Stilmittel
Stilmittel - Satz
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Eine Parataxe ist eine Aneinanderreihung von Hauptsätzen. Hier erfährst du anhand von Beispielen, wie du eine Parataxe erkennst und wie du ihre Wirkung als Stilmittel bestimmst.

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Was ist eine Parataxe?

Bei einer Parataxe werden mehrere Hauptsätze nebeneinandergestellt. Diese eigenständigen Sätze sind zum Beispiel durch Punkte, Kommas, Gedankenstriche oder Bindewörter miteinander verbunden. Außerdem kannst du auch die Reihung von Wortgruppen und Wörtern als Parataxe bezeichnen. 

Parataxe Beispiel: Es regnet nun schon seit vielen Monaten; die Bauern müssen um ihre Ernte bangen – das Bundesministerium bespricht die finanzielle Unterstützung.

Definition Parataxe

Die Parataxe (gr. pará = bei, neben) ist eine Reihung von Hauptsätzen. Sie bezeichnet also eigentlich die Verbindung gleichrangiger Sätze. Der parataktische Satzbau wird aber häufig auch als Stilmittel verwendet, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Parataxe – Beispiele

Die Aneinanderreihung von Sätzen kannst du in der Literatur und auch in Alltagssituationen feststellen. Deshalb findest du im Anschluss je nach Textsorte verschiedene Beispiele für das Stilmittel der Parataxe. 

Wichtig: Die Hauptsätze dürfen nicht durch Nebensätze, also untergeordnete Sätze, unterbrochen sein. Es liegt nur dann eine Parataxe vor, wenn alle Sätze gleichwertig angeordnet sind! 

Parataxe Beispiele – Alltagstexte

Werbeanzeigen nutzen das Stilmittel beispielsweise oft, um kurz und prägnant auf ihr Produkt aufmerksam zu machen: 

Parataxe Beispiel – Werbung: „Wir fügen ständig neue Serien und Filme hinzu. Durchstöbern Sie neue Titel oder suchen Sie nach Ihren Lieblingsserien und -filmen und streamen Sie Videos direkt auf Ihrem Gerät.“ (- Netflix)

Dieser Text wirbt mit vier Hauptsätzen für den Streaming-Dienst. Der erste Hauptsatz ist durch einen Punkt abgetrennt. Die anderen drei sind durch nebenordnende Konjunktionen miteinander verbunden. Der Leser erfährt hier in nur zwei Zeilen alles Wichtige zum Produkt.

Tipp: Nebenordnende Konjunktionen sind Bindewörter, die zwei Hauptsätze miteinander verbinden. Im Deutschen gibt es dafür die Konjunktionen: aber, denn, und, sondern, oder. Du kannst sie dir mit einem Merkwort einprägen: A-D-U-S-O.

Zeitungsartikel nutzen den parataktischen Satzbau, um das Interesse des Lesers zu wecken. Oft findest du Satzreihen in einem kleinen, zusammenfassenden Textabschnitt vor dem eigentlichen Artikel:

Parataxe Beispiel – Zeitung:In vielen Bundesländern gehen am Wochenende die Osterferien zu Ende. Der gerade erst wieder angelaufene Schulbetrieb gerät angesichts der dritten Corona-Welle nun einmal mehr ins Wackeln. Die Länder planen unterschiedlich.“ (- Süddeutsche Zeitung) 

Hier erkennst du eine Aneinanderreihung von drei Hauptsätzen, die jeweils durch einen Punkt voneinander getrennt sind. In dieser kurzen Beschreibung erfährst du, worum es in dem Artikel gehen wird. Die Meldung (Corona-Welle erschwert Schulstart) wird in den zeitlichen Kontext gesetzt (Ende der Osterferien). Mit dem dritten Satz grenzt der Autor das Thema innerhalb der Meldung noch einmal ein (unterschiedliche Bundesländerplanung).

Tipp: Hauptsätze erkennst du daran, dass sie alleine stehen können. Sie sind also nicht von anderen Sätzen abhängig. Außerdem steht das Prädikat bei Aussagesätzen immer an zweiter Stelle: Ich freue mich über dein Geschenk. 

