In diesem Beitrag und im Video erfährst du die wichtigsten Ereignisse der Französischen Revolution im Zeitstrahl von 1789 bis 1799.
Inhaltsübersicht
Französische Revolution — Zeitstrahl 1789–1799
Die Französischen Revolution lässt sich in drei Phasen unterteilen:
- Phase I (1789–1791): Bürger des dritten Standes kämpften für Menschenrechte und Mitbestimmung. Es entsteht eine konstitutionelle Monarchie.
- Phase II (1792–1794): In der Republik kommt es zu Terror und Hinrichtungen politischer Gegner.
- Phase III (1795–1799): Das Direktorium scheitert aufgrund anhaltender Krisen bis Napoleon Bonaparte 1799 durch einen Staatsstreich die Macht übernimmt.
Während der Französischen Revolution führten die Revolutionäre mit der Ausrufung der Republik 1792 einen neuen Kalender ein. Deshalb begegnen dir viele Ereignisse auch mit ihrem Datum im Revolutionskalender:
- Sturz Robespierres (27. Juli 1794) → 9. Thermidor, Jahr II
- Einführung des Direktoriums (22. August 1795) → Verfassung des Jahres III
- Staatsstreich Napoleons (9. November 1799)→ 18. Brumaire, Jahr VIII
Der Revolutionskalender sollte mit der alten Monarchie und dem christlichen Kalender brechen und den Beginn einer neuen Zeit symbolisieren, scheiterte jedoch mit der Herrschaft Napoleons.
Phase I — Konstitutionelle Monarchie (1789–1791)
Die Phase I der französischen Revolution beginnt im Mai 1789. König Ludwig XVI. rief die Generalstände zusammen, weil Frankreich kurz vor einer finanziellen Notlage war. Die Generalstände waren Ständeversammlungen aus Klerus (1. Stand), Adel (2. Stand) und Volk (3. Stand).
Der Dritte Stand machte dabei einen Großteil der Bevölkerung aus, hatte aber kaum Mitspracherecht. Bürger und Bauern forderten daher mehr Einfluss, wurden aber abgewiesen. Daraufhin erklärten sie sich im Juni 1789 zur Nationalversammlung. Darin schworen sich die Mitglieder am 20. Juni 1789 nicht auseinanderzugehen, bis Frankreich eine Verfassung hat (Ballhausschwur).
Innerhalb weniger Monate folgen dann drei Ereignisse, die Frankreich dauerhaft verändern und die königliche Autorität schwächen:
- Sturm auf die Bastille (14. Juli 1789): Die wütende Bevölkerung stürmte das Staatsgefängnis Bastille und die Monarchie verlor ihre Kontrolle über die Straße.
- Augustbeschlüsse (4./5. August 1789): Die Nationalversammlung schafft die feudalen Lasten ab, sodass Bauern keine Abgaben mehr an Adlige zahlen müssen. Die Ständegesellschaft bricht zusammen.
- Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (26. August 1789): Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität werden als Grundrechte festgeschrieben.
Die Nationalversammlung arbeitete bis 1791 lang an einer Verfassung. Sie machte Frankreich zur konstitutionellen Monarchie. Darin durfte der König zwar weiterregieren, aber seine Macht war begrenzt. Denn eine gewählte Versammlung kontrollierte ihn.
Im Juni 1791 — noch vor Vollendung der Verfassung — floh Ludwig XVI. heimlich mit seiner Familie aus Paris. Er wurde jedoch in Varennes erkannt und zurückgebracht. Für viele Menschen war das Vertrauen in den König jedoch erschüttert und sie fragten sich, ob er auf ihrer Seite war. Die politischen Lager polarisierten sich deutlich.
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Phase II — Republik und Terror (1789–1791)
Schon im Sommer 1792 brach die Verfassung zusammen. Der entscheidende Auslöser war der Krieg. Frankreich kämpfte seit April 1792 gegen Österreich und Preußen. Die feindlichen Truppen rückten immer näher an Paris heran. Viele Menschen misstrauten dem König, weil er Verbindungen zu den feindlichen Mächten hat.
Am 10. August 1792 stürmten bewaffnete Pariser das Tuilerien-Schloss, in dem Ludwig XVI. wohnt. Der König wurde abgesetzt und die konstitutionelle Monarchie in der Praxis beendet.
Wenige Wochen später — im September 1972 — töteten aufgebrachte Massen in Pariser Gefängnissen hunderte Gefangene. Die sogenannten Septembermorde wurden ausgelöst, weil die Pariser befürchteten, dass die Gefangenen sich mit den heranrückenden Feinden verbünden.
