Was ist Apartheid?

Als Apartheid bezeichnest du die Politik der Rassentrennung in Südafrika. Dabei wurde im 20. Jahrhundert der Schwarze Teil der Bevölkerung von dem Weißen Teil der Bevölkerung unterdrückt und diskriminiert.

Obwohl die Weißen viel weniger waren als die Schwarzen, hatten sie das Sagen. Ihre Rechte und Privilegien haben die Weißen dabei auch mit schlimmer Polizeigewalt durchgesetzt.

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Apartheid in Südafrika

Das Ende der Apartheid begann mit dem ersten Schwarzen Präsidenten Südafrikas – Nelson Mandela. Aber trotzdem sind auch heute die Folgen in Südafrika noch spürbar. 

Apartheid Definition

Apartheid (englisch: Apartheid in South Africa) beschreibt die Trennung zwischen der Schwarzen Mehrheit und der Weißen Minderheit in Südafrika ab dem Jahr 1910. Dabei wurden die Schwarzen systematisch unterdrückt und ausgebeutet, während die Weißen viel mehr Rechte hatten.
ACHTUNG: Schreibe nicht Apartheit, sondern Apartheid.

Wie kam es zur Apartheid?

Die Apartheid – also die strikte Rassentrennung der Weißen und nicht-Weißen Bevölkerungsgruppen – begann im Jahr 1910 in Südafrika. Die neu gegründete Südafrikanische Union setzte zwei Gesetze durch, mit denen die Bürger mit dunkler Hautfarbe diskriminiert wurden: 

  • „Mines and Works Act“ (1911): 
    Das Gesetz verpflichtete die Schwarzen dazu, dass sie nur noch niedere Arbeiten verrichten durften. Das sind alle einfachen, aber oft körperlich anstrengenden Tätigkeiten, für die du kein spezielles Wissen brauchst.  
  • „Native Land Act“ (1913): 
    Mit dem Gesetz legte die Regierung fest, dass der Schwarze Teil der Bevölkerung nur noch in einem bestimmten Gebiet wohnen durfte. Außerhalb des Bereiches war es ihnen verboten, Land zu kaufen. 

Höhepunkt der Apartheid

Nach dem 2. Weltkrieg 1945 %Verweis gab es zahlreiche Streiks von Mitarbeitern mit Schwarzer Hautfarbe gegen die Rassentrennung. Die Schwarzen Radikalen Nelson Mandela, Oliver Tambo und Walter Sisulu gründeten im Jahr 1944 den Widerstandsverein „ANC Youth League„. Das war eine Jugendorganisation der südafrikanischen Organisation „African National Congress(ANC). Ihr Motto lautete: „Afrika ist das Land der Schwarzen“. 

Als Reaktion darauf schürten die Weißen Nationalisten die Angst vor einer sogenannten „swart gevaar“ (Africaans für „Schwarze Gefahr“). Sie wollten damit die Weiße Bevölkerung davon überzeugen, dass der Schwarze Teil der Gesellschaft Südafrika bedrohe.

Das führte dazu, dass im Jahr 1948 die rassistische Partei „Nationale Partei NP“ die Wahlen in Südafrika gewann. Daraufhin wurden die Schwarzen vollkommen von den Weißen unterdrückt – ein Unrechtsstaat entstand. 

Apartheid in Afrika – Das Leben der afrikanischen Bevölkerung

Ab dem Jahr 1948 konntest du die strikte Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen im gesamten öffentlichen Leben finden.

Die Schwarzen durften nicht mehr mit dem gleichen Bus fahren wie die Weißen, nicht auf die selbe Schule gehen und nicht mal die gleiche Toilette benutzen. Es wäre auch unvorstellbar gewesen, dass ein Schwarzer einen Weißen heiratet.

Die Unterdrückung der Schwarzen Bevölkerungsteile wurde von der Polizei durchgesetzt. Sie setzten auch Gewalt ein, um die Rechte und Privilegien der Weißen zu erzwingen und die Schwarzen auszubeuten. 

Homelands Apartheid, Schwarze und Weiße
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Getto Südafrika

Außerdem schuf die südafrikanische Regierung Riesengettos – sogenannte Homelands. Dort durften nur Schwarze leben. Die Gebiete waren offiziell unabhängig von Südafrika.

So konnte die Regierung ihre Verantwortung für das Leid und die Unterdrückung der Menschen von sich abwälzen – denn die Schwarzen lebten ja dadurch quasi nicht mehr offiziell in Südafrika. Beispiele für solche Homelands sind Transkei, Ciskei, Venda und KwaZulu. 

Widerstände gegen die Apartheid

Widerstände gegen die Apartheid – also gegen die strikte Rassentrennung zwischen Schwarz und Weiß – galten als kriminell. Der südafrikanische Staat ging hart gegen jeglichen Widerstand vor. Dennoch kam es zu einigen Protesten.

