Um das Volk der Kelten ranken sich allerlei Mythen und Legenden — doch eigentlich gab es nicht „die“ Kelten, sondern viele verschiedene keltische Volksstämme. Wer die Kelten genau waren, erfährst du in unserem Beitrag und im Video dazu!

Kelten einfach erklärt

Als Kelten bezeichnest du nicht ein gemeinsames Volk, sondern viele kleinere Volksstämme. Sie waren während der Antike und der Eisenzeit um 800 vor Christus in ganz Europa verteilt. All diese einzelnen Stämme hatten eine ähnliche Sprache und Kultur.

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Keltische Häuser in Galicien, Spanien

Die einzelnen Stämme wurden von Fürsten oder Häuptlingen angeführt. Aber das war nicht die einzige wichtige Persönlichkeit, die du in einem Keltenstamm antreffen konntest! Es gab noch die Druiden, die eine hohe Stellung in der Gesellschaft hatten. Sie waren so etwas wie Priester, Lehrer, Heiler und Richter gleichzeitig.

Und überhaupt waren die keltischen Völker sehr vielseitig begabt. So belieferten sie ganz Europa mit verschiedenen Rohstoffen und selbst hergestellten Gegenständen. Die Ergebnisse ihrer künstlerischen Fähigkeiten kannst du auch heute noch in Museen bewundern.

Wer waren die Kelten?

Aber wer waren die Kelten denn nun genau? Heute bezeichnest du viele einzelne, ehemalige Volksstämme mit einer ähnliche Kultur und Sprache als Kelten. Sie hatten also keinen festen, einheitlichen Staat oder ein Reich wie die alten Römer und Griechen, sondern waren in ganz Europa verteilt.

Zum Beispiel gab es in Frankreich den Stamm der Gallier. Die Helvetier hingegen waren in Süddeutschland und der Schweiz beheimatet, und die Sequanen und Rauriker in der Türkei.

Übrigens: Vieles, was wir heute über die Kelten wissen, stammt aus der Feder der alten Griechen und Römer. Sie hatten oft mit keltischen Völkern zu tun, da sie um die gleiche Zeit in Europa lebten. Das Wort „Kelten“ kommt deshalb vom griechischen „Keltoi“, und bedeutet „die Tapferen“.

Die Kelten selbst schrieben nämlich fast nichts auf. Du solltest also bedenken, dass unser heutiges Bild von den Kelten von den Meinungen und Erzählungen der Römer und Griechen geprägt wurde! Und weil sie sich oft mit den Kelten bekriegten, beschrieben sie ihre Feinde meist als Barbaren. Diese Bezeichnung sollte zeigen, wie wild und blutrünstig sie die keltischen Völker fanden.

Druiden

Trotz allem findest du in den Beschreibungen der Römer und Griechen auch Informationen über die Gemeinschaft der Kelten allgemein. Zum Beispiel schrieb der Römische Feldherr Julius Caesar  über das Volk der Gallier.

Cäsar fand besonders die Druiden interessant und untersuchte ihre Rolle bei den Kelten. Er stellte fest, dass die Druiden von der Gesellschaft sehr hoch geschätzt wurden. Das lag wohl an ihren Fähigkeiten: Sie heilten Menschen, lehrten Kinder, bestimmten Recht und Unrecht und verbreiteten ihren Glauben.

 Ihr Wissen gaben sie aber nur mündlich weiter. Durch ihre hohe gesellschaftliche Stellung hatten sie Vorteile, da sie keine Steuern innerhalb des Dorfes zahlen mussten und auch nicht im Krieg kämpfen mussten.

Stellung der Frau

Es gab noch eine weitere Besonderheit in der keltischen Gesellschaft, und zwar die Stellung der Frau. Obwohl bei den Kelten grundsätzlich der Mann das Sagen hatte, fanden Archäologen Beweise dafür, dass es auch weibliche Fürstinnen gab.

Einige keltische Frauen konnten also auch eine hohe gesellschaftliche Stellung haben. Viele Forscher gehen auch davon aus, dass Frauen innerhalb ihrer Familie mitbestimmen konnten und sich zum Teil ihre Ehemänner selbst aussuchen durften, was damals eher unüblich war. Manche keltische Frauen sollen sogar an der Seite von ihren Männern gekämpft haben.

