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Die Boston Tea Party gilt als beinahe revolutionärer Akt des Protests. Wie es zur Boston Tea Party kam und welche Folgen sie nach sich zog, erfährst du in unserem Beitrag und im Video dazu!

Boston Tea Party 1773 einfach erklärt

Die Boston Tea Party 1773 war der Höhepunkt eines Streits über die Steuern für US-Kolonien durch die britische Regierung. Die Kolonien waren britische Siedlungen in Nordamerika, die unter dem Mutterland Großbritannien standen. Die Bostoner Tea Party war somit ein rebellischer Akt des Widerstands der aufgebrachten Siedler gegen die Befehle ihres herrischen Mutterlandes.

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Boston Tea Party am 16. Dezember 1773

Als Indianer verkleidete Bostoner warfen Tee aus Großbritannien von Handelsschiffen in den Hafen von Boston. Sie taten das aus Wut gegen die vom britischen König auferlegten Zusatzabgaben für importierte, also aus dem Ausland gelieferte, Waren.

Gesellschaftliche und politische Situation in Boston

Boston hatte sich im 18. Jahrhundert zu einer wichtigen Handelsstadt entwickelt. Die Lage der Stadt am Meer machte sie zum perfekten Umschlagplatz für Waren. Deswegen konntest du damals jeden Tag Schiffe beobachten, die an- und ablegten. Die meisten von ihnen segelten unter britischer Flagge, weil die meisten Bostoner britischer Abstammung waren.

Die britische East India Company war die mächtigste koloniale Gruppe von Kaufleuten. Durch den Handel mit ihr verdienten die Bostoner Händler gut. Die restlichen Einwohner konnten sich währenddessen kaum über Wasser halten. 

Zudem hatten ihnen die Kämpfe gegen die Franzosen und ihre indianischen Verbündeten um die Vorherrschaft in Nordamerika stark zugesetzt. Diese Kämpfe nennst du auch den „Franzosen- und Indianerkrieg“. Die Auseinandersetzungen flammten immer wieder neu auf. Das kostete viel Geld und forderte viele Opfer.

Aber das war noch nicht alles. Dazu kam noch ein starkes Erdbeben und ein Großbrand, der Boston schwächte. Auf den Straßen sammelten sich arme Bettler und diejenigen, die ihr Zuhause, ihre Familie oder sogar beides verloren hatten. Du kannst dir also denken, dass die Lage in der Stadt nicht gerade entspannt war.

Großbritannien erhebt Steuern

Nach jahrelangen blutigen Zusammenstößen verloren die englischen Kolonialisten im Jahr 1763 schließlich den Kampf gegen Frankreich. Boston lag in Trümmern, die Überlebenden waren erschöpft.

Der Krieg hatte aber auch Großbritannien sehr viel Geld gekostet. Um die Staatskassen wieder aufzufüllen, beschloss der britische König George III., dass die britischen Kolonien Nordamerikas ab sofort Steuern an Großbritannien zahlen sollten. Zusätzlich verbot er noch den Handel der Kolonien mit Südamerika, sodass die Bostoner gezwungen waren, mit Großbritannien Handel zu betreiben.

‚(No) taxation without representation’

Stell dir vor, wie sich die Bostoner damals gefühlt haben müssen. Sie waren davon natürlich überhaupt nicht begeistert und wurden sehr wütend. Wieso sollten sie Steuern zahlen? Immerhin waren sie ja gar nicht im britischen Parlament vertreten und konnten in der Politik dort nicht mitbestimmen. Steuern an den König von Großbritannien zu zahlen wäre in ihren Augen also höchst undemokratisch! Daraus leitete sich der Spruch „No taxation without representation“ ab, was so viel bedeutet wie „Keine Besteuerung ohne Vertretung“.

Die Proteste in Boston

Die Kolonialisten fühlten sich vom britischen König unterdrückt und befürchteten, er würde sich zum Tyrannen über seine Kolonien erheben. Sie forderten also lautstark mehr Selbstbestimmung. Ihre Wut über die Entscheidung Großbritanniens ließen sie in beinahe revolutionären Protesten aus. Beispielweise brannten die aufgebrachten Bostoner das Haus des britischen Gouverneurs, also des Leiters der Kolonie, komplett nieder.

