BWL Kennzahlen

Handelsspanne

Die Handelsspanne gibt Auskunft über die Rentabilität eines Handelsunternehmens und bildet somit eine wichtige Kennzahl in dessen Kostenrechnung . Hier erfährst du, was genau sich hinter ihr verbirgt und wie man sie berechnet.

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Inhaltsübersicht

Handelsspanne einfach erklärt

Die Handelsspanne, auch Handelsmarge genannt, ist die Differenz aus Listenverkaufspreis  und Einstandspreis bei einem Handelsunternehmen. Der Einstandspreis ergibt sich gemäß der Handelskalkulation dabei aus dem um Nachlässe und Zuschläge korrigierten Einkaufspreis. Die Handelsspanne gibt somit Auskunft über den Erfolg eines Kaufmannes. Dieser strebt immer höhere Erlöse  als Kosten an, um eine positive Marge  und so letztlich auch einen Gewinn  zu erzielen. Diese Preisdifferenz spielt somit eine zentrale Rolle im internen Rechnungswesen und in der Preispolitik .

Handelsspanne berechnen

Aber wie und mit welcher Formel rechnet man die Handelsspanne aus? Wie gesagt, bildet sie die Differenz aus dem Verkaufs- und Einkaufspreis. Jedoch kann sie sowohl als absoluter Wert (z.B. in Euro), als auch als relativer Wert (in Prozent) angegeben werden. Dabei werden die Nettopreise (Nettoverkaufspreis und Nettoeinkaufspreis) herangezogen.

Berechnung der absoluten Handelsspanne

Um die absolute Handelsspanne zu berechnen, musst du einfach nur den Einstandspreis von dem Listenverkaufspreis abziehen. So ergibt sich der Wert des erwirtschafteten Überschusses, der zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Aus diesem Grund spricht man hier auch vom Rohgewinn oder vom Deckungsbeitrag . Kaufst du beispielsweise einen Apfel für 1€ und verkaufst ihn für 3€, liegt eine Spanne von 2€ vor. Du kannst dir für die Berechnung des absoluten Werts also folgende Formel merken:

Formel

absolute\,Handelsspanne = Listenverkaufspreis - Einstandspreis

Berechnung der relativen Handelsspanne

Zur Ermittlung der relativen Handelsspanne teilst du den absoluten Wert durch den Listenverkaufspreis. So ergibt sich der prozentuale Anteil, der vom Verkaufspreis abgezogen bzw. abgeschlagen werden muss, um auf den Einkaufspreis zu kommen. Dieser Wert wird auch Abschlagsspanne genannt. Stell dir vor, ein Händler kauft eine Jacke für 80€ ein und verkauft diese für 100€ weiter. Er verlangt somit einen Aufpreis von 20€, also 20% des Listenverkaufspreises. Diese 20% bilden in unserem Beispiel die Abschlagsspanne. Du kannst dir hierfür folgende Formel merken:

Formel

relative\,Handelsspanne = \frac {Listenverkaufspreis - Einstandspreis} {Listenverkaufspreis} \cdot 100

Das Gegenstück zur Abschlagsspanne ist die Aufschlagsspanne. Sie wird auch Kalkulationszuschlag genannt und gibt an, um wie viel Prozent der Einkaufspreis erhöht bzw. aufgeschlagen werden muss, um auf den Verkaufspreis zu kommen. Für die Berechnung setzt du einfach nur den Rohgewinn mit dem Einstandspreis ins Verhältnis. Stell dir jetzt vor, der Händler kauft eine weitere Jacke zu 100€ ein und verkauft sie für 130€. Um vom Einstandspreis auf den Nettoverkaufspreis zu kommen, musst du die 100€ um weitere 30€, also 30% erhöhen. Die Aufschlagsspanne beträgt hier also 30%. Für die Berechnung des Kalkulationszuschlags kannst du diese Formel verwenden:

Formel

Kalkulationszuschlag = \frac {Listenverkaufspreis - Einstandspreis} {Einstandspreis} \cdot 100

Handelsspanne Beispiel

Du bist Sportwarenhändler und kaufst Sportschuhe für 70€ pro Paar ein, die du dann für 100€ weiterverkaufst. Beim Einkauf fallen außerdem 5 Euro Versandkosten pro Paar an.

Da sich dein Einstandspreis aus dem Einkaufspreis sowie den Nachlässen und Nebenkosten ergibt, beträgt dieser 75€ pro Paar.

Einstandspreis = 70 Euro + 5 Euro = 75 Euro

Für die Berechnung der absoluten Handelsspanne musst du jetzt nur den errechneten Einstandspreis von dem Listenverkaufspreis abziehen. Du erzielst also einen Rohgewinn von 25€ pro Paar.

absolute\,Handelsspanne = 100 Euro - 75 Euro = 25 Euro

Setzt du den Rohgewinn nun mit dem Listenverkaufspreis, also den 100€, ins Verhältnis, ergibt sich eine relative Handelsspanne von 25%. Dein Einstandspreis liegt somit 25% unter deinem Verkaufspreis.

relative\,Handelsspanne = \frac {100 Euro - 75 Euro} {100 Euro} \cdot 100 = 25%

Möchtest du stattdessen aber wissen, um wie viel höher der Verkaufspreis als dein Einstandspreis ist, musst du den Kalkulationszuschlag ermitteln. Dafür setzt du den Rohgewinn mit dem Einstandspreis ins Verhältnis. So ergibt sich ein Wert von einem Drittel. Der Verkaufspreis liegt also 33,33% über dem Einstandspreis.

Kalkulationszuschlag = \frac {100 Euro - 75 Euro} {75 Euro} \cdot 100 = 33,\overline3%


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