Stilmittel
Stilmittel - Übersicht
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Möchtest du wissen, welche typischen Stilmittel in Gedichten vorkommen und wie du sie interpretierst? In diesem Beitrag%und im Video erfährst du es.

Stilmittel Deutsch Gedicht

In Gedichten werden oft Stilmittel eingesetzt. Stilmittel sind sprachliche Gestaltungsmittel. Die Dichter verwenden sie, um damit eine Textstelle zu betonen, zu veranschaulichen oder einprägsamer zu gestalten. Sie haben also immer eine bestimmte Wirkung.

Wenn du eine Gedichtanalyse schreibst, gehst du bei den sprachlichen Besonderheiten in der Regel auch auf die Stilmittel ein. Dabei gibt es einige Stilmittel, die sich für Gedichte besonders gut eignen und daher oft vorkommen. Du findest sie, indem du die Schwerpunkte im Inhalt herausarbeitest und dir überlegst, wie diese zum Ausdruck gebracht werden.

Die Top 11 der wichtigsten Gedicht-Stilmittel

In unserer Übersicht findest du typische und wichtige Gedicht-Stilmittel und ihre Wirkung:

Stilmittel (Gedicht) Erklärung Beispiel Wirkung
Alliteration aufeinanderfolgende Begriffe besitzen den gleichen Anfangslaut
  • Milch macht müde Männer munter
  • Fischers Fritz fischt frische Fische
  • erzeugt ein besonderes Klangbild
  • macht auf die Thematik aufmerksam
Anapher eines oder mehrere Wörter werden zu Beginn aufeinanderfolgender Verse wiederholt
  • Ich hör die Bächlein rauschen/
    Im Walde her und hin,/
    Im Walde in dem Rauschen/
    Ich weiß nicht, wo ich bin.
  • Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll/
    Ein Fischer saß daran
  • mehrere Aspekte werden miteinander verknüpft
  • gleichmäßige oder auch beschleunigende Rhythmisierung
  • mögliches Schlüsselwort wird durch Wiederholung verstärkt
Antithese Gegenüberstellung von Gegensätzen
  • Harte Schale, weicher Kern
  • Warm was ich dachte,
    Kalt, was ich schrieb‘
  • Betonung einer Aussage
  • Darstellung der Zweiseitigkeit
Ellipse Auslassen eines Satzteils in einem Vers
  • So liebt die Lerche/
    Gesang und Luft,/ Und [sie liebt]
    Morgenblumen/
    [Sie liebt] Den Himmelsduft
  • Nicht du, [sondern] ich!
  • durch das Auslassen von Worten erhalten zentrale Inhalte Aufmerksamkeit
Epipher Wortwiederholung am Ende von Sätzen oder Satzteilen
  • Er will alles, kann alles, tut alles.
  • Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit!
  • das Wort wird besonders hervorgehoben 
  • der Rhythmus kann durch eine Epipher sehr gleichmäßig oder beschleunigend wirken
Euphemismus Beschönigende Beschreibung
  • Sie wohnt im Schattenlande (Sie ist tot)
  • Und nimm mich zu dir in dein himmlisch Leben!
    (Er nimmt sich das Leben)
  • Einen Sachverhalt mildern oder aufwerten
  • Vertuschung: den tatsächlichen Sachverhalt verschleiern und die explizite Benennung vermeiden
Metapher Bildhafte Darstellung eines Sachverhalts
  • Frühling lässt sein blaues Band
  • ein Meer von Rosen
  • bewirkt eine deutlichere / lebendigere Vorstellung über den Sachverhalt
Oxymoron Kombination von zwei gegensätzlichen Begriffen
  • offenes Geheimnis
  • sachliche Romanze
  • Aufzeigen der Mehrdeutigkeit einer Situation
  • soll zum Nachdenken anregen
Personifikation Vermenschlichung von Gegenständen / abstrakten Begriffen / Tieren
  • Jetzt lacht das Glück uns an
  • Die Nacht schwingt ihre Fahn
  • erhöht die Vorstellungskraft
  • der Text wirkt anschaulicher / lebendiger

Repetitio  
(Wiederholung)

Wiederholung eines Wortes oder eines Versteils
  • O Mutter! Was ist Seligkeit?
    O Mutter! Was ist Hölle?
  • Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?
  • Betonung einer Aussage
  • Verstärkung der Rhythmisierung
Vergleich Verbindung von zwei ähnlichen Begriffen mit „wie“ oder „als“
  • Schlau wie ein Fuchs
  • So kämpfen wir weiter, wie Boote gegen den Sturm
  • Betonung einer Aussage
  • der Leser kann sich das Beschriebene besser vorstellen

Eine Übersicht über alle Stilmittel findest du hier .

Stilmittel Deutsch Gedicht – Beispiel

Wichtige Stilmittel, die in einem Gedicht vorkommen können, kennst du jetzt schon. Als Nächstes zeigen wir dir, wie du ein Gedicht auf Stilmittel analysieren kannst. Schau dir dazu die erste Strophe des Gedichtes „Das Karussell“ von Rainer Maria Rilke an:

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Schritt 1: Lies dir den Text aufmerksam durch und achte dabei zuerst nur auf den Inhalt.

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.
In der 1. Strophe geht es um ein Karussell. Dabei werden einige Tiere benannt und beschrieben.

Schritt 2: Lies dir das Gedicht erneut durch und achte dieses Mal auf Stilmittel. Überlege dir dazu, wie der Autor Gedanken, Inhalte und Absichten sprachlich umgesetzt hat. Dabei kannst du beispielsweise nach sich wiederholenden Anfangsbuchstaben, Wortwiederholungen, Gegensätzen oder Verbildlichungen Ausschau halten. 

Tipp: Oft werden thematische Schwerpunkte mithilfe von Stilmitteln verstärkt.

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.



Metapher



Alliteration

Repetitio

Schritt 3: Beschreibe nun die Wirkung der Stilmittel. Was möchte der Text mit den sprachlichen Besonderheiten erreichen? Warum hat der Autor an einer bestimmten Stelle genau dieses Stilmittel gewählt?

Für die 1. Strophe könntest du zum Beispiel Folgendes schreiben:

Durch die Wiederholung des Anfangslautes in der Alliteration „Mut in ihren Mienen“ (Vers 6) erzeugt der Autor ein ganz besonderes Klangbild, das die Dynamik der Karussellfahrt darstellt. Diese Auf- und Abwärtsbewegung der Pferde wird zusätzlich durch die Metapher „alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht.“ (Vers 3-4) verstärkt.

Auch die Wiederholung des Wortes „und“ in Vers 8 wirkt sich auf die Rhythmisierung beim Lesen aus und weist auf die gleichbleibende Geschwindigkeit des Karussells hin.

Übrigens: In unserer extra Playlist findest du viele ausformulierte Gedichtanalysen und Beispiele, wie du Stilmittel in einem Gedicht interpretieren kannst!

Stilmittel Deutsch Gedicht – Gedichtanalyse

Geschafft! Die typischen Stilmittel in einem Gedicht und ihre Wirkung kennst du jetzt. Wenn du wissen möchtest, auf welche Aspekte du bei einer Gedichtanalyse noch eingehen kannst, schau dir einfach unser Video dazu an.%Verweis Thumbnail

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