30-jähriger Krieg einfach erklärt

Der 30 jährige Krieg war einer der brutalsten und blutigsten Kriege in Europa. Dabei kämpften die Protestanten und die Katholiken von 1618 bis 1648 gegeneinander. Es ging aber nicht nur darum, dass sie ihren Glauben durchsetzen wollten – sie kämpften vor allem um Macht, Einfluss und Gebiete. 

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Dreißigjähriger Krieg Zeitstrahl

Begonnen hat der Krieg damit, dass Protestanten königliche Statthalter des katholischen Königs von Böhmen aus dem Fenster warfen. Das Ereignis bezeichnest du als den Prager Fenstersturz .

Daraufhin brach der dreißigjährige Krieg aus. Viele Länder in Europa stellten sich entweder auf die Seite der Protestanten oder auf die Seite der Katholiken

Nach 30 Jahren blutiger Kämpfe wurde schließlich in Münster der Westfälische Friede beschlossen. Der grausame Krieg war vorbei. 

30-jähriger Krieg Zusammenfassung
  • Dauer: 23. Mai 1618 bis 1648 (30 Jahre)
  • Kämpfer: Protestanten gegen Katholiken (Religionskrieg)
  • Auslöser: Prager Fenstersturz (1618)
  • Ende: Westfälischer Friede (1648)
  • Anzahl Tote: Von den 15 bis 20 Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung starben etwa 3 bis 9 Millionen Menschen
  • Waffen: Erster Krieg, in dem Schusswaffen verwendet wurden
  • Synonym: Dreißigjähriger Krieg
  • Englisch: Thirty-Years War

Situation vor dem 30 jährigen Krieg

Bevor der 30-jährige Krieg ausbrach, gab es schon einige Konflikte. Welche Streitigkeiten zwischen den anderen Ländern in Europa herrschten und welche Auseinandersetzungen es innerhalb Deutschlands gab, erklären wir dir jetzt: 

Situation in Europa

In vielen Ländern Europas fing der Friede an vielen Stellen an zu bröckeln. Vor allem diese Königreiche hatten große Streitigkeiten: 

  • Königreich Spanien und Königreich Frankreich
    Die beiden Königreiche rangen darum, wer mehr Macht hatte. 
  • Königreich Dänemark und Königreich Schweden 
    Das bisher sehr mächtige Dänemark fühlte sich von Schweden bedroht. 

Du siehst also, auch in anderen Regionen von Europa gab es schon Konflikte. Das führte dazu, dass sich der 30-jährige Krieg letztendlich in ganz Europa ausbreitete. Besonders viele Streitigkeiten gab es jedoch in Deutschland!

Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken 

Seit der Reformation 1517 standen sich im Deutschen Reich zwei Konfessionen (Glaubensrichtungen) gegenüber: der Protestantismus und der Katholizismus. 

Zunächst herrschte durch den Augsburger Religionsfrieden 1555 erstmal Ruhe zwischen den beiden Konfessionen. Im 17. Jahrhundert entstanden dann allerdings schlimme Auseinandersetzungen zwischen den beiden Glaubensrichtungen, die sich immer weiter zuspitzten. Aber warum? 

In Böhmen (heutiges Tschechien) waren etwa 90% der Menschen protestantisch. Die Herrscher waren allerdings katholisch. Die protestantischen Adeligen wollten ihren katholischen König Ferdinand II. loswerden. Er war König von Böhmen und habsburgischer Kaiser. König Ferdinand II. setzte sich zur Wehr: Er nahm den Protestanten ihre Religionsfreiheit – sie durften also ihren Glauben nicht mehr ausleben. Die Protestanten wurden daraufhin natürlich sehr sauer. 

30-jähriger Krieg Auslöser: Der Prager Fenstersturz

Am 23. Mai 1618 kochte die Wut der Protestanten über – sie wollten sich nicht mehr durch die Katholiken einschränken lassen. Deswegen stürmten protestantische Adelige die Burg des Königs von Böhmen in Prag. 

Kurzerhand warfen sie königliche Statthalter aus dem Fenster. Die Statthalter sind dank eines Misthaufens unter dem Fenster glimpflich davon gekommen. 

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30-jähriger Krieg Auslöser: Der Prager Fenstersturz

Für viele andere Menschen hatte der Prager Fenstersturz  aber weitreichende Folgen: Du kannst ihn dir nämlich als den Beginn des dreißigjährigen Krieges merken. 

