Beim Laissez-faire Erziehungsstil geben Eltern ihren Kindern viel Freiraum. Hier und in unserem Video erfährst du mehr über seine Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung!
Inhaltsübersicht
Was ist der Laissez-faire Erziehungsstil?
Der Laissez-faire Erziehungsstil beschreibt einen Erziehungsstil, bei dem die Eltern eine sehr passive Rolle einnehmen und sich nicht in die Entwicklung ihres Kindes einmischen. Das Ziel ist, dass sich die Kinder möglichst selbstständig und ohne äußere Eingriffe entwickeln.
Die Eltern geben ihren Kindern daher sehr viel Freiheit und schränken sie kaum durch Regeln oder Grenzen ein. Deshalb dürfen die Kinder zwar ihre eigenen Entscheidungen treffen, sind bei Herausforderungen allerdings auch auf sich allein gestellt. Die Eltern bieten nur dann Hilfe an, wenn die Kinder ausdrücklich danach fragen.
Das Wort „Laissez-faire“ stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „machen lassen“ oder „gewähren lassen“.
Merkmale des Laissez-faire Erziehungsstils
Am charakteristischsten für den Laissez-faire Erziehungsstil ist die passive und neutrale Rolle der Eltern. Sie verzichten auf Lob, Tadel oder Strafen. Die Kinder sollen dadurch lernen, selbstverantwortlich zu handeln, ohne ständige Überwachung oder Lenkung durch die Eltern.
Die Beziehung zwischen Eltern und Kind ist oft eher neutral und gleichgültig. Obwohl die Eltern freundlich sind, fehlt durch ihr passives Verhalten eine aktive und interessierte Teilnahme am Leben des Kindes.
In einem Laissez-faire Haushalt gibt es wenig bis gar keine Vorschriften oder Grenzen. Dieser Ansatz beruht auf dem Glauben, dass Kinder am besten lernen und sich entwickeln, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Dafür wird auch in Kauf genommen, dass das Kind Fehler macht, denn aus diesen kann es lernen.
Für die Vermittlung von sozialen Normen gilt das Gleiche. Die Eltern versuchen nicht aktiv, bestimmte Werte oder Verhaltensweisen zu fördern. Sie erwarten auch nicht, dass sich die Kinder an gesellschaftlich anerkannte Normen halten. Sie lassen ihre Kinder vielmehr ihre eigenen Werte und Überzeugungen entwickeln.
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Nachteile des Laissez-faire Erziehungsstils
Der Laissez-faire Erziehungsstil bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich und kann schwerwiegende Folgen für die Kinder haben.
→ Beeinträchtige Eltern-Kind-Beziehung
Die passive Rolle der Eltern kann zu einer emotionalen Distanz zwischen Eltern und Kind führen. Das kann die Beziehung zwischen Eltern und Kind beeinträchtigen, indem es zu einer geringeren emotionalen Bindung und wenig Verständnis füreinander kommt.
→ Bindungsschwierigkeiten
Kinder können Schwierigkeiten haben, starke emotionale Bindungen aufzubauen, da die passive Erziehungsweise wenig Raum für tiefgehende emotionale Unterstützung lässt. Das kann sich auch später in Partnerschaften in Form von Bindungsangst
zeigen.
→ Mangel an Grenzen und Struktur
Die Kinder können Schwierigkeiten haben, angemessenes Verhalten und Grenzen zu erkennen. Ihnen kann es zum Beispiel schwerfallen, sich in strukturierte Umgebungen wie die Schule einzufinden. Auch im Erwachsenenalter können sich die Probleme in sozialen Interaktionen zeigen.
→ Mangel an Orientierung
Ohne klare Richtlinien und Erwartungen kann es Kindern an Orientierung in ihrer Rolle in der Familie und Gesellschaft fehlen. Da Kinder in diesem Erziehungsstil sehr früh lernen müssen, eigene Entscheidungen zu treffen, können sie sich manchmal bei wichtigen und komplexen Entscheidungen überfordert fühlen.
→ Fehlende Anleitung und Unterstützung
Obwohl Selbstständigkeit ein wichtiger Aspekt der kindlichen Entwicklung ist, benötigen Kinder auch Anleitung und Unterstützung, um Fähigkeiten und Werte zu entwickeln. Der Mangel daran kann zu einem geringen Selbstvertrauen führen.
→ Risiko der Vernachlässigung
Ein zu passiver Erziehungsansatz kann in extremen Fällen als Vernachlässigung wahrgenommen werden. Kinder benötigen aktive Unterstützung und Engagement von ihren Eltern, um sich gesund zu entwickeln.
Der Laissez-faire Erziehungsstil hat durch seine Betonung von Selbstständigkeit und Freiheit durchaus hilfreiche Elemente für die kindliche Entwicklung. Allerdings dürfen die Risiken, die mit diesem Erziehungsstil einhergehen, nicht außer Acht gelassen werden. Besonders wegen des Risikos der Vernachlässigung findest du diesen Erziehungsstil deswegen kaum noch in seiner reinen Form vor.
Bindungstypen
Der Laissez-faire Erziehungsstil hat Auswirkungen auf die Bindung zwischen Eltern und Kind. Dabei gibt es verschiedene Bindungstypen. In unserem Beitrag erfährst du mehr dazu!
Laissez-faire Erziehungsstil — häufigste Fragen
(ausklappen)
Laissez-faire Erziehungsstil — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist das Laissez-faire-Prinzip?Das Laissez-faire-Prinzip bedeutet in der Erziehung, dass Eltern ihr Kind weitgehend machen lassen und sich nur wenig einmischen. Deshalb gibt es kaum Regeln oder Grenzen, und Entscheidungen trifft das Kind meist selbst. Unterstützung bieten die Eltern eher nur, wenn das Kind ausdrücklich danach fragt.
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Was ist ein Beispiel für Laissez-faire?Ein Beispiel für Laissez-faire ist, wenn ein Kind selbst entscheidet, wann es ins Bett geht, ob es Hausaufgaben macht und wie viel Zeit es am Handy verbringt, ohne dass die Eltern feste Regeln setzen. Die Eltern kommentieren das kaum und greifen erst ein, wenn das Kind um Hilfe bittet.
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Welche Nachteile hat Laissez-faire-Erziehung?Nachteile der Laissez-faire-Erziehung sind vor allem fehlende Grenzen und wenig Orientierung im Alltag. Dadurch fällt es Kindern oft schwer, sich an Regeln in der Schule oder in Gruppen zu halten. Außerdem kann durch die passive Elternrolle emotionale Distanz entstehen, und im Extremfall steigt das Risiko von Vernachlässigung.
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Was ist das Gegenteil von Laissez-faire?Das Gegenteil von Laissez-faire ist ein autoritärer Erziehungsstil. In Kurt Lewins Modell der drei klassischen Erziehungsstile (autoritäre, demokratische und Laissez-faire-Erziehung) zeichnet sich der autoritäre Stil dadurch aus, dass Eltern stark lenken und Kontrolle ausüben. Dabei setzen Eltern viele Regeln und klare Grenzen und erwarten Gehorsam. Verhalten wird häufiger mit Tadel oder Strafen gesteuert, und das Kind hat wenig Mitbestimmung.
Erziehung verstehen
Der Laissez-faire Erziehungsstil gehört zur Erziehung. Du vergleichst dabei, wie Eltern Kindern im Alltag Halt oder Freiraum geben. Dabei achtest du auf Regeln, Grenzen und die Eltern-Kind-Beziehung. Weitere Themen wie Bindungstypen und sozialen Normen findest du im Pädagogik- und Psychologiebereich.