Unternehmensführung

Synergieeffekte

Treten bei einem Unternehmenszusammenschluss Synergieeffekte auf, entsteht eine Win-Win-Situation für die beteiligten Partner. In diesem Beitrag erklären wir dir, wie der Begriff der Synergieeffekte definiert wird und in welcher Form diese bei realen Unternehmensfusionen auftreten.

Kurz und anschaulich zusammengefasst findest du das Thema Synergieeffekte in unserem Video .

Inhaltsübersicht

Synergieeffekte Definition

Synergieeffekte beschreiben die Auswirkungen, die aus dem Zusammenschluss von Unternehmen oder Organisationen resultieren. Die Anzahl der sich zusammenschließenden Unternehmen ist dabei unerheblich. Grundsätzlich können die sich ergebenden Effekte positiv, negativ oder auch neutral sein. Im üblichen Sprachgebrauch sind jedoch für gewöhnlich die positiven Wirkungen gemeint.

Aus ökonomischer Sicht bezeichnen Synergieeffekte Wettbewerbsvorteile, die sich insbesondere auf Kostensenkungen zurückführen lassen. Der synergetische Vorteil eines Unternehmenszusammenschlusses besteht darin, dass die fusionierten Unternehmen eine höhere Effizienz aufweisen als im getrennten Zustand.

Eine Branche, in der M&A (Mergers & Acquisitions) an der Tagesordnung sind und die Ausnutzung von Synergieeffekten intensiv betrieben wird, ist die Automobilindustrie. Hier sind häufig unter dem Dach eines großen Konzerns mehrere Marken zusammengefasst, die sich dann Produktionsstandorte, Entwicklungsabteilungen und Verwaltungsaufwand teilen. So kann ein großer Teil der Kosten eingespart werden, die entstehen würden, wenn jede Marke ein unabhängiges Unternehmen bilden würde.

Verwandt mit dem Synergieeffekt ist das Synergiepotenzial. Während ein Synergieeffekt die reale Auswirkung eines Zusammenwirken beschreibt, bezieht sich das Synergiepotenzial auf die theoretisch erreichbare, positive Wirkung, die nur unter idealen Bedingungen entsteht.

Synergieeffekte Nutzen

Unternehmen versprechen sich häufig von einer Allianz, dass die entstehenden Synergieeffekte ihnen entscheidende Vorteile gegenüber ihren Marktkonkurrenten ermöglichen. Die Nutzenwirkungen können dabei in unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Kosteneinsparung: Gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, Anlagen und Distributionslogistik
    Beispiel: Die Fusion ermöglicht es Standorte zusammenzulegen und so Mietkosten sowie Gebäudekosten einzusparen.
  • Personalabbau: Personalaufwand in der gemeinsamen Wertschöpfungskette lässt sich reduzieren, da Teile der Produktion und ein Großteil der Verwaltung redundant werden
    Beispiel: Durch einen Unternehmenskauf kann ein Betrieb sein gesamtes Personal im Marketing abbauen, da die Abteilung des aufgekauften Unternehmens vollständig übernommen wird.
  • Ressourceneffizienz: Anlagen- und Energiekapazitäten sowie Unternehmensvermögen können optimal genutzt werden
    Beispiel: Eine Anlage, die vor dem Zusammenschluss nur zur Hälfte ausgelastet war, kann zur Herstellung von Produkten beider Unternehmen genutzt werden und so ihre Effizienz erhöhen.
  • Optimale Ausschöpfung des gemeinsamen Know-hows: Steigerung der Qualität von Produkten durch Zusammenführung des Wissens beider Unternehmen
    Beispiel: Austausch von Produktionspatenten und -lizenzen führt zu verbesserter Produktqualität.
  • Verbesserter Kapitalzugang: Für Kreditgeber und Investoren sinkt das Risiko durch den Zusammenschluss, daher lässt sich Kapital zu günstigeren Konditionen auftreiben
  • Gestärkte Verhandlungsposition: Zusammenschlüsse ermöglichen bessere Vertragskonditionen bei Verhandlungen mit Abnehmern und Lieferanten
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Vorteile aus Synergieeffekten

In der realen Geschäftswelt verspielen Unternehmen häufig die im Vorfeld eines Zusammenschlusses erhofften positiven Synergieeffekte, indem sie es versäumen die entsprechenden Veränderungen einzuleiten. Um beispielsweise die Vorteile eines einheitlichen IT-Systems zu erreichen, müssen zunächst einmal alte Strukturen ersetzt und neue aufgebaut werden. Dazu ist ein erheblicher Anpassungs- und Lernaufwand erforderlich, der abschreckend auf Unternehmen wirkt. Werden die Veränderungen nicht vorgenommen, z.B. Datenbanken nicht implementiert, oder blockieren Mitarbeiter den Verschmelzungsvorgang, verpuffen die Effekte, derentwegen ein Zusammenschluss durchgeführt wurde und die Fusion oder die Übernahme kann zu einem Fehlschlag werden.

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Arten von Synergieeffekten

Synergieeffekte lassen sich grundsätzlich in drei verschiedene Arten einteilen:

  • Universelle Effekte: existieren nahezu bei jeglichem Zusammenwirken, unabhängig von der Branche und der Form der Wertschöpfung (Zusammenlegung von unterstützenden Wertschöpfungsstufen, wie Verwaltungs- und Finanzabteilungen oder der F&E)
  • Endemische Effekte: treten bei ähnlichen Wertschöpfungsprozessen auf (Bündelung der Produktion)
  • Spezifische Effekte: ergeben sich nur in Ausnahmefällen (Teilen von Patenten oder Lizenzen, Übereinstimmungen im Vertrieb)

Synergieeffekte Beispiele

Im Jahr 2018 fand die Übernahme eines amerikanischen Saatgut- und Düngemittelherstellers durch einen großen deutschen Pharmakonzern statt. Die beiden Unternehmen wurden also unter einem Dach vereinigt. Das Pharmaunternehmen erhoffte sich dabei folgende synergetischen Vorteile aus der Zusammenlegung:

  • Nutzen des Know-hows des übernommenen Unternehmens in den Bereichen Biotechnologie und digitaler Landwirtschaft
  • Zugriff auf Saatgut- und Düngemittelpatente
  • Überschneidungen im Bereich der chemischen Produktion
  • Schaffung eines integrierten Angebots an landwirtschaftlichen Produkten durch Kombination des Absatzes

Seit mehreren Jahren kooperieren zwei große Automobilhersteller aus den USA und Deutschland. Durch ihre Zusammenarbeit reagieren sie auf die neuen Wettbewerber aus der Tech-Branche, die in den Bereichen der Elektromobilität und des autonomen Fahrens große Forschungsvorsprünge besitzen. Die Autokonzerne setzen also auf Synergieeffekte, um hier wettbewerbsfähig zu bleiben:

  • Zusammenlegung von Teilen der Entwicklung, die für Unternehmen im einzelnen unrentabel wären
  • Austausch von Know-how und Forschungsergebnissen
  • Gemeinsame Produktion eines von beiden Unternehmen genutzten Baukastens für E-Modelle
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