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Erzählperspektiven
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Ein innerer Monolog ist ein direkter Einblick in die Gedanken und Gefühle eines Charakters. Wir zeigen dir, wie du einen inneren Monolog in einer Geschichte erkennst und selbst schreibst!

Hier geht’s direkt zum Video!

Was ist ein innerer Monolog?

Der innere Monolog ist eine besondere Form eines Selbstgespräches, das nur in den Gedanken des Charakters stattfindet. Die anderen Charaktere bekommen davon gar nichts mit. In einem inneren Monolog erfährst du also unmittelbar mehr über die Gedanken und Gefühle eines Charakters. 

Der innere Monolog ist in Ich-Form verfasst, da sich die Person direkt an sich selbst richtet ohne dass sich der Erzähler  in den Gedankenfluss einmischt.

Innerer Monolog Definition

Ein innerer Monolog ist ein gedankliches Selbstgespräch. Darin stellt ein Charakter seine Gedanken und Gefühle in Ich-Form dar. 

Merkmale des inneren Monologs

Du kennst den Begriff „Monolog“ als Bezeichnung für eine Gesprächssituation, in der nur eine Person spricht. Beim inneren Monolog findet dieses Gespräch nicht laut statt, sondern nur in den Gedanken des Charakters.

Inhaltlich kannst du das daran erkennen, dass der Charakter Dinge anspricht, die er nicht laut sagen würde. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Probleme und Beziehungen mit anderen Personen
  • Sorgen oder Ängste
  • Fragen und Kritik an sich selbst
  • Entscheidungen
  • Pläne für die Zukunft

Doch nicht jeder Gedanke eines Charakters ist automatisch ein innerer Monolog. Der innere Monolog unterscheidet sich formal von anderen Gedanken innerhalb einer Geschichte durch folgende Merkmale:

  • keine Kommentare des Erzählers der Geschichte
  • verfasst in Ich-Form
  • Direkte Rede ohne Anführungszeichen

Der Leser schaut also unmittelbar zu, wie die Gedanken einer Person entfaltet werden. Dadurch fühlt er sich mehr mit dem Charakter verbunden. Je nach Inhalt wird der Charakter dem Leser so sympathischer oder unsympathischer.

Innerer Monolog – Beispiel

Du findest den inneren Monolog in vielen bekannten Büchern, wie zum Beispiel in dem Roman „Homo faber“ von Max Frisch.

Innerer Monolog Beispiel: Homo faber, Max Frisch

Ich kann mir keinen Unsinn einbilden, bloß um etwas zu erleben. Ich sehe den Sand-Horizont … und ich sehe nicht ein, wieso dort, Richtung Tampico, das Jenseits beginnen soll …  Ich weigere mich, Angst zu haben aus bloßer Fantasie.

Hier erkennst du die Merkmale schnell:

  • Inhalt: Der Charakter Walter Faber ist gerade mit einem Flugzeug in der Wüste notgelandet. Er findet die Befürchtungen seiner Mitpassagiere albern. Er selbst hat keine Angst, oder zumindest versucht er, sich selbst davon zu überzeugen. Das kann er nicht laut aussprechen, da er sonst sehr unsensibel wirken würde.
  • Form: Die Gedanken sind in der Ich-Form geschrieben. Der Erzähler führt diesen Gedankenfluss nicht ein und kommentiert ihn auch nicht.

Merke: Wenn du selbst einen inneren Monolog analysieren sollst, dann gib immer als Erstes an, welcher Charakter diesen inneren Monolog führt – also wessen Gedanken du gerade vor dir siehst!

Einen inneren Monolog schreiben

Manchmal kommt es auch vor, dass du einen inneren Monolog schreiben sollst. Wir zeigen dir anhand von Beispielen, was du dabei inhaltlich und formal beachten musst!

Aufbau

Oftmals sollst du dich in einen Charakter aus einer Geschichte hineinversetzen und aus seiner/ihrer Perspektive einen inneren Monolog schreiben. Jeder innere Monolog besteht aus den gleichen drei Teilen:

1. ) Ausgangssituation: Um einen inneren Monolog zu schreiben, musst du als erstes verstehen, in welcher Situation sich dein Charakter befindet, wie er/sie sich dabei fühlt und warum er diese Gefühle hat. Diese Informationen hängen immer davon ab:

  • Was in der Geschichte bereits passiert ist.
  • Welche Eigenschaften deinem Charakter zugeschrieben werden.
  • In welchem Verhältnis er/sie zu anderen Personen in der Geschichte steht.

Innerer Monolog Beispiel: So ein Mistmeine beste Freundin hat Geburtstag und ich habe kein Geschenk für sie!

2.) Gedanken und Gefühle: Hier schilderst du die Gefühle deines Charakters ausführlich. Gehe nur auf Aspekte ein, die für in dieser Situation auch wirklich wichtig sind!

Tipp: Schaue dir in der Geschichte ganz genau an, wie die Person spricht und denkt. Versuche, in deinem inneren Monolog möglichst nah an seinen/ihren Stil heranzukommen. Wenn dein Charakter zum Beispiel gerne Metaphern verwendet, dann kannst du das auch gerne tun. Lass deiner Kreativität hier freien Lauf!

Innerer Monolog Beispiel: Was schenke ich ihr bloß? Oh, mir fällt was ein! Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen!

3.) Schlussfolgerung: Als letztes formulierst du, was dein Charakter aus diesem gedanklichen Selbstgespräch mitnehmen soll. Also zum Beispiel…

  • einen Plan oder Entschluss, und
  • Hoffnungen oder Befürchtungen.

Innerer Monolog Beispiel: Genau so werde ich es machen! Das wird super!

Form

Formal musst du bei einem inneren Monolog folgendes beachten:

  • Ich-Form
  • Gefühle im Präsens (Gegenwart)
  • Erinnerungen an Vergangenes im Präteritum (1. Vergangenheit)

Satzzeichen helfen dir dabei, genau auszudrücken, was du sagen möchtest:

  • ? für Fragen,
  • ! für starke Gefühle oder heftige Gedanken,
  • für Denkpausen, und
  • für abbrechende Gedanken.

Beispiel: Warum hört er nicht zu? Das macht mich so wütend! Ich sollte ja, ich werde ihm meine Meinung sagen oder doch nicht.

Um den perfekten inneren Monolog zu verfassen, solltest du Stilmittel sicher beherrschen können. Schau dir also schnell noch unser Video dazu an!

Zum Video: Stilmittel
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