Stilmittel
Stilmittel - Wort
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Eine Tautologie ist die inhaltliche Wiederholung eines Wortes. Wie du sie erkennst und ihre Wirkung als Stilmittel bestimmst, erfährst du in diesem Beitrag. Hier geht’s zum Video!

Was ist eine Tautologie?

Die Tautologie ist die Wiederholung eines Ausdrucks mit anderen Wörtern der gleichen Wortart oder auch dem genau gleichen Wort.

Tautologie Beispiel:  Sie hat sich still und leise weggeschlichen. Abgemacht ist aber abgemacht.

In dem ersten Satz erkennst du eine inhaltliche Verdopplung, die aber aus unterschiedlichen Wörtern besteht. Beide meinen jedoch das Gleiche und beide gehören der Wortart Adjektiv, also Eigenschaftswort, an. Der zweite Satz zeigt dir, wie eine Tautologie mit den gleichen Wörtern aussehen kann. Abgemacht wird in genau der gleichen Form, also identisch, wiederholt. 

Tautologie Definition 

Die Tautologie bezeichnet ein Stilmittel, das die Bedeutung eines Wortes entweder durch identische Verdopplung oder durch ein bedeutungsgleiches Wort wiederholt. Sie wird immer zur Verstärkung einer Aussage genutzt.  

Tautologie – Beispiele

Tautologische Formulierungen findest du in vielen Bereichen: sowohl in mündlichen Aussagen als auch in schriftlich festgehaltenen Texten. Schaue dir einfach unsere Beispiele an, um dir einen besseren Überblick über die verschiedenen Formen der Dopplung zu verschaffen.

Tautologie Beispiel – Alltag

Ein paar Tautologien kennst du bestimmt aus alltäglichen Phrasen oder Redewendungen. Sie werden als rhetorische Mittel eingesetzt, um eine Aussage zu unterstreichen. 

Redewendungen: 

  • Kinder bleiben eben Kinder.
  • Geschäft ist Geschäft
  • Spiel ist Spiel.  
  • Es ist wie es ist
  • Ich muss tun, was ich tun muss.

Wie du siehst, handelt es sich bei solchen Redewendungen meist um Wiederholungen desselben Wortes. Das tautologische Merkmal der gleichen Wortart ist hier somit automatisch erfüllt. Die einzelnen Wörter werden schließlich identisch wiederholt, selbst wenn sie in anderer Reihenfolge stehen.  

Alltägliche Phrasen:

  •  Da bin ich voll und ganz deiner Meinung. 
  • Nie und nimmer hat er das geschafft. 
  • Die Polizei leistet immer Hilfe und Beistand
  • Das ganze Gelaufe und Gerenne hier ist mir zu viel.
  • Ich bin schlicht und einfach zufrieden. 

Auch diese Ausdrücke hörst du im Alltag immer wieder. Zwar wird hier das Wort nicht identisch wiederholt, es sind aber trotzdem tautologische Wendungen. Einerseits sind jeweils beide Wörter synonym zueinander: Hilfe und Beistand haben also beispielsweise die gleiche Bedeutung. Andererseits gehören beide Wörter jeweils einer Wortart an. Bei Hilfe und Beistand handelt es sich um zwei Substantive, also Namenwörter. Nie und nimmer ordnest du hingegen der Wortart der Adverbien, also den Umstandswörtern, zu.

Tipp: Wenn du dir nicht sicher bist, ob bei unterschiedlichen Wörtern eine Tautologie vorliegt, dann kannst du einen ganz einfachen Test machen: Lasse einen der beiden Begriffe weg und lies den Satz noch einmal. Hat er immer noch die gleiche Bedeutung? Wenn du die Frage mit „Ja“ beantworten kannst, hast du einen tautologischen Ausdruck vor dir!

Tautologie Beispiel – Literatur 

Nicht nur in der alltäglichen Sprache, sondern auch in der Literatur setzen Autoren die Tautologie als Stilmittel ein. 

  •  „Die Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.“ (- Gertrud Stein: Sacred Emily) 
  • „In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden […].“ (- Sprechender Hut, J. K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen) 
  • „Ach! Hätte ich Kisten und Kasten voll […]“ ( – Clemens Brentano: Das Märchen vom Murmeltier) 

Das erste Beispiel hebt sich von den anderen beiden Textstellen ab, weil die Dichterin in diesem Vers eine Tautologie der Logik (A = A) ausdrückt. Das Stilmittel unterstreicht hier also eine Aussage, die grundsätzlich immer gilt. Sie ist folglich allgemeingültig

Wendungen wie die letzten beiden Beispiele liest du häufiger in Erzählungen. Die inhaltlichen Wiederholungen verdeutlichen die Aussagen des Textes. Autoren haben daneben noch viele weitere Möglichkeiten, bestimmte Textstellen zu betonen. Welche das sind, erfährst du in unserem Beitrag zu den Stilmitteln.

Zum Video: Stilmittel
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Tautologie Beispiel – Sonderformen 

Tautologien können nicht nur durch die Wiederholung eines Wortes auftreten. Auch die Doppelung innerhalb eines zusammengesetzten Wortes gilt als tautologische Formulierung. 

