Stilmittel
Stilmittel - sprachliche Bilder
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Eine Metapher ist ein Stilmittel, bei dem ein Ausdruck im übertragenen Sinne gebraucht wird. Hier wird dir mit vielen Beispielen einfach erklärt, woran du die Metapher erkennst und wie sie wirkt. Hier geht’s direkt zum Video !

Was ist eine Metapher?

Die Metapher ist ein rhetorisches Mittel , das dir bestimmt schon häufig im Alltag begegnet ist. Wenn jemand verliebt ist, sagst du: „Er schwebt auf Wolke sieben!“ oder „Er sieht alles durch die rosarote Brille.“ Dabei weißt du natürlich, dass er weder im Himmel ist, noch wirklich eine Brille trägt. Diese Wendungen stehen vielmehr im übertragenen Sinne für das Verliebt-Sein: Ein Verliebter hat ebenso eine veränderte Weltsicht wie jemand, der alles durch getönte Brillengläser sieht. 

So funktioniert die Metapher: Ein Ausdruck wird aus seinem ursprünglichen Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen. So entsteht eine neue Bedeutung. Die Metapher erzeugt dadurch ein Bild vor dem inneren Auge des Lesers. Metaphern werden deshalb auch als „sprachliche Bilder“ bezeichnet.

Metapher Definition

Der Begriff „Metapher“ leitet sich vom griechischen Wort metaphorá (Übertragung) ab. Damit bezeichnest du eine sprachliche Bedeutungsübertragung, die vom Autor nicht erklärt wird. 

Metapher – Beispiele

Wie Metaphern aussehen und funktionieren, verstehst du ganz leicht mit unseren Beispielen aus dem Alltag und der Literatur.

Metapher im Alltag

Viele Metaphern kennst du bereits aus dem alltäglichen Sprachgebrauch, denn sie sind oft ein Teil von Redewendungen

  • Wink mit dem Zaunpfahl: ein offensichtlicher, unübersehbarer Hinweis
  • Die Nadel im Heuhaufen suchen: eine schwierige oder aussichtslose Suche 
  • Die Katze aus dem Sack lassen: Im Mittelalter gab es betrügerische Händler, die statt eines Ferkels eine Katze in einem Sack verkauften. Beim Öffnen des Sacks kam der Betrug dann zum Vorschein. Die Redewendung bezeichnet also das Lüften eines Geheimnisses. 

In der Politik sind Metaphern ein beliebtes Mittel, um die Vorstellung anzuregen: 

  • „Unser Haus steht in Flammen“ – Greta Thunberg über den Klimawandel
    • Das Haus steht für die Erde und die Flammen für die Bedrohung durch die Erderwärmung. 
  • „Das Internet ist für uns alle Neuland“ – Angela Merkel 
    • Für Merkel war das Internet 2013 noch wie ein unbekanntes Land. 
  • Zuckerbrot und Peitsche“ 
    • So wurde die Politik des preußischen Reichskanzlers Otto von Bismarck bezeichnet. Seine Sozialpolitik sollte die Arbeiter mit dem Staat versöhnen (Zuckerbrot). Die strengen Sozialistengesetze sollten sie vom Kommunismus abbringen (Peitsche). 

Auch in der Werbung kannst du zahlreiche Beispiele für Metaphern finden: 

  • Die Gelben Engel – ADAC
    • Die Helfer des Deutschen Automobilclubs sind mit ihren gelben Autos oft die ersehnte Rettung für Autofahrer, die eine Panne hatten. 
  • Red Bull verleiht Flügel – Red Bull (Energydrink)
    • Der Energydrink verleiht angeblich so viel Energie, dass man fast davonfliegen könnte.
  • Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer. – Marlboro
    • Die Zigarettenmarke möchte ihr Produkt mit den Werten Freiheit und Abenteuer in Verbindung bringen.

Metapher in der Literatur

In der Literatur sind Metaphern oft nicht so offensichtlich und einfach verständlich wie die bekannten Alltagsmetaphern. Der Autor erfindet sie oft neu, um seinen Text einzigartig zu gestalten. Du kannst dir die Bedeutung aber über den Kontext erschließen.

Besonders häufig lassen sich Metaphern in Gedichten finden: 

  • „Frühling läßt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte“ – Mörike: Er ist’s
    • Das blaue Band steht metaphorisch für den blauen Himmel, die wärmere Luft und den Blumenduft, den der Frühling mit sich bringt.
  • „Der Winter hat mit kalter Hand / Die Pappel abgeglaubt, / Und hat das grüne Maigewand / Der armen Flur geraubt“ – G. A. Bürger: Winterlied
    • Der Winter verhält sich in diesem Gedicht wie eine Person, die den Bäumen und den Wiesen das Grün stiehlt (Personifikation ).

