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Du fragst dich, was du unter Subsumtion verstehen kannst? In diesem Artikel %und im Videoerklären wir dir die Definition von Subsumtion an Beispielen und zeigen dir, wie du die Subsumtionstechnik anwendest!

Subsumtion einfach erklärt 

Unter Subsumtion (oder auch Subsumption) verstehst du im Allgemeinen einen Vorgang, bei dem du einen Begriff unter einen anderen Begriff einordnest.

Subsumtion Beispiel

A: „Alle Menschen sind sterblich.“ 
B: „Julius ist ein Mensch.“
Daraus folgt C: „Julius ist sterblich.“ 

Die Subsumtion funktioniert dabei nach folgender Logik: Wenn A = B und B = C, dann ist A = C. 

Besonders wichtig ist die Subsumtionstechnik in der Rechtswissenschaft. Dort wendest du sie an, um festzustellen, ob du einen gegebenen Lebenssachverhalt (Bsp.: Jemand schlägt die Scheibe eines fremden Autos ein.) einer bestimmten Rechtsnorm (Bsp.: Sachbeschädigung nach § 303 StGB) zuordnen kannst.

Prima! Jetzt kennst du die Definition von Subsumtion. Schau dir die Subsumtionstechnik nun genauer an!

Subsumtionstechnik — Allgemein 

Der Begriff Subsumtion setzt sich aus den beiden lateinischen Wörtern sub (dt. „unter“) und sumere (dt. „nehmen“) zusammen. Er bezeichnet also eine Technik, bei der du einen Begriff oder einen Sachverhalt unter einen anderen Begriff einordnest. 

In ihrer einfachsten Form besteht die Subsumtion aus drei Gliedern:

  1. Obersatz
  2. Untersatz
  3. Ergebnis (sog. Conclusio)

Im Obersatz machst du zunächst eine abstrakte, allgemeingültige Aussage:

Jeder Schüler möchte gute Noten schreiben.

Im Untersatz vergleichst du den konkreten Sachverhalt mit der allgemeingültigen Aussage:

Lukas ist ein Schüler. 

Im letzten Schritt erfolgt die sog. Conclusio, also das Ergebnis

Lukas möchte gute Noten schreiben. 

Übrigens: Die Struktur der Subsumtion (wenn A = B und B = C, dann ist A = C) ist die eines Syllogismus der aristotelischen Logik.

Spitze! Jetzt weißt du, was Subsumierung ist und hast ein Beispiel fürs Subsumieren gesehen. Als Nächstes erklären wir dir, welche Rolle die Subsumtion in Jura spielt. 

Subsumtion — Jura 

Die Subsumtion ist insbesondere in der Rechtswissenschaft relevant. Denn mithilfe der Subsumtionstechnik stellst du fest, ob du einen gegebenen Lebenssachverhalt einer bestimmten Rechtsnorm zuordnen kannst. Das ist wichtig, damit die Rechtsfolge eintreten kann.

Beispiel:

  • Lebenssachverhalt: Ein Mann verprügelt einen anderen Mann.
  • In Betracht kommende Rechtsnorm: Körperverletzung nach § 223 StGB
  • Rechtsfolge, wenn Lebenssachverhalt der Rechtsnorm zugeordnet werden kann: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe

Ob eine Rechtsnorm auf einen konkreten Lebenssachverhalt angewendet werden kann, ermittelst du durch Subsumtion. Schau dir gleich an, wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst! 

Subsumtion Jura — Anwendung & Beispiel

Für jede Subsumtion brauchst du eine Rechtsnorm. Unter einer Rechtsnorm (auch Rechtsvorschrift oder Rechtssatz) verstehst du im Allgemeinen eine gesetzliche Regelung. Rechtsnormen haben oft eine Wenn-Dann-Struktur: Sie bestehen aus einem Tatbestand (Wenn-Teil) und einer Rechtsfolge (Dann-Teil). Wenn ein bestimmter Tatbestand (z.B. Körperverletzung) erfüllt ist, dann tritt die Rechtsfolge (z.B. Freiheits- oder Geldstrafe) ein.

Ein Tatbestand besteht meistens aus mehreren Tatbestandsmerkmalen. Treffen alle Tatbestandsmerkmale auf einen gegebenen Lebenssachverhalt zu, dann ist der Tatbestand der Rechtsnorm erfüllt und die Rechtsfolge tritt ein. Das prüfst du mithilfe der Subsumtionstechnik.

Schau dir das an folgendem Beispiel an: 

Vor einer Kneipe kommt es zu einer Schlägerei. Dabei schlägt Peter Johann ins Gesicht und verpasst ihm dadurch ein blaues Auge. 

