Beim Thema Eigenkapitalfinanzierung verstehst du nur Bahnhof? Wir zeigen dir die einzelnen Arten der Eigenfinanzierung und gehen auch auf die Vorteile und Nachteile ein.
Um das Thema besser erklärt zu bekommen, schau dir unbedingt unser Video zur Eigenkapitalfinanzierung an.
Inhaltsübersicht
Eigenkapitalfinanzierung Definition
Zunächst sollten wir uns vor Augen führen, dass es sich bei der Eigenkapitalfinanzierung um den Gegenspieler zur Fremdkapitalfinanzierung handelt. Der Unterschied ist, dass das Geld bei der Eigenkapitalfinanzierung von den Eigentümern selbst in die Firma kommt. Das Unternehmen wird also durch eigene Mittel finanziert, um entweder das Eigenkapital zu vergrößern oder sehr teure Anschaffungen tätigen zu können, ohne dabei auf einen Kredit oder Ähnliches zurückzugreifen.
Arten der Eigenkapitalfinanzierung
So, nachdem du jetzt weißt, was genau man unter der Eigenkapitalfinanzierung versteht, kommen wir auch schon zu den unterschiedlichen Arten.
Hier unterscheiden wir zwischen Innenfinanzierung und Außenfinanzierung.
- Die Innenfinanzierung wird in diesem Fall auch Selbstfinanzierung genannt.
- Die Außenfinanzierung kann auch als Beteiligungsfinanzierung bezeichnet werden.
Zur Innenfinanzierung zählen einbehaltene Gewinne des Geschäftsjahres oder auch die Auflösung stiller Reserven zur Erhöhung des Eigenkapitals. Diese entstehen zum Beispiel durch die Unterbewertung von Vermögensanteilen. Dieser Satz hört sich komplizierter an, als er eigentlich ist.
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Beispiel zur Eigenkapitalfinanzierung
Schauen wir uns dazu einfach ein kurzes Beispiel an. Angenommen eine Firma hat vor 10 Jahren ein Grundstück für 2 Mio. Euro gekauft, welches heute aber 10 Mio. Euro wert ist. Damals wurde es also mit nur 2 Mio. Euro in die Bilanz eingetragen, ist mittlerweile aber 8 Mio. Euro unterbewertet.
Beispiele für die Außenfinanzierung wären Finanzierungsinstrumente wie Aktien oder GmbH-Anteile. Nehmen wir an, dass eine Fertighausfirma in den nächsten Monaten noch jede Menge Häuser bauen möchte. Hierzu braucht sie weitere Mitarbeiter, welche sich um die Fertigstellung der Häuser kümmern können. Glücklicherweise erkennt ein Investor das Potenzial der Firma und stellt Kapital zu Verfügung, mit Hilfe dessen die neuen Mitarbeiter auch bezahlt werden können. Im Gegenzug wird er zum Beispiel Miteigentümer und erhält eine Rendite für sein eingebrachtes Kapital.
Vorteile
- Zu den Vorteilen zählt zum einen die verringerte Gefahr der Überschuldung, da weniger oder keine Fremdmittel zum Einsatz kommen.
- Daraus folgt, dass das Unternehmen bei einer Eigenkapitalfinanzierung eine deutlich größere Unabhängigkeit hat. Man ist frei in der Entscheidung, wie man sein Kapital einsetzt und welche unternehmerischen Entscheidungen man trifft.
- Im Falle der Innenfinanzierung besteht außerdem eine verringerte Gefahr einer Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit, da mögliche Gewinnausschüttungen, also die Auszahlung von Gewinnanteilen an Miteigentümer, in Problemlagen auch einfach ausgesetzt werden können.
Nachteile
- Zu einem der wenigen Nachteile zählt, dass die Eigenkapitalfinanzierung, im Bezug auf die Außenfinanzierung, langfristig gesehen eher teuer ist, denn Investoren verlangen Risikoprämien, um sich vor einem Totalverlust, wie in etwa bei der Insolvenz des Unternehmens, zu schützen.
