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Du möchtest wissen, was das Scherbengericht ist? Das erklären wir hier!

Klasse 8
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Was ist das Scherbengericht?

Das Scherbengericht war eine politische Abstimmung im antiken Athen, die zum Schutz der Demokratie eingeführt wurde.

Die Bürger Athens konnten dabei darüber abstimmen, eine zu mächtige Person für 10 Jahre aus der Stadt zu verbannen. Damit wollten die Athener zu viel Machtkonzentration verhindern und einer Tyrannis vorbeugen. Tyrannis bedeutet, dass eine einzelne Person die Macht in einem Staat mit Gewalt an sich reißt.

Die Grafik zeigt eine beispielhafte Scherbe, die beim Scherbengericht als Stimmzettel hergenommen wurde.
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Scherbe eines Stimmzettels

Übrigens: Historiker nennen das Scherbengericht auch Ostrakismos. Das leitet sich vom griechischen Wort für Tonscherbe (Ostraka) ab. Auf ihnen ritzten die Bürger den Namen der Person ein, die sie verbannen wollten.

Wie lief das Scherbengericht ab?

Der Ablauf des Scherbengerichts folgte drei Schritten:

  1. Vorabstimmung in der Volksversammlung: Die stimmberechtigten Bürger — also Männer — entschieden, ob ein Scherbengericht in diesem Jahr stattfindet.
  2.  Namensabgabe: Jeder stimmberechtigte Bürger erhielt eine Tonscherbe, auf der er den Namen einer Person einritzen konnte. Damit die Abstimmung gültig war, mussten mindestens 6000 Stimmen abgegeben werden.
  3. Auszählung: Die Person, die am häufigsten genannt wurde, wurde für 10 Jahre aus der Stadt verbannt. Die verbannte Person hatte nach dem Urteil zehn Tage Zeit, die Stadt zu verlassen.

Wichtig: Die Verbannung war keine Strafe im eigentlichen Sinne. Nach Ablauf der zehnjährigen Verbannung konnte der Politiker wieder nach Athen zurückkehren. Dabei verlor er weder Eigentum noch seine gesellschaftliche Stellung.

Scherbengericht — geschichtlicher Hintergrund

Das Scherbengericht geht vermutlich auf die Reformen des Kleisthenes zurück. Er war ein athenischer Politiker, der im späten 6. Jahrhundert v. Chr. die Demokratie in Athen grundlegend umgestaltete.

Die wohl bekannteste Verbannung war die des Politikers Themistokles. Noch wenige Jahre zuvor hatte er selbst das Scherbengericht genutzt, um seine politischen Gegner aus dem Weg zu räumen.

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