Ein Tsunami ist eine riesige Meereswelle. Die Wellen werden durch Erdbeben verursacht, die den Meeresboden heben oder senken. Diese Bewegung verdrängt Wasser und erzeugt dadurch Wellen. Auf hoher See sind Tsunamis flach und kaum bemerkbar, aber in Küstennähe türmen sie sich zu gewaltigen Höhen von bis zu 30 Metern auf!
Die riesigen Wellen können mit über 30 km/h an Land treffen. Auf eine Tsunami-Welle folgen meistens auch zusätzliche Wellen. Dabei gefährden sie an der Küste lebende Menschen und zerstören ganze Häuser. Zusätzlich kommt es nach dem Ausbreiten der Wellen zu einem Sog. Durch die zurückfließenden Wassermengen kann es zu weiteren Zerstörungen kommen.
Gut zu wissen: Das Wort Tsunami ist japanisch und setzt sich aus „tsu“ (der Hafen) und „nami“ (die große Welle) zusammen.
Inhaltsübersicht
Wie entstehen Tsunamis?
Stell dir vor, tief unten im Meer passiert etwas Gewaltiges: Zwei riesige Erdplatten, eine ozeanische und eine kontinentale, treffen aufeinander. Kontinentalplatten sind Teile der Erdkruste, auf denen unsere Kontinente liegen. Ozeanische Platten hingegen bilden den Meeresboden und sind schwerer als Kontinentalplatten. Die schwerere ozeanische Platte wird unter die leichtere kontinentale Platte gedrückt. Diesen Prozess nennst du Subduktion.
Dabei reißt der Meeresboden plötzlich auf: Ein Seebeben entsteht. Dieses Ereignis setzt enorme Energiemengen frei und bringt die Wassermassen darüber, auch Wassersäule genannt, ins Schwingen.
Diese Bewegung erzeugt Wellen, die sich in alle Richtungen ausbreiten. Auf dem offenen Meer haben diese Wellen eine Länge von bis zu 100 Kilometern und bewegen sich unter der Wasseroberfläche mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 km/h. Das ist so schnell wie ein Düsenjet! Aber auf hoher See sind diese Wellen oft weniger als einen Meter hoch und daher kaum zu bemerken.
Wenn sich die Welle jedoch dem Festland nähert, verändert sie sich dramatisch. Der Abstand zwischen den Wellenkämmen — das ist der höchste Teil einer Welle — wird kürzer. Dadurch türmen sich die Wellen oft meterhoch auf, wenn sie die Küste erreichen. Diese bis zu 30 Meter hohen Wassermassen können dann viele Kilometer ins Landesinnere vordringen und ganze Landstriche zerstören.
Gut zu wissen: Tsunamis können auch entstehen, wenn bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Erdrutschen oder Meteoriteneinschlägen plötzlich riesige Wassermassen verdrängt werden.
Wo entstehen Tsunamis?
Tsunamis entstehen oft in Gebieten, wo tektonische Platten aufeinandertreffen oder sich voneinander entfernen. Diese Zonen nennst du Subduktionszonen. Besonders häufig treten Tsunamis im Pazifischen Ozean auf.
Dieser Bereich ist auch als pazifischer Feuerring bekannt. Hier gibt es viele aktive Erdbebenzonen und Vulkane, weshalb dort 65 Prozent aller Tsunamis entstehen. Aber Tsunamis sind nicht nur auf den Pazifik beschränkt. Sie können auch im Indischen Ozean, Atlantik und im Mittelmeer auftreten. Dort treten sie aber seltener als im Pazifik auf.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Nach Beantwortung speichern wir deine Antwort, um Studyflix zu verbessern. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Folgen von Tsunamis
Tsunamis können mit ihrer Wassermasse ganze Dörfer und Städte überfluten, Menschenleben fordern und die Infrastruktur zerstören. Menschen verlieren dabei ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage und manchmal auch Familienmitglieder.
Neben der sofortigen Zerstörung haben Tsunamis auch langfristige Folgen. Sie können die Landschaft verändern, indem sie Sand und Erde wegspülen und neue Landschaftsformen schaffen.
Auch die Umwelt leidet: Wenn Salzwasser die landwirtschaftliche Flächen überflutet, macht sie das unbrauchbar. Zusätzlich bedrohen Öl- und Chemikalienverschmutzungen die Tier- und Pflanzenwelt.
Meeresströmungen
Super, jetzt weißt du, was Tsunamis sind und wie sie entstehen. Das Wasser im Meer bewegt sich aber nicht nur durch Wellen, sondern auch durch Strömungen. Was Meeresströmungen sind und wie sie entstehen, erfährst du hier.
Was ist ein Tsunami? — häufigste Fragen
(ausklappen)
Was ist ein Tsunami? — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Wie kündigt sich ein Tsunami an?Ein Tsunami kündigt sich oft durch ein starkes Erdbeben in Küstennähe und durch ein ungewöhnlich schnelles Zurückweichen des Meeres an. Manchmal hört man auch ein lautes, anhaltendes Rauschen aus Richtung Meer. In vielen Regionen warnen außerdem Sirenen, Durchsagen oder Warn-Apps vor einem Tsunami.
-
Warum zieht sich das Wasser vor einem Tsunami zurück?Das Wasser zieht sich vor einem Tsunami zurück, wenn zuerst der „Wellental“-Teil der Tsunami-Welle an der Küste ankommt und dabei Wasser vom Ufer ins Meer zieht. Dadurch kann der Meeresboden kurz sichtbar werden. Nach den Wellen kann zusätzlich ein starker Rückstrom entstehen, den man als Sog wahrnimmt.
-
Warum ist ein Tsunami auf hoher See kaum zu sehen, an der Küste aber so hoch?Ein Tsunami ist auf hoher See kaum zu sehen, weil sich die Energie dort auf eine sehr lange Welle verteilt und die Welle deshalb oft weniger als einen Meter hoch ist. In Küstennähe wird das Wasser flacher, der Abstand der Wellenkämme wird kleiner, und die Welle türmt sich meterhoch auf.
-
Kann ein Tsunami Deutschland treffen?Ein Tsunami kann Deutschland treffen, aber das ist an Nord- und Ostsee selten und meist deutlich schwächer als im Pazifik. Dafür bräuchte es zum Beispiel ein starkes Seebeben oder einen großen Unterwasser-Erdrutsch in Nordsee oder Atlantik. An deutschen Küsten würde man eher ungewöhnliche Flutwellen oder starke Strömungen erwarten als 30 Meter hohe Wände.
Naturkatastrophen verstehen
Ein Tsunami ist eine gewaltige Meereswelle und gehört zu den bekanntesten Naturkatastrophen der Erde. Wer sich mit Naturkatastrophen beschäftigt, lernt verschiedene Ereignisse auf der Erde kennen und vergleicht ihre Ursachen und Folgen. So wird klar, wie Naturkräfte Landschaften verändern und Menschen in vielen Regionen gefährden können. Weitere Videos dazu findest du in unserem Erdkundebereich.