Varusschlacht einfach erklärt

Die Varusschlacht ist auch als Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht bekannt. Dabei errang das Volk der Germanen im Jahr 9 n. Chr. einen entscheidenden Sieg über die Römer. So verhinderten sie eine weitere Ausdehnung des Römischen Reiches in Germanien (heutiges Mitteleuropa).

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Die Hermannsschlacht im Teutoburger Wald – Gemälde von Wilhelm Lindenschmit

Die Römer waren den Germanen militärisch überlegen und galten damals fast als unbesiegbar. Der germanische Fürst Arminius schaffte es jedoch, die Römer in einen Hinterhalt zu locken. So konnte er die römische Armee in einem vernichtenden Kampf besiegen.

Varus, der Anführer der Römer, beging daraufhin Selbstmord. Arminius hingegen wurde als germanischer Held verehrt und entwickelte sich zu einer Legende.

Varusschlacht Zusammenfassung
  • Rom will Germanien kontrollieren.
  • Der Germane Arminius hintergeht den Römischen Befehlshaber Varus.
  • Die Römische Armee läuft im Jahr 9 n. Chr. direkt in einen germanischen Hinterhalt

Varusschlacht beginnt

  • Dauer der Schlacht: 3 Tage
  • Römische Armee wird fast komplett vernichtet, kaum Überlebende
  • Varus begeht noch auf dem Schlachtfeld Selbstmord

Sieg der Germanen

Germanen gegen Römer

Das Römische Reich wurde zur Zeit der Varusschlacht von Kaiser Augustus regiert. Er herrschte bereits über einige germanische Gebiete westlich des Rheins. An dieser Stelle ist es für dich wichtig zu wissen, dass „die Germanen“ keine einheitliche Gruppe waren. Es gab nämlich viele verschiedene germanische Stämme, die teilweise sogar untereinander verfeindet waren.

Die Stämme innerhalb des Römischen Reiches waren dem Kaiser jedenfalls zu Treue und Steuerzahlungen verpflichtet. Das reichte ihm jedoch nicht! Augustus wollte seinen Einflussbereich in Germanien weiter vergrößern. Er versuchte daher auch germanische Stämme außerhalb des Römischen Reiches unter seine Kontrolle zu bringen.

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Römische Münze mit dem Kopf des Kaisers Augustus und dem Stempel von Varus

Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, waren die Germanen damit nicht besonders glücklich. Die einzelnen Stämme konnten der militärischen Stärke der Römer jedoch nur wenig entgegensetzen. Daher sahen sie sich gezwungen, den Befehlen der Römer Folge zu leisten.

Doch wie kam es dann überhaupt zur Varusschlacht? Um das zu verstehen, sind zwei Personen ganz besonders wichtig: Varus und Arminius. Schau sie dir jetzt mal genauer an!

Varus: Anführer der Römer

Publius Quinctilius Varus war damals der Statthalter des römischen Kaisers in der Provinz Germanien. Das heißt, er regierte stellvertretend für Kaiser Augustus in dem Teil Germaniens, der bereits zum Römischen Reich gehörte. Varus trieb Steuern von den einheimischen Germanen ein und hatte das Kommando über die römischen Legionen, die dort stationiert waren. Eine Legion kannst du dir als eine militärische Einheit der Römer vorstellen, die aus 3.000 bis 6.000 Soldaten bestand.

Arminius: Held der Germanen

Arminius war ein germanischer Fürst vom Stamm der Cherusker. Experten vermuten, dass er bereits sehr jung als eine Art Geisel an die Römer übergeben wurde. Durch seine Stellung als Fürstensohn hatte Arminius einen großen Wert für seinen Stamm. Die Römer verwendeten ihn daher als Druckmittel, um die Germanen von einem Aufstand abzuhalten. Das sicherte vorerst den Frieden zwischen den beiden Seiten.

Die Römer behandelten Arminius jedoch sehr gut. Er wurde in Rom ausgebildet und begann schließlich eine Karriere in der römischen Armee. Durch seine Verdienste im Kampf konnte er dort bis zum Ritter aufsteigen und erhielt außerdem das römische Bürgerrecht. Dieses Recht beinhaltete unter anderem die Möglichkeit, zu wählen und selbst bei Wahlen anzutreten.

Im Jahr 7 oder 8 n. Chr. kehrte er in seine alte Heimat zurück. Unter dem Befehl von Varus diente Arminius als Kommandant germanischer Hilfstruppen. Sie sollten die römische Armee unterstützen.

In dieser wichtigen Position genoss Arminius das vollste Vertrauen seines Oberbefehlshabers Varus. Aus nicht eindeutig geklärten Gründen wandte sich Arminius jedoch schließlich von Rom ab und hinterging Varus.

Verrat des Arminius

Arminius hatte es in seiner Zeit als Kommandant geschafft, mehrere zerstrittene germanische Stämme zu einem Bündnis zu bewegen. Nur gemeinsam hatten sie eine Chance, sich gegen die Unterdrückung durch die Römer zu wehren. Trotzdem waren die Römer ihnen militärisch noch haushoch überlegen.

Also schmiedete Arminius einen hinterhältigen Plan: Im Jahr 9 n. Chr. zog Varus gerade mit drei römischen Legionen durch Germanien. Arminius erzählte ihm dabei, dass es auf seiner geplanten Route zu einem kleinen Aufstand der Germanen gekommen war. So konnte er Varus überzeugen, einen Umweg zu nehmen. Der Aufstand war zwar eine Lüge — Varus durchschaute sie aber nicht.

