Stilmittel
Stilmittel - Gedanken
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Eine Antithese ist eine Gegenbehauptung oder eine Gegenüberstellung zweier Ausdrücke. Wie sie als Stilmittel eingesetzt werden kann, erfährst du in diesem Beitrag. Hier kommst du direkt zum Video!

Was ist eine Antithese?

Eine Antithese ist die direkte Antwort auf eine Behauptung, auch Gegenbehauptung genannt.
Gegenbehauptung– Beispiel: „Er trug ein rotes T-Shirt.“ „Nein, sein T-Shirt war grün.“ 

Sie kann aber auch eine Kombination entgegengesetzter Gedanken sein. Solche Ausdrücke folgen auf keine direkte Behauptung.
Gegensatz – Beispiel: Harte Schale, weicher Kern.“ 

Vor allem Antithesen in Form eines Gegensatzes werden häufig als Stilmittel verwendet. Als solche stellen sie dann gegensätzliche Wörter, Wortgruppen oder sogar ganze Sätze gegenüber.

Antithese Definition 

Eine Antithese (gr. antíthesis = Gegensatz) ist das Gegenstück zu einer These, also einer Behauptung. Sie bezeichnet folglich einerseits eine Gegenbehauptung, die direkt auf eine These folgt. Und andererseits eine Kombination entgegengesetzter Gedanken. Als Stilmittel kann sie bewusst eingesetzt werden, um eine Aussage zu betonen.

Antithese in einer Argumentation

Die Antithese in Form einer Gegenbehauptung begegnet dir vermutlich oft in Diskussionen rund um die unterschiedlichsten Themen. Das kann schon bei einem einfachen Wortwechsel wie diesem hier der Fall sein: 

These – Beispiel: „Du kannst einen Handstand.“
Antithese – Beispiel: „Nein, ich kann keinen Handstand. Ich habe es verlernt.“

Im besten Fall kommst du in einer Diskussion zu einer Lösung und kannst eine neue Behauptung aufstellen, die sogenannte Synthese. Damit sind die drei Grundelemente der Dialektik, das ist die Lehre von den Gegensätzen, komplett: These – Antithese – Synthese. 

Synthese – Beispiel: „Na gut, aber wenn du ein bisschen übst, dann kannst du einen Handstand.“

Diese drei Elemente brauchst du auch in einigen argumentativen Texten. Durch das Abwägen zwischen einer These und einer Antithese kannst du zu einer gut begründeten Synthese kommen. Um noch besser zu verstehen, wie du sie einsetzen kannst, sieh dir einfach unseren Beitrag zur dialektischen Erörterung an. 

Antithese als Stilmittel

Von der Antithese als Stilmittel sprichst du erst, wenn sie bewusst eingesetzt wird, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Sieh dir die Beispiele im Anschluss an, um einen Überblick über die verschiedenen Verwendungsbereiche zu bekommen. 

Tipp: Antithesen als Stilmittel treten meist in Form eines Gegensatzes auf. 

Antithese – Beispiele aus dem Alltag

In Redewendungen verwendest du antithetische Formulierungen, um die Gegensätzlichkeit zu betonen: 

  • Himmel und Hölle
  • Lieber einen Spatz in der Hand, als eine Taube auf dem Dach
  • Hochmut kommt vor dem Fall

Außerdem nutzen auch Werbungen immer wieder Gegenüberstellungen, um auf ihr Produkt aufmerksam zu machen: 

  • Große Spielwelt, kleine Preise. (- Discounter-Werbung)  
  • Heute schon für morgen sorgen. (- Krankenversicherungs-Werbung)

Werbung soll dem Leser grundsätzlich möglichst einprägsam verdeutlichen, welche Vorteile das jeweilige Produkt mit sich bringt. Dafür können antithetische Sätze eine gute Methode sein. Das erkennst du gut an den oberen Beispielen: Da die Gegensätze (groß – klein; heute – morgen) die einzelnen Begriffe deutlicher hervortreten lassen, betonen sie so die Aussage.

