Cramersche Regel
Dieser Artikel beschäftigt sich mich dem Lösen von Gleichungssystem mit der Cramerschen Regel. Wir zeigen dir wie du sie richtig anwendest und demonstrieren sie dir an einem Beispiel aus der Elektrotechnik.
Schau für eine Zusammenfassung auch gerne in unser Video dazu rein.
Inhaltsübersicht
Cramersche Regel einfach erklärt
Die Cramersche Regel ist ein Verfahren zur Bestimmung der Unbekannten eines linearen Gleichungssystems.
Ein lineares Gleichungssystem besteht allgemein aus einer Koeffizientenmatrix
, dem Variablenvektor
und dem Ergebnisvektor
.
Die Cramersche Regel lässt sich in drei Schritte unterteilen:
- Bestimmen der Determinante
der Matrix - Ersetzen der i-ten Spalte der Matrix mit dem Ergebnisvektor des Systems und Bestimmen der Determinanten
- Division der Determinanten
durch die Determinante
zur Bestimmung der Unbekannten
Anwendung der Cramerschen Regel
Bei der Cramerschen Regel handelt es sich um ein systematisches Verfahren zum Lösen von Gleichungssystem, das mit Determinanten arbeitet. Eine weitere Möglichkeit ist das Gaußsche Eliminationsverfahren .
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Berechnen der Determinanten A
Um ein Gleichungssystem mit der Cramerschen Regel zu lösen, musst du zuerst die Determinanten der Matrix bestimmen. Beispielsweise haben wir in den Gleichungssystemen der Maschenstrom- und Knotenpotentialverfahren eine 3×3 Matrix. Diese lässt sich mit der so genannten Regel von Sarrus, oder auch Zaunregel, berechnen.
Regel von Sarrus
Um die Regel von Sarrus anzuwenden, schreibst du am Besten die Matrix zwei Mal nebeneinander. Dann multiplizierst du alle Werte, die diagonal zueinander stehen. Die drei Terme, bei denen du oben startest, werden positiv und die Terme, bei denen du unten startest, negative berücksichtigt. So kannst du die Determinante
berechnen.

Berechnen der Unbekannten
Nachdem du jetzt deine Determinanten
, also
,
und
, kannst du deine Unbekannten
über folgende Formel bestimmen.

Gleichungssysteme in der Schaltungsanalyse
Wenn wir elektronische Schaltungen mit dem Maschenstrom– oder Knotenpunktpotentialverfahren analysieren, ergibt sich immer bei Gleichungssystemen aus n linearen Gleichungen mit n Unbekannten. Jedes System aus linearen Gleichungen lässt sich auch als Matrixgleichung schreiben.
Cramersche Regel — häufigste Fragen
(ausklappen)
Cramersche Regel — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was sind Koeffizientenmatrix A, Variablenvektor x und Ergebnisvektor b in einem linearen Gleichungssystem?In der Matrixgleichung
enthält A die Koeffizienten der Unbekannten. Der Vektor x sammelt alle Variablen, die du suchst. Der Vektor b enthält die Ergebnisse auf der rechten Seite der Gleichungen, also die bekannten Werte.
-
Wie gehe ich bei der Cramerschen Regel Schritt für Schritt vor, um ein lineares Gleichungssystem zu lösen?Du löst mit der Cramerschen Regel, indem du zuerst
berechnest. Danach ersetzt du für jede Unbekannte die i-te Spalte von A durch b und berechnest
. Am Ende teilst du
durch
und erhältst
.
-
Wie berechne ich die Determinante einer 3×3-Matrix mit der Regel von Sarrus?Bei der Regel von Sarrus schreibst du die 3×3-Matrix zweimal nebeneinander und bildest Diagonalprodukte. Die drei Diagonalen von oben zählen positiv, die drei Diagonalen von unten negativ. Konkret:
.
-
Wie bilde ich die Matrix Aᵢ für die Cramersche Regel richtig?Die Matrix
bildest du, indem du in der Matrix A genau die i-te Spalte durch den Ergebnisvektor b ersetzt. Alle anderen Spalten bleiben unverändert an ihrem Platz. Danach berechnest du die Determinante dieser neuen Matrix, also
.
-
Wie bekomme ich aus det(A) und det(Aᵢ) am Ende die Unbekannte xᵢ?Die Unbekannte
erhältst du, indem du
durch
teilst:
. So wird aus jeder ersetzten Spalte ein eigener Bruchwert. Im Beispiel gilt etwa
.
Gleichungssystem mit der Cramerschen Regel lösen – Beispiel
Schauen wir uns das ganze mal an einem Beispiel für die Anwendung der Cramerschen Regel an. In unserem Beitrag zum Maschenstromverfahren kamen wir am Ende auf folgendes Gleichungssystem:
Gesucht sind die Maschenströme
,
, und
. Alle Wiederstände sind gleich groß und haben den Wert 1 Ohm. Die Spannungsquelle
hat 5 Volt und die Quelle
liefert 20 Volt. Wenn wir die Werte einsetzen, sieht unser Gleichungssystem folgendermaßen aus:
Zur besseren Übersicht, vernachlässigen wir im Folgenden die Einheiten.
Zuerst bestimmen wir die Determinante der Matrix
mit der Regel von Sarrus.
Im nächsten Schritt bilden wir die Matrix
, indem wir die erste Spalte der Matrix
durch den Ergebnisverktor ersetzen. Dann können wir mit Hilfe der Sarrus Regel auch die Determinante
berechnen.

Die Matrix
erhältst du, indem du die zweite Spalte von
ersetzt.

Anschließend ersetzen wir noch die dritte Spalte mit dem Ergebnisvektor und berechnen die Determinante
.

Jetzt hast du alle Werte, die du brauchst um mit der Cramerschen Regel deine Unbekannten also die Maschenströme zu berechnen:



An dieser Stelle ist es sinnvoll die Einheit
der Ströme wieder zu ergänzen.