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Die Standortanalyse hilft einem Unternehmen dabei, den richtigen Standort zu finden! Welche Schritte dabei zu beachten sind, erklären wir dir in unserem Beitrag!

Standortanalyse einfach erklärt

Eine Standortanalyse ist die Suche nach dem richtigen Standort für ein Unternehmen. Dabei wird der Standort mithilfe von verschiedenen Kriterien analysiert. Die Bewertungskriterien, auch Standortfaktoren genannt, geben dabei die Qualität des Standortes für ein Unternehmen an.

Beispiel: Lena möchte eine Bäckerei eröffnen. Dafür muss sie sich überlegen, ob ein Laden direkt am Hauptbahnhof oder in einer kleineren Nebenstraße besser geeignet ist. Mithilfe einer Standortanalyse vergleicht sie alle wichtigen Kriterien, wie beispielsweise den Mietpreis, die Konkurrenzsituation und die potenzielle Kundschaft.

Die gängigste Methode der Standortanalyse ist die Nutzwertanalyse. Hierbei erfolgt eine systematische Gewichtung der verschiedenen Standortfaktoren über ein Punktesystem. %Wenn du mehr über die Standortanalyse wissen willst, dann schau dir jetzt unser Video dazu an!

Makrostandort und Mikrostandort

Der Standort ist der geografische Ort, an dem sich ein Unternehmen befindet. Er kann für ein Unternehmen erfolgsentscheidend sein, weshalb er über die Standortanalyse sorgfältig ausgesucht wird. Ein bestimmter Standort ist für verschiedene Unternehmen unterschiedlich gut geeignet. Je nach Branche, Unternehmensgröße und Konzept muss deshalb der passende Ort gefunden werden.

Bei der Suche nach der richtigen Lage wird zwischen Makrostandort und Mikrostandort unterschieden.

Makrostandort

Ein Makrostandort ist ein großes Gebiet aus vielen Standorten mit überregionalem Zusammenhang. Das heißt, dass viele der Standortfaktoren der einzelnen Orte in dem Gebiet gleich sind. Dabei können sich die Kriterien beispielsweise auf die politische Lage, die Wirtschaftslage, die Gesetzgebung zu Steuern und Subvention oder auf das Arbeitsrecht beziehen.

Beispiel: Die Europäische Union ist ein Makrostandort. Hier herrschen bestimmte Vorgaben und Gesetze, die alle Mitgliedsstaaten einhalten müssen. Dadurch sind auch viele der Standortfaktoren, wie zum Beispiel die Währung oder die Arbeitnehmergesetze, in den Ländern gleich.

Häufig gleichen sich die Standortsfaktoren in Teilen eines Kontinentes, in Staatengruppen oder auch in Regionen innerhalb eines Staates.

Mikrostandort

Ein Mikrostandort bezeichnet Regionen in direkter Umgebung. Es besteht also ein regionaler Zusammenhang zwischen den Standorten. Auch hier gleichen sich die Standortfaktoren, wie beispielsweise die Grundstückpreise, die Verkehrsanbindung oder die Stromkosten.

Beispiel: Eine kleine Vorstadt vor Hamburg ist ein Mikrostandort. Die Vorstadt ist relativ klein und die Verkehrsanbindungen sind überall ähnlich. Außerdem unterscheiden sich die Mietpreise innerhalb der Region nur gering.

Mikrostandorte können Städte, Stadtteile oder auch benachbarte Straßen mit gleichen Standortfaktoren sein.

Standortfaktoren

Die Standortfaktoren geben die Qualität eines Standortes für ein Unternehmen an. Sie dienen als Bewertungskriterien bei einer Standortanalyse. Dabei lassen sich die Standortfaktoren in harte und weiche Faktoren unterscheiden. 

Harte Standortfaktoren sind Eigenschaften eines Gebietes, die sich genau berechnen lassen. Sie heißen deshalb auch quantitative Standortfaktoren. Ein Beispiel dafür wäre der Mietpreis für Büro- oder Produktionsstätten an einem Standort. 

Weiche beziehungsweise qualitative Standortfaktoren sind Eigenschaften einer Region, die subjektiv bewertet werden. Zum Beispiel ist das Bildungsangebot an einem Standort ein weicher Standortfaktor.

Wenn du mehr über harte und weiche Standortfaktoren erfahren willst, dann schau dir unser kurzes Video dazu an!

Methoden der Standortanalyse

Die gängigste Methode der Standortanalyse ist die Nutzwertanalyse. Hierbei werden die unterschiedlichen Standortfaktoren nach ihrer Wichtigkeit bewertet.

Die Einschätzung erfolgt durch die Vergabe von Punkten im positiven Zahlenbereich. Dabei wird zunächst der Standortfaktor gewichtet und anschließend werden die verschiedenen Standorte im Hinblick auf den jeweiligen Standortfaktor bewertet. Je höher die Zahl, desto wichtiger der Standortfaktor.

Neben der Nutzwertanalyse gibt es außerdem die Profilmethode. Sie ist ähnlich zur Nutzwertanalyse, allerdings werden neben positiven Zahlen zusätzlich Punkte mit negativem Zahlenwert vergeben.

