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Du hast sicher schon von der Stadt Pompeji gehört, die durch einen Vulkanausbruch zerstört wurde. Aber was ist damals genau passiert und wie sieht die Stadt heute aus? Das erfährst du in unserem Beitrag.

Pompeji einfach erklärt

Das Jahr 79 nach Christus: Die Stadt Pompeji, im heutigen Italien. Plötzlich spuckt der Berg neben der Stadt Feuer — die Menschen sind überrascht. Der Vesuv, neben dem sie ihre Stadt aufgebaut hatten, ist in Wirklichkeit ein Vulkan. Für fast 2.000 Menschen kommt jede Hilfe zu spät. Eine Welle aus glühend-heißer Lava begräbt sie bei lebendigem Leib unter sich.

%@Animation: Bitte dieses Bild hier rein: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/vesuvius-pompeii-1209687841</span><span style="color: #ff00ff;">Bildunterschrift: Ruinen Pompeji am Vesuv; ALT-Text: pompeji, pompeji vulkanausbruch, pompeji vulkan, vesuvausbruch, ruinen pompeji, pompeji ruinen, vesuv ausbruch pompeji

Die Stadt Pompeji und ein Zehntel ihrer Bewohner verschwinden unter einer dicken Schicht erkaltender Lava. Die Ereignisse geraten in Vergessenheit. Erst Jahrhunderte später beginnen Archäologen mit Ausgrabungen. Die Stadt hat die vielen Jahre unter der Lavaschicht gut überstanden. Denn auch heute noch kannst du die gut erhaltenen Überreste Pompejis besichtigen.

Die antike Stadt Pompeji

Weil die erstarrte Lava alles konservierte, was sie unter sich begrub, wissen wir heute sehr viel über das Leben der Menschen damals in Pompeji. Die Stadt lag idyllisch direkt am Meer und konnte so über ihren Hafen mit fernen Ländern Handel treiben. Zum Schutz vor Feinden zog sich um die gesamte Stadt eine Stadtmauer mit Wachtürmen und mehreren Toren.

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Ruinen – Pompeji Vulkanausbruch

Pompeji war wohl sehr wohlhabend, denn neben dem für antike Städte typischen Forum (zentraler Stadtplatz) gab es auch ein Theater, eine Basilika und eine Sporthalle. Luxus war also Teil des Alltags der meisten Menschen in Pompeji. Das legen auch die Ruinen prächtiger Häuser und Paläste nahe, die Archäologen ausgegraben und teilweise rekonstruiert haben. Ihre Wände sind oft noch mit bunten Malereien verziert. Der Reichtum galt allerdings nicht allen Bewohnern Pompejis: Der Großteil der Bürger war ärmer und lebte auf engem Raum meist über einem Laden.

Pompeji Vulkanausbruch

Bevor der Pompeji Vulkanausbruch losging, gab es Vorzeichen. Erdbeben erschütterten das Gebiet rund um den Vesuv und somit auch die Stadt selbst. Doch die Menschen konnten diese Vorzeichen damals nicht deuten, weil sie die Signale eines bevorstehenden Vulkanausbruchs nicht kannten. Zudem wussten sie nicht, dass sie neben einem Vulkan lebten, denn der Vesuv war zu ihren Lebzeiten noch nicht ausgebrochen.

Vesuv Ausbruch Pompeji

Nun aber wurde der Himmel von schwarzem Rauch verdunkelt. Der Vulkan ließ Asche und Bimsstein auf die Bewohner herabregnen. Der Augenzeuge Plinius beschrieb, wie aus dem Vesuv eine Säule aus Gas und Asche stieg, die sich weiter oben zu einer Gewitterwolke formte.

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Der Vesuv

Die Bewohner Pompejis versuchten in Panik, die Stadt zu verlassen oder flüchteten in ihre Häuser. Bei diesem ersten Vesuvausbruch kam etwa ein Drittel der Menschen ums Leben. Sie erstickten durch die Asche und das Gas oder wurden von herabfallenden Steinen erschlagen.

Die Gassäule fiel allmählich in sich zusammen und wurde zu giftigen Gaswolken, die sich ausbreiteten. Zudem gab es erste Glutaschewolken. Diese giftigen Wolken gleiteten sehr schnell an Berghängen hinab. Sie erreichten Pompeji aber noch nicht. Dafür zerstörten sie die nahe gelegene Stadt Herculaneum, von der heute so gut wie nichts mehr erhalten ist. Zum Glück waren aber die meisten ihrer Bewohner schon geflohen.

Pompeji hingegen war mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. Die Luft in der Stadt war heiß und so mit Feinstaub verdichtet, dass das Einatmen für die meisten Menschen tödlich endete. Viele Häuser waren bereits eingestürzt oder verschüttet. Zum Ascheregen gesellte sich nun heißer Schlamm, der vom Vulkan in die Stadt floss. Außerdem wurden Schlammpartikel so vom Vulkan herausgeschleudert, dass sie sich im Flug zu kleinen Steinkügelchen verhärteten. Sie fielen wie schwerer Hagel auf Pompeji herab.

Die Folgen des Ausbruchs

Doch die Katastrophe war noch nicht vorbei. Um Mitternacht erschütterte erneut ein Erdbeben Pompeji. Die letzten Häuser stürzten ein und begruben diejenigen unter sich, die bis zu diesem Zeitpunkt Schutz darin gefunden hatten.

