BWL & VWL Grundlagen

Stakeholder

Was sind Stakeholder? Hier bekommst du eine einfache Definition und außerdem erklären wir dir, was es mit dem Stakeholder Ansatz auf sich hat!

Du möchtest alles, worum es beim Thema Stakeholder geht, anschaulich und in aller Kürze erklärt haben? Dann warte nicht länger und schau dir unser Video zum Thema Stakeholder an!

Inhaltsübersicht

Stakeholder Definition

Wenn du das Wort zum ersten Mal liest, sollte dir zunächst direkt auffallen, dass wir von „stake“ und nicht von „steak“ reden. Anhand des kleinen, aber feinen Unterschieds ist dir bewusst, dass wir nicht von einem saftigen Stück Fleisch sprechen. „Stake“ bedeutet so viel wie „Anteil“ oder „Beteiligung“.

Doch was ist ein Stakeholder überhaupt? Im BWL-Bereich übersetzt man diesen englischen Begriff ins Deutsche meist mit Anspruchsgruppe oder auch Interessengruppe. Diese können Personen, Gruppen, Organisationen oder Institutionen sein. Und sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind entweder direkt oder indirekt von den Aktivitäten des Unternehmens betroffen und haben Interesse am Ergebnis eines Projektes beziehungsweise Erwartungen an ein Unternehmen. Dabei können ihre Ansprüche entweder von ideeller, wirtschaftlicher oder finanzieller Natur sein. Egal ob sie am Projekt/Unternehmen direkt involviert sind oder nicht, sie erwarten auf irgendeine Art und Weise etwas vom Betrieb. Jede der einzelnen Gruppen verfolgt hierbei eigene und individuelle Interessen und versucht, die Entscheidungen des Unternehmens zum eigenen Vorteil zu beeinflussen. Als Beispiele kann man die Kunden oder die Mitarbeiter nennen. Aber auch deine Konkurrenz oder Gegner zählen zu den relevanten Anspruchsgruppen.

Eine Stakeholder Definition könnte also folgendermaßen lauten: Als Stakeholder (auch Anspruchsgruppen genannt) bezeichnet man alle Personen, die an einem Projektausgang interessiert sind und die durch die Aktivitäten eines Unternehmens direkt oder indirekt betroffen sind. Sie haben folglich Interesse am oder Ansprüche an Unternehmen.

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Stakeholder Anspruchsgruppen

Interne Stakeholder 

Ein Unternehmen sollte im Rahmen seines Stakeholder Management einen Überblick drüber behalten, wer denn eigentlich seine Anspruchsgruppen sind. Sie haben meist auf unterschiedliche Wege die Möglichkeit, Einfluss auf das Unternehmen auszuüben. Diese Anspruchsgruppen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: in interne und externe Stakeholder.

Auf der einen Seite kannst du die internen Stakeholder sehen. Interne Interessengruppen sind direkt am Geschehen beteiligt und arbeiten unmittelbar am Projekt oder im Unternehmen mit. Sie wollen natürlich, dass das Vorhaben auch erfolgreich ist und die Endergebnisse zufriedenstellend sind. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Mitarbeiter, der Eigentümer/die Eigentümer oder das Management. Sie sind unter anderem daran interessiert, dass sichere Arbeitsplätze vorhanden sind, das eigene Unternehmen erfolgreich ist und Gewinne gesteigert werden.

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Interne und externe Stakeholder

Externe Stakeholder

Auf der anderen Seite stehen die externen Stakeholder. Zu dieser Gruppe gehören alle Personen, die nur indirekt am Unternehmen oder im Geschehen involviert sind. Sie sind also nicht maßgeblich dafür verantwortlich, dass beispielsweise Produkte hergestellt werden.

