Textarten Deutsch

Rhetorische Mittel

Rhetorische Mittel brauchst du für jede Textanalyse. Hier findest du eine Liste mit den wichtigsten rhetorischen Mitteln und deren Wirkung!

%In unserem Video erklären wir dir noch anschaulicher, was rhetorische Mittel sind und welche Beispiele du unbedingt kennen musst.

Inhaltsübersicht

Was sind rhetorische Mittel?

Rhetorische Mittel sind ein wichtiger Bestandteil der sprachlichen Gestaltung eines Textes. Du begegnest rhetorischen Mitteln sowohl in der geschriebenen Sprache, z. B. in Sachtexten, als auch in der gesprochenen Sprache, z. B. in einer Rede. Häufig bezeichnest du sie auch als Stilmittel oder stilistische Mittel.

Rhetorik bedeutet übersetzt „Redekunst“. Das heißt, dass rhetorische Mittel besonders für den mündlichen Vortrag wichtig sind. Sie dienen als sprachliche Werkzeuge, mit denen du deinen Vortrag besonders überzeugend, lebendig und aussagekräftig gestaltest. 

Wenn du auf der Suche nach weiteren Stilmitteln für die Schule bist, schaue dir auch noch unseren Beitrag zu den Stilmitteln an!

Rhetorische Mittel – Liste für Anfänger

Die folgende Liste bietet dir einen guten ersten Überblick über die zehn häufigsten rhetorischen Mittel. Sie sind in alphabetischer Reihenfolge geordnet.

rhetorische Mittel Erklärung Beispiel
Alliteration Wiederholung des Anfangslauts bei benachbarten Wörtern Fischers Fritz fischt frische Fische.
Anspielung indirekte Bezugnahme auf eine Aussage, Person oder bekannte Geschichte; auch Allusion genannt

Er ist ein echter Romeo, was die Frauen angeht. (Hier spielt der Sprecher auf das Werk „Romeo und Julia“ an.)

Antithese Gegenüberstellung von Gegensätzen Wer Großes erreichen will, muss klein anfangen.
Ellipse Auslassung eines Wortes, das man leicht ergänzen kann Was nun? Statt: Was soll ich nun tun?
Hyperbel Übertreibung riesengroß; klitzeklein; eiskalt
Inversion ungewöhnliche Satzstellung Wild ist der Westen, weit ist die Prärie. Statt: Der Westen ist wild, die Prärie ist weit.
Metapher sinnbildliche Übertragung Bücherwurm; etwas durch die rosarote Brille sehen
Parenthese Einschub, der vom Rest des Satzes durch Gedankenstriche getrennt ist Und – das ist das Wichtigste – wir hatten Erfolg damit!
Personifikation Übertragung von konkreten menschlichen Eigenschaften auf Abstraktes/Dinge eine Strom fressende Waschmaschine
Pleonasmus überflüssige Häufung von Wörtern mit gleicher Bedeutung  weißer Schimmel; tote Leiche
Du willst mehr zum Thema Textarten Deutsch - Stilmittel?

Rhetorische Mittel – Liste für Profis

Für eine wissenschaftliche Arbeit oder für eine Textanalyse, zum Beispiel eine Sachtextanalyse oder Gedichtanalyse, wird die allgemeine Liste sicher nicht ausreichen. Dafür haben wir dir hier weitere wichtige Stilmittel zusammengestellt. Um sie richtig einzusetzen und im Text zu erkennen, schaust du dir am besten unsere Erklärungen und Beispiele an. 

