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Was ist die wahre Natur der Dinge? Mit dieser Frage beschäftigte sich der griechische Philosoph Platon. Im folgenden Beitrag und im Video erfährst du mehr über sein Leben und seine Ideen.

Inhaltsübersicht

Wer war Platon?

Bild zeigt einen Steckbrief zu Platon: geboren 428/427 v. Chr. in Athen oder auf Ägina, gestorben 348/347 v. Chr. in Athen, Herkunft antikes Griechenland, Beruf Philosoph. Bekannt ist er für die Ideenlehre, seine philosophischen Dialoge, das Höhlengleichnis und die Gründung der Akademie. Platon war ein Schüler des Sokrates und der Lehrer des Aristoteles. Seine Werke verfasste er überwiegend in Form von Dialogen.
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Steckbrief Platon

Platon war ein griechischer Philosoph. Er lebte von 428/427 bis 348/347 v. Chr.

Besonders bekannt ist Platon für seine Ideenlehre. Darin unterscheidet er zwei Welten: Es gibt die Sinneswelt, die du mit deinen Sinnen wahrnimmst. Und es gibt die unsichtbare Ideenwelt, die aus perfekten Urbilder besteht zum Beispiel die Idee des „Tisches“, des „Schönen“, des „Guten“. Für Platon sind die Dinge in unserer Welt nur Kopien dieser perfekten Urbilder.

Platon war außerdem Schüler von Sokrates. Ähnlich wie er beschäftigte sich Platon vor allem mit Fragen zu Wissen, Wahrheit, Gerechtigkeit und dem guten Leben. Im Vergleich zu Sokrates hielt er seine Gedanken in zahlreichen philosophischen Schriften fest. Später wurde Platon der Lehrer von Aristoteles

Das Leben von Platon

Platon wurde etwa 428/427 v. Chr. in Athen geboren. Sein echter Name soll Aristokles gewesen sein. „Platon“ war nur sein Spitzname und bedeutet etwa „der Breite“, als Anspielung auf seine breiten Schultern.

Platon stammte aus einer wohlhabenden Familie. Das ermöglichte ihm eine umfangreiche Ausbildung. In seiner Jugend soll er ein begeisterter Ringer gewesen sein und sich zunächst auch für die Dichtkunst und Dramatik interessiert haben. Später wandte er sich stärker der Politik und Philosophie zu.

👤Platon und Sokrates

Um 407 v. Chr. schloss sich Platon dem Philosophen Sokrates als Schüler an, welcher ihn sehr prägte. Von ihm übernahm er unter anderem die Idee, Aussagen kritisch zu hinterfragen und nach begründeten Antworten zu suchen.

Als Sokrates 399 v. Chr. zum Tod verurteilt wurde, belastet das Platon stark. Platon hatte wie Sokrates eine kritische Haltung gegenüber der damaligen Politik Athens. Nach dem Tod seines Lehrers verließ er deshalb die Stadt und ging auf Reisen.

🗺️Platons Reisen

Zwei seiner Reiseorte waren Süditalien und Sizilien. Dort lernte er weitere philosophische und mathematische Denkweisen kennen.

Vor allem Syrakus auf Sizilien besuchte er oft. Platon versuchte dort, seine Vorstellungen von einer guten politischen Herrschaft praktisch umzusetzen. Er versuchte den jungen Tyrannen Dionysios II. durch philosophische Gespräche so zu bilden, dass er von sich aus gerecht regiert — also ein „Philosophenkönig“ wird. Doch Machtspiele und der mangelnde Wille von Dionysios ließen den Versuch scheitern.

🏛️Gründung der Akademie

Um 387 v. Chr. gründete Platon in Athen die Akademie. Dort unterrichtete er selbst, zugleich lehrten und forschten dort auch andere Philosophen. Seine Schüler beschäftigten sich unter anderem mit Philosophie, Mathematik, Astronomie und Politik.

Einer seiner bekanntesten Schüler war Aristoteles, der etwa 20 Jahre an der Akademie verbrachte.

Die Akademie gilt als eine der ersten höheren Bildungseinrichtungen Europas. Deshalb wird sie manchmal auch als Vorläufer moderner Universitäten bezeichnet. Auch Frauen konnten vereinzelt an der Akademie teilnehmen. 

🪦Platons Tod

Platon starb etwa 348/347 v. Chr. in Athen. Woran genau er gestorben ist, ist nicht bekannt. Seine Akademie bestand aber noch etwa 1.000 Jahre nach seinem Tod weiter.

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Platons Philosophie und Denkweise

Platon wollte vor allem verstehen, was wirklich wahr ist und wie Menschen ein gutes und gerechtes Leben führen können. Dabei entwickelte er die Gedanken seines Lehrers Sokrates weiter und stellte eigene philosophische Theorien auf.