Exkurs: Machtverhältnisse im Habsburgischen Kaiserreich

Nach dem Prager Fenstersturz verlor Kaiser Ferdinand II. das Königreich Böhmen. Dadurch änderten sich die Machtverhältnisse im habsburgischen Kaiserreich:

Der Kaiser des habsburgischen Kaiserreiches wurde von 7 Kurfürsten gewählt. Die Kurfürsten von Brandenburg, Sachsen und Rheinland-Pfalz waren protestantisch, dagegen waren die geistlichen Fürsten, die Erzbischöfe von Köln, Trier und Mainz katholisch. Die siebte Stimme hatte Böhmen – das war, wie du schon weißt, bisher katholisch. Bis zu dem Zeitpunkt wurde also immer ein katholischer Kaiser gewählt. 

Da der Kaiser viel Macht hatte, wollten die Katholiken ihren katholischen Kaiser natürlich nicht verlieren. 

Schlacht am Weißen Berg 

Da der Kaiser Ferdinand II. seit dem Prager Fenstersturz das Königreich Böhmen verloren hatte, konnte jetzt das Oberhaupt von Böhmen protestantisch werden – und damit auch einen Protestanten zum Kaiser wählen. Der katholische Kaiser Ferdinand II. wollte jetzt also unbedingt den Aufstand in Böhmen niederschlagen, damit er weiterhin an der Macht bleiben konnte. 

Ferdinand II. brauchte aber Hilfe – alleine konnte er den Krieg gegen die böhmischen Protestanten nicht führen. Also unterstützten ihn Spanien und der bayrische Herzog Maximilian. 1620 kam es dann zur Schlacht am Weißen Berg: Ferdinand II. und seine Unterstützer eroberten Böhmen zurück. Die katholische Herrschaft und das katholische Kaiserreich waren also wieder gesichert.

Wie kam es aber jetzt zum 30 jährigen Krieg?

Krieg in Europa

Durch die Unterstützung des Kaisers von anderen Machthabern, steht Ferdinand II. schließlich in ihrer Schuld. Das führt letztendlich dazu, dass sich der Krieg auf Europa ausweitet. Schau dir das mal genauer an:

Kriegsführung auf katholischer Seite

Bei der Schlacht am Weißen Berg hat Ferdinand II. Böhmen zurückerobert – gemeinsam mit Bayern und Spanien. Diese wollten nun aber für ihre Mithilfe belohnt werden. 

Der katholische Herzog Maximilian von Bayern forderte vom Kaiser, dass er Kurfürst werden darf. Er wollte den Kurfürsten-Titel vom protestantischen Rheinland-Pfalz haben. Aber das würde die Machtverteilung zwischen Katholiken und Protestanten im Kaiserreich verändern: Die Katholiken hätten dann 5 Kurfürsten, die Protestanten nur noch 2. Den Katholiken würde das natürlich gefallen, die Protestanten fanden eine solche Machtverschiebung ziemlich unfair. 

Auch der spanische König Philipp IV. wollte entlohnt werden – mit einem Teil der Pfalz. Genau genommen, forderte er das Gebiet unmittelbar neben Frankreich. Davon fühlten sich die Franzosen aber bedroht. 

Auch im weiteren Kriegsverlauf stellten sich die Bayern und die Spanier weiterhin auf die Seite von Kaiser Ferdinand II. und dessen habsburgisches Kaiserreich.

Kriegsführung protestantische Seite

Und wie sah es auf der protestantischen Seite aus? Seit der Schlacht am Weißen Berg (1620) waren die Katholiken deutlich mächtiger. Die Protestanten in Böhmen wendeten sich deswegen an König Christian IV. von Dänemark. Er hatte viel Geld und konnte es sich leisten, gegen die Katholiken in den Krieg zu ziehen. Das klappte aber nicht lange: 1629 musste er sich geschlagen geben und zog sich aus dem Krieg zurück. 

Zu dem Zeitpunkt sah Gustav Adolf von Schweden seine Gelegenheit, in das Geschehen einzugreifen. Auch die Schweden hatten Interesse daran, dass die Katholiken nicht zu mächtig wurden, allerdings wollten sie nicht an der Seite Dänemarks kämpfen. Deswegen nutzten sie nach dem Rückzug Dänemarks ihre Chance, um sich einzumischen. 

Auch Frankreich mischte sich noch in den Krieg ein. Das Land war eigentlich katholisch. Trotzdem stellten sie sich auf die Seite der Protestanten, weil das für sie politisch sinnvoller war. Sie wollten dem katholischen Spanien seine Macht nehmen. Zuerst unterstützen sie die Protestanten nur mit Geld, ab 1635 kämpfte Frankreich schließlich auch selbst aktiv im Krieg. 

