Evolutionsbiologie
Evolutionsbelege
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Rudiment Atavismus

Ein Atavismus ist ein Beleg für die Evolution von Lebewesen. Warum das so ist und welche Beispiele es gibt, erklären wir dir in diesem Beitrag. Zu unserem kurzen Video gelangst du hier.

Atavismus einfach erklärt

Ein Atavismus ist ein zufällig wieder auftretendes anatomisches Merkmal, das im Laufe der Evolution eigentlich schon zurückgebildet oder ganz verschwunden war. Beispiele sind ein schwanzartig verlängertes Steißbein oder eine bereits bei Kindern auftretende fellartige Körperbehaarung. 

Atavismen sind aber relativ selten und kommen nur bei einzelnen Individuen vor. Sie gelten als Evolutionsbelege, da sie Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Arten aufzeigen. 

Atavismen Definition

Ein Atavismus (veraltet auch: Rückschlag) ist ein Merkmal, das bei einzelnen Lebewesen zufällig wieder auftritt, während es bei seinen Vorfahren voll entwickelt war. 

Atavismus Beispiele

Atavismen können sowohl beim Menschen als auch bei Tieren oder Pflanzen vorkommen. Schauen wir uns dazu ein paar Beispiele an: 

Atavismen beim Menschen: 

  • Überzählige Brustwarzen (dritte Brustwarze) entlang einer Milchleiste (verläuft von der Achselhöhle bis zur Leiste)
  • extrem starke Körperbehaarung; gilt als Rückschlag der Fellbildung 
  • Ausbildung eines „Schwanzes“ durch ein verlängertes Steißbein
  • Halsfistel; Überreste der Kiemenbögen, die während der Embryonalentwicklung angelegt werden
  • Halsrippen; zusätzliche am Halswirbel ansetzende Rippe

Atavismen bei Tieren: 

  • Verlängertes Griffelbein mit überzähliger Klaue beim Pferd; „dreihufiges Pferd“
  • Auftreten von Flügeln bei flügellosen Insekten / Entwicklung von einem zweiten, hinteren Flügelpaar bei Fliegen

Atavismen bei Pflanzen: 

  • grüne Blütenblätter bei der Pfingstrose; enthalten Chlorophyll
  • Radiärsymmetrischer Blütenbau (mehr als zwei Symmetrieebenen) bei Löwenmäulchen;  haben ursprünglich bilateralsymmetrische (eine Symmetrieebene) Blüten
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Atavismen Beispiele

Neben den anatomischen Atavismen gibt es auch Atavismen im Verhalten. Zum Beispiel bauen Haussperlinge ihr Nester in Nischen. Ein Verhaltensatavismus tritt hier auf, wenn einzelne Individuen Kugelnester bauen. Dabei handelt es sich um eine Bauweise, die ihre Vorfahren praktizierten. 

Atavismen Ursachen

Für das Auftreten von atavistischen Merkmalen werden verschiedene Ursachen diskutiert: 

  • Entwicklungsstörungen während der Embryonalentwicklung: Fehlende Weiterentwicklung mancher angelegter Organe, die daher beim betroffenen Organismus bestehen bleiben (siehe Halsfisteln).
  • Kreuzung nahe verwandter Arten („Bastardisierung„): Neukombination der Gene verwandter Arten sorgt für das Auftauchen von ursprünglichen Merkmalen.
  • Rückmutation: Durch spontane Änderungen im genetischen Material – eine Mutation – wird wieder die Situation der Vorfahren hergestellt.
  • Genregulation: Bereits stillgelegte Gene werden wieder aktiviert. 

Aber wie steuern deine Zellen ihre Genaktivität eigentlich? Das findest du in unserem Video zur Genregulation heraus. Bis gleich!

Zum Video: Genregulation
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Rudimente und Atavismen

Halten wir fest: Atavismen sind sehr selten und treten nur bei einzelnen Individuen einer Art auf. Es gibt auch Merkmale, die bei vielen oder allen Individuen auftauchen. Sie haben sich im Laufe der Evolution zurückgebildet und erfüllen in der Regel keine Funktion mehr. Du nennst sie Rudimente . Auch hier handelt es sich um Evolutionsbelege, da sie sozusagen Zeugen einer Abstammung von Organismen sind, bei denen die Organe noch funktionieren.

Beispiele für rudimentäre Organe sind: 

  • Das Steißbein beim Menschen: als Überbleibsel der verlängerten Wirbelsäule (Schwanz). Beim Verlassen von Bäumen als Lebensraum wurde ein Schwanz nicht mehr benötigt.
  • Reste des Beckengürtels bei Walen: Herkunft: Wale stammen von landlebenden Säugetieren ab. Die Beckenknochen haben sich beim Übergang ins Wasser zurückgebildet.
  • Der Wurmfortsatz des Bilddarms; Ursprünglich: zur besseren Verdauung pflanzlicher Nahrung; war Teil eines größeren Darms; Funktionswechsel: heute Teil unseres Immunsystems 

Weitere Evolutionsbelege

Neben den Atavismen gibt es noch weitere Belege für die Evolution wie die homologen und analogen Organe: 

  • Homologien Merkmale, die auf eine Verwandtschaft von zwei Lebewesen hindeuten; besitzen einen gemeinsamen Grundbauplan. 
  • Analogien : Merkmale mit gleicher Funktion; ohne gemeinsamen Ursprung; Grund für die Ähnlichkeit ist eine Anpassung an gleiche Umweltbedingungen.

Hättest du gedacht, dass die Flügel von Insekten und Vögeln analoge Organe sind? Das und noch viel mehr interessante Beispiele, lernst du in unserem Video dazu kennen!

Zum Video: Homologie und Analogie
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