Treibende Kraft hinter den Protesten waren die Sons of Liberty, also die „Söhne der Freiheit“, angeführt vom Politiker Samuel Adams. Zusätzlich wehrten sich die Bostoner mit aller Kraft gegen den Kauf und Verkauf englischer Güter. Das alles zeigte schließlich Wirkung. Denn du musst wissen, dem König blieb keine andere Wahl: Durch den Boykott englischer Waren brachen die Umsätze extrem ein. Also hob König George die Besteuerung wieder auf.

Der Tea Act

Doch der Friede hielt nicht lange an — denn bald darauf versuchte der König erneut, die Kolonien zu besteuern. Er erhob Zölle, also höhere Preise, auf ausländische Waren wie Blei, Papier und Tee. Wie du siehst, waren das alles wichtige Alltagsdinge, die viele Leute unbedingt brauchten.

Es kam also wieder zu heftigen Protesten der Bostoner, bei dem kurzzeitig sogar das Bostoner Parlament vom Gouverneur geschlossen wurde.

Diesmal fiel die Reaktion des Königs aber viel unbarmherziger aus: Er schickte 4000 britische Soldaten, die gegen die Bostoner kämpfen sollten. Das führte zu schweren Auseinandersetzungen.

Ihren tragischen Höhepunkt erreichten die Zusammenstöße am 5. März 1770, an dem fünf Bostoner starben. Daraufhin machte der König fast alle Zölle wieder rückgängig. Der Zoll auf den Tee wurde allerdings beibehalten. Das sollte die Kolonialisten mit erhobenem Zeigefinger daran erinnern, dass sie immer noch den Befehlen Großbritanniens zu folgen hatten!

Boston Tea Party

Obwohl die Zölle auf den Tee nicht besonders hoch waren, waren die Bostoner damit immer noch unzufrieden. Denn der Zoll kam ihnen wie ein Symbol der Tyrannei durch den britischen König vor. Voller Wut forderten sie die Schiffshändler auf, den importierten Tee nicht auszuladen.

Auf der anderen Seite bestand der Gouverneur aber darauf, dass der Zoll bezahlt wurde, bevor die Schiffe wieder nach England zurückkehrten. Deswegen blieben sie im Bostoner Hafen. Aus Rache plante die Gruppe Sons of Liberty um Samuel Adams daraufhin, den Tee ins Wasser zu kippen und ihn so zu ruinieren. 

Und tatsächlich: Einige Wochen später kam es dann zur sogenannten Bostoner Tea Party. Am 16. Dezember 1773 stürmten plötzlich 50 Bostoner wild schreiend als Indianer verkleidet auf die drei am Hafen liegenden Handelsschiffe. Sie zögerten nicht lange und warfen die 342 Kisten Tee wütend über Bord. Ihre Verkleidung orientierte sich an amerikanischen Ureinwohnern, wahrscheinlich weil die Indianer damals schon als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit von Europa galten. Niemand aus der Bevölkerung griff ein. Stattdessen beobachteten sie neugierig das Geschehen vom Hafen aus und jubelten den Rebellen sogar zu. 

Folgen der Boston Party

Letztendlich verstärkte die Boston Tea Party jedoch den Streit zwischen US-Kolonien und Großbritannien.

Der König nutzte seine Macht aus und ersetzte kurzerhand die Regierung des US-Bundestaates von Boston durch einen Militärgouverneur. Zusätzlich ließ er Häuser räumen, um darin Soldaten unterzubringen. Zahlreiche Bürger waren gezwungen, die Stadt zu verlassen.

Die Situation spitzte sich immer weiter zu, sodass sie in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg  mündete. Am 4. Juli 1776 gab es schließlich den großen Umbruch — ein Schock für die Briten. Die ehemaligen Kolonien sagten sich nämlich offiziell von Großbritannien los, mit der Unabhängigkeitserklärung%Verweis. Somit erhielten sie endliche die Freiheit, für die vor allem die Bostoner so lange gekämpft hatten. Die ehemaligen Kolonien schlossen sich daraufhin zusammen zu den Vereinigten Staaten von Amerika, wie du sie auch heute noch kennst.

American Dream

Der Grund, warum viele Kolonialisten ihre Heimat Großbritannien für Nordamerika verließen, war die Hoffnung auf ein besseres Leben. Dieser Glaube findet sich auch in der Vorstellung des American Dream wieder. Wenn du darüber mehr wissen willst, schau dir gleich unser Video dazu an! 

Zum Video: American Dream
Zum Video: American Dream

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