Wo lebten die Kelten?

Die ersten Kelten lebten wahrscheinlich irgendwo nördlich der Alpen zwischen Böhmen und Ostfrankreich. Archäologen fanden dort nämlich Spuren der sogenannten Urnenfelderkultur, die ab 1250 vor Christus während der Bronzezeit dort vorherrschte. Forscher gehen davon aus, dass die Menschen dort bereits Keltisch gesprochen haben.

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Größte Verbreitung keltischer Völker in Europa

Die Urnenfelderkultur veränderte sich und wurde um 500 vor Christus zur Hallstattkultur, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Kelten waren. Denn um dieselbe Zeit gab es dann die ersten Berichte der alten Griechen über Kelten.

Und um 450 vor Christus hatte sich die Latène-Kultur entwickelt.  Bei ihr sind sich Forscher sicher, dass es sich um eine keltische Kultur handelte.

Von den Gebieten Westfrankreichs und Südwestdeutschlands aus zogen dann viele keltische Völker weiter. Die verschiedenen Volksstämme besiedelten bald ganz Europa.

Wie lebten die Kelten?

Die meisten keltischen Volksstämme wohnten in Dörfern und lebten vom Ackerbau. Sie bestellten Felder und hielten Schweine und Rinder. Anstatt sich aber nur selbst zu versorgen, trieben sie auch Handel mit anderen Völkern.

Wirtschaft und Handel

Vor allem für den Handel mit Metall waren die keltischen Völker bekannt. Denn sie hatten Zugang zu Kupfer, Zinn, Gold, Silber und Eisen. Diese Materialien benutzten sie übrigens auch selbst für die Herstellung von Werkzeugen, Schmuck oder Waffen.

Besonders Eisen war sehr begehrt und wurde von den Kelten um 100 vor Christus im großen Stil hergestellt. Ein ähnlich wichtiger Rohstoff war auch Salz. Dafür gruben die Kelten sogar schon 200 Meter tiefe Stollen in die Erde!

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Keltische Münze

Durch diese ganzen wertvollen Materialien konnten die keltischen Völker mit Völkern aus ganz Europa Handel treiben. Sogar die Römerinnen sollen ganz begeistert von den Kleidern der keltischen Frauen gewesen sein! Außerdem hatten sie seit 300 vor Christus schon geprägte Münzen, die sie sich von den Griechen abgeschaut hatten.

Keltische Kunst und Handwerk

Es waren aber nicht nur die Rohstoffe, die den Handel mit Kelten so begehrt machten. Die keltischen Völker waren auch sehr geschickt im Kunsthandwerk. So arbeiteten sie schon als Töpfer, Weber, mit Glas und mit Leder. Dafür nutzten sie sogar bereits erste Maschinen wie Drechselbänke oder Drehmühlen. So fertigten sie nicht nur Alltagsgegenstände an, sondern auch aufwendig verzierten Schmuck oder Skulpturen.

Keltischer Glaube

Auf einigen keltischen Schmuckstücken sind auch Götter dargestellt. Wie ihre römischen und griechischen Zeitgenossen, hatten die keltischen Völker nämlich mehr als einen Gott. So gab es für jeden Lebensbereich einen eigenen Gott, wie zum Beispiel für das Handwerk, die Liebe oder die Jagd und den Wald.

Keltische Sprache heute

Die meisten keltischen Sprachen sind inzwischen ausgestorben. Allerdings kannst du auf den Britischen Inseln und im Nordwesten Frankreichs noch auf Sprecher keltischer Sprachen treffen!

Dazu zählen die Sprachen Irisch auf Irland, Walisisch in Wales, Schottisch-Gälisch in den Schottischen Highlands und auf den Hebriden und Bretonisch in der Bretagne. Zusätzlich gibt es inzwischen Versuche, weitere, erst kürzlich ausgestorbene keltische Sprachen wiederzubeleben.

Bronzezeit

Der Ursprung der keltischen Völker liegt mit der Urnenfelderkultur in der Bronzezeit. Wenn du mehr über diesen spannenden Abschnitt der Menschheitsgeschichte wissen willst, schau dir unser Video dazu an!

Zum Video: Bronzezeit
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