Parataxe Beispiele – literarische Texte

Das Stilmittel der Parataxe findest du auch in literarischen Texten:

Parataxe Beispiel – Literatur:Die Grenze, die Grenze. Wo ist sie? War sie da? War sie schon überschritten? (- Baron von Innstetten in T. Fontane: Effi Briest)

In der Literatur hat die Satzreihung oftmals eine andere Wirkung. Sie wird zum Beispiel eingesetzt, um die Handlung und dadurch auch den Lesefluss zu beschleunigen. In diesem Textausschnitt siehst du zwei Wortgruppen, die mit einem Komma verbunden sind und an die drei kurzen Fragen angehängt werden. Dieser Ausschnitt verdeutlicht die drängenden Fragen und die schnellen Gedankensprünge der Romanfigur.

Parataxe Beispiel – Lyrik: Der König sprach’s, der Page lief, / Der Knabe kam, der König rief:“ (- J. W. Goethe: Der Sänger, Vers 5-6) 

Die Satzreihung tauch auch in Gedichten immer wieder auf. Diese beiden Verse bestehen aus vier Hauptsätzen. Sie sind durch Kommas und eine neue Verszeile voneinander getrennt. Die Aneinanderreihung der vier kurzen Hauptsätze unterstreicht den Rhythmus des Gedichtes. In wenigen Schritten wird der Leser auf die zentralen Strophen des Gedichts (den Dialog zwischen König und Sänger) vorbereitet. Zudem verdeutlicht die schnelle Ausführung des Befehls die Macht des Königs. 

Paratexte Beispiel – Bibel:Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.” (-Genesis 1-3)

Religiöse Texte verwenden die Parataxe oft, um die Absolutheit ihrer Aussagen zu verdeutlichen. Die ersten drei Verse der Schöpfungsgeschichte sind beispielsweise unterteilt in sieben Hauptsätze. Sie sind entweder durch Punkte, Strich- und Doppelpunkte oder Ausrufezeichen miteinander verbunden. Hier liest du auch häufig die Konjunktion und. In diesem Fall unterstreicht das Bindewort den Ablauf und die Reihenfolge der erzählten Geschichte. 

Parataxe – Wirkung

Im Alltag, wie etwa in Werbetexten, Reden oder Nachrichtenmeldungen, bekommt der parataktische Satzbau oft einen Aufzählungscharakter. Die aneinandergereihten Sätze vermitteln den wichtigsten Inhalt und liefern keine weiteren Erklärungen.

Da der Schwerpunkt somit auf den Tatsachen liegt, wirkt der Text im parataktischen Stil sachlich und schlicht. Grundsätzlich sind Satzreihen leicht verständlich, weil du innerhalb eines Satzes keinen schwierigen Strukturen folgen musst. 

Tipp: Eine Satzreihung hat nicht immer die gleiche Wirkung. Schaue auf den Kontext, also den Gesamtzusammenhang des Textes, um die richtige Interpretation des Stilmittels herauszufinden! 

In literarischen Texten kannst du häufig eine rhythmische Wirkung der Parataxe feststellen. Die Handlung beschleunigt sich durch einfache, aufeinanderfolgende Hauptsätze. Der Autor liefert dadurch viele Informationen. Gleichzeitig beschleunigt auch der Leser seinen Lesefluss. Somit steigert der Autor die Spannung seiner Geschichte. 

Welche Methoden Autoren noch nutzen, um ihre Texte sprachlich zu gestalten, erfährst du in unserem Beitrag zu den rhetorischen Mitteln

Parataxe und Hypotaxe 

Das Gegenstück zur Parataxe ist die Hypotaxe. Statt einer Satzreihe bezeichnet die Hypotaxe ein Satzgefüge, also eine über- und unterordnende Struktur, die aus Haupt- und Nebensätzen besteht.

Tipp: Wenn der Autor vom hypotaktischen zum parataktischen Satzbau wechselt, möchte er eine bestimmte Wirkung erzielen. Durch solche Änderungen des Schreibstils erkennst du zum Beispiel spannungssteigernde Textelemente. 

Um den Unterschied zwischen Parataxe und Hypotaxe besser zu verstehen, schau dir hier unser Video zur Hypotaxe an. 

Zum Video: Hypotaxe
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