Bevor du die Subsumption anwendest, suchst du dir zunächst die entsprechende Rechtsnorm heraus. Das ist in diesem Fall die Körperverletzung nach § 223 StGB:

Körperverletzung nach § 223 StGB
(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar.
Nun geht es ans Subsumieren. Weil einige Rechtsnormen relativ kompliziert sind, gliederst du die juristische Subsumtion nach folgendem Schema:  
  1. Obersatz
  2. Definition
  3. Untersatz (= Subsumtion)
  4. Ergebnis 

Im Obersatz stellst du eine Hypothese auf. Du bildest ihn also im Konjunktiv: 

Peter könnte sich wegen Körperverletzung gemäß § 223 StGB strafbar gemacht haben, indem er Johann ins Gesicht schlug. 

Anschließend folgt die Definition:

Eine Körperverletzung nach § 223 StGB setzt entweder eine körperliche Misshandlung oder eine Gesundheitsschädigung voraus. Eine körperliche Misshandlung ist jede üble, unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigen.

Im Untersatz prüfst du, ob du den Sachverhalt unter die Definition einordnen kannst und bildest ein Zwischenergebnis:

Durch den Schlag hat Peter Johanns Wohlbefinden nicht nur unerheblich beeinträchtigt, da dieser ein blaues Auge davon trug. Damit liegt eine körperliche Misshandlung im Sinne von § 223 StGB vor. 

Nun schreibst du das Ergebnis auf und gibst damit eine Antwort auf die Hypothese des Obersatzes:

Peter hat sich der Körperverletzung gemäß § 223 StGB strafbar gemacht, indem er Johann ins Gesicht schlug. 

Somit hast du einen konkreten Lebenssachverhalt unter eine abstrakte Rechtsnorm subsumiert. Diese Subsumtionstechnik bezeichnest du auch als Gutachtenstil

Beachte!

  • Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine Vereinfachung, um dir die Idee hinter der juristischen Subsumtion klarzumachen. Da eine Körperverletzung nach § 223 StGB eine körperliche Misshandlung oder eine Gesundheitsschädigung voraussetzt, ist der Tatbestand erfüllt, wenn eines von beiden vorliegt. Im ausführlichen Gutachtenstil überprüfst du aber trotzdem jedes Merkmal einzeln, d.h., du wendest die Subsumtionstechnik für jedes einzelne Merkmal an. Dadurch wird die Gliederung deutlich komplexer:

    Obersatz 1: […]
    1. Objektiver Tatbestand
    Definition 1: […]
    a) Körperliche Misshandlung
    Obersatz 1.1: […]
    Definition 1.1: […]
    Untersatz 1.1: […]
    Ergebnis 1.1: […]
    b) Gesundheitsschädigung

    Obersatz 1.2: […]
    […]

  • Meistens besteht ein Tatbestand aus mehreren Tatbestandsmerkmalen, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen. Auch hier ist die Subsumption für jedes Tatbestandsmerkmal einzeln erforderlich. Das gilt auch für die sog. „ungeschriebenen Tatbestandsmerkmale ”, die nicht wortwörtlich im Gesetzestext enthalten sind, aber trotzdem zum Tatbestand gehören (Bsp.: Kausalität). Das Subsumtionsschema kann also — je nach Rechtsnorm — beliebig komplex und verschachtelt werden. 

  • Eine Definition eines Tatbestandsmerkmals ist nur dann nötig, wenn es problematisch ist — also wenn nicht klar ist, was das Merkmal genau bedeutet. Im Beispiel: Was versteht man unter einer körperlichen Misshandlung? — Jede üble, unangemessene Behandlung, die  […].
Gutachtenstil vs. Urteilsstil 

Die Subsumption in einem juristischen Gutachten unterscheidet sich von der Subsumption in einem Urteil:

Während du in einem juristischen Gutachten mit einer Hypothese beginnst, fängst du in einem Urteil mit dem Ergebnis an. Hier gehst du ja davon aus, dass das Ergebnis richtig ist und brauchst deshalb keine Hypothese mehr. Alle anderen Punkte sind aber gleich. Wenn du mit dem Ergebnis beginnst, bezeichnest du das auch als Urteilsstil.

Tatbestand

Geschafft! Du kennst jetzt die Definition von Subsumtion und hast Beispiele fürs Subsumieren gesehen. Durch Subsumtion stellst du also fest, ob ein Sachverhalt den Tatbestand einer Rechtsnorm erfüllt. Du willst noch mehr zum Thema Tatbestand wissen? Dann schau bei unserem Video vorbei!%Thumbnailverweis 

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