Du suchst eine unkomplizierte Definition und ein verständliches Berechnungsbeispiel zur Goldenen Finanzierungsregel? Dann liefert dir dieser Beitrag genau das. Im Folgenden erfährst du nicht nur, was genau diese Regel aussagt und wie ihre Formel aussieht, sondern auch wie an einem konkreten Beispiel ihre Einhaltung überprüft werden kann.
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Inhaltsübersicht
Goldene Finanzierungsregel einfach erklärt
Die Goldene Finanzierungsregel sagt aus, dass die Gebundenheit von Vermögen mit der Fristigkeit von dessen Finanzierung übereinstimmen soll. Vereinfacht heißt dies, dass es vorteilhaft ist, langfristig gebundenes Vermögen entweder mit Eigenkapital oder langfristigem Fremdkapital zu finanzieren. Im Umkehrschluss besteht die Möglichkeit kurzfristig gebundenes Vermögen mit kurzfristig fälligen Fremdmitteln aufzubauen. Wird die Goldene Finanzierungsregel nicht beachtet, muss der Kapitalnehmer zum Ende der Kreditlaufzeiten oder Zahlungsfristen die weitere Finanzierung anderweitig gewährleisten.
Der in der Regel beschriebene Zusammenhang der Zeiträume von Kapitalbindung und -überlassung wird als Prinzip der Fristenkongruenz bezeichnet. Die gleiche Aussage aus Sicht von Kreditgebern trifft die Goldene Bankregel. Sie besagt, dass kurzfristig aufgenommene Mittel nur kurzfristig verliehen werden dürfen.
Leicht zu verwechseln ist die Goldene Finanzierungsregel mit der Goldenen Bilanzregel . Im Kern verfolgen beide Regeln eine ähnliche Logik, jedoch ist die Bilanzregel stärker an Bilanzpositionen als an Zeiträumen orientiert.
Goldene Finanzierungsregel Formel
Die Goldene Finanzierungsregel stellt folgende Bedingungen auf:

Bei Einhaltung dieser Bedingung wird also mindestens das komplette langfristige Vermögen mit langfristigem Kapital gedeckt. Das langfristige Vermögen entspricht dem Anlagevermögen und das langfristige Kapital dem Eigenkapital plus dem langfristigen Fremdkapital.

Diese Bedingung fordert, dass das kurzfristige Vermögen das kurzfristige Kapital übersteigt. Das kurzfristige Vermögen stellt dabei das Umlaufvermögen dar und das kurzfristiges Kapital besteht aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristigen Darlehen.
Die in den Bedingungen der goldenen Finanzierungsregel enthaltenen Posten bilden zusammen die vollständige Bilanz. Daraus folgt für die Bedingungen, dass diese entweder beide gleichzeitig erfüllt oder gleichzeitig nicht erfüllt sind.
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Goldene Finanzierungsregel Beispiel
Zum Ende des Geschäftsjahres ist folgende Bilanz des Unternehmens gegeben:
| Aktiva | Passiva | ||
| Anlagevermögen | 3.150.000 | Eigenkapital | 2.800.000 |
| Umlaufvermögen | Fremdkapital | ||
| Vorräte | 650.000 | Rückstellungen | 240.000 |
| Forderungen | 250.000 | Bankdarlehen (>1 Jahr) | 775.000 |
| Liquide Mittel | 125.000 | Bankdarlehen ( | 150.000 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 210.000 | ||
| Bilanzsumme | 4.175.000 | 4.175.000 |
Auf Grundlage dieser Zahlen soll überprüft werden, ob die Bedingungen der goldenen Finanzierungsregel eingehalten wurden. Dazu setzt du ganz einfach die passenden Bilanzposten in die obigen Formeln ein.
(Bedingung erfüllt)
(Bedingung erfüllt)
Beide Bedingungen sind erfüllt und damit auch die Goldene Finanzierungsregel. Für das Unternehmen gilt demnach, dass langfristige Darlehen und Eigenkapital vollständig langfristige Investitionen und dazu noch einen Teil des kurzfristig angelegten Vermögens abdecken. Folglich sind die kurzfristig fälligen Passivaposten geringer als das kurzfristig gebundene Umlaufvermögen.
Aussage
Durch die Anwendung der Goldenen Finanzierungsregel wird überprüft, ob die Fristenkongruenz von Vermögen und Finanzierung in einem Unternehmen gegeben ist. Die Nicht-Erfüllung dieser Regel kann zu Finanzierungsengpässen für ein Unternehmen führen und deutet auf die Dringlichkeit hin, Anschlussfinanzierungen zu finden. Drei konkrete Risiken können dabei für ein Unternehmen auftreten:
- Prolongationsrisiko: Laufzeiten bisheriger Darlehen sind nicht verlängerbar
- Substitutionsrisiko: Ersatzkredite können nicht gefunden werden
- Zinsänderungsrisiko: Anschlussfinanzierung nur zu deutlich ungünstigeren Konditionen möglich
Goldene Finanzierungsregel — häufigste Fragen
(ausklappen)
Goldene Finanzierungsregel — häufigste Fragen
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Was ist die goldene Bilanzregel?Die Goldene Bilanzregel ist eine Finanzierungsregel, nach der langfristig gebundenes Vermögen in der Bilanz durch langfristig verfügbares Kapital gedeckt sein soll. In der engen Fassung soll das Anlagevermögen durch Eigenkapital finanziert sein, in der weiteren Fassung durch Eigenkapital plus langfristiges Fremdkapital.
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Was versteht man unter Fristenkongruenz?Fristenkongruenz bedeutet, dass die Dauer der Kapitalbindung und die Laufzeit der Finanzierung zeitlich zusammenpassen. Langfristig gebundenes Vermögen soll deshalb mit langfristigem Kapital finanziert werden, während kurzfristig gebundenes Vermögen mit kurzfristig fälligen Mitteln finanziert werden kann.
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Was ist die goldene Bankregel?Die Goldene Bankregel besagt, dass Banken kurzfristig aufgenommene Mittel nur kurzfristig verleihen dürfen. Dadurch sollen die Fälligkeiten von Einlagen und Krediten zusammenpassen, damit eine Bank nicht langfristige Kredite mit Geld finanziert, das sie kurzfristig zurückzahlen muss.
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Welche Bilanzposten gehören bei der goldenen Finanzierungsregel zum langfristigen Kapital?Zum langfristigen Kapital gehören bei der Goldenen Finanzierungsregel das Eigenkapital und das langfristige Fremdkapital. Langfristiges Fremdkapital sind Passivposten mit langfristiger Fälligkeit, zum Beispiel Bankdarlehen mit Laufzeit über einem Jahr sowie langfristige Rückstellungen.
Finanzierung verstehen
Die Goldene Finanzierungsregel gehört zur Finanzierung und zeigt, wie Kapital und Vermögen zeitlich zusammenpassen sollen. Wer sich mit Finanzierung beschäftigt, ordnet Kapitalquellen, Laufzeiten und typische Regeln im Unternehmen ein. Dabei wird klar, warum Fristenkongruenz für stabile Zahlungsfähigkeit und geringe Risiken wichtig ist. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.