Wer war Kaiser Wilhelm II.?

Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) war König von Preußen und Deutscher Kaiser. Als letzter Kaiser Deutschlands ging er in die Geschichte ein.

Während das Deutsche Kaiserreich unter seiner Regierung wirtschaftlich aufblühte, hatte Wilhelm II. gleichzeitig mit außen- und innenpolitischen Konflikten zu kämpfen. Die Beziehung zu anderen Ländern wurde durch den Aufschwung Deutschlands und undiplomatische Aussagen Wilhelms zunehmend angespannter. Zur selben Zeit wandte sich das deutsche Volk immer weiter vom Kaiser und der Monarchie ab.

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König von Preußen und Deutscher Kaiser Wilhelm II.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, aus dem Deutschland als Verlierer hervorging, musste Wilhelm II. in das niederländische Exil flüchten und wurde zur Abdankung gezwungen. Das bedeutete nicht nur das Ende seiner Regierung, sondern das Ende des gesamten deutschen Kaisertums.

Kaiser Wilhelm II. Regierung

Die wichtigsten historischen Ereignisse während der Regierung Kaiser Wilhelms II findest du in diesem Überblick:

1859 Geburt am 27. Januar in Berlin
1888 Krönung zum König von Preußen und Deutschen Kaiser
1890 Forderung des Rücktritts von Reichskanzler Otto von Bismarck
1900 “Hunnenrede“
1905/06 Erste Marokkokrise
1907 Eulenburg-Affäre
1908 Daily-Telegraph-Affäre
1911 Zweite Marokkokrise
1914 Attentat von Sarajewo führt zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs
1918 Kriegsende: Abdankung des Kaisers und Flucht in die Niederlande
1941 Tod am 4. Juni in Doorn

Prinz Wilhelm

Wilhelm wurde am 27. Januar 1859 im Kronprinzenpalais in Berlin geboren. Er war das erste Kind des derzeitigen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und Prinzessin Viktoria, Tochter der englischen Königin.

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Der junge Prinz Wilhelm

Schon früh zeigte Wilhelm II Interesse am Militärischen. Mit 18 Jahren trat er den Militärdienst an, wurde später zum Hauptmann und dann zum Kommandeur verschiedener Truppen befördert. Außerdem nahm er ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften auf.

💡 Schon gewusst? Wilhelms II. Ehepartnerin war Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Mit ihr hatte er sieben Kinder. 

König von Preußen und Kaiser Wilhelm II.

Als Wilhelms Großvater Kaiser Wilhelm I. starb, übernahm zunächst der Vater Friedrich III. die Thronfolge. Allerdings litt dieser an Krebs und war zu diesem Zeitpunkt bereits todkrank. Er regierte nur wenige Monate, bevor er starb. Nun wurde Prinz Wilhelm 1888 zu Wilhelm II. König von Preußen und Deutscher Kaiser gekrönt.

Dreikaiserjahr

Weil in dem Jahr von Kaiser Wilhelms II. Krönung insgesamt drei Kaiser regierten, sprichst du von dem Jahr 1888 als „Dreikaiserjahr”.

Als Kaiser wollte Wilhelm II selbst die Politik gestalten und erhob aus diesem Grund Anspruch auf ein persönliches Regiment. Er plante, die Staatsführung also selbst zu übernehmen, anstatt dem Kanzler die Regierung zu überlassen. Auseinandersetzungen mit Reichskanzler Otto von Bismarck waren dabei vorprogrammiert.

Schließlich gipfelte der Konflikt in der Entlassung Bismarcks. Da die Wahl seines politischen Personals der Kaiser selbst übernehmen konnte, hob er diejenigen Personen in wichtige Positionen, die ihn und seine Entscheidungen befürworteten.

💡 Schon gewusst? Wenn du einmal vom Reisekaiser oder dem Medienkaiser hörst, dann ist ebenfalls Wilhelm II. gemeint. Diese Beinamen erhielt er zum einen aufgrund seiner Liebe zum Reisen, was er rund 200 Tage im Jahr tat. Zum anderen liebte der Kaiser die Selbstinszenierung, stellte sich und das Kaisertum dabei gerne in den Mittelpunkt der Medien.

Deutschland in der wirtschaftlichen Blüte

Unter der Regierung Kaiser Wilhelms II entwickelte sich Deutschland zur wirtschaftlichen Supermacht. Das industrielle Wachstum war enorm, der wirtschaftliche Aufschwung stetig. Mithilfe der Förderung des Kaisers wurde auch die deutsche Wissenschaft weltweit führend. Das Deutsche Kaiserreich begann außerdem mit dem Ausbau der eigenen Flotte, rüstete unter anderem damit stark auf.

Außenpolitische Spannungen

Das ständige Wirtschaftswachstum und die militärische Aufrüstung hatten aber auch Nachteile. Denn von anderen Ländern wurde Deutschland deshalb als unberechenbar und gar bedrohlich empfunden.

Außenpolitischen Krisen isolierten das aufsteigende Kaiserreich und führten dazu, dass es von anderen Ländern immer mehr als Feind wahrgenommen wurde. Unter anderem kam es zu zwei Marokkokrisen (1905/06 und 1911), bei denen sich Frankreich und das Deutsche Reich um den Einfluss in Marokko stritten.

Auch Wilhelm II. selbst verstärkte die außenpolitische Spannungen, wenn auch unabsichtlich. So äußerte sich des Öftern undiplomatisch. In der „Hunnenrede“ 1900 beispielsweise forderte Wilhelm seine Soldaten auf, während eines Aufstands in China keine Gnade walten zu lassen: „Kommt ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen!

