BWL & VWL Grundlagen

Minimalprinzip und Maximalprinzip

Was besagt das Minimal- und das Maximalprinzip, wo liegt der Unterschied und welche Beispiele gibt es? All das erfährst du hier!

Du willst das Thema gemäß dem Minimalprinzip mit möglich geringem Aufwand verstehen? Dann schau dir gern unser Video an!

Inhaltsübersicht

Minimal- und Maximalprinzip einfach erklärt

Beim Minimal- und Maximalprinzip handelt es sich um Methoden der effizienten Anwendung von knappen Ressourcen (Güter, Rohstoffe, Produktionsfaktoren , Zeit). Diese sind nicht unendlich verfügbar, während den Bedürfnissen der Menschen keine Grenzen gesetzt sind (Knappheitsproblem). Um dieses Problem zu lösen, können Privatpersonen und Unternehmen verschiedene Ansätze verfolgen. Zum Einen kann man probieren ein gestecktes Ziel mit möglichst wenig Aufwand zu erreichen (Minimalprinzip). Zum Anderen kann man versuchen den höchsten Nutzen bzw. Gewinn aus bereits gegebenen Mitteln zu ziehen (Maximalprinzip). Beide Prinzipien werden in der Wirtschaft als effizient angesehen und sind Teil des Ökonomischen Prinzips . Somit unterstehen auch sie der Idee des Homo oeconomicus  und der Rationalität.

Minimalprinzip

Zur genaueren Erklärung der einzelnen Prinzipien, teilen wir sie auf. Fangen wir dabei mit dem Minimalprinzip an.

Minimalprinzip Definition  

Das Minimalprinzip wird auch Sparsamkeitsprinzip genannt. Dabei sollen Wirtschaftsakteure ein gegebenes Ziel mit möglicht geringem, also minimalem Aufwand erreichen. Dazu wird in der Regel der Mitteleinsatz reduziert. Aber auch Änderungen bei der Art der Durchführung können die Zielerreichung erleichtern. Zum typischen Aufwand gehören der Ressourcen- und der Zeiteinsatz. 

Minimalprinzip Beispiele

Damit du dir das Minimalprinzip bildlicher vorstellen kannst, haben wir einige Beispiele für dich:

  • Stell dir vor, du willst nach einem harten Schul- oder Uni-Tag endlich nach Hause gehen. Dein Ziel ist hierbei, daheim anzukommen. Weil du aber schon müde bist, nimmst du statt deiner üblichen wunderschönen Route durch den Park, den direkten also kürzesten Heimweg. So sparst du am meisten Kraft und betreibst minimalen Aufwand. 
  • Zuhause angekommen überkommt dich der Hunger. Anstatt dich zu bemühen und dir etwas Aufwendiges zu kochen, schiebst du eine Tiefkühlpizza in den Ofen. Auch hier erreichst du dein festgelegtes Ziel, nämlich den Hunger zu stillen, mit minimalem Aufwand.
  • Du entscheidest nun dich doch noch für die Prüfung morgen zu lernen. Dein Ziel ist es sie lediglich zu bestehen. Deshalb liest du dir nur die Arbeitsblätter durch, statt Übungsaufgaben zu lösen. Du siehst, auch hier wendest du nur minimalen Aufwand an.
Minimalprinzip
  • Ziel ist vorgegeben
  • Zur Erfüllung des Ziels soll möglichst wenig Aufwand betrieben werden. (Die Mittel sind somit variabel)
  • Beispiel: Du hast ein Start-Up gegründet. Allerdings kennt noch keiner dein Produkt. Um an Bekanntheit zu gewinnen, möchtest du Werbung betreiben, um damit 5.000 Haushalte (Ziel) zu erreichen. Da du noch kaum Umsätze hast, entscheidest du dich, statt in teure Marketingkampagnen einer Agentur, in 5.000 günstige Flyer zu investieren, die du selbst in deiner Nachbarschaft verteilst.  So erreichst du dein Ziel, nämlich dein Unternehmen zu bewerben, hast gleichzeitig aber nur einen minimalen Kapitaleinsatz.

