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Durch Loyalität entstehen vertrauensvolle und stabile Beziehungen. Hier erklären wir dir mit Beispielen alles, was du zu dem Thema wissen musst. Schau dir auch unbedingt unser Video zu dem Thema an!

Loyalität einfach erklärt

Loyalität bedeutet, dass du dich zu einer anderen Person oder Gruppe verbunden fühlst. Ihr vertraut euch gegenseitig und könnt euch auch aufeinander verlassen. 

Du bist zum Beispiel deinen Freunden gegenüber loyal, wenn du sie unterstützt, ihre Geheimnisse für dich behältst und anderen gegenüber für sie einstehst. Stell dir vor, ein Spieler in deinem Sportverein wird vom Trainer unfair behandelt. Dann zeigst du Loyalität, indem du für ihn einstehst – egal, ob du ihn besonders magst oder nicht.

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Loyalität und Iloyalität
Loyalität Definition und Synonyme

Loyalität (englisch loyalty, vom franz. legal = gesetzestreu) zeichnet sich durch eine Beziehung aus, die auf Gegenseitigkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit beruht. Als Synonyme für Loyalität werden oft die Begriffe Aufrichtigkeit, Beständigkeit, Treue und Verbundenheit verwendet.

Unterschied Loyalität und Solidarität

Die Begriffe Loyalität und Solidarität werden oft als Synonyme genutzt. Der Übergang zwischen ihnen ist auch fließend, trotzdem solltest du sie unterscheiden können. 

Loyalität bedeutet, andere beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen und ihnen Rückhalt zu geben. Dabei stellst du deinen eigenen Interessen für die andere Person auch zurück. Loyalität ist also eine innere Haltung bzw. eine Selbstverpflichtung dafür, dass sich eine andere Person auf dich verlassen kann.

Solidarität beschreibt das gegenseitige Eintreten für die Interessen, Ideen, Aktivitäten und Zielen eines Anderen. Es geht also um den Zusammenhalt von Gleichgesinnten vor allem im ethisch-politischen Kontext.

Loyalität heißt also zum Beispiel, dass du deine Freunde bei einer Idee unterstützt, weil du dich ihnen innerlich verbunden fühlst und sie daher prinzipiell immer unterstützt. Wenn du ihnen aus Solidarität hilfst, machst du das, weil ihr der gleichen Gemeinschaft angehört und du dich deshalb innerlich verpflichtet fühlst, sie zu unterstützen.

Gegenseitige Loyalität

Bei Loyalität ist es wichtig, dass sie immer auf Gegenseitigkeit (=Reziprozität) beruht. Beziehungen, bei denen sich nur eine Person der anderen Person gegenüber loyal verhält, sind meisten nach kurzer Zeit wieder vorbei. Die loyale Person hat das Gefühl, betrogen und verraten worden zu sein. 

Ob eine Person wirklich loyal gegenüber dir ist, erkennst du vor allem in Krisen und emotional belastenden Situationen. Loyale Personen werden dich unterstützten und dir helfen, deine Probleme zu lösen. Illoyale / Unloyale Personen lassen dich in schwierigen Situationen hängen und du bist auf dich alleine gestellt.

Bei einem Loyalitätsbruch fühlst du dich enttäuscht von der andere Person. Du bist wütend. Wenn du die Phase aber überwunden hast, kannst du aus der Erfahrung lernen und erkennst, auf wen du dich wirklich verlassen kannst.

Stell dir vor, du streitest dich mit einer Freundin und bist deswegen sehr traurig. Du redest mit einem anderen Freund darüber. Wenn der Freund dir gegenüber loyal ist, dann tröstet er dich und muntert dich auf. Ist der Freund illoyal, dann geht er zum Beispiel lieber ins Fußballstadion, anstatt sich um dich zu kümmern. In diesem Fall bist du natürlich sauer und enttäuscht. Nachdem du das aber überwunden hast, erkennst du, auf welche Freunde du dich wirklich verlassen kannst.

Loyalität, Loyales Verhalten, Enttäuschung, Loyalitätsbruch, Vertrauen, Lernen 
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Loyalität, Loyales Verhalten, Enttäuschung, Loyalitätsbruch, Vertrauen, Lernen 

Loyalität Beispiel Beziehung und Freundschaft

Für funktionierende Partnerschaften, Freundschaften und Beziehungen ist Loyalität ein wichtiger Faktor. Für ein langfristiges Gefühl der Verbundenheit müsst ihr die gleichen Werte und Ansichten teilen.

