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Du fragst dich, an welchen Merkmalen eine Erzählung erkennst? Wir haben dir alle Merkmale der Textsorte hier %und in unserem Videozusammengefasst.

Was ist eine Erzählung?

Eine Erzählung ist eine kurze Geschichte, die von einem Erzähler in chronologischer Reihenfolge berichtet wird. Die Geschichte kann dabei entweder nacherzählt oder auch fiktional (nicht real) sein. Die Erzählung gilt als eine der ältesten Textsorten und ist ein Oberbegriff für alle Texte der Epik , also der erzählenden Literatur.

Merkmale einer Erzählung

Die Merkmale einer Erzählung zu definieren, ist nicht ganz einfach. Dennoch stellt sie auch eine eigene Textgattung dar und hat einige Merkmale, durch die sie sich auszeichnet. Diese werden die in den nächsten Abschnitten erklärt.

Erzählung Merkmale – Inhalt

  • schriftlich festgehalten

Eine Erzählung ist in den meisten Fällen schriftlich festgehalten und wird nicht verändert.

  • kurze Geschichte/mittellanger Text

Die Erzählung umfasst eine kurze Geschichte, die in ihrer Länge nicht genau festgelegt ist. Sie ist kürzer als ein Roman und länger als eine Kurzgeschichte, also liegt sie in der Regel zwischen 2 und 100 Seiten.

  • einsträngige Handlung

Die Handlung in der Erzählung ist überschaubar. Sie beinhaltet meistens nur eine Figur oder Figurengruppe. Du kannst der Handlung leicht folgen, da sie nur die wichtigsten Ereignisse beschreibt.

  • fiktional

In den meisten Fällen ist die erzählte Geschichte fiktional, also erfunden. Manchmal umfasst die Erzählung auch nacherzählte Ereignisse, also Dinge, die der Autor erlebt oder gesehen hat.

Erzählung Merkmale – Aufbau

  • feste und chronologisch Abfolge

Eine Erzählung kannst du klar in Einleitung, Hauptteil und Schluss aufteilen. Die Handlung wird in ihrer richtigen (chronologischen) Reihenfolge geschildert. Chronologisch bedeutet, dass Sprünge in andere Zeiten eher untypisch sind. In manchen Fällen findest du Rückblenden in Form von Erinnerungen oder Briefen.

Erzählung Merkmale – Sprache

Eine Erzählung wird immer aus einer Erzählperspektive geschildert. Dabei gibt es verschieden Arten von Erzählern. Du unterscheidest zwischen dem auktorialen bzw. allwissenden Erzähler, dem Ich-Erzähler, dem personalen Erzähler und dem neutralen ErzählerWenn du noch mehr zu den unterschiedlichen Erzählern erfahren willst, schau dir gerne unsere Videos dazu an.

Wichtig: Erzähler ist nicht gleich Autor!

  • hohe Verständlichkeit

Erzählungen werden meistens der Belleristik zugeordnet — sie zählen also zur Unterhaltungsliteratur. Durch die verständliche Sprache und die wenigen Figuren können viele verschiedene Personengruppen und Altersstufen Freude an Erzählungen haben.

Erzählung Merkmale – Beispiel

An einem konkreten Beispiel aus „Eine großmütige Handlung aus der neuesten Geschichte“ von Friedrich Schiller erkennst du, welche Merkmale eine Erzählung auszeichnen. Den vollständigen Text findest du hier

  • mündlich oder schriftlich festgehalten: Die Geschichte liegt in schriftlicher Form vor.
  • kurze Geschichte/mittellanger Text: Der Text der Geschichte umfasst ca. zwei Seiten.
  • einsträngige Handlung: Die Handlung dreht sich nur um zwei Brüder und die Frau, in die sie sich verliebt haben: „Zwei Brüder, Barone von Wrmb., hatten sich beide in ein junges, vortreffliches Fräulein von Wrthr. verliebt, ohne daß der eine um des andern Leidenschaft wußte.“
  • fiktional: Die Geschichte könnte vom Schillers Erfahrungen inspiriert sein. Im Leben seiner Schwiegermutter spielte sich eine ähnliche Geschichte ab, die er als Vorbild genommen haben könnte.
  • chronologische Abfolge: Der Text lässt sich klar in Einleitung, Hauptteil und Schluss einteilen. Der Fokus liegt darauf, die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge zu erklären, es lassen sich also keine Zeitsprünge darin finden.
  • Erzähler: Es gibt einen auktorialen Erzähler in der Geschichte. Das erkennst du daran, dass Handlungen und Gefühle aller Figuren aus der Beobachterperspektive geschildert werden.
  • hohe Verständlichkeit: Die Geschichte ist einfach geschrieben und leicht verständlich.

