BWL & VWL Grundlagen
Güter
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Du kannst Güter in metorische oder demeritorische Güter einteilen. Wir erklären dir anhand vieler Beispiele alles Wichtige, das du zum Thema meritorische Güter wissen musst. Schau dir auch unser Video dazu an, um den Unterschied zwischen den beiden Güterarten schnell und einfach zu verstehen!

Meritorische und demeritorische Güter einfach erklärt

Meritorische und demeritorische Güter sind Güter, bei denen der Staat eingreift, um die Nachfrage zu steuern. Das ist dann der Fall, wenn aus staatlicher Sicht zu viel bzw. zu wenig Nachfrage nach einem Gut besteht.

Meritorische Güter werden aus Sicht des Staates zu wenig nachgefragt. Sie haben einen Nutzen für die Gesellschaft. Der Konsum solcher Güter wirkt sich also zum Beispiel positiv auf Gesundheit, Umwelt oder Bildung aus. Bücher, Theaterbesuche, Impfungen und der öffentliche Nahverkehr sind also meritorische Güter. 

Demeritorische Güter hingegen gelten als schädlich für die Allgemeinheit. Der Konsum der Güter wird als zu hoch angesehen und soll daher eingeschränkt werden. Dadurch sollen unter anderem negative gesundheitliche Auswirkungen auf die Gesellschaft gemindert werden. Güter wie Tabak und Alkohol gelten als gesundheitsschädlich. Der Konsum der Produkte soll daher gemindert werden, indem sie höher besteuert und damit für den Verbraucher teurer werden.

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Meritorische und demeritorische Güter

Meritorische Güter

Meritorische Güter sind Güter, deren Konsum von der Gesellschaft als sinnvoll angesehen wird. Da die Güter dennoch nicht genug nachgefragt werden, greift der Staat in das Marktgeschehen ein.  Dabei wird mit verschiedenen Maßnahmen dafür gesorgt, dass meritorische Güter beliebter werden und die Nachfrage danach steigt.

Gründe für den Nachfragemangel

Warum ein meritorisches Gut zu wenig nachgefragt wird, kann verschiedene Ursachen haben:

  • Irrationale Entscheidungen / Fehlende Reife
  • Mangel an Information
  • Gegenwartspräferenz
  • Externe Effekte

Eine Ursache für Nachfragemangel ist fehlende Reife und daraus folgende irrationale Entscheidungen. Kindern ist zum Beispiel meist nicht bewusst, wie wichtig Bildung für ihre Zukunft ist. Die Schulpflicht sorgt dafür, dass junge Leute dennoch zur Schule gehen.

Es kann auch sein, dass ein Verbraucher keine rationalen Entscheidungen treffen kann, da ihm dafür benötigtes Wissen fehlt. Aufgrund von einem Mangel an Information können Vor- und Nachteile also nicht richtig abgewägt werden. Dadurch werden Entscheidungen oft falsch getroffen. Beim Immobilienkauf wird das beispielsweise durch die Pflicht zur Erstellung eines sogenannten Energieausweises vermieden. Damit können Verbraucher anstehende Nebenkosten besser einschätzen. 

Auch für Güter, die erst in Zukunft relevant werden, besteht oft wenig Nachfrage. Junge Leute machen sich heute beispielsweise wenig Gedanken darüber, wie sie im höheren Alter leben werden. Sie bevorzugen also den Konsum in der Gegenwart (Gegenwartspräferenz) gegenüber dem zukünftigen Konsum. Damit sie im Alter dennoch versorgt sind, wurde zum Beispiel die verpflichtende Pflegeversicherung eingeführt. Die Pflegeversicherung ist also ein meritorisches Gut.

Eine weitere Ursache für eine geringe Nachfrage können Externe Effekte sein. Das heißt, ein Verbraucher trifft Entscheidungen nur unter Berücksichtigung des eigenen Nutzens. Die Auswirkungen für den Rest der Gesellschaft werden dabei nicht bedacht. Beispielsweise möchte ein Hauseigentümer die historische Fassade seines Gebäudes nicht erhalten, da ihm die Restauration zu teuer ist. Diese Fassade prägt aber das Stadtbild für alle Bewohner der Stadt. Daher wird ihr Erhalt als meritorisches Gut vom Staat durch den Denkmalschutz gefördert.

Maßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, mit denen der Staat die Nachfrage nach bestimmten Gütern steuern kann. Folgende Mittel sorgen dafür, dass ein meritorisches Gut mehr nachgefragt wird:

  • Subventionen (z.B. Kultur, erneuerbare Energien, Landwirtschaft, etc. )
  • Niedrigere Besteuerung (z.B. Bücher, Kultur, öffentlicher Nahverkehr, etc.)
  • Pflichten (z.B. Schulpflicht, Sozialversicherungspflicht, Gurtpflicht, etc.)

Beispiel: Meritorisches Gut – Museum

Eine häufig genutzte Maßnahme, mit der die Nachfrage nach einem Gut gesteuert werden kann, sind Subventionen. Da es als sinnvoll angesehen wird, sich beispielsweise durch Meritorische Güter wie Museumsbesuche weiterzubilden, werden die Einrichtungen staatlich subventioniert. Zusätzlich muss anstatt von 19% nur der ermäßigte Steuersatz von 7% gezahlt werden. Das führt dazu, dass Eintrittspreise sinken und deswegen die Nachfrage nach Museumsbesuchen steigt. 

Demeritorische Güter

Im Gegensatz zu den meritorischen Gütern haben demeritorische Güter aus Sicht des Staates einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft. Daher wird bei den Gütern versucht, den Konsum gering zu halten. Genauso wie bei den meritorischen Gütern greift auch hier der Staat ein. Im Gegensatz zu den meritorischen Gütern wird nun allerdings durch Konsumverbote, Abgaben oder Steuererhöhungen versucht, die Nachfrage zu senken.

Beispiel: Demeritorisches Gut – Tabak

Zu den demeritorischen Gütern gehört beispielsweise Tabak. Durch den Konsum von Tabak entstehen nicht nur gesundheitliche Risiken für den Konsumenten, sondern durch Passivrauchen auch für Mitmenschen. Ärztliche Behandlungen werden außerdem von der Krankenkasse finanziert, in die auch Nichtraucher einzahlen. Der Tabak-Konsum einer Einzelperson betrifft daher also die gesamte Volkswirtschaft. Um die Nachfrage danach zu senken, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Zum einen wurde eine Tabaksteuer eingeführt. Dadurch steigen die Preise deutlich, wodurch weniger Zigaretten gekauft werden. Zusätzlich zu der hohen Besteuerung gibt es Werbeverbote und die Pflicht, Warnbilder (schwarz gefärbte Lungen, verfaulte Zähne, etc.) auf den Verpackungen abzubilden. All diese Maßnahmen sollen dazu führen, dass der allgemeine Tabak-Konsum zurückgeht und die Gesellschaft damit gesünder lebt.

Neben gesundheitsschädlichen Gütern wie Tabak oder Alkohol gehören auch Glücksspiele und Zwangsprostitution zu den demeritorischen Gütern. Auch hier versucht der Staat die Nachfrage danach zu verringern. 

Güterarten

Super! Was meritorische Güter und demeritorische Güter sind, weißt du jetzt. Es gibt aber noch viele weitere Güterarten. Welche das sind und wie du sie unterscheidest, erklären wir dir gleich in unserem Video dazu. Schau es dir auf jeden Fall an, damit du für deine nächste Prüfung über das Thema Güter Bescheid weißt! 

Zum Video: Güterarten
Zum Video: Güterarten

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