Am 20. September 1792 stoppte die französische Armee bei Valmy die feindlichen Truppen. Einen Tag später rief der neu gewählte Nationalkonvent die Republik aus, aber diesmal ohne König. Ludwig XVI. wurde am 21. Januar 1793 hingerichtet. Eine neue Volksvertretung übernahm die Regierungsgewalt.
Die Verfassung von 1791 und die Republik von 1792 waren zwei verschiedene Staatsformen. 1791 blieb König Ludwig XVI. Staatsoberhaupt, seine Macht wurde jedoch durch eine Verfassung und ein Parlament eingeschränkt. Die neue Staatsform 1792 ersetzte die Verfassung von 1791 vollständig. Der König fiel weg und das Wahlrecht wurde erweitert. Auch sie blieb nicht dauerhaft bestehen. Heute basiert die französische Staatsform auf keiner der beiden Verfassungen, sondern auf der Verfassung der Fünften Republik von 1958.
Doch die Republik stand sofort unter massivem Druck. Frankreich kämpfte gegen mehrere europäische Mächte gleichzeitig und im Inneren gab es Aufstände gegen die neue Regierung.
Ab Sommer 1793 griffen die Jakobiner nach der Macht. Sie wollten die Revolution radikal vorantreiben und stützten sich dabei auf die Sansculotten — also die politisch aktiven städtischen Unterschichten. Dafür nutzten sie verscheidene Instrumente:
- Wohlfahrtsausschuss — Kleines Gremium, das die eigentliche Regierungsgewalt übernahm mit Robespierre als führendes Mitglied
- Revolutionstribunal — Sondergericht, das politische Gegner schnell zur Hinriichtung verurteilte
- Levée en masse — Die gesamte Bevölkerung wurde für den Krieg mobilisiert.
Im Sommer 1794 wendete sich das Blatt. Robespierre verlor den Rückhalt in der Bevölkerung und wurde am 28. Juli 1794 hingerichtet.
Phase III — Direktorium (1795–1799)
Die Herrschaft der Jakobiner (Schreckensherrschaft) war nun vorbei. Eine neue politsiche Ordnung lieferte die Verfassung des Jahres III vom 22. August 1795. Sie sollte mit folgenden Maßnahmen verhindern, dass eine einzelne Person wieder so viel Macht bekommt wie Robespierre:
- Zweikammerparlament: Ein Rat der 500 schlug Gesetze vor. Ein Rat aus älteren Abgeordnete, stimmte darüber ab.
- Fünfköpfige Exekutive: Das sogenannte Direktorium übernahm die Regierungsgewalt. Fünf Direktoren teilten sich die Macht.
Doch das Direktorium ist aufgrund zahlreicher Krisen von Anfang an instabil:
- Andauernde Kriege: Frankreich kämpft weiter gegen europäische Mächte.
- Wirtschaftskrise: Inflationen belasten die Bevölkerung.
- Innere Aufstände: Royalisten und radikale Republikaner bekämpfen das Direktorium von verschiedenen Seiten.
- Korruptionsvorwürfe: Die fünf Direktoren gelten als eigennützig und unzuverlässig.
In dieser Lage wächst die Bedeutung des Militärs. Wer die Armee kontrolliert, hat die eigentliche Macht.
Genau hier kommt Napoleon Bonaparte ins Spiel. Er ist ein junger General, der mit Siegen in Italien und Ägypten berühmt geworden ist. Er genießt großes Ansehen bei der Bevölkerung und beim Militär. Am 9. November 1799 nutzt er seine Stellung. Mit Unterstützung von Soldaten löst er den Rat der 500 auf und übernimmt die Macht.
Dieser Staatsstreich schließt die französische Revolution ab. Zehn Jahre nach dem Sturm auf die Bastille ersetzt nicht eine neue Volksversammlung die alte Regierung, sondern ein General.
Revolutionen verstehen
Der Zeitstrahl der Französischen Revolution zeigt einen tiefen politischen Umbruch in Europa. Wer sich mit Revolutionen beschäftigt, ordnet Ursachen, Wendepunkte und Folgen in eine klare Reihenfolge ein. So wird verständlich, wie aus Protesten neue Herrschaftsformen entstehen und warum sich Macht in kurzer Zeit stark verändern kann. Weitere Videos dazu findest du in unserem Geschichtsbereich.