Doch auch in Erzähltexten kannst du viele Metapher-Beispiele entdecken: 

  • „Er war eine Kreatur des Chefs, ohne Rückgrat und Verstand.“ – Kafka: Die Verwandlung
    • Die Figur Gregor Samsa hat nur die Befehle seines Vorgesetzten befolgt. Absurderweise wurde er nun wirklich in eine Kreatur ohne Rückgrat (Ungeziefer) verwandelt. Kafka spielt hier mit den Redewendungen. 
  • „er war wirklich […] ein Steppenwolf, ein fremdes, wildes und auch scheues […] Wesen aus einer anderen Welt als der meinigen“ – Hesse: Der Steppenwolf
    • Laut dem Erzähler gleicht die Figur durch ihr Verhalten einem wilden Tier. Dadurch erklärt er sich auch die Benennung als „Steppenwolf“.

Metapher – Wirkung

Da bei der Metapher ein Ausdruck in einem anderen Zusammenhang verwendet wird als üblich, sticht diese Stelle aus dem Text heraus. Gleichzeitig wird die Vorstellungskraft des Lesers angeregt, da er sich bildlich vorstellen kann, wovon gesprochen wird. Dieses Stilmittel wird also oft verwendet, um etwas besonders zu betonen und um den Text lebendig zu gestalten. 

Damit du die Bedeutung einer Metapher verstehst, überlegst du dir zum Beispiel, wie der ursprüngliche Ausdruck lauten könnte: „Ich bin Feuer und Flamme übersetzt du einfach in „Ich fühle mich wie etwas, das zu brennen beginnt“. Daraus erschließt du dir, dass es einfach heißt: „Ich bin begeistert!“

Vor allem bei literarischen Metaphern ist es aber nicht so einfach, die Bedeutung herauszufinden. Oft gibt es viel Spielraum für verschiedene Interpretationen

„Ehret die Frauen! sie flechten und weben / Himmlische Rosen ins irdische Leben“ – Schiller: Würde der Frauen

Das Bild der himmlischen Rosen zeichnet sich durch seine Offenheit aus. Indem Schiller nicht genau benennt, was die besonderen Leistungen der Frauen sind, muss der Leser diese Lücke selbst füllen. Da Rosen oft als Symbol für die Liebe dienen, kannst du daraus schließen, dass er hier von der Liebe spricht. 

Arten von Metaphern

Du kannst verschiedene Sonderformen der Metapher unterscheiden: 

  • Anthropomorphe Metapher: ein Tier oder eine Sache erhält menschliche Eigenschaften, z. B. „Die Sonne lacht.“ Im alltäglichen Gebrauch oder in der Schule werden anthropomorphe Metaphern oft auch als Personifikationen bezeichnet.
  • Tote Metapher (lexikalisierte Metapher): Metaphern, die in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen sind, z. B. Tischbein, Gebirgskamm, Handschuh, …
  • Euphemistische Metapher: Ein negativer Ausdruck wird durch einen beschönigenden ersetzt, z. B.: entschlafen statt sterben. In diesem Fall liegen zwei Stilmittel vor: Eine Metapher und ein Euphemismus .
  • Synästhesie: Wahrnehmungen aus zwei Sinnesbereichen werden verknüpft, z. B. Fühlen und Sehen „Laue Luft kommt blau geflossen“ – Eichendorff: Frische Fahrt

Abgrenzung von anderen Stilmitteln

Du kannst die Metapher leicht mit dem Vergleich oder der Allegorie verwechseln. Anhand bestimmter Merkmale erkennst du die Unterschiede aber schnell. 

Beim Vergleich  sagst du ausdrücklich, dass du eine Sache mit einer anderen vergleichst. Dafür benutzt du bestimmte Signalwörter: wie, als ob, ebenso, gleichen, scheinen … Zum Beispiel: „Du strahlst ja wie der Sonnenschein!“

Bei der Allegorie handelt es sich um ein auserzähltes Bild mit vielen einzelnen Aspekten. Sie lässt sich wörtlich verstehen, hat aber auch einen übertragenen Sinn. Beispielsweise hat die römische Göttin Justitia verschiedene Attribute, die für Gerechtigkeit stehen: Eine Waage, verbundene Augen und ein Schwert. 

Um sicherzugehen, dass du auch alle Unterschiede kennst, schau dir am besten noch einmal unsere Übersicht zu den Stilmitteln an.

Zum Video: Stilmittel
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