Epochen
Epochen des 20. Jahrhunderts
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Was zeichnet eigentlich die Moderne als Epoche aus? Und was waren ihre Merkmale und wer ihre Vertreter? All das erfährst du in unserem Beitrag und ganz bequem im Video !

Moderne Epoche einfach erklärt  

Die Moderne als Epoche beginnt 1880 und endet 1920. Sie fällt in eine Zeit der großen Umbrüche. Dazu zählen neue technische und wissenschaftliche Erkenntnisse, sowie politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen wie der Erste Weltkrieg.

Die Jahrhundertwende markiert somit einen Bruch mit den Traditionen und die Hinwendung zu einem moderneren Bild des Menschen als individuell und selbstständig. Das wirkte sich auch auf alle Bereiche der Kunst und Kultur aus. Künstler verstanden sich nun als Individualisten, die völlig frei und ungezwungen ihre Werke nach eigenen Vorstellungen erschaffen konnten. Deswegen entstanden während der Moderne zahlreiche unterschiedliche Strömungen, wie beispielsweise der Impressionismus oder der Dadaismus.

Moderne Epoche Definition

Die Moderne-Epoche fällt in die Jahre zwischen 1890 und 1920. Große Veränderungen in allen Lebensbereichen führten auch zu einem freieren und subjektiveren Kunst- und Kulturverständnis. Deshalb teilte sich die Moderne in viele verschiedene Unterepochen und Strömungen auf.

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Zeitstrahl literarische Epochen (ab 1920)
Steckbrief Moderne – Merkmale im Überblick
  • Zeitraum: 1880-1920
  • Einordnung: parallel zu Expressionismus , Impressionismus etc., vor Neuer Sachlichkeit
  • Geschichte: Industrialisierung, wissenschaftliche und technische Erkenntnisse, Säkularisierung, Außenpolitik, Aufrüstung, Erster Weltkrieg, Abdankung Wilhelms II., Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise
  • Weltbild: Pessimismus, Endzeitstimmung, Überforderung durch große Veränderungen, Kunst um der Kunst willen
  • Themen: viele unterschiedliche Strömungen mit verschiedenen Themen; Impressionismus, Expressionismus, Symbolismus, Ästhetizismus, Dekadenz, Dadaismus, Jugendstil, Neuromantik
  • Literatur: epische Texte mit mehreren Erzählperspektiven und inneren Monologen, Großstadtlyrik, Theaterstücke ohne Helden
  • Wichtige Vertreter: Kafka, Mann, Frisch, Rilke, Schnitzler, Döblin, von Hofmannsthal

Moderne Epoche – historischer Hintergrund  

Die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert war in vielen Bereichen eine Zeit des Umbruchs. Vieles veränderte sich sehr stark und damit auch das Leben der Menschen. Bahnbrechende wissenschaftliche und technische Erkenntnisse wie Max Plancks Quantenformel, Sigmund Freuds Psychoanalyse und Albert Einsteins Relativitätstheorie veränderten das religiös geprägte Weltbild der Gesellschaft. Der Mensch galt nun als eigenständig denkendes, einzigartiges Lebewesen. Durch die sogenannte Säkularisierung, also die Loslösung der Gesellschaft und des Staates von der Kirche, verlor der Glaube an Wichtigkeit.

Zudem ging die Industrialisierung und Automatisierung des Arbeitslebens weiter. Die Arbeitsbedingungen waren schlecht und die Arbeiter mussten sich nun auf eine bestimmte Tätigkeit spezialisieren. Deswegen und auch, weil sich der Staat durch die wachsende Bürokratie immer mehr in das Leben des Einzelnen einmischte, konnten sie sich nicht komplett frei entfalten. Doch genau diese Individualität und Möglichkeit zur Selbstentfaltung wurde den Menschen immer wichtiger, wohl auch, weil die anhaltende Verstädterung zu größerer Anonymität führte.

Währenddessen gab es auch große Veränderungen in der Politik. Seit seinem Amtsantritt 1888 versuchte Kaiser Wilhelm II., Deutschland zu einer Weltmacht umzubauen. Dafür rüstete er auf, er kaufte also Kriegswaffen, und wollte durch intensivere Außenpolitik den weltweiten Einfluss Deutschlands stärken. Von 1914 bis 1918 kam es dann zum Ersten Weltkrieg. Zu dieser Zeit entstanden die verschiedenen Strömungen der Moderne als unterschiedliche Arten der Bewältigung.

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Kaiser Wilhelm II.

1918 wurde die Monarchie von der Weimarer Republik abgelöst und Wilhelm musste abdanken. Die Weimarer Republik war die erste deutsche parlamentarische Demokratie. Sie wurde allerdings durch die Weltwirtschaftskrise 1929 geschwächt und hielt nur bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933.