Weitere Beispiele für Erzählungen aus der Literatur sind:

  • Der Geisterseher (1788), Friedrich Schiller
  • Der Sandmann (1816) von E.T.A. Hoffmann
  • Lenz (1839) von Georg Büchner
  • Die Verwandlung (1915) von Franz Kafka
  • Die Widmung (1977), Botho Strauß
  • Die Taube (1984), Patrick Süskind

Erzählung – Aufbau


Wie bereits bei den Merkmalen einer Erzählung erwähnt, kannst du die Textsorte durch ihren chronologischen Aufbau in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedern:

  • Einleitung

In der Einleitung werden die Erzählperspektive und die Zeitform der Geschichte festgelegt. Du erfährst alles über Ort und Zeitpunkt der Handlung, die handelnden Personen werden vorgestellt. Die Einleitung dient der ersten Informationswiedergabe. Sie ist die Basis für den im Hauptteil folgenden Spannungsbogen. Dabei ähnelt die Einleitung der Exposition im Drama.%@Animation: Hier hätte ich gerne ein Bild ähnlich wie hier ungefähr: Beschriftung: Erzählung - Spannungsbogen; Alt-Text: Erzählung Merkmale, Merkmale Erzählung, Merkmale einer Erzählung, Erzählungen, Erzählung, Erzählung schreiben, Erzähltexte, Erzählung Spannungsbogen, Spannungsbogen, Aufbau einer Erzählung, wie schreibt man eine Erzählung, </span><span class="" style="color: #ff00ff;">grober handlungsverlauf einer erzählung</span><img src="https://blog.studyflix.de/wp-content/uploads/2022/04/erz%C3%A4hlung.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist erzählung.png" /><span style="color: #ff00ff;">

  • Hauptteil

Der Hauptteil führt die Handlung aus der Einleitung fort. Verhalten, Handeln, Emotionen und Denken der handelnden Personen werden näher ausgeführt. Die Neugier beim Leser wird erhöht und der Spannungsbogen immer weiter gesteigert, bis er am Ende des Hauptteils seinen Höhepunkt erreicht.

  • Schluss

Im Schluss gibt es entweder ein offenes oder geschlossenes Ende. Bei einem geschlossenen Ende wird der Konflikt, also das Problem aufgelöst und die Spannung fällt. Du erfährst mögliche Folgen der Geschehnisse. Ein offenes Ende hingegen lässt dir Raum für eigene Interpretationen des Erzählten und dessen Folgen.

Abgrenzung zu anderen Textsorten

Textsorte Unterschiede zur Erzählung
Roman und Kurzgeschichte Im Vergleich zum Roman sind Erzählungen weniger umfangreich. Sie sind aber komplexer als Kurzgeschichten. Bezüglich ihres Umfangs kannst du die Erzählung also zwischen dem Roman und der Kurzgeschichte einordnen.
Novelle Auch erfüllen Erzählungen nicht die scharfen Kriterien, die für die Novelle gelten. Die Novelle lebt von Überraschungen oder Neuigkeiten. Sie legt den Fokus auf die Verknüpfung der Personen mit dem Hauptereignis. Die Erzählung beschreibt die Ereignisse in der richtigen Reihenfolge, damit die Handlung möglichst verständlich ist.
Märchen, Sagen und Legenden

Durch die schriftliche Fixierung grenzen sich Erzählungen von Märchen, Sagen oder Legenden ab. Außerdem kommen hier meist fantastische Tiere oder Zauberei vor, die in Erzählungen keinen Platz finden.

Erzählung – Zusammenfassung

Erzählungen sind Texte der Epik. Sie umfassen eine kurze Geschichte, die von einem Erzähler berichtet wird. Durch die chronologische Reihenfolge kann der Text klar in Einleitung, Hauptteil und Schluss eingeteilt werden. Im Verlauf der Geschichte baut sich der Spannungsbogen immer weiter auf, bis er am Schluss aufgelöst wird.

Textsorten

Die Erzählung zählt zu den fiktionalen Texten, in denen ausgedachte Geschichten wiedergegeben werden. Aber es gibt noch andere Textsorten, die entweder einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt oder andere formale Besonderheiten haben. Um mehr darüber zu erfahren, schau dir jetzt unser Video dazu an!%Thumbnail Thema Textsorten

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