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Die Varusschlacht

Der Umweg führte die Römer aber über schmale Waldwege. Dadurch mussten die Soldaten hintereinandergehen, sodass ihr Zug viele Kilometer lang war. Doch die römische Armee lief geradewegs in einen Hinterhalt der Germanen. So kam es zur berühmten Varusschlacht.

Varusschlacht

Wie aus dem Nichts befanden sich die Römer plötzlich unter Beschuss. Durch die dichten Büsche und Bäume war für die Soldaten schwer zu erkennen, woher die Pfeile überhaupt kamen. Die Germanen hatten vermutlich auch Schutzwälle gebaut, die ihre Deckung noch verbesserten. Auf so engem Raum konnten die Römer außerdem nicht ihre gewohnten Kriegsformationen einnehmen. Es brach ein absolutes Chaos unter den Römern aus.

Während ein Teil der Römer verzweifelt versuchte, die Kontrolle über die Situation zu erlangen, hatte ein anderer Teil der Armee noch überhaupt nichts vom Angriff der Germanen mitbekommen. Denn der Abstand zwischen der Spitze des Heeres und den hintersten Soldaten betrug mehrere Kilometer. Das verhinderte eine rechtzeitige Warnung der anderen Soldaten.

Ende der Varusschlacht

Die Varusschlacht dauerte insgesamt drei Tage. Zwischen 15.000 und 20.000 römische Soldaten verloren dabei ihr Leben. Auch Varus selbst wurde verletzt. Angesichts der katastrophalen Lage und aus Angst vor einer Gefangenschaft beging er schließlich Selbstmord. Das nahm den Römern auch noch ihre letzte Hoffnung.

Einige von den übrigen Soldaten taten es ihrem Anführer Varus gleich; die anderen ließen ihre Waffen fallen und ergaben sich. Damit hatten die Germanen die Varusschlacht gewonnen.

Doch wie ging es danach weiter?

Folgen der Varusschlacht

Nach der schmerzhaften Niederlage verstärkte Kaiser Augustus die römischen Truppen in Germanien. Nur wenig später begann sein Nachfolger, Kaiser Tiberius, erneut in Germanien vorzudringen. Er erlitt dabei jedoch hohe Verluste und erreichte dafür viel zu wenig. Deshalb beschloss er letztendlich, seine Feldzüge östlich des Rheins aufzugeben.

Vielmehr konzentrierten sich die Römer jetzt darauf, den Rhein als Grenze zum Römischen Reich zu sichern. Sie verteidigten also nur noch ihre bereits eroberten Gebiete in Germanien. Zu diesem Zweck bauten sie etwa 70 Jahre nach der Varusschlacht auch einen Grenzwall, den sogenannten Limes.

Arminius und die Varusschlacht — ein Mythos?

Viele Jahrhunderte später entwickelte sich die Varusschlacht zum Mythos. Arminius wurde im 19. Jahrhundert unter dem Namen Hermann zum deutschen Nationalhelden erhoben. Daher stammt auch die Bezeichnung Hermannsschlacht für die Varusschlacht.

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Das Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald

Besonders im deutschen Kaiserreich und zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Geschichte von Arminius und der Varusschlacht idealisiert und als Gründungsmythos Deutschlands verbreitet. Patriotische Bürger versuchten, ihre Nation auf einen Stammvater zurückzuführen. Dabei nutzten sie Arminius, weil er durch sein Geschick als „germanischer Heerführer“ die zahlenmäßig überlegenen Römer in der Varusschlacht besiegen konnte.

Diese Interpretationen der Schlacht sind jedoch stark ideologisch beeinflusst und entsprechen nicht der Wahrheit. Von einer „deutschen“ Einheit konnte zur Zeit der Varusschlacht nämlich noch lange nicht die Rede sein.

Trotzdem hat die Varusschlacht eine wichtige Bedeutung für die deutsche Geschichte und wird immer noch wissenschaftlich untersucht. Eine entscheidende Frage dieser Untersuchungen ist, wo sie überhaupt stattgefunden hat.

Wo fand die Varusschlacht statt?

Die Frage nach dem Ort der Varusschlacht beschäftigt die Wissenschaft schon seit Langem. In den antiken Quellen wird erwähnt, dass die Varusschlacht nicht weit vom Teutoburger Wald stattgefunden haben soll. Das ist der Name eines Mittelgebirges zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Du kannst die Varusschlacht daher auch als Schlacht im Teutoburger Wald bezeichnen.

Auf die Frage nach dem genauen Ort der Schlacht gibt es bis heute keine sichere Antwort. Bei archäologischen Ausgrabungen in Kalkriese wurden jedoch wichtige Hinweise darauf gefunden.

Ausgrabungen in Kalkriese

Kalkriese ist ein kleiner Ort in Niedersachsen. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden dort Dinge wie römische Münzen, Waffen und auch menschliche Knochen gefunden. Dadurch ist bewiesen, dass es in Kalkriese zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen gekommen sein muss.

Ob es sich bei den Kämpfen in Kalkriese wirklich um die Varusschlacht handelte, ist allerdings bis heute umstritten. Die Beweise reichen für eine endgültige Beurteilung nicht aus. Es finden aber weiterhin Ausgrabungen und Analysen der Funde statt, bei denen die Experten mit neuester Technik nach weiteren Hinweisen suchen.

Germanen

Die Varusschlacht war ein wichtiger Erfolg für die Germanen. Wenn du noch mehr über die Geschichte der Germanen erfahren möchtest, schau dir doch auch unser Video dazu an!

Zum Video: Germanen
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