Auch die Daily-Telegraph-Affäre 1908, bei der Kaiser Wilhelm II. in einem Interview die Briten als vollkommen verrückt beleidigte, trug nicht positiv zu Deutschlands politischen Beziehungen bei.

Zunehmende Ablehnung der Monarchie

Doch auch mit innenpolitischen Konflikten wurde der Monarch konfrontiert. Die Meinungen des Volkes gegenüber seinem Kaiser waren gespalten: Unter den meisten Bürgern war Wilhelm II. beliebt. Dem widersprachen vor allem die Liberalen, denen Wilhelm II. zu konservativ und reaktionär war. Andere wiederum hielten ihn dagegen für zu gemäßigt und vorsichtig. 

Dazu kam, dass Wilhelm II. sich als Regent von Gottes Gnaden sah. Er bestätigte seine Macht als Kaiser also damit, dass sie ihm von Gott gegeben wurde. Mit dieser Aussage traf er bei seinen Bürgern auf Widerstand. Viele warfen ihm vor, innerhalb seines persönlichen Regiments zu eigenmächtig zu regieren. Tatsächlich überschritt er aber nie die Rechte, die ihm laut der Reichsverfassung zustanden.

Dennoch wandte sich das Volk langsam aber sicher vom Kaiser ab. Die Monarchie verlor zunehmend an Rückhalt.

Kaiser Wilhelm II. und der Erste Weltkrieg

Am 28. Juni 1914 kam es beim Attentat von Sarajevo zur Ermordung des österreichischen Thronfolgers. Exakt einen Monat später erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg.  

Aktivierung der Kriegsbündnisse

Angesichts des deutsch-österreichischen Kriegsbündnisses versicherte Kaiser Wilhelm II. seinem Verbündeten gezwungenermaßen die uneingeschränkte Treue. Serbien dagegen hatte im Falle eines Krieges Abkommen mit den Entente-Staaten, also Russland, Frankreich und Großbritannien, geschlossen. Nach der Erklärung des Kriegs von Österreich-Ungarn an Serbien und der Aktivierung bestehender Kriegsbündnisse war der Beginn des Ersten Weltkriegs somit unvermeidbar geworden. 

In einer Eilnachricht an seinen Vetter, den russischen Zaren Nikolaus II, hatte Wilhelm II noch versucht, ihn von einem Kriegseintritt abzuhalten und somit den Weltkrieg zu verhindern. Dabei hatte er seinen Einfluss als deutscher Kaiser allerdings überschätzt. Es war zu spät, der Stein war bereits im Rollen. 

Wilhelms Rolle im Krieg

Der Krieg war brutal und grausam, die neuen Waffentechnologien forderten unfassbar viele Opfer auf allen Seiten. Die anfängliche Kriegseuphorie der Deutschen wich Verzweiflung. Kaiser Wilhelm II. war überfordert, verschwand zunehmend in den Hintergrund. Schließlich überließ er den Generälen Hindenburg und Ludendorff die Leitung der Armee. Von da an wurden militärische Entscheidungen ohne den Kaiser getroffen.

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General Hindenburg, Kaiser Wilhelm II und General Ludendorff während einer Kriegsbesprechung

Durch den jahrelangen Krieg verschlechterte sich die Versorgungslage in Deutschland zunehmend und das kriegsmüde Volk machte seinen Kaiser dafür verantwortlich. Auch die Feindstaaten sahen Wilhelm II. als Hauptschuldigen für den Krieg.

Übrigens: Die tatsächliche Schuld Kaiser Wilhelms II. am Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird auch heute noch stark diskutiert. Sicher ist jedenfalls, dass der Kaiser nicht alleine über Krieg oder Frieden entscheiden konnte. 

Deutschlands letzter Kaiser

Nachdem der Krieg 1918 letztendlich verloren war, forderten die USA die Abdankung des Kaisers sowie die Abschaffung der gesamten Monarchie. Auch innerhalb des Reiches formierte sich ein Widerstand gegen die monarchische Regierung und es kam zur Novemberrevolution . Daraufhin verkündete der damalige Reichskanzler Max von Baden kurzerhand eigenmächtig die Abdankung des Kaisers.

Aufgrund der angespannten Lage musste Wilhelm II. auf Anweisung seiner Berater in die Niederlande flüchten. Dort im Exil unterzeichnete er schließlich die Abdankungsurkunde

Diese Unterzeichnung sollte nicht nur das Ende der Herrschaft von Kaiser Wilhelm II. bedeuten, sondern gleichzeitig das Ende der deutschen Monarchie. Wilhelm II war der letzte deutsche Kaiser.

Seine Abdankung öffnete Deutschland neue Wege — demokratische Wege, die zur Gründung der Weimarer Republik führten. 

Tod im Exil

In den Niederlanden ließ sich Wilhelm mit seiner Frau in der Provinz Utrecht nieder. Die Entente-Staaten forderten daraufhin die Auslieferung des letzten Kaisers, doch die Niederlande verweigerte sie. 

Und so verstarb der letzte Kaiser Deutschlands am 1. Juni 1941 schließlich in seinem Exil an den Folgen einer Lungenembolie. Sein Körper wurde auf dem Gelände des Hauses Doorn — sein damaliges Heim und heutiges Museum über den letzten Kaiser Deutschlands — in einem kleinen Mausoleum beigesetzt, das nur für ihn errichtet wurde.

Weimarer Republik

Als Kaiser Wilhelm II. unter dem Druck der Massen schließlich abgedankt hatte, war damit der Weg für die erste deutsche Demokratie geebnet: Die Weimarer Republik wurde gegründet. Alles, was du über die erste demokratische Staatsform Deutschlands wissen möchtest, erfährst du in diesem Beitrag .

Zum Video: Weimarer Republik
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