Vorgehen bei der Standortanalyse

Ein Unternehmen muss als Erstes eine Makrostandortanalyse durchführen, um sich für einen geeigneten Großraum zu entscheiden. Nach der Makrostandortanalyse sucht das Unternehmen anschließend einen geeigneten Standort innerhalb des Großraums. Dazu dient die Mikrostandortanalyse.

Der Ablauf der Makro- und der Mikrostandortanalyse ist in beiden Fällen gleich aufgebaut. Es gibt 5 wichtige Schritte, die bei der Methode der Nutzwertanalyse zu beachten sind.

1. Schritt: Auflistung relevanter Standortfaktoren

Zu Beginn listet das Unternehmen alle relevanten Standortfaktoren auf. Welche Faktoren hier wichtig sind, hängt von der Branche und der Art des Unternehmens ab.

Beispiel: Eine kleine Bäckerei soll in einer Kleinstadt eröffnet werden. Wichtige Standortfaktoren sind hier unter anderem: der Mietpreis, die Häufigkeit der Laufkundschaft und die Nähe zur Konkurrenz.

2. Schritt: Gewichtung der Standortfaktoren

Nun müssen die einzelnen Standortfaktoren nach ihrer Wichtigkeit sortiert werden. Nicht alle Faktoren sind von gleicher Bedeutung für das Unternehmen.

Beispiel: Am wichtigsten für die Bäckerei ist der Mietpreis der Räumlichkeit. Er darf für das neue Unternehmen nicht zu hoch sein. Ebenfalls sehr wichtig ist die Häufigkeit der Laufkundschaft. Spontane Käufe machen den Großteil des Umsatzes aus. Den dritten Platz belegt die Nähe zur Konkurrenz. Zwar kann ein anderer Bäcker den Verlust einiger Kunden bedeuten, die Existenz der Bäckerei ist jedoch nicht direkt bedroht. 

Gewichtung: 1 = unwichtig; 3 = sehr wichtig

Standortfaktoren Gewichtung
Mietpreis 3
Laufkundschaft 2
Nähe zur Konkurrenz 1

3. Schritt: Auswahl mehrerer potenzieller Standorte

Eine Standortanalyse dient dem Vergleich potenzieller Standorte. Deshalb müssen im dritten Schritt mehrere Standorte zum Vergleich festgelegt werden.

Beispiel: Für die Bäckerei kommt zum einen ein kleiner Laden im Hauptbahnhof infrage. Hier ist der Mietpreis dementsprechend hoch, es gibt viel Konkurrenz, aber auch sehr viel Laufkundschaft. Als Alternative gibt es eine Räumlichkeit in einer kleineren Nebenstraße. Der Mietpreis ist deutlich geringer und in der Nachbarschaft wohnen viele Familien. Andere Geschäfte gibt es nicht.

4. Schritt: Analyse und Bewertung der Standortfaktoren an den potenziellen Standorten

Nun werden die ausgesuchten Standorte anhand der Standortfaktoren beurteilt. Dafür bekommt jeder Standort Punkte, je nachdem wie sehr der Standortfaktor auf den Standort zutrifft.

Beispiel:

Bewertung Standorte: 1 = trifft kaum zu; 5 = trifft völlig zu

Standortfaktor Gewichtung Hauptbahnhof Nebenstraße
Mietpreis 3 1 3
Laufkundschaft 2 5 2
Nähe zur Konkurrenz 1 2 5

5. Schritt: Vergleichen der Standorte durch die Nutzwertanalyse

Im 5. Schritt kommt es zum Vergleich der einzelnen Standorte durch die Nutzwertanalyse. Dafür werden die Punkte der Gewichtung und der Bewertung multipliziert und für den einzelnen Standort zusammen gezählt. Der Standort mit der höchsten Punktzahl eignet sich am besten für das Unternehmen.

Beispiel:

Gewichtung: 1 = unwichtig; 3 = sehr wichtig

Bewertung Standorte: 1 = trifft kaum zu; 5 = trifft völlig zu

Standortfaktor Gewichtung Hauptbahnhof Nebenstraße
Mietpreis 3 1 3
Laufkundschaft 2 5 2
Nähe zur Konkurrenz 1 2 5
Gesamtpunktzahl   15 18

In diesem Beispiel ist die Nebenstraße die bessere Wahl.

Zusammenfassung

Standortanalyse — das Wichtigste 
  • Eine Standortanalyse ist die Bewertung, die Berechnung und der Vergleich von Standortfaktoren. Sie hilft einem Unternehmen bei der Auswahl eines geeigneten Standortes.
  • Standortfaktoren sind die Bewertungskriterien der Qualität eines Standortes bei einer Standortanalyse.
  • Ein Standort ist der geografische Ort eines Unternehmens.
  • Die Standortanalyse unterscheidet zwischen Makrostandort und Mikrostandort.
  • Die geläufigste Methode der Standortanalyse ist die Nutzwertanalyse.

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