Das wären beispielsweise die Kunden, Lieferanten, der Staat, die Öffentlichkeit, Gläubiger, Banken oder Konkurrenten, um einige zu nennen. Sie haben im Gegensatz zu den Internen andere Ansprüche. Die Kunden wünschen sich beispielsweise gute Produkte, die aber zu einem akzeptablen Preis angeboten werden. Die Lieferanten wiederum möchten einen zuverlässigen Abnehmer, um somit ihr eigenes Business sichern zu können. Diverse Umweltorganisationen zeigen auch großes Interesse daran, wie nachhaltig und umweltfreundlich Firmen produzieren. In der heutigen Zeit wird vermehrt auf Corporate Social Responsibility (CSR) geachtet. Unternehmen versuchen hierbei gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, indem sie vermehrt auf umweltschonende Ressourcen setzen und nachhaltig wirtschaften. 

Stakeholder Value

Nachdem du nun weißt, wie man das englische Wort genau definiert, können wir uns weiteren, mit dem Thema zusammenhängenden Begriffen widmen. Vielleicht bist du bei diesem Thema schon mal auf „Stakeholder Value“ gestoßen. In der Praxis wird dieser Fachterminus häufig verwendet, jedoch lässt er sich schwer klar definieren. Bei der gängigeren Definition versteht man darunter den Wert oder Nutzen, den das Unternehmen für die Anspruchs- oder Interessengruppen hat. Man kann es jedoch auch andersherum auffassen und Stakeholder Value als den Wert der einzelnen Anspruchsgruppen für das Unternehmen deuten.

Wenn du vom Stakeholder Value sprichst, dann kommst du nicht um den sogenannten Stakeholder Ansatz herum. Was es mit diesem Begriff genau auf sich hat, erklären wir dir im folgenden Absatz.

Stakeholder Ansatz

Der Stakeholder Ansatz wird ferner auch als Stakeholder Value Ansatz oder Stakeholder-Konzept bezeichnet. Der Grundgedanke für die Unternehmen ist dabei, die Wünsche ihrer Interessen- und Anspruchsgruppen zu kennen und diese in ihre Projekte mit einzuplanen. Bei diesem Ansatz richtet die Unternehmensführung den Zweck, die Strategie- und Zielsetzungen ganz nach ihren relevantesten und einflussreichsten Stakeholdern aus. Dein Unternehmen versucht also Wege zu finden, um diese Wünsche und Interessen berücksichtigen und erfüllen zu können.

Das Ziel des Stakeholder Managements ist es unter anderem dafür zu sorgen, dass das Unternehmen nicht durch die Wünsche von einflussreichen Stakeholdern beschädigt werden kann. Ignoriert man seine Anspruchsgruppen und beachtet deren Ziele und Erwartungen nicht, kann das fatale Folgen nach sich ziehen. Berücksichtigst du beispielsweise die Wünsche der Stakeholder „Kunden“ nicht, bringt dir auch ein reibungsloser Produktionsablauf nichts, wenn du das falsche Produkt anfertigst.

Es ist wichtig, die einzelnen Interessengruppen zu identifizieren. Hast du deren Ziele herausgefunden, kannst du anschließend gezielt Maßnahmen für dein Unternehmen definieren und diese anwenden. Deine Kunden möchten eine bestimmte Produkteigenschaft? Du versuchst diese zu implementieren. Deine Mitarbeiter sind unzufrieden mit dem Arbeitsklima? Du suchst nach Wegen, um die Situation zu verbessern. Deine einflussreiche Konkurrenz möchte dir eins auswischen? Du versuchst mit den richtigen Gegenmaßnahmen dies zu verhindern.

Bei sich oftmals widersprechenden und unterschiedlichen Ansprüchen ist es aber gar nicht so einfach, diese alle im Stakeholder Ansatz miteinander zu vereinbaren. Du wirst sehen, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass alle Wünsche erfüllt werden können. Durch eine genaue Erfassung und Analyse der Bedürfnisse und Ansprüche kannst du dennoch untersuchen, wo dein Unternehmen noch Potential ausschöpfen kann und wo eventuell Gefahren lauern.

Puh, jetzt hast du einen kurzen Einblick in das Thema Stakeholder erhalten. Du möchtest ein wenig Abwechslung und wissen, was Shareholder sind? Dann nichts wie los zu unserem Video!


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