzeugnisse der Stufe i-1, die auf der folgenden Stufe i eingesetzt werden. x_i bezeichnet die Produktionsmenge der Stufe i und b_i ist der Einsatzfaktor, also \frac{{\rm vx}_{i-1}}{x_i}.

Mehrstufige Divisionskalkulation – Rechenbeispiel

Das sind jetzt einige komische Abkürzungen und Indizes! Aber keine Sorge, mit einem mehrstufige Divisionskalkulation Beispiel wird das klarer. Die mehrstufige Divisionskalkulation benutzt man ja bei Produktionsverfahren mit mehreren Fertigungsstufen, also schauen wir uns mal die Produktion von Muffins an: Es gibt jeweils 500 Muffins ohne Schokoglasur und 500 mit. Es sind also zwei Fertigungsstufen: Fertigungsstufe 1 ist die Muffins zu backen. Fertigungsstufe 2 ist dann, die Muffins zu glasieren. Aber Achtung – es werden ja nur 500 von den 1.000 insgesamt gebackenen Muffins aus der ersten Fertigungsstufe mit Schokolade überzogen. Gehen wir jetzt von E_1=1.500\ Euro und E_2=750\ Euro.

Mehrstufige Divisionskalkulation Beispiel
Mehrstufige Divisionskalkulation Beispiel

In der ersten Stufe ergeben sich die primären Stufenkosten, indem wir die gesamten primären Stufenkosten von Stufe 1 durch die Anzahl der gebackenen Muffins teilen. Wir erhalten für die erste Fertigungsstufe Kosten in Höhe von 1,50 Euro pro Stück. In der zweiten Stufe benötigen wir dann die Kosten der unfertigen Muffins, die jetzt weiterverwendet werden. Diese berechnen wir, indem wir die Kosten pro Stück der ersten Stufe mit der Anzahl der Muffins multiplizieren, die in der zweiten Stufe noch glasiert werden müssen, also 500 Stück. Wir erhalten 750 Euro.

Mehrstufige Divisionskalkulation Beispiel
Mehrstufige Divisionskalkulation Beispiel

Dann rechnen wir die Kosten der ersten und zweiten Stufe zusammen und erhalten wiederum 1.500 Euro. Das teilen wir wiederum durch 500 Stück und es resultiert ein Wert von 3 Euro Kosten pro Stück. Die Muffins ohne Glasur kosten demnach 1,50 Euro pro Stück und die mit Glasur 3 Euro pro Stück.

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