Ebbe und Flut einfach erklärt

Vielleicht ist dir am Meer — beispielsweise der Nordsee — schon einmal aufgefallen, dass weite Teile des Strandes trocken liegen, die ein paar Stunden vorher noch überschwemmt waren.

Dafür sind die Gezeiten oder Tiden verantwortlich — also das Zusammenspiel von Ebbe und  Flut. Unter Ebbe verstehst du den Zeitraum, in dem das Wasser sinkt, also ‚abläuft‘. Flut ist der Zeitraum, in dem das Wasser ansteigt oder ‚aufläuft‘. Aber warum gibt es Ebbe und Flut eigentlich? 

Hierfür spielt vor allem das Zusammenwirken von Erde und Mond eine große Rolle: Vereinfacht gesagt kannst du dir den Mond wie einen Magneten vorstellen, der die Wassermassen der Erde anzieht.

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Warum gibt es Ebbe und Flut?

Merke: Ebbe und Flut wechseln sich täglich ungefähr alle sechs Stunden ab. Das bedeutet, dass an einem Tag zwei Mal Ebbe und zwei Mal Flut auftritt.  

Gezeiten Definition

Gezeiten oder Tiden sind das Zusammenspiel aus Ebbe und Flut. Darunter versteht man regelmäßig wiederkehrende Wasserbewegungen der Ozeane, die vor allem durch die Anziehungskraft (Gravitationskraft) des Mondes und die Fliehkraft der Erde zustande kommen. 

Ebbe und Flut: Wie entstehen die Gezeiten?

Die Gezeiten entstehen durch ein Zusammenwirken von drei Himmelsköpern — der Erde, dem Mond und der Sonne. Allerdings hat der Mond einen viel größeren Einfluss auf die Gezeiten, da er sich näher an der Erde befindet. 

Für die Entstehung von Ebbe und Flut spielen vor allem zwei Kräfte eine zentrale Rolle:

Zwischen Mond und Erde herrschen gegenseitige Anziehungskräfte. Der Mond zieht dabei also auch das Wasser unserer Weltmeere an. Die starken Kräfte sorgen dafür, dass sich ein Wasserberg in Richtung des Mondes bildet — es entsteht ein Flutberg auf der mondzugewandten Seite. An einer Stelle fließt also Wasser ab, an der anderen Stelle sammelt es sich. 

Gut zu wissen: Auch die Landmassen sind von der Anziehungskraft des Mondes betroffen. Allerdings hebt und senkt sich die Erdkruste nur wenige Zentimeter pro Tag — das spüren wir gar nicht. 

Jetzt wird es spannend: Auch auf der mondabgewandten Seite kommt es zu einem Flutberg. Aber wieso? Hier kommt die Fliehkraft ins Spiel. Sie entsteht, da sich Erde und Mond um einen gemeinsamen Schwerpunkt drehen. Du kannst sie dir am besten anhand einer Fahrt mit einem Kettenkarussell erklären: Sie ist die Kraft, die dafür sorgt, dass die Sitze nach außen gedrängt werden. Da die Anziehungskraft des Mondes auf der mondabgewandten Seite schwächer ist als die Fliehkraft der Erde, entsteht auch hier ein zweiter Flutberg.

Merke: Die Fliehkräfte sind überall auf der Erde gleich stark und weisen in dieselbe Richtung. 

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Gezeiten Entstehung

Da sich die Erde täglich um sich selber dreht, dreht sie sich sozusagen unter den beiden Flutbergen und den beiden Ebbtälern hindurch.

Wie lange dauert Ebbe und Flut? 

Täglich gibt es zwei Mal Ebbe und zwei Mal Flut. Genauer gesagt dauert es 12 Stunden und 25  Minuten von einem Hochwasser bzw. Niedrigwasser zum nächsten. Das liegt daran, dass der Mond gleichzeitig auch die Erde umrundet — nach circa 24 Stunden und 50 Minuten hat die Erde den Mond daher erst wieder ‚aufgeholt‘. 

Wie hoch sind Ebbe und Flut?

Auf den Ozeanen beträgt der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser — der Tidenhub — nur in etwa einen halben Meter. Erst an den Küsten machen sich größere Tidenhübe bemerkbar. 

Beachte: Die Höhe der Ebbe und Flut ist jeden Tag anders und hängt davon ab, wie Erde, Mond und Sonne zueinander stehen. 

Spring- und Nipptiden

Auch die Sonne hat einen Einfluss auf die Gezeiten– je nachdem, wie sie steht, kann sie mit beeinflussen, wie stark Ebbe und Flut verlaufen. Hier gibt es zwei ‚Extremfälle‘: 

  • Voll- und Neumond: Hier stehen Sonne, Mond und Erde auf einer Linie. Das führt dazu, dass die Anziehungskräfte zusammenwirken, sich also verstärken — die Folge davon ist: das Hochwasser ist stärker, das Niedrigwasser schwächer. Hier sprichst du von einer Springtide. 
  •  Halbmond: Nun stehen Sonne, Mond und Erde im rechten Winkel zueinander. Die Anziehungskräfte schwächen sich ab, da sie jeweils in unterschiedliche Richtungen ziehen. Das führt dazu, dass Ebbe und Flut besonders schwach ausgeprägt sind. Das bezeichnest du als Nipptide
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Spring- und Nipptide

Gezeiten Beispiele

Wo gibt es Ebbe und Flut auf der Welt? Grundsätzlich kannst du sie auf allen Ozeanen und an allen Küsten beobachten — die Höhenunterschiede der Gezeiten sind allerdings sehr unterschiedlich. 

In der Ostsee beträgt der Tidenhub bei Kiel beispielsweise nur etwa 30 Zentimeter. Dass es in der Ostsee kaum Gezeiten gibt, liegt daran, dass es sich fast um ein Binnenmeer handelt. Hingegen findest du in Kanada in der Meeresbucht Bay of Fundy die höchsten Gezeiten — mit einem Tidenhub von bis zu 21 Metern. 

Auch an der Nordsee in Deutschland kannst du Ebbe und Flut beobachten — sie hat im Gegensatz zur Ostsee breitere Zugänge zum großen Atlantik. Die Gezeiten haben an der deutschen Nordseeküste eine der beeindruckendsten Naturlandschaften der Welt hervorgebracht: das sogenannte Wattenmeer. Es bietet einen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, wie Wattwürmer oder Robben.

Achtung: Bei einer Wattwanderung musst du auf einige wichtigen Regeln achten und immer die Zeit im Blick haben. Sonst kann es sehr gefährlich werden, wenn die Flut einsetzt. 

Gezeitenkraftwerke – Energiegewinnung aus Ebbe und Flut

Wie du dir vorstellen kannst, besitzen die Wasserströmungen bei Ebbe und Flut enorme Kräfte. Die Energie, die die Wasserbewegungen in sich tragen, kann man sich also zu Nutze machen, um elektrischen Strom zu erzeugen. Das gelingt mit sogenannten Gezeitenkraftwerken. Wie das funktioniert und welche anderen Wasserkraftwerke es gibt, erfährst du hier .

Zum Video: Wasserkraftwerk
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