BWL & VWL Grundlagen

Homo oeconomicus

In diesem Artikel erklären wir dir was sich hinter dem Modell des homo oeconomicus verbirgt und was für Konsequenzen sich daraus ableiten lassen. Außerdem gehen wir auf die Begriffe: homo oeconomicus Beispiel und homo oeconomicus Definition ein.

Du kannst dir diesen Artikel mühsam durchlesen oder du schaust dir einfach unser Video zum Thema homo oeconomicus an.

Inhaltsübersicht

Homo oeconomicus Definition 

Der homo oeconomicus oder auch Homo Ökonomikus ist ein Modell des rationalen Nutzenmaximierers, welches in den Wirtschaftswissenschaften genutzt wird, um wirtschaftliche Zusammenhänge theoretisch erklären zu können und diese besser zu verstehen. Er wird oft als Grundlage für viele Wirschaftsmodelle genutzt. Nichts desto trotz wird das Modell oft auch als realitätsfern betitelt.

Homo oeconomicus Modell

Diese Modellhafte Darstellung stellt die Eigenschaften des homo oeconomicus da. Im unten liegenden Text werden diese dann weiter thematisiert.

Vollständige Information, Rationales Handeln, Festgelegte Präferenzen, Nutzenmaximierung, homo oeconomicus
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homo oeconomicus Modell

Eigenschaften des homo oeconomicus

Um das Menschenbild des homo oeconomicus verstehen zu können gehen wir zuerst auf seine idealisierten Eigenschaften ein.

Rationales Handeln 

Die erste Eigenschaft des economic man, wie er auf Englisch auch genannt wird, ist das rationale Handeln. Das bedeutet, dass der Mensch, zumindest nach diesem Modell, nicht aus dem Bauch heraus entscheidet, sondern alle Entschlüsse ohne Emotionen mit seinem Verstand fällt. Das Ziel oder der Zweck des Handelns steht immer im Vordergrund.  Der Begriff ratio kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie Vernunft oder Berechnung.

Nutzenmaximierung und Gewinnmaximierung 

Die nächste Eigenschaft wäre dann das nutzenmaximierte Handeln . Man versteht darunter, dass der homo oeconomicus bei seinen Entscheidungen immer die Alternative wählt, welche ihm den höchsten Nutzen bringt. Er wird also immer das Güterbündel wählen, welches ihm, innerhalb seines begrenzten Budgets den größten Nutzen bringt. Während man bei Konsumenten von Nutzenmaximierung spricht, ist Gewinnmaximierung das Äquivalent bei Produzenten. Hier wird die Kombination aus Preis und Produktionsmenge optimiert, um gewinnmaximal zu handeln.

Festgelegte Präferenzen 

Der homo oeconomicus stellt bei seinen Entscheidungen seine inneren Präferenzen auch nicht über externe, ökonomische Faktoren. Wenn jemand beispielsweise früher sehr viele Süßigkeiten gegessen hat und das heute nicht mehr tut, hat er sein Verhalten nicht auf Grund eines erhöhten Gesundheitsbewusstseins geändert, sondern nur aus dem Grund, weil die Preise für Süßwaren gestiegen sind.

homo oeconomicus
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Festgelegte Präferenzen

Somit war die Entscheidung nicht von einer Veränderung seiner inneren Präferenzen, sondern von externen, ökonomischen Gesichtspunkten abhängig.


Vollständige Information 

Als letzte, aber keinen Falls unwichtige Eigenschaft wird dem homo oeconomicus noch die vollständige Information zugeschrieben. Das heißt, dass er lückenlos über sämtliche Entscheidungsalternativen und den daraus resultierenden Konsequenzen Bescheid weiß. Man kann hier auch den Begriff der vollständigen Markttransparenz verwenden.
Nach diesem Modell kennt der Geschäftsführer eines Unternehmens den optimalen Preis um sein Produkt gewinnmaximal auf den Markt zu bringen oder ein Konsument kann unter allen Anbietern den günstigsten finden.

Homo oeconomicus Beispiel

Kommen wir nun zu einem kurzen Beispiel um das Modell bildhaft darzustellen.