- Zum anderen ist die Eigenkapitalfinanzierung steuerlich nicht absetzbar. Das liegt daran, dass nur auf Fremdkapital Zinsen gezahlt werden können. Auf zum Beispiel einbehaltene Gewinne aus der Eigenkapitalfinanzierung werden im Gegensatz dazu keine Zinsen gezahlt. Deswegen können sie auch nicht als ausgabenwirksam in der Buchführung verbucht werden und sind dementsprechend steuerlich nicht absetzbar. Macht ja auch Sinn, oder?
Einsatzbereich von Eigenkapitalfinanzierung
Zum Abschluss wollen wir dir noch ein paar Beispiele über den Einsatzbereich der Eigenkapitalfinanzierung geben.
Allgemein kann man sagen, dass man mit Hilfe der Eigenkapitalfinanzierung langfristige Werte anschaffen sollte, wie zum Beispiel Gebäude, Firmengrundstücke oder Maschinen. Im besten Fall sollen diese möglichst günstig finanziert werden, um einen Gewinn einzubringen. Was das bedeutet erklären wir dir in einem Beispiel.
Nehmen wir diesmal an, dass sich die Fertighausfirma einen neuen Kran aus einbehaltenen Gewinnen finanziert, um in Zukunft schneller Häuser bauen zu können. Der Kran kann direkt in Betrieb genommen werden und erzielt durch die schnellere Fertigstellung von Häusern sofort mehr Gewinn für die Firma. Hätte man den Kran fremdfinanziert und müsste dementsprechend zunächst Zinsen auf die Anschaffung zahlen, würde die Gewinnausschüttung erst später eintreten. Das spielt eine wichtige Rolle im Bezug auf die Wahl der Finanzierungsmethode.
Super, du bist nun bestens über die Eigenkapitalfinanzierung mit ihren Vor- und Nachteilen informiert. Behalte im Hinterkopf, dass man zwischen Innen- und Außenfinanzierung unterscheiden kann.
Eigenkapitalfinanzierung — häufigste Fragen
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Eigenkapitalfinanzierung — häufigste Fragen
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Wie funktioniert Eigenkapitalfinanzierung?Eigenkapitalfinanzierung funktioniert, indem ein Unternehmen Kapital von den Eigentümern erhält, statt einen Kredit aufzunehmen. Bei der Innenfinanzierung kommt das Geld aus dem Unternehmen selbst, zum Beispiel durch einbehaltene Gewinne oder durch das Auflösen stiller Reserven. Bei der Außenfinanzierung bringen Investoren Eigenkapital ein, etwa über Aktien oder GmbH-Anteile.
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Was ist der Unterschied zwischen Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung?Der Unterschied zwischen Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung liegt darin, von wem das Kapital stammt. Bei der Eigenfinanzierung kommt das Geld von den Eigentümern und erhöht das Eigenkapital. Bei der Fremdfinanzierung stellt ein Kreditgeber Kapital zur Verfügung, das in der Regel zurückgezahlt werden muss und Zinsen verursacht.
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Kann man Eigenkapital finanzieren?„Eigenkapital finanzieren“ ist eine missverständliche Formulierung, weil Eigenkapital nicht „finanziert“ wird, sondern selbst die Finanzierungsquelle ist. Gemeint ist, ob man ein Unternehmen durch Eigenkapital finanzieren kann. Das ist möglich, indem Eigentümer Geld im Unternehmen lassen oder neue Eigentümer Kapital gegen Beteiligung einbringen.
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Was sind die Nachteile der Eigenkapitalfinanzierung?Nachteile der Eigenkapitalfinanzierung sind, dass sie über Außenfinanzierung langfristig teuer sein kann, weil Investoren für ihr Risiko eine Rendite erwarten. Außerdem ist Eigenkapitalfinanzierung steuerlich nicht absetzbar, weil dafür keine Zinsen als Aufwand anfallen, die man in der Buchführung gewinnmindernd ansetzen könnte.
Finanzierung verstehen
Die Eigenkapitalfinanzierung ist ein Teil der Finanzierung und gehört zu den Grundlagen der Betriebswirtschaft. Wer sich mit Finanzierung beschäftigt, vergleicht verschiedene Wege der Geldbeschaffung und ordnet sie nach Herkunft, Kosten und Risiko. So wird klar, warum Unternehmen je nach Ziel eher mit Eigenkapital oder mit Fremdkapital arbeiten. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.