Solche Zusammensetzungen können durch Bindestriche gekennzeichnet sein: 

  • ISBNNummer ⇒ ISBN steht bereits für Internationale Standardbuchnummer
  • HIVVirus ⇒ HIV steht bereits für Human Immunodeficiency Virus.
  • SalsaSauce ⇒ „Salsa“ bedeutet im Spanischen bereits „Sauce“. 
  • Düsenjet ⇒ „jet“ bedeutet im Englischen bereits „Düsenflugzeug“. 

Wiederholungen dieser Art entstehen häufig aus Missverständnissen. Sie sind das Ergebnis fremdsprachlicher Einflüsse (Salsa-Sauce) oder von Abkürzungen, deren Ausschreibung nicht immer eindeutig ist (ISBN). Solche Dopplungen kommen schon so selbstverständlich in unserer Alltagssprache vor, dass sie uns oft nicht auffallen. Deshalb kannst du in diesen Fällen zwar von tautologischen Formulierungen sprechen, aber nicht von der Tautologie als Stilmittel. Die Sprecher setzten die Wiederholung nämlich nicht bewusst ein. 

Tautologie – Wirkung

Allgemein müssen Stilmittel immer in ihrem Zusammenhang gesehen werden. Nur dann kannst du ihre Wirkung sicher richtig bestimmen. Überprüfe also immer noch einmal im Text, welche Auswirkung das Stilmittel für dich als Leser hat.

Trotzdem kannst du dir eine grundsätzliche Wirkung der Tautologie merken: die Verdeutlichung einer Aussage. Durch eine tautologische Formulierung wird ein Sachverhalt oder Gegenstand betont. Dem Hörer oder Leser erscheint die Aussage sehr eindringlich und sie bleibt so eher im Gedächtnis.

Meistens bekommst du bei tautologischen Äußerungen auch den Eindruck, dass sie wahr sind. Dieser Eindruck entsteht eben dadurch, dass sie so betont werden und der Autor sich sicher zu sein scheint.

Abgrenzung zu anderen Stilmitteln 

Die Abgrenzung zu anderen Stilmitteln kann dir helfen, die Tautologie selbst besser zu verstehen und zu erkennen. Im Anschluss findest du eine Erklärung zu zwei verwandten Stilmittel: dem Hendiadyoin und dem Pleonasmus

Tautologie und Hendiadyoin

Das Hendiadyoin%Verweis ist ebenfalls ein Stilmittel, dass sich durch Doppelung auszeichnet.  Der Unterschied zur Tautologie besteht darin, dass der Ausdruck beim Hendiadyoin eine zusätzliche Bedeutung bekommt. Dieser Zusatz besteht allerdings nur, wenn die Wörter kombiniert werden. Alleine machen sie in dem Satz oft gar keinen Sinn. 

Hendiadyoin Beispiel: Endlich ist alles unter Dach und Fach!

Dach und Fach bekommen zusammen eine neue Bedeutung. Durch ihre Kombination drückst du aus, dass etwas erledigt ist. Die Phrase kann kein tautologischer Ausdruck sein, weil du keinen der beiden Bestandteile weglassen kannst. Etwas kann nicht nur „unter Fach“ sein. 

Bei manchen Ausdrücken musst du etwas genauer überlegen, um die beiden Stilmittel zu unterscheiden, wie in dem folgenden Beispiel.

Hendiadyoin Beispiel: Er war sofort an Ort und Stelle. 

Eigentlich hat das Substantiv Ort dieselbe Bedeutung wie Stelle. Es sind folglich synonyme Begriffe und zudem gehören sie derselben Wortart an. Ursprünglich war der Ausdruck also mal tautologisch. Inzwischen verwendest du die Wendung Ort und Stelle allerdings, wenn jemand schnell direkt am Ort des Geschehens ist.

Die beiden Begriffe haben bei gemeinsamer Verwendung also eine neue Bedeutung bekommen. Außerdem kannst du auch hier wieder nicht einfach eines der zwei Wörter weglassen. Somit sprichst du bei diesem Beispiel ebenfalls von einem Hendiadyoin. 

Tautologie und Pleonasmus

Tautologie und Pleonasmus sind zwei sehr ähnliche Stilmittel. Oftmals werden sie auch synonym verwendet. Es gibt jedoch einen Unterschied: der Pleonasmus liefert keine zusätzlichen Informationen und ergänzt ein Wort mit Wörtern einer anderen Wortart.

Pleonasmen sind beispielsweise Ausdrücke wie „tote Leiche“ oder „runde Kugel“. Beide Male kannst du hier ein Adjektiv feststellen, das eigentlich das Substantiv näher bestimmen sollte. Allerdings liefern die Adjektive tot und rund keine zusätzlichen Informationen, schließlich ist eine Leiche immer tot und eine Kugel immer rund

Ist dir der Unterschied der beiden Stilmittel noch nicht ganz klar? Dann geht’s hier direkt zu unserem Beitrag über den Pleonasmus!

ZumVideo: Pleonasmus
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