Stell dir vor, du bist auf der Suche nach einem neuen Auto. Da du aber ein ganz rationaler Typ holst du dir nur Angebote von bodenständigen Quallitätsmarken ein und nicht von Luxusautos. Du lässt dich also nicht von deinen Emotionen leiten.
Da du dich nun für eine Marke entscheiden hast bist du auf der Suche nach dem Modell, welches dir den größten Nutzen bringt. Du hast eine Familie mit 2 Kindern? Dann bringt dir ein zweisitzer Cabrio recht wenig. Viel mehr wirst du dich also für einen 5 türigen Van entscheiden, da dieser dir den größten Nutzen bringt.

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Homo oeconomicus Beispiel

Deine bisherigen Autos hatten immer Dieselmotoren. Nun entscheidest du dich aber für einen Benziner. Der Grund hierfür liegt nicht etwa darin, dass du auf einmal mehr an die Umwelt denkst und die Abgase von Dieselmotoren schädlich für unseren Planeten sind, sondern, dass in deiner Stadt neuerdings hohe Steuern für Dieselauto anfallen und somit hohe zusätzliche Kosten auf dich zukommen würden. Das zeigt, dass deine Präferenzen sich nicht auf Grund von inneren Entscheidungen verändern, sondern nur durch äußerliche, ökonomische Faktoren beeinflusst werden.
Da du jetzt ganz genau weißt, was für eine Auto du haben willst vergleichst du alle Händler auf dem Markt und findest den besten Preis. Das kannst du nur, weil du vollständige und lückenlose Informationen besitzt.

Dir fällt sicherlich schnell auf, dass dieses zugegebenermaßen recht theoretische Beispiel in der Realität schnell an seine Grenzen gerät. Zu diesen Kritikpunkten kommen wir jetzt.

Homo oeconomicus Kritik 

Das Modell des homo oeconomicus steht aber auch ziemlich in der Kritik. Viele bezeichnen den Ansatz als viel zu realitätsfern um daraus Schlüsse ziehen zu können. Zwei der häufig genannten Punkte sind, dass Menschen eben in der Realität irrational Handeln und so gut wie immer unvollständige Informationen besitzen.

Irrationales Handeln

Der erste Kritikpunkt ist, dass der normale Mensch eben nicht immer, wie ein Roboter, rational handelt, sondern oft emotional und impulsiv entscheidet. Wir lassen uns beispielsweise oft von Werbung beeinflussen und kaufen Produkte die eigentlich in unserer Situation rational keinen Sinn ergeben, aber ein ansprechendes Design haben. Außerdem sind ganze Wirtschaftssektoren darauf ausgelegt, dass der Mensch irrational handelt. Denn das Rauchen von Zigaretten ergibt auf einer rationalen Ebene keinen Sinn. Man gibt Geld für etwas aus, was keinen Nutzen für einen hat und sogar noch der Gesundheit schadet.
Auch würde ein homo oeconomicus niemals ehrenamtlich arbeiten, da es aus ökonomischer Sicht die schlechtmöglichste Verwendung von Arbeitszeit ist.

Unvollständige Information

Außerdem kann in der Realität nicht davon ausgegangen werden, dass ein Konsument oder ein Produzent über lückenlose, vollständige Informationen verfügt. Das ist gut nachvollziehbar, denn für eine einzelne Person ist es nicht möglich die Preise sämtlicher angebotener Produkte einer Kategorie zu kennen. Auch kann ein Arbeitgeber nicht wissen ob der Bewerber so produktiv sein wird, wie er sich versucht zu vermarkten.

Homo oeconomicus Zusammenfassung

Fassen wir abschließend alles noch einmal zusammen. Das Modell des homo oeconomicus ist ein theoretisches Menschenbild, welches in den Wirtschaftswissenschaften genutzt wird, um Theorien zu begründen und zu vereinfachen. Die wichtigsten Eigenschaften des homo oeconomicus sind:

  • Rationales Handeln
  • Festgelegte Präferenzen
  • Nutzenmaximierung bzw. Gewinnmaximierung
  • Vollständige Information bzw. Markttransparenz

Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass es sich hierbei um ein idealisiertes, stark abstrahiertes Modell handelt, denn in der Realität ist der Mensch eben nicht rational und handelt auch nicht immer um seinen persönlichen Nutzen zu maximieren.


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