rhetorische Mittel Erklärung Beispiel
Adynaton Vergleich mit etwas Unmöglichem Das wird erst passieren, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.
Akkumulation Aufzählung zusammengehörender Begriffe zu einem Oberthema Meine ganze Familie hat mich besucht: meine Eltern, meine Schwester, meine Tanten und Onkel, meine Großeltern, meine Cousinen und Cousins.
Anakoluth Satzbruch: Der begonnene Satz wird nicht fortgesetzt. Weißt du eigentlich, dass… – Ach, das erzähle ich dir ein anderes Mal.
Antiklimax Aufzählung, bei der die Glieder in abnehmender Gewichtung angeordnet sind Alles ist verloren: Länder, Städte und Gemeinden.
Antonomasie Benennung mit einem anderen Namen Schöpfer der Welt statt Gott
Archaismus altertümlicher Ausdruck die güldene Sonne
Correctio Verbesserung einer Aussage durch den Sprecher  Dein Auftritt war gut – nein: großartig!
Diminutiv Verkleinerungsform durch -chen oder -lein Häuschen statt Haus, Männlein statt Mann
Dysphemismus abwertende Umschreibung Bulle statt Polizist.
Emphase nachdrückliche Betonung durch betontes Aussprechen Das hat er kein einziges Mal gesagt!
Epipher Wiederholung desselben Wortes am Ende von Sätzen oder Satzteilen; Gegensatz zur Anapher Du hast mich gerettet, du hast uns alle gerettet.
Hendiadyoin Wiedergabe eines Begriffs durch zwei Wörter dies und das (also: Verschiedenes), aus Lust und Laune heraus (also: nach Belieben)
Homonym Wort mit mehreren Bedeutungen Bank kann für ein Geldinstitut oder eine Sitzgelegenheit stehen.
Interjektion kurzer Ausruf, der meist Gefühle ausdrückt Ach! Oh weh! Hey!
Paradoxon scheinbar unsinnige Behauptung Ich bin arm und doch so reich! (In diesem Fall bezieht sich die Armut auf materielle Dinge. Man kann aber trotzdem reich an Freunden, Liebe und Glück sein.)
Polysyndeton Verknüpfung von Sätzen/Satzteilen durch wiederholtes „und“ Einigkeit und Recht und Freiheit!
Sentenz knapper weiser Spruch Ohne Fleiß kein Preis.
Trikolon Aufzählung mit drei Gliedern verliebt, verlobt, verheiratet
Verdinglichung Übertragung nicht-menschlicher Eigenschaften auf den Menschen; Gegensatz zur Personifikation Sein Blick ist eisern.
Zeugma Verbindung eines Verbs mit zwei unterschiedlichen Sätzen Ich heiße Heinz und dich herzlich willkommen. (Einmal steht „heißen“ in der Bedeutung „Mein Name ist“, im zweiten Satzteil wird es in der Verbindung „jemanden willkommen heißen“ verwendet.)

Rhetorische Mittel in der Textanalyse interpretieren

Bei so vielen Arten von rhetorischen Mitteln kann es schwer sein, sich alle Begriffe korrekt zu merken. Aber keine Angst: Oft ist es nicht notwendig, alle Fachbegriffe zu nennen. Eine Umschreibung ist häufig auch möglich. Zum Beispiel kannst du statt „Apostrophe“ einfach von einer „direkten Anrede an den Leser“ sprechen. Oder du beschreibst eine „Ellipse“ mit „Auslassung eines Wortes“.

Rhetorische Mittel kennst du wahrscheinlich durch Textanalysen aus deiner Schulzeit. Der erste Schritt bei der Textanalyse ist es, die rhetorischen Mittel zu erkennen. Das ist aber nur ein Teil deiner Analyse. Danach kommt es darauf an, die sprachlichen Mittel auch richtig zu interpretieren. Denn ein Autor benutzt diese nicht wahllos in seinem Text. %Hier evtl. Verweis mit Thumbnail auf Textanalyse, damit der Absatz nicht so lange wirkt

Stattdessen erfüllen sie – je nach Beispiel und Text – eine unterschiedliche Funktion. Das bedeutet, dass der Inhalt und die Sprache eines Textes unmittelbar miteinander verbunden sind. In deiner Textanalyse untersuchst du daher, wie die Sprache des Textes den Inhalt unterstützt. Unser Kapitel zur Wirkung rhetorischer Mittel wird dir dabei weiterhelfen.

Rhetorische Mittel – allgemeine Wirkung

Rhetorische Mittel sind sprachliche Mittel, mit denen du deinen Vortrag oder Text geschickt und überzeugend formulieren kannst. Mit ihnen erzielst du je nach Situation unterschiedliche Wirkungen. Sie können …

  • einen Text lebendiger und emotionaler gestalten.
  • Aufmerksamkeit auf wichtige Textpassagen lenken.
  • schwierige Stellen durch Bilder vereinfachen.
  • den Zuhörer/Leser bewegen und damit besser überzeugen. 
  • Neugier beim Zuhörer/Leser wecken.
  • das Vertrauen des Lesers/Zuhörers gewinnen. 