Widerstand der Schwarzen Schulkinder in Soweto 

Am 16. Juli 1976 eskalierte die Situation in Südafrika. Schwarze Schulkinder in Soweto (Bezirk südwestlich von Johannesburg) protestierten friedlich gegen die Einführung von Afrikaans statt Englisch als Unterrichtssprache – Die Sprache Afrikaans haben die Schwarzen gehasst.

Die Polizei ging aber äußerst grausam gegen den Aufstand vor und fing an, auf die Kinder zu schießen. Insgesamt starben bei der Auseinandersetzung 600 Menschen – etwa 150 davon waren Kinder. Die Schwarzen wehrten sich nach diesem Vorfall immer mehr gegen die Unterdrückung – in Südafrika begann ein offener Bürgerkrieg

Internationale Unterstützung der Schwarzen

Die Geschichte der grausamen Auseinandersetzung in Soweto erregte weltweit Empörung und Entsetzen. Jetzt schaltete sich die UN (Vereinte Nationen) ein. Sie erklärten die Apartheid in Südafrika als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 1974 schlossen sie die südafrikanische Regierung daher auch von der UN-Generalversammlung aus. Der außenpolitische Druck auf Südafrika wurde somit immer stärker. 

Das Ende der Apartheid und Nelson Mandela

Die Regierung Südafrikas wurde in den 1980er Jahren immer stärker bedrängt –sowohl von den Bürgern des Landes selbst als auch von anderen Ländern. 

Präsident Peter Willem Botha übernahm nach der Tragödie in Soweto die Macht in Südafrika. Er führte einige Reformen ein, aber auch die konnten den Druck nicht mindern. Auch sein Nachfolger – der Ministerpräsident Frederik Willem de Klerk – schaffte es nicht, die Widerstände zu besänftigen. 

Zusätzlich forderten zu der Zeit die Menschen die Freilassung des seit über 20 Jahren inhaftierten Nelson Mandela. Mandela war ein Schwarzer, der sich für die Rechte der Schwarzen Bevölkerung eingesetzt hatte. Der Druck auf die Weiße südafrikanische Regierung wurde Anfang der 1990er so groß, dass sie Mandela frei ließen. Sofort übernahm er eine wichtige Rolle in der Politik. 

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Nelson Mandela – Kampf gegen die Apartheid

Südafrika veränderte sich zunehmend: 1994 fanden schließlich die ersten Wahlen statt, in denen auch endlich die Stimme der Schwarzen zählte – am 10. Mai 1994 wurde Nelson Mandela zum ersten Schwarzen Präsidenten Südafrikas. Die Politik der Apartheid war zu Ende. 

Folgen der Apartheid

Obwohl die Apartheid in Südafrika offiziell im Jahr 1994 endete, hinterließ sie schmerzhaft Folgen bei der Bevölkerung. Nur weil die Rassentrennung politisch aufgehoben war, war sie trotzdem noch nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden. 

Die Weißen verhielten sich oft weiterhin diskriminierend gegenüber den Schwarzen. Außerdem hatten die Schwarzen immer noch Probleme dabei, eine geregelte und menschenwürdige Arbeit zu finden. Sie lebten weiterhin nur in notdürftigen Unterkünften.

Folgen der Apartheid heute – Hohe Kriminalität 

Auch heute noch sind die Folgen der Apartheid in Südafrika zu spüren. Die Kriminalitätsrate in Südafrika ist zum Beispiel extrem hoch. Viele Weiße wohnen in durch Mauern und Stacheldraht gesicherten Vierteln, die Rund um die Uhr bewacht werden. So wollen sich die Bewohner vor Überfällen schützen.

Trotz verschiedener Maßnahmen der Regierung, verzeichnet Südafrika jedes Jahr zahlreiche Mordfälle und Vergewaltigungen. In den letzten Jahren ist die Kriminalitätsrate allerdings etwas zurückgegangen. 

Folgen der Apartheid heute – AIDS

Ein weiteres großes Problem in Südafrika ist die Krankheit AIDS. Ungefähr 21% der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren hat sich mit HIV infiziert. Jährlich sterben etwa eine halbe Million Südafrikaner an der Krankheit. Vor allem Schwarze haben noch immer einen schlechten Zugang zu medizinischer Versorgung und wenig Aufklärung über die Krankheit. 

Nelson Mandela

Nelson Mandela ist der bekannteste Kämpfer gegen die Apartheid. Nachdem er 27 Jahre eingesperrt war, wurde er Präsident von Südafrika. So konnte er die grausame Unterdrückung der Schwarzen beenden. Schau dir jetzt unser Video %Linkzu diesem außergewöhnlichen Menschen an!

%Thumbnail Nelson Mandela 

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