Wenn du deinem Partner oder deinen Freunden ein Geheimnis verrätst, dann musst du dich darauf verlassen können, dass sie es nicht weitererzählen. Bei Problemen helfen dir die Personen, damit fertig zu werden. Wenn Andere schlecht über dich reden, dann stehen deine wahren und loyalen Freunde für dich ein und verteidigen dich. Loyalität in der Liebe umfasst außerdem meist die sexuelle Treue. 

Vorteile von Loyalität

Wenn eine Person dein Vertrauen und deine Loyalität ausgenutzt hat, dass fühlt du dich enttäuscht und fragst dich, ob es überhaupt Vorteile hat, loyal zu sein. 

Langfristig hat Loyalität aber viele Vorteile für dich:

  • Sie ist die Basis für stabile Beziehungen, wahre Freundschaften und gesunde Arbeitsverhältnisse.
  • Sie gibt uns das Gefühl von Stabilität, Zuverlässigkeit, Geborgenheit und Sicherheit. 
  • Loyale Freude machen dich stärker und mutiger, indem sie dich unterstützen und dir helfen, über deine Grenzen hinauszugehen.
  • Loyalität macht glücklicher, zufriedener und erfolgreicher. Dir wird es leichter fallen, etwas zu tun, hinter dem du stehst als etwas zu tun, das dir widerstrebt. 

Blinde Loyalität

Trotz der Vorteile von loyalem Verhalten, solltest du natürlich nicht naiv und unreflektiert loyal gegenüber jeder Person sein. Wenn du anderen zu gutgläubig vertraust, kannst du ausgenutzt und ausgebeutet werden. Außerdem solltest du dein Selbstwertgefühl nicht davon abhängig machen, dass du die Erwartungen anderer erfüllst. Ein gesundes Maß an Misstrauen und Reflexion ist also wichtig. 

Loyalität Beispiel Staat

Loyale Bürger eines Staates halten sich an die Gesetze und Regeln eines Landes. Wenn sich die Bürger nicht an die Gesetzgebung halten, kommt es zu Konflikten. 

In der Vergangenheit wurden der Begriff der Loyalität gegenüber dem Staat aber auch schon fehlinterpretiert und durch bedingungslosen Gehorsam und Selbstaufgabe ersetzt. Das wird als die sogenannte „Nibelungentreue“ bezeichnet. Die Bürger eines Staates reflektieren hier das Verhalten des Staates bzw. der Obrigkeit nicht mehr, sondern folgen ihnen blind. 

Loyalität Beispiel Wirtschaft

In der Wirtschaft ist vor allem die Kundenloyalität wichtig. Die Unternehmer haben das Ziel, dass ihnen ihre Kunden möglichst loyal und treu sind und nicht beim Konkurrenten kaufen. Daher geben Unternehmen oft auch viel Geld aus, um dich an sie zu binden. 

Wenn du zum Beispiel schon immer ein Handy von einer bestimmten Marke hattest und immer zufrieden damit warst, dann wirst du dein nächstes Handy wahrscheinlich auch von der Marke kaufen. Du bist also loyal gegenüber deinem Handyhersteller. 

Loyalität Beispiel Mitarbeiter und Unternehmen

Treue und Loyalität spielt aber nicht nur in informellen freundschaftlichen Beziehungen eine Rolle. In Unternehmen ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter loyal gegenüber ihrem Chef und ihrem Unternehmen verhalten. Denn nur mit loyale Mitarbeitern kann ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein. 

Kennzeichen von loyalen Mitarbeitern:

  • Die Mitarbeiter verfolgen die gleichen Ziele wie das Unternehmen.
  • Sie versuchen aktiv, die Ziele zu erreichen. 
  • Sie reden nicht schlecht über das Unternehmen und stellen ihren Arbeitgeber positiv dar. 
  • Sie sind motiviert und erledigen ihre Aufgaben gewissenhaft. 
  • Sie bringen eigenen Ideen ein, die dem Unternehmen helfen, effektiver und effizienter zu werden. 

Aber nicht nur die Mitarbeiter sollen sich loyal gegenüber dem Unternehmen verhalten. Auch hier ist die gegenseitige Loyalität wichtig. Ein Chef sollte also auch loyal gegenüber seinen Mitarbeitern sein. 