In den frühen Morgenstunden hatte sich der Vulkan beruhigt und die letzten Überlebenden versuchten, die Stadt zu verlassen. Jedoch flossen aus dem Vulkan mehrmals Glutaschewolken und Lava-Ströme herab, die nun auch Pompeji mit hoher Geschwindigkeit erreichten. Diese Ströme zerstörten alles im Umkreis von 15 Kilometern des Vesuv. So wurden auch die letzten Überlebenden unter ihnen begraben.

Am nächsten Tag hatte die Eruption ganz aufgehört. Das gesamte Gebiet um den Vesuvausbruch war nun mit einer dicken, weißen Ascheschicht bedeckt. Pompeji war scheinbar ganz verschwunden. Einige Jahrtausende später fanden Archäologen von den 20.000 Einwohnern nur ungefähr 2.000. Daraus kannst du schließen, dass der Großteil der Pompejianer fliehen konnnte.

Ausgrabungen

Zunächst geriet das vergrabene Pompeji in Vergessenheit. Im 16. Jahrhundert tauchten aber einzelne Funde rund um den Vesuv auf und im späteren 18. Jahrhundert begannen die Menschen, nach der einstigen Stadt zu graben.

Durch die Veröffentlichungen des Archäologen Johann Joachim Winckelmann stieg das Interesse an der Antike. Viele wollten die Ausgrabungsstätten Pompejis besichtigen, wobei eher wahllos herumgegraben wurde. Dabei zerstörten sie viele Funde oder nahmen wertvoll wirkende Objekte einfach mit. Vieles lässt sich deswegen heutzutage nicht mehr einem bestimmten Fundort zuordnen.

Erst der italienische König Vittorio Emmanuele II. sah im 19. Jahrhundert den kulturellen und geschichtlichen Wert der Ausgrabungsstätte. Er beauftragte den Archäologen Giuseppe Fiorelli damit, eine gezielte, methodische Ausgrabung Pompejis durchzuführen. Fiorelli ging im Gegensatz zu seinen Vorgängern systematisch und vorsichtig vor. So gelang es ihm, die ganze Stadt auf Papier zu rekonstruieren und verschüttete Gebäude komplett freizulegen.

Fiorelli war außerdem darauf bedacht, seine Funde nach Ort und Datum genau zu notieren und ließ sie meistens an der Stelle, an der er sie gefunden hatte. Er versuchte lediglich, die ausgegrabenen Bauwerke zu erhalten, indem er sie vor Wind und Wetter schützte. Allerdings verblassten mit der Zeit trotz allem viele der prächtigen Wandmalereien an den Häusern durch die Sonne. Um sie in Erinnerung zu behalten, begannen Kunststudenten aus Neapel, sie abzumalen.

Pompejis „schlafende Tote“

Doch Fiorelli fand nicht nur steinerne Ruinen, sondern auch menschliche Überreste. Die Vulkanasche hatte die Körper der Bewohner und die ihrer Haustiere unter sich begraben. Das besondere daran ist, dass zwar nur die Knochen übrig blieben, doch die Form und Haltung ihrer Körper, die sie zum Zeitpunkt ihres Todes eingenommen hatten, war sozusagen in erstarrtem Lava eingegossen. Somit waren die Knochen in einem Hohlraum eingeschlossen, der die Form menschlicher oder tierischer Körper hatte. Fiorelli machte sich das zunutze und goss Gips in die Hohlräume. Dadurch entstanden steinerne Abbilder der Toten, die sie in oftmals verrenkten oder kauernden Posen im letzten Moment ihres Lebens zeigen. An diesen „Statuen“ fanden Forscher übrigens selten Anzeichen schwerer Verletzungen. Das bedeutet, dass die meisten Bewohner wohl erst in der sie einschließenden Lava erstickt waren.

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Gips-Guss eines Opfers vom Pompeji Vulkanausbruch

Auch heute noch kannst du ihre Gips-Abbilder an der Ausgrabungsstätte in Pompeji besichtigen. 

Pompeji heute

Die Ausgrabung Pompejis dauert bis heute an. Ein Viertel der Ruinen ist nämlich immer noch nicht freigelegt. Das liegt daran, dass die Grabungen für Archäologen schwierig sind. Denn sie sind nicht nur mit der Entfernung der meterdicken Ascheschicht beschäftigt, sondern müssen auch gegen die drohende Verwitterung ihrer Fundstücke durch Wind und Wetter ankämpfen. Mit EU-Fördergeldern wird versucht, die Ruinen zu erhalten.

Zudem kommt noch das große öffentliche Interesse an den Ausgrabungen und der Besichtigung der Ruinen. Das antike Pompeji ist heute nämlich eine wichtige Attraktion für Touristen aller Welt. 1997 erklärte die UNESCO es sogar zum Weltkulturerbe. Besonders das während der ersten Ausgrabungen neu entstandene, moderne Pompei profitiert von den Ruinen, die viele Touristen anlocken..

Römisches Reich

Durch Pompeji hast du schon viel gelernt über das Leben im Römischen Reich. Wenn du darüber noch mehr wissen willst, sieh dir unser extra Video%Verweis römisches Reich dazu an! 

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