Antithese – Beispiele aus der Literatur

Sätze, die Gegensätzliches vereinen, findest du auch in der Literatur. Beispielsweise unterstützt die Antithese inhaltlich die Struktur des Sonetts . So findest du sie in dieser Gedichtform als Gegenbehauptung nach einer These. Aber auch als Gegenüberstellung innerhalb eines Verses, so wie hier bei Andreas Gryphius:  

  • Du siehst, wohin du siehst, | nur Eitelkeit auf Erden.
    Was dieser heute baut| reißt jener morgen ein. (- A. Gryphius: Es ist alles eitel)

Das Stilmittel kann auch eingesetzt werden, um eine vielfältige Umgebung zu beschreiben. So formuliert auch Astrid Lindgren in ihrem Roman antithetisch: 

  • Große Häuser und kleine Häuser gibt es, hübsche Häuser und häßliche Häuser, alte Häuser und neue Häuser. (- A. Lindgren: Karlsson fliegt wieder)

Oftmals gestalten Autoren solche Textpassagen außerdem noch in Verbindung mit den beiden Stilmitteln Parallelismus und Chiasmus. Das hat eine zusätzliche Betonung des Gegensatzes zur Folge. 

Antithetischer Chiasmus – Beispiel

  • Ach Gott! die Kunst ist lang!
    Und kurz ist unser Leben. (- J.W. v. Goethe: Faust I)

Ein Chiasmus  bezeichnet eine Satzstruktur aus kreuzweise zueinander stehenden Elementen. Während lang hier am Ende des ersten Verses steht, beginnt der nächste mit dem gegensätzlichen Begriff kurz und nennt danach erst, was kurz ist (unser Leben). Du kannst also die Begriffspaare Kunst – Leben, sowie lang – kurz mit einem Kreuz verbinden. 

Antithetischer Parallelismus – Beispiel: 

  • Reicher Mann und armer Mann / standen da und sah’n sich an.
    Und der Arme sagte bleich: / Wär‘ ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“ (- B. Brecht: Alfabet)

Auch der Parallelismus  verstärkt die Gegenüberstellung. Im Gegensatz zum Chiasmus werden hier Sätze oder einzelne Satzteile in der gleichen Struktur wiederholt. Das findest du bei Brecht einmal in dem ersten Vers: Die gegenteiligen Adjektive reich und arm stehen beide Male vor dem Substantiv (Mann). Aber auch die beiden Sätze des letzten Verses sind gleich aufgebaut. Dementsprechend sind die gegensätzlichen Adjektive beide am Ende des jeweiligen Satzes.

Merke: Die Antithese tritt häufig in Form eines Parallelismus oder Chiasmus auf. Nicht jeder Parallelismus oder Chiasmus ist jedoch antithetisch. 

Antithese – Wirkung

Eine Antithese liegt also immer dann vor, wenn du innerhalb eines Satzes oder über mehrere Sätze hinweg eine Gegenüberstellung findest. Solche Äußerungen erzielen meist eine bestimmte Wirkung beim Hörer/Leser. Sie werden von den Sprechern oder Autoren also bewusst als Stilmittel eingesetzt. 

Antithetische Formulierungen betonen meistens Aussagen. Durch die Gegensätzlichkeit erscheint dir das Geäußerte deutlich eindringlicher und klarer (Reden ist Silber, schweigen ist Gold). 

Zum einen können Antithesen die Vielfalt eines Themas darstellen. Zum anderen kann aber auch eine innere Zerrissenheit zum Ausdruck gebracht werden. Diese Wirkung erzielt auch Franz Grillparzer in den letzten Versen seines Gedichts „Licht und Schatten“: Warm was ich dachte, / Kalt, was ich schrieb. 

Antithese – Oxymoron

Das Oxymoron drückt ebenfalls Gegensätze aus. Somit gilt das Stilmittel als Sonderform der Antithese. 

In welchen Fällen nicht nur ein antithetischer Ausdruck, sondern auch ein Oxymoron vorliegt, kannst du ganz einfach feststellen. Das Kennzeichen des Oxymorons ist die Kombination von zwei Wörtern, die sich gegenseitig ausschließen. Bei antithetischen Sätzen werden die gegensätzlichen Begriffe hingegen lediglich gegenübergestellt.

Oxymoron – Beispiel: „Du siehst ja aus wie eine lebende Leiche!“

Du möchtest mehr Beispiele, um den Unterschied noch besser zu verstehen? Dann sieh dir hier unseren Beitrag zum Oxymoron an.

Zum Video: Oxymoron
Zum Video: Oxymoron

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