Dreißigjähriger Krieg Kämpfer Übersicht

Damit du nicht den Überblick verlierst, wer im 30-jährigen Krieg gegen wen kämpfte, haben wir dir hier eine Zusammenfassung zusammengestellt:

Auf Seite der Katholiken: 

  • Habsburgisches Kaiserreich
  • Königreich Spanien 
  • Königreich Bayern 

Auf Seite der Protestanten: 

  • Adelige in Böhmen
  • Königreich Dänemark 
  • Königreich Schweden 
  • Königreich Frankreich  

Leid der Bevölkerung

Der Krieg kostete alle beteiligten Parteien viel Geld. Vor allem Kaiser Friedrich II. und der König von Dänemark Christian IV. waren pleite. Da kam ihnen das folgende Angebot des Feldherren Albrecht von Wallenstein wirklich gelegen:

System der Kontributionen 

Wallenstein schlug dem dänischen König vor, dass er selbst eine Armee aufstellt – ohne Kosten für Dänemark. Der Feldherr hatte tatsächlich seine eigene Idee, wie er an Geld kommt:

Er führte das sogenannte System der Kontributionen ein. Das heißt, er zwang die Bewohner der Gebiete, durch die seine Armee kam, ihm Bargeld zu geben. Jeder musste bezahlen – egal ob katholisch, evangelisch, kaiserfreundlich oder kaiserfeindlich. 

Für die Bevölkerung war das eine enorme Belastung. Zuvor mussten sie immer nur Naturalien an die Armee liefern – und schon das hinterließ schmerzliche Spuren. Je länger der Krieg ging, desto brutaler wurden die Menschen ausgebeutet. Die Armee nahm den Menschen fast alles weg, was sie hatten – und anschließend zogen sie weiter.  

Hinzu kam noch, dass auch andere Parteien das System der Kontributionen übernommen hatten. Die Bevölkerung lebte also in Angst und Schrecken – jederzeit konnten Soldaten mit riesigen Karawanen vorbeikommen und ihnen alles wegnehmen, was sie sich mühsam erarbeitet hatten. 

Schreckliche Folgen der Kontributionen

Unter dem System der Kontributionen litt die Bevölkerung sehr. Die Soldaten nahmen den Menschen so viel weg, dass sie teilweise verhungerten. Außerdem waren Ehemänner und Väter im Krieg gefallen und Krankheiten wie die Pest wüteten. Jeder dritte Deutsche kam ums Leben. Manche ländlichen Regionen waren wie ausgestorben. 

Dreißigjähriger Krieg Ende: Der Westfälische Friede

Im Jahr 1643 kamen endlich Vertreter der kriegführenden Länder zusammen. In Münster und Osnabrück wollten sie gemeinsam über Frieden verhandeln. Aber es dauerte sehr lange, bis sie sich einig waren – ganze 5 Jahre.

Aber warum? Schließlich waren sie sich doch schon einig, dass sie den Krieg beenden wollten. Du kannst dir die Situation so vorstellen: Vertreter vieler verschiedener Länder und Nationen saßen  zusammen – und jeder sprach eine andere Sprache. Es musste also alles, was ausgehandelt wurde, immer wieder übersetzt werden und sichergestellt werden, dass trotzdem jeder den anderen richtig verstand. Das kostete natürlich Zeit. 

Gleichzeitig ging der Krieg weiter. Dinge, die an einem Tag beschlossen wurden, waren also oft am Tag darauf schon wieder nicht mehr wichtig. 

Friedensvertrag von Münster

Im Jahr 1648 haben die Kriegführenden Länder es dann aber endlich geschafft: Sie schlossen den Friedensvertrag von Münster. Durch den Westfälischen Frieden wurde der 30 jährige Krieg nach 30 Jahren endlich beendet.

Und was stand genau im Friedensvertrag von Münster? Nun gab es viele gleichberechtigte Staaten: So wurden zum Beispiel auch die Niederlande und die Schweiz unabhängig. Es wurde eine Ordnung  geschaffen, durch die die Katholiken und die Protestanten wieder friedlich zusammenleben konnten. 

Und wie sah es mit der Machtverteilung aus? Die deutschen Fürsten bekamen mehr Macht. Dadurch war der habsburgische Kaiser geschwächt. Spanien verlor seine Machtposition. Hingegen gingen Schweden und Frankreich als Gewinner des 30 jährigen Krieges hervor und bekamen daher Gebiete von Spanien und Deutschland. 

Neuzeit

Der dreißigjährige Krieg hat im Zeitalter der Neuzeit stattgefunden. Schau dir jetzt unser Video zu der Epoche an, um zu erfahren, wie die Menschen zu der Zeit gelebt haben und welche fortschrittlichen Erfindungen es gab. Viel Spaß!

Zum Video: Neuzeit
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