Du möchtest wissen, was das Scherbengericht ist? Das erklären wir hier!
Inhaltsübersicht
Was ist das Scherbengericht?
Das Scherbengericht war eine politische Abstimmung im antiken Athen, die zum Schutz der Demokratie eingeführt wurde.
Die Bürger Athens konnten dabei darüber abstimmen, eine zu mächtige Person für 10 Jahre aus der Stadt zu verbannen. Damit wollten die Athener zu viel Machtkonzentration verhindern und einer Tyrannis vorbeugen. Tyrannis bedeutet, dass eine einzelne Person die Macht in einem Staat mit Gewalt an sich reißt.
Übrigens: Historiker nennen das Scherbengericht auch Ostrakismos. Das leitet sich vom griechischen Wort für Tonscherbe (Ostraka) ab. Auf ihnen ritzten die Bürger den Namen der Person ein, die sie verbannen wollten.
Wie lief das Scherbengericht ab?
Der Ablauf des Scherbengerichts folgte drei Schritten:
- Vorabstimmung in der Volksversammlung: Die stimmberechtigten Bürger — also Männer — entschieden, ob ein Scherbengericht in diesem Jahr stattfindet.
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Namensabgabe: Jeder stimmberechtigte Bürger erhielt eine Tonscherbe, auf der er den Namen einer Person einritzen konnte. Damit die Abstimmung gültig war, mussten mindestens 6000 Stimmen abgegeben werden.
- Auszählung: Die Person, die am häufigsten genannt wurde, wurde für 10 Jahre aus der Stadt verbannt. Die verbannte Person hatte nach dem Urteil zehn Tage Zeit, die Stadt zu verlassen.
Wichtig: Die Verbannung war keine Strafe im eigentlichen Sinne. Nach Ablauf der zehnjährigen Verbannung konnte der Politiker wieder nach Athen zurückkehren. Dabei verlor er weder Eigentum noch seine gesellschaftliche Stellung.
Das Scherbengericht geht vermutlich auf die Reformen des Kleisthenes zurück. Er war ein athenischer Politiker, der im späten 6. Jahrhundert v. Chr. die Demokratie in Athen grundlegend umgestaltete.
Die wohl bekannteste Verbannung war die des Politikers Themistokles. Noch wenige Jahre zuvor hatte er selbst das Scherbengericht genutzt, um seine politischen Gegner aus dem Weg zu räumen.
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Antike
Das Scherbengericht ist nur ein kleiner Teil des demokratischen Systems im antiken Athen. Entdecke mehr über die Antike und ihre revolutionären Ideen in unserem Beitrag dazu!
Scherbengericht — häufigste Fragen
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Scherbengericht — häufigste Fragen
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Was ist das Scherbengericht für Kinder erklärt?Das Scherbengericht war in Athen eine Abstimmung, mit der die Bürger eine zu mächtige Person für zehn Jahre aus der Stadt schicken konnten. So sollte verhindert werden, dass ein einzelner Politiker zu viel Macht bekommt und die Demokratie gefährdet.
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Wie funktioniert das Scherbengericht?Das Scherbengericht funktioniert in drei Schritten: Zuerst entscheidet die Volksversammlung, ob es in diesem Jahr überhaupt ein Scherbengericht geben soll. Dann ritzen die stimmberechtigten Bürger einen Namen in eine Tonscherbe, und es müssen mindestens 6000 Stimmen zusammenkommen. Danach wird ausgezählt, und der häufigste Name muss für zehn Jahre gehen und hat zehn Tage Zeit, die Stadt zu verlassen.
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Was bedeutet „Ostrakismus“ übersetzt?„Ostrakismus“ leitet sich vom griechischen Wort „Ostraka“ ab, das „Tonscherben“ bedeutet. Der Zusammenhang ist, dass die Athener beim Scherbengericht den Namen der Person, die verbannt werden sollte, auf eine Tonscherbe ritzten.
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War das Scherbengericht sinnvoll?Das Scherbengericht war sinnvoll, wenn es wirklich dazu diente, zu große Macht bei einer Person zu stoppen und eine Tyrannis (Gewaltherrschaft) zu verhindern. Es konnte aber auch unfair werden, weil Politiker es nutzen konnten, um Gegner loszuwerden, obwohl die Verbannung keine eigentliche Strafe war und Eigentum und Ansehen erhalten blieben.
Antike verstehen
Das Scherbengericht gehört zur Antike und zeigt, wie Politik im alten Athen organisiert war. Wer sich mit der Antike beschäftigt, schaut auf das Leben, die Herrschaft und die Regeln in frühen Hochkulturen und Stadtstaaten. So wird klar, wie Menschen früher zusammenlebten und warum Demokratie, Macht und Rechte schon damals wichtige Themen waren. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.