Maximalprinzip

Nachdem du jetzt einen Überblick über dass Minimalprinzip hast, kommen wir zum Maximalprinzip.

Maximalprinzip Definition

Das Maximalprinzip ist auch als Ergiebigkeitsprinzip bekannt. Hierbei geht es darum, mit gegebenen Mitteln das bestmögliche bzw. maximale Ziel zu erreichen. Ökonomisch würde man bei den Haushalten von einer Nutzenmaximierung und bei den Unternehmen von einer Gewinnmaximierung sprechen.

Maximalprinzip Beispiele

Auch zum Maximalprinzip haben wir ein paar Beispiele für dich:

  • Stell dir vor, du bist jetzt in den Ferien. Du hast dir vorgenommen, dich in dieser Zeit am Kochen zu versuchen. Für den Anfang beschließt du, etwas aus den  Zutaten in deinem Kühlschrank zu zaubern. Hier hast du gegebene Mittel, nämlich die Lebensmittel bei dir zuhause. Mit ihnen versucht du dir etwas möglichst Leckeres zu kochen. Du hast also das Ziel der Nutzenmaximierung
  • Durch einen Nebenjob hast du Geld angesammelt. Da du nun frei hast, benutzt du dein Gespartes, um zu verreisen. Hier ist das Budget dein gegebenes Mittel, mit dem du versuchst, den bestmöglichen Urlaub für dich zu planen, um so deinen Nutzen zu maximieren.
  • Stell dir nun vor, du willst ein Unternehmen gründen. Dafür nimmst du einen Kredit in Höhe von 20.000€ auf. Das Darlehen versuchst du so einzusetzen, dass dein Start-Up einen möglichst erfolgreich Markteintritt hat. Du könntest jetzt beispielsweise all das Geld in Personal stecken, aber um ein Start-Up zu gründen, reicht es oft schon, wenn man anfangs zu zweit oder zu dritt ist. Stattdessen investierst du in eine sorgfältige Produktentwicklung und in Marketing, was dir letztlich einen optimalen Markteintritt ermöglicht. Im Gegensatz zu den vorherigen Beispielen, bist du hier Unternehmer. Deshalb spricht man nicht von Nutzenmaximierung, sondern von Gewinnmaximierung.
Maximalprinzip
  • Mittel sind gegeben
  • Mit den gegebenen Mitteln soll ein möglichst hoher Nutzen/Gewinn generiert werden. (Das Ziel ist somit variabel)
  • Beispiel: Du sollst ein Event planen und erhälst dafür ein festes Budget. Mit gegebenen Mitteln versuchst du nun also eine möglichst erfolgreiche Veranstaltung zu organisieren, sodass so viele Besucher wie möglich einen Anreiz haben, zu kommen. So maximiert sich letztlich der Gewinn.

Minimalprinzip und Maximalprinzip Übersicht

Du solltest jetzt den Unterschied zwischen dem Minimalprinzip und Maximalprinzip kennen.Zusammenfassend haben wir hier nochmal eine kleine Übersicht für dich:

Minimal- und Maximalprinzip Übersicht, Tabelle, Ziele
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Minimal- und Maximalprinzip Übersicht

Da beide Prinzipien im Zielkonflikt zueinander stehen, ist es in der Realität kaum möglich sie gleichzeitig anzuwenden.  Es ist also beispielsweise nicht möglich den maximalen Gewinn durch minimalen Aufwand zu generieren.  Ein besseres Ergebnis zieht auch mehr Einsatz nach sich. Der dritte Ansatz des Ökonomischen Prinzips, das Extremumprinzip, knüpft genau an diesem Konflikt an. Hier sind Ziel und Mittel variabel. Man versucht mit möglichst wenig Einsatz, einen möglichst hohen Ertrag zu generieren. Es gilt also, das optimale Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand zu finden.

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