In diesem Artikel erklären wir dir die empirische Varianz, auch Stichprobenvarianz genannt, und beschreiben den Unterschied zur Varianz. Wir gehen dabei zuerst auf die Formel ein und zeigen dann die Berechnung der empirischen Varianz an einem Beispiel.
Eine kurze, knappe und verständliche Erklärung findest du in unserem Video dazu.
Inhaltsübersicht
Empirische Varianz berechnen
In der Statistik ist die empirische Varianz, bzw. Stichprobenvarianz, ein wichtiges Streuungsmaß für Stichproben. Diese unterscheidet sich im Vergleich zur Populationsvarianz oder auch nur Varianz durch ihren Nenner. Schau dir deshalb auch unsere Artikel zu Varianz und zum Thema Varianz berechnen an.
Die empirische Varianz berechnet die mittlere quadratische Abweichung der gemessenen Werte eines Zufallsexperiments vom empirischen Mittelwert.
Die empirische Varianz nutzt du immer dann, wenn du nur einen Teil der Grundgesamtheit oder Population kennst. Das ist meistens der Fall, wenn du große Datenmengen analysierst oder dir nur eine begrenzte empirische Stichprobe zur Verfügung steht. Sie bildet einen unverzerrten (erwartungstreuen) Schätzer der Varianz.
Willst du die empirische Varianz berechnen, dann folgst du am besten stets diesen drei Schritten:
- Empirischen Mittelwert berechnen
- Werte in die Formel zur Stichprobenvarianz einsetzen
- Stichprobenvarianz berechnen
Bevor wir uns gleich ein Beispiel dazu ansehen, schauen wir uns noch die Formel an.
Empirische Varianz Formel
Um die Stichprobenvarianz zu berechnen, existieren zwei verschiedene Formeln:


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ist das Zeichen für die empirische Varianz (bei Stichproben) -
ist das empirische Mittel
-
ist einer der Stichprobenwerte
-
beschreibt, dass erst eine Summe der Abweichungen berechnet und die Summe dann durch die Anzahl der Freiheitsgrade geteilt wird. Diese Formel berechnet den unverzerrten Schätzer. -
verwendest du, wenn du lediglich einen verzerrten Schätzer berechnest.
Du ziehst von den einzelnen Stichprobenerhebungen den empirischen Mittelwert ab, also den Mittelwert deiner Stichprobe, und quadrierst anschließend das Ganze, damit sich positive und negative Abweichungen nicht ausgleichen. Die Summe davon dividierst du entweder durch die Anzahl der Freiheitsgrade, also n – 1 oder die Anzahl der Messwerte n. Der Unterschied wird im folgenden Beispiel deutlich. Für eine genaue Erklärung, warum
den Freiheitsgraden entspricht, schau dir unseren Artikel zu Freiheitsgraden
an.
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Beispiel zur empirischen Varianz
Ok, genug der grauen Theorie. Schauen wir uns ein Beispiel zur Berechnung der empirische Varianz an. Stell dir vor, du hast folgende Werte für eine Stichprobe gegeben:
| 17 | 19 | 18 | 15 | 19 | 17 |
Die Stichprobe umfasst folglich 6 Werte.
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1. Empirischer Mittelwert berechnen
Dafür zählst du die einzelnen Daten der Stichprobe zusammen und teilst sie durch die Anzahl der Messwerte:

Dadurch erhältst du ein empirisches Mittel von 17,5.
2. Werte in die Formel zur Stichprobenvarianz einsetzen
Als zweiten Schritt setzt du nun die Werte in die Formel ein und ziehst das empirische Mittel davon ab. Für den Nenner verwendest du die Anzahl der Freiheitsgrade.

3. Stichprobenvarianz berechnen
Anschließend musst du die Formel auflösen, indem du die Werte in den Klammern subtrahierst, diese dann quadrierst und daraus eine Summe bildest.

Abschließend teilst du die Summe durch die Anzahl der Freiheitsgrade.

Als mittlere quadratische Abweichung vom Stichprobenmittel erhalten wir so einen Wert von 2,3.
Unterschied empirische Varianz zu Varianz
Die Unterschiede sind gering, dürfen aber keinesfalls übersehen werden. Der Unterschied zwischen der gewöhnlichen Varianz (Populationsvarianz) und der empirischen Varianz liegt zunächst einmal in der Formel. Wir teilen jetzt nicht mehr durch n, sondern durch n minus 1 und tauschen den Erwartungswert
gegen das sogenannte Stichprobenmittel, also den Mittelwert der Stichprobe aus. Es ändert sich also der Vorfaktor.
Empirische Varianz:
Varianz: 
Doch wann benutzt du welche Formel?
: Du benutzt die empirische Varianz für Zufallsstichproben, bei denen der Erwartungswert unbekannt ist. Deshalb musst du mit dem empirischen Mittelwert deiner Stichprobe rechnen.
: Du benutzt die Populationsvarianz, wenn der echte Mittelwert deiner Stichprobe bekannt oder deine Stichprobe eine Vollerhebung ist.
Du kannst mit Hilfe der empirischen Varianz die empirische Standardabweichung berechnen . Dafür musst du lediglich die Wurzel der empirischen Varianz ziehen.
Empirische Varianz (Stichprobenvarianz) — häufigste Fragen
(ausklappen)
Empirische Varianz (Stichprobenvarianz) — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist Stichprobenvarianz in einfachen Worten?Die Stichprobenvarianz ist ein Maß dafür, wie stark die Werte einer Stichprobe um ihren Mittelwert streuen. Dafür schaut man sich an, wie weit jeder Wert vom Stichprobenmittelwert entfernt ist, und fasst diese Abstände so zusammen, dass große Abweichungen stärker ins Gewicht fallen.
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Was ist die empirische Standardabweichung?Die empirische Standardabweichung ist die Standardabweichung, die aus einer Stichprobe berechnet wird. Sie ist die Wurzel aus der empirischen Varianz und beschreibt die typische Streuung der Stichprobenwerte um den Stichprobenmittelwert. Die empirische Standardabweichung hat dieselbe Einheit wie die Daten.
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Ist Varianz gleich Standardabweichung?Varianz und Standardabweichung sind nicht gleich, weil die Standardabweichung die Wurzel der Varianz ist. Deshalb hat die Varianz eine quadrierte Einheit, während die Standardabweichung wieder in der ursprünglichen Einheit der Messwerte angegeben wird. Inhaltlich messen beide die Streuung.
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Wann verwendet man Varianz oder Standardabweichung?Die Standardabweichung verwendet man, wenn man die Streuung in derselben Einheit wie die Daten ausdrücken und leicht interpretieren will. Die Varianz verwendet man, wenn man mit quadratischen Abweichungen rechnet oder Formeln nutzt, in denen Varianzen direkt vorkommen. Beide basieren auf denselben Abweichungen vom Mittelwert.
Streuungsmaße verstehen
Die empirische Varianz ist ein wichtiges Streuungsmaß in der Statistik und gehört zum Themenfeld der Streuungsmaße. Wer sich mit Streuungsmaßen beschäftigt, vergleicht, wie stark Werte um einen Mittelwert streuen und wie sich Datensätze dadurch unterscheiden. Dabei wird klar, warum Mittelwert und Streuung immer zusammen betrachtet werden. Weitere Videos dazu findest du in unserem Statistikbereich.