Rhetorische Mittel – Kategorien

Je nach Wirkung und Bedeutung kannst du rhetorische Mittel auch vier unterschiedlichen Gruppen zuordnen:

  1. Wirkung durch den Klang: Mit diesen rhetorischen Mitteln erzeugst du einen besonderen Klang, zum Beispiel mit Alliterationen.
  2. Wirkung durch ein Spiel mit der Bedeutung der Wörter: Hier ersetzt du den üblichen Begriff durch einen anderen auffälligen Begriff, zum Beispiel durch einen Dysphemismus.
  3. Wirkung durch die Zahl und Reihenfolge der Wörter: In diesem Fall verwendest du unüblich viele oder wenige Wörter bzw. ordnest die Wörter auffällig im Satz an, zum Beispiel durch Epiphern, Antiklimax und Trikolon. Du sprichst hier auch von Wortfiguren.
  4. Wirkung durch die Gedanken: Damit kannst du den Gedankengang besser strukturieren. Daher heißt diese Art von rhetorischem Mittel auch Gedankenfigur. Im Gegensatz zur Wortfigur bezieht sich die Gedankenfigur nicht auf ein einzelnes Wort, sondern einen ganzen Satz, zum Beispiel beim Parallelismus.

Rhetorische Mittel in wissenschaftlichen Arbeiten

Auch bei der Anwendung von rhetorischen Mitteln in wissenschaftlichen Arbeiten gibt es einiges zu beachten. Das Ziel bei deiner wissenschaftlichen Arbeit sollte immer sein, eine professionelle und verständliche Sprache zu benutzen.

Deshalb solltest du unbedingt folgende Fehler in deiner Arbeit vermeiden:

  • Neologismen, Anglizismen und Jugendsprache machen deinen Text unverständlich. Außerdem wirken sie sehr unprofessionell. Daher gehören sie nicht in eine wissenschaftliche Arbeit!
  • Ungewöhnliche Bilder – wie Metaphern und Personifikationen – sind nicht geeignet für eine Abschlussarbeit im Studium. Diese rhetorischen Mittel sind eher für ein Gedicht oder einen literarischen Essay als für eine sachliche Arbeit sinnvoll.
  • Vermeide auch abschwächende Wörter wie „gewissermaßen“ und Hyperbeln wie „enorm“! Sie lassen dich unsicher oder deine Arbeit unglaubwürdig wirken.
  • Lange, verschachtelte Sätze sind anstrengend zu lesen und schwer zu verstehen. Das solltest du also besser vermeiden.
  • Auch Pleonasmen wirken sehr unprofessionell in deinen Texten, da sie überflüssige Wörter enthalten.

Stattdessen nutzt du besser folgende rhetorische Mittel für deine Bachelorarbeit:

  • Verwende statt Umgangssprache und Jugendsprache gezielt passende Fachbegriffe!
  • Statt abschwächende Wörter nutzt du bekräftigende Formulierungen, zum Beispiel: „Daher konnte bewiesen werden, dass …“. Auch Fakten lassen deinen Text viel seriöser erscheinen. 
  • Kurze, klare Sätze erleichtern dem Leser das Verständnis. 
  • Versuche, dich auf einen treffenden Begriff festzulegen, also nicht „subjektive Meinung“, sondern nur „Meinung“.

Hier noch einmal alles in Kürze:

Falsch Richtig
Neologismen, Anglizismen, Jugendsprache Fachbegriffe
Metaphern, Personifikationen sachliche Sprache
abschwächende Wörter, Hyperbeln bekräftigende Formulierungen, Fakten
lange, verschachtelte Sätze kurze, klare Sätze
Pleonasmen ein einzelner passender Begriff

Rhetorische Mittel spielen auch in Sachtextanalysen eine wichtige Rolle. Wenn du dich darin noch nicht auskennst, schau dir jetzt unbedingt noch unser Video dazu an! %Verweis Thumbnail Sachtextanalyse

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