Kennzeichen von einem loyalen Chef / loyalen Unternehmen: 

  • Der Chef zeigt regelmäßig Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit, die die Mitarbeiter leisten. 
  • Er bleibt auch bei Fehlern der Mitarbeiter fair und behandelt sie nicht ungerecht. 
  • Er gibt konsultatives, ehrliches und hilfreiches Feedback. 
  • Er kommuniziert die Ziele des Unternehmens transparent und leicht verständlich. 
  • Die Arbeitsatmosphäre ist geprägt von Vertrauen und Fairness. 
  • Für überdurchschnittliche Leitungen werden die Mitarbeiter gelobt und belohnt. 
  • Der Chef fördert die Mitarbeiter und bietet ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Sind Mitarbeiter weniger loyal als früher?

Ein Großteil der Arbeitnehmer (ca. 70 %)  fühlt sich nicht mehr emotional verbunden zu seinem Arbeitgeber. Etwa 15 % haben sogar schon innerlich gekündigt und wollen sich einen neuen Job suchen. Die mangelnde Loyalität der Mitarbeiter hat zur Folge, dass die Mitarbeiter schneller kündigen (=Hohe Fluktuationsrate) und häufiger den Arbeitsplatz wechseln. 

Aber warum ist das so? Auf dem Arbeitsmarkt haben sich die Karrieremöglichkeiten die letzten Jahre und Jahrzehnte verändert. Früher haben die Arbeitnehmer die sogenannte Kaminkarriere angestrebt. Ein Mitarbeiter hat seine Ausbildung in einem Unternehmen angefangen und ist dann Schritt für Schritt genau in diesem Unternehmen weiter aufgestiegen – er hat also in diesem einem Unternehmen Karriere gemacht und sich daher auch loyal gegenüber diesem Betrieb verhalten.  In der heutigen Zeit sind die sogenannten Patchwork-Lebensläufe immer weiter verbreitet. Sie zeichnen sich durch häufige und schnelle Arbeitgeberwechsel.

Die beschleunigten Jobzyklen, haben einige Vorteile für den Arbeitnehmer: 

  • Schnellere und bessere Aufstiegschancen und Karrieremöglichkeiten 
  • Mehr Gehalt durch häufigerer Gehaltsverhandlungen
  • Mehr Verantwortung als im vorherigen Job
  • Mehr Erfahrung und ein größeres Netzwerk mit Kontakten
  • Gestiegener Marktwert 

Häufig wird auch vom Arbeitnehmer-Markt gesprochen, da die Arbeitnehmer jetzt viel mehr Möglichkeiten haben, sich ihre Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Wenn ihnen eine Stelle nicht passt, haben sie keine Probleme damit, die Stelle zu wechseln. Das Unternehmen hat natürlich trotzdem Interesse daran, talentierte Mitarbeiter zu behalten und geht daher eher auf Forderungen der Arbeitnehmer ein. Gleichzeitig „zwingen“ auch die Arbeitsverhältnisse die Mitarbeiter oft dazu, dass sie den Arbeitsplatz wechseln. 

Gründe für den schnellen Arbeitsplatzwechsel können sein: 

  • Fehlende Perspektiven im Unternehmen 
  • Keine Wertschätzung der Arbeit durch die Kollegen und durch die Vorgesetzten
  • Befristete Verträge statt unbefristete Festanstellungen
  • Schlechte Bezahlung, wenig Urlaubstage oder viele Überstunden
  • Abnehmende Jobsicherheit

Wenn die Mitarbeiter aber ein Gefühl der Loyalität zum Unternehmen empfinden, dann bleiben sie länger in dem Unternehmen. Als Chef eines Unternehmens musst du dich also fragen, wie du die Mitarbeiter-Loyalität steigern kannst. 

Maßnahmen, um die Mitarbeiter-Loyalität zu steigern:

  • Anreize für die Mitarbeiter schaffen durch Gehaltserhöhungen und Beförderungsmöglichkeiten mit spannenden Aufgaben und mehr Verantwortung. 
  • Potenzial der Mitarbeiter fördern durch Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Angenehmes Arbeitsklima schaffen, damit sich die Mitarbeiter im Unternehmen wohl fühlen.

Intrinsiche Motivation 

Wenn sich deine Mitarbeiter loyal gegenüber deinem Unternehmen verhalten, sind sie übrigens auch intrinsich motiviert, ihre Aufgaben zu erledigen. Schau dir jetzt unser Video zur intrinsichen Motivation an, um zu erfahren, wie du deine Mitarbeiter noch stärker motivieren kannst.  

Intrinsische Motivation
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