Platons Ideenlehre

Nach Platons Ideenlehre gibt es neben unserer sichtbaren Welt noch eine zweite: die Welt der Ideen.

Platon unterscheidet deshalb zwischen:

  • Sinnenwelt: die veränderliche Welt, die du sehen, hören oder berühren kannst
  • Ideenwelt: die vollkommene und unveränderliche Welt, die du nur durch Denken erkennen kannst

Für Platon sind die Ideen die eigentliche Grundlage der Wirklichkeit.

➡️Beispiel

Stell dir vor, es gibt viele verschiedene Tische: große, kleine, runde, eckige, alte, neue. Keiner dieser Tische ist perfekt. Manche wackeln, manche haben Kratzer, manche sind schief. Trotzdem hast du im Kopf eine Vorstellung davon, wie ein „richtiger Tisch“ eigentlich sein soll. Für Platon ist diese Vorstellung kein bloßer Gedanke, sondern ein echtes, perfektes Urbild in einer unsichtbaren Welt — die Idee des Tisches. Alle echten Tische bei uns sind für ihn nur unvollkommene Nachbildungen dieses perfekten Urbilds. Genauso gibt es für Platon auch eine Idee des Schönen, des Guten, des Gerechten usw.

Platons Erkenntnislehre

Platons Erkenntnislehre beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen zu echtem Wissen gelangen können.

Dabei unterscheidet er zwischen Meinung und Wissen:

  • Die Wahrnehmung durch unsere Sinne kann uns täuschen und zeigt für Platon nur die veränderliche Sinnenwelt. Was wir allein durch unsere Sinne wahrnehmen, führt deshalb zu Meinungen und nicht zu sicherem Wissen.
  • Echtes Wissen entsteht durch vernünftiges Denken. Wer die Dinge hinterfragt und ihre grundlegenden Ideen erkennt, kann sich der Wahrheit nähern.
Platons Höhlengleichnis

Mit dem Höhlengleichnis erklärt Platon seinen Weg zur Erkenntnis. Er beschreibt Menschen, die seit ihrer Geburt gefesselt in einer Höhle sitzen und nur Schatten an einer Wand sehen. Weil sie nichts anderes kennen, halten sie diese für die Wirklichkeit.

Einer von ihnen wird schließlich befreit und verlässt die Höhle. Nach und nach erkennt er, dass außerhalb eine ganz andere Wirklichkeit existiert.

Damit zeigt Platon: Was du mit deinen Sinnen wahrnimmst, entspricht nicht immer der ganzen Wahrheit. Durch Bildung und Nachdenken kannst du zu tieferer Erkenntnis gelangen.

Platons Staatslehre

Platon beschäftigte sich auch mit der Frage, wie ein gerechter Staat aufgebaut sein sollte. Seine Vorstellungen dazu beschreibt er vor allem in seinem Werk Politeia.

Für ihn sollte jeder Mensch die Aufgabe übernehmen, für die er besonders geeignet ist. Deshalb teilte er die Gesellschaft in drei Gruppen:

  • Herrscher: Sie sollen den Staat vernünftig und weise führen.
  • Wächter: Sie sollen den Staat schützen.
  • Erwerbstätige: Dazu gehören zum Beispiel Bauern, Handwerker und Händler.

An der Spitze sollten nach Platon sogenannte Philosophenherrscher stehen. Sie eigneten sich seiner Meinung nach besonders zum Regieren, weil sie nach Wissen und Wahrheit streben und nicht nur ihre eigenen Interessen verfolgen.

Platons wichtigste Werke

Platon schrieb seine philosophischen Gedanken meist in Form von Dialogen auf. Darin diskutieren verschiedene Personen miteinander, häufig tritt auch Sokrates als Gesprächspartner auf.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören:

  • Politeia: über Gerechtigkeit und den idealen Staat
  • Symposion: über Liebe und Schönheit
  • Phaidon: über die Seele und den Tod
  • Apologie des Sokrates: über die Verteidigungsrede von Sokrates vor Gericht

Weil Sokrates in vielen dieser Dialoge vorkommt, ist heute nicht immer eindeutig, welche Gedanken von Sokrates und welche von Platon selbst stammen.

Philosophie verstehen

Platon gehört zu den bekanntesten Denkern der Antike und ist ein wichtiges Beispiel für Philosophie. Du vergleichst in diesem Themenfeld Fragen nach Wahrheit, Wissen, Gerechtigkeit und dem guten Leben. So wird klar, wie Menschen über die Welt nachdenken und ihre Antworten mit Gründen stützen. Weitere Videos dazu findest du in unserem Allgemeinwissensbereich.

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