Die Erde dreht sich jeden Tag um ihre eigene Achse. Das weißt du wahrscheinlich. Aber hast du dich schon mal gefragt, in welche Richtung das eigentlich passiert und warum das überhaupt so ist? In diesem Beitrag beantworten wir dir die wichtigsten Fragen rund um die Erdrotation, die Corioliskraft und was passieren würde, wenn die Erde einfach aufhören würde, sich zu drehen.
Die Antworten sind spannender, als du vielleicht denkst. Also: Auf geht’s!
Inhaltsübersicht
In welche Richtung dreht sich die Erde?
Die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Wenn du die Erde von oben betrachtest, also vom Nordpol aus, dann dreht sie sich gegen den Uhrzeigersinn. Deshalb geht die Sonne im Osten auf und im Westen unter.
Diese Drehrichtung nennt man auch prograde Rotation. Fast alle Planeten in unserem Sonnensystem drehen sich in dieselbe Richtung. Das liegt daran, wie unser Sonnensystem entstanden ist. Vor Milliarden von Jahren bestand es aus einer riesigen, rotierenden Wolke aus Gas und Staub. Als sich daraus Planeten bildeten, behielten sie diese Drehbewegung bei.
Die Drehrichtung der Erde hat auch direkte Auswirkungen auf unser Wetter. Durch die Rotation entsteht die sogenannte Corioliskraft. Sie sorgt dafür, dass sich Winde und Meeresströmungen auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Deshalb drehen sich zum Beispiel Tiefdruckgebiete und Wirbelstürme auf beiden Seiten des Äquators in entgegengesetzte Richtungen. Die Corioliskraft ist keine echte Kraft im physikalischen Sinne. Sie ist eine sogenannte Scheinkraft, die nur auftritt, weil wir uns mit der Erde mitdrehen.
Wie schnell dreht sich die Erde um ihre eigene Achse?
Die Erde dreht sich in etwa 24 Stunden einmal um ihre eigene Achse. Das entspricht ungefähr 1.670 Kilometern pro Stunde am Äquator. Je weiter du in Richtung der Pole gehst, desto langsamer ist die Rotationsgeschwindigkeit an der Oberfläche.
Am Äquator ist die Strecke, die ein Punkt auf der Erdoberfläche in 24 Stunden zurücklegt, am größten. An den Polen hingegen bewegt sich die Oberfläche kaum. Dort befindet sich quasi die Drehachse selbst.
Interessant ist auch, dass wir diese Geschwindigkeit gar nicht spüren. Das liegt daran, dass sich alles um uns herum gleichmäßig mitbewegt. Stell dir vor, du sitzt in einem Zug, der mit konstanter Geschwindigkeit fährt. Solange der Zug nicht bremst oder beschleunigt, merkst du die Bewegung kaum. Genauso ist es mit der Erdrotation.
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Tipp: In unserem Video haben wir noch einmal ausführlich erklärt, wie schnell sich die Erde dreht.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Warum dreht sich die Erde überhaupt?
Die Erde dreht sich, weil sie sich schon bei ihrer Entstehung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren zu drehen begann. Damals entstand unser Sonnensystem aus einer riesigen Wolke aus Gas und Staub, die sich langsam zusammenzog. Dabei begann die Wolke zu rotieren. Diesen Drehimpuls haben die Planeten bis heute behalten.
Das Prinzip dahinter heißt Erhaltung des Drehimpulses. Ein einfaches Beispiel kennst du vielleicht vom Eiskunstlauf: Wenn ein Eisläufer seine Arme anzieht, dreht er sich schneller. Der Drehimpuls bleibt gleich, aber die Rotationsgeschwindigkeit ändert sich. Ähnlich lief das bei der Entstehung der Erde ab.
Im Weltall gibt es kaum Reibung, die die Drehbewegung abbremsen könnte. Deshalb dreht sich die Erde bis heute weiter. Einen kleinen Einfluss hat allerdings der Mond. Dazu kommen wir weiter unten.
Was wäre, wenn die Erde sich nicht drehen würde?
Wenn die Erde sich nicht drehen würde, wäre das Leben auf ihr, wie wir es kennen, nicht möglich. Eine Seite der Erde wäre dauerhaft der Sonne zugewandt. Dort würde es unerträglich heiß werden. Die andere Seite läge in ewiger Dunkelheit und würde extrem kalt werden.
Doch das wäre nicht das einzige Problem. Auch die Winde und Meeresströmungen würden sich völlig verändern. Die Corioliskraft, die Strömungen und Wettermuster beeinflusst, würde wegfallen. Das Klima wäre vollkommen anders und für die meisten Lebewesen nicht überlebensfähig.
Außerdem würde ein Tag auf der Erde einem Jahr entsprechen. Das heißt, die Erde würde sich einmal um die Sonne drehen, ohne sich dabei selbst zu drehen. Aus Sicht der Sonne würde sie sich trotzdem einmal im Jahr drehen. Das ist ein bisschen verwirrend, stimmt aber physikalisch.
Zum Glück dreht sich die Erde und sorgt so für stabile Temperaturen, Winde und Meeresströmungen, die das Leben auf unserem Planeten erst möglich machen.
Verlangsamt sich die Erdrotation mit der Zeit?
Ja, die Erdrotation verlangsamt sich tatsächlich. Allerdings so langsam, dass du es in deinem Leben niemals bemerken würdest. Die Erde verliert durch den Einfluss des Mondes pro Jahrhundert etwa 1,4 Millisekunden an Rotationsgeschwindigkeit.
Der Grund dafür ist die Gezeitenkraft des Mondes. Der Mond zieht mit seiner Schwerkraft an der Erde und erzeugt dabei die Gezeiten, also Ebbe und Flut. Diese Gezeitenwellen bremsen die Erde ganz leicht ab. Gleichzeitig schiebt die Erde den Mond dadurch ein kleines bisschen weiter von sich weg. Der Mond entfernt sich also jährlich um ein paar Zentimeter von der Erde.
Vor Milliarden von Jahren war ein Tag auf der Erde deutlich kürzer als heute. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Tag früher nur etwa 22 Stunden lang war. In ferner Zukunft wird ein Tag länger sein als heute. Aber keine Sorge, das dauert noch Milliarden von Jahren.
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