Moderne Merkmale – Welt- und Menschenbild  

Die vielen großen Veränderungen im Leben der Menschen hatten zur Folge, dass sich viele verloren und orientierungslos fühlten. Sie entwickelten eine negative Sicht auf die Welt und die Menschheit. Ihr Pessimismus ging so weit, dass sie das Gefühl hatten, die Welt sei dem Untergang geweiht und wäre bereits in der Phase des Abstiegs. Diese Endzeitstimmung spiegelte sich auch in Kunst und Literatur der Moderne wider.

Moderne Merkmale – Kunstverständnis

Im Gegensatz zum Naturalismus und Realismus , deren Vertreter einen hohen Wirklichkeitsanspruch an ihre Werke hatten, durfte in der Moderne Kunst einfach nur Kunst sein. Sie musste keinen bestimmten Zweck erfüllen und konnte auch nur schön anzusehen sein. Die Autoren der Moderne-Literatur waren deshalb sehr experimentierfreudig und schrieben innerhalb sehr unterschiedlicher Strömungen. Genaueres zu den einzelnen Strömungen erfährst du im nächsten Abschnitt.

Moderne Literatur – Strömungen  

Die Moderne-Epoche ist die erste Epoche in der Literaturgeschichte, in der es keinen einheitlichen Themenbereich gab. Dafür gab es viele unterschiedliche Strömungen mit verschiedenen Themengebieten, also einen Stilpluralismus:

  • Impressionismus
  • Expressionismus
  • Symbolismus
  • Ästhetizismus
  • Dekadenz
  • Dadaismus
  • Jugendstil
  • Neuromantik

Sie alle hatten dennoch eines gemeinsam: Die Abwendung vom Naturalismus und seinem ungeschönten Wirklichkeitsanspruch. Schönheit und Ästhetik war in der Moderne-Literatur wichtiger als eine neutrale Darstellung. In der Tabelle siehst du alle Strömungen der Epoche Moderne, die jeweiligen Themen bzw. Motive und die Merkmale der Literatur.

Strömung Themen und Motive Literatur
Impressionismus
  • eigenes Bewusstsein
  • Sinneswahrnehmung
  • persönliche Beobachtungen und Gefühle
  • Momentaufnahmen
  • bildliche Beschreibung von Licht und Farbe
kurze Textformen: Novellen , Gedichte

Expressionismus (von lat. „exprimere“ = „ausdrücken“)

  • Ausdruck von Gefühlen
  • Individualität und Subjektivität
  • Steigerung und Übertreibung
  • Altes wird mit Neuem kombiniert
  • Bruch mit Traditionen und Logik
  • schockierende, abstrakte Wirklichkeit
Stilmittel: Metaphern , Farbsymbolik, Neologismen , …
Symbolismus
  • Symbole : Übertragen von Dingen in einen anderen Sinnzusammenhang und in eine zusätzliche Bedeutungsebene
  • unterschiedlich interpretierbare, künstliche Welten
  • tieferer Zusammenhang zwischen den Dingen
  • unlogische, unwirkliche Traumwelten
bildhafte, schöne Sprache
Ästhetizismus
  • Ästhetik (Schönheit) am wichtigsten
  • ästhetischer Amoralismus: Moral und Wertvorstellungen zweitrangig
  • zwecklose Kunst: keine Sozialkritik, Kunst um der Kunst willen
ansprechende äußere Form der Texte
Dekadenz / Fin de Siècle (= frz., „Ende des Jahrhunderts“)
  • moralischer Verfall innerhalb Gesellschaft und Kultur (Dekadenz = „Verfall“)
  • Pessimismus: Verlust des Ichs in der komplizierten Welt der Moderne
  • Weltuntergangsfantasien: Verschwendungssucht als Reaktion darauf
Endzeitstimmung in Texten
Dadaismus
  • Anti-Kunst: radikaler Bruch mit Traditionen, avantgardistisch
  • Gegenreaktion zu konservativem Bürgertum und sinnlosem Krieg
  • Protestströmung junger Kunstschaffender
  • Provokation
  • Vorläufer des Surrealismus (z. B. Salvador Dalí)
Themen: Absurdität, das Groteske und das Hässliche,  Übersteigerung
Jugendstil
  • Verehrung der Jugend und Schönheit
  • hauptsächlich in Kunst und Architektur
Stilmittel: Parallelismen , Wiederholungen, märchenhafte Elemente…
Neuromantik
  • Rückgriff auf Romantik
  • das Schöne im Mittelpunkt
Themen: das Geheimnisvolle und Mystische, die Gefühle der Figuren

Epoche Moderne – Literatur und typische Vertreter

Ob moderne Lyrik oder Epik, sie beide hatten die Suche nach neuen sprachlichen Mitteln gemeinsam. Die Autoren der Moderne hatten das Gefühl, die traditionellen Formen der Sprache würden nicht mehr ausreichen, um die moderne Welt mit Worten zu beschreiben. Sie erhielt durch ihre neu gewonnene Vielfalt eine neue, komplett andere Sichtweise. Das führte zu der sogenannten Sprachkrise.

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Franz Kafka

Deswegen experimentierten die Vertreter der Moderne-Literatur viel mit Erzähltechