Du möchtest wissen, was der Begriff Existenzialismus aussagt? In unserem Beitrag erklären wir dir alles, was du darüber wissen musst.

Inhaltsübersicht

Existenzialismus — einfach erklärt

Existenzialismus ist ein Begriff aus der Philosophie und sagt aus, dass Menschen selbst entscheiden, wer sie sein wollen. Es gibt kein festgelegtes Schicksal und keine Rolle, die wir einfach so akzeptieren müssen. Laut dem Existenzialismus kann also jeder sein eigenes Leben selbst gestalten und soll auch die Verantwortung dafür tragen.

Dabei kannst du zwischen zwei Ansätzen unterscheiden:

  • atheistischer Existenzialismus
  • christlicher Existenzialismus

Der atheistische Ansatz betont dabei vor allem die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung. Wichtige Denker waren Jean-Paul Sartre und Martin Heidegger. Beim christlichen Ansatz hingegen spielt Gott eine große Rolle. In dem Zusammenhang sind unter anderem Søren Kierkegaard und Gabriel Marcel wichtige Vertreter.

Jean Paul Sartre

Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre war ein wichtiger Vertreter des atheistischen Existenzialismus. Nach dem Ansatz gibt es keinen Gott und religiösen Sinn des Lebens. Der Mensch wird somit in eine Welt ohne Sinn geworfen. Deshalb ist er frei in seinen Handlungen und kann seine Existenz selbst gestalten.

Wir Menschen können also in jedem Moment unseres Lebens entscheiden, wer wir sein wollen, denn es gibt keine Vorgaben, die wir einfach so akzeptieren müssen. Gleichzeitig müssen wir aber auch die Verantwortung für unsere Entscheidungen tragen.

Ein weiterer wichtiger Gedanke von Sartre ist die Idee des Anderen. Er sagt, dass wir uns selbst durch die Beziehungen zu anderen Menschen erkennen und verstehen. Der Blick des Anderen hilft uns, zu sehen, wer wir sind und wer wir sein könnten. Gleichzeitig warnt Sartre, dass wir uns nicht zu sehr von anderen definieren lassen sollten. Wir müssen selbst entscheiden, wer wir sein wollen, ohne uns von den Urteilen anderer abhängig zu machen.

Übrigens: Der Essenzialismus behauptet genau das Gegenteil. Er besagt nämlich, dass Dinge und Menschen von Anfang an eine bestimmte Bedeutung oder „Essenz“ haben.

Außerdem sprechen Sartre und andere Existenzialisten wie Albert Camus oft vom Absurden. Damit ist das Gefühl gemeint, dass die Welt manchmal keinen Sinn zu haben scheint. Sartre sagt, dass wir in solchen Momenten nicht verzweifeln sollten. Besser wäre es, sich der Freiheit anzunehmen und das Leben mit Mut und Engagement zu gestalten.

Geschichtlicher Hintergrund

Die Wurzeln des Existenzialismus lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen, wobei sogar antike Philosophen schon ähnliche Ideen hatten.

Die Blütezeit der Denkrichtung war aber im 20. Jahrhundert nach den beiden Weltkriegen. Denn in der Zeit waren viele Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Rolle des Einzelnen. Genau das sind auch die Fragen des Existenzialismus.

Christlicher Existenzialismus

Beim christlichen Existenzialismus ist, im Gegensatz zum atheistischen Ansatz, Gott der Schlüssel zum Sinn des Lebens. Philosophen wie Kierkegaard betonen, dass der Mensch nur durch eine Beziehung zu Gott wirklich begreifen kann, was die menschliche Existenz bedeutet.

Anhänger des christlichen Existenzialismus sehen das Leben als eine Art Gespräch mit Gott, das den Menschen hilft, die richtigen Fragen zu stellen und die Antworten im Glauben zu finden. Auch wenn jemand Schwierigkeiten und Schmerzen hat, gibt der Dialog mit Gott Hoffnung und Orientierung. Er hilft zu verstehen, dass jedes Leben einen Wert hat und jede Existenz einen Sinn. Wir Menschen können also selbst unsere Existenz gestalten, sind aber trotzdem von der Unterstützung Gottes abhängig.

Existenzialismus — häufigste Fragen

  • Was bedeutet Existenzialismus?
    Existenzialismus ist eine Denkrichtung, die nach dem echten, unverfälschten Menschen sucht. Es geht darum, wer wir wirklich sind — ohne feste Regeln, Werte oder Rollen, die die Gesellschaft uns gibt. Wichtige Vertreter dabei sind Jean-Paul Sartre und Søren Kierkegaard.
      
  • Wer waren Begründer des Existenzialismus?
    Oft wird Jean-Paul Sartre als zentraler Vertreter des Existenzialismus angesehen. Doch auch vor Sartre gab es Philosophen, die als Wegbereiter des Existenzialismus gelten, wie Søren Kierkegaard oder Friedrich Nietzsche.

Stoizismus

Der Existenzialismus zeigt, dass wir Menschen frei sind und selbst wählen müssen, was wir tun. Aber wie kann uns der Stoizismus dabei helfen, damit umzugehen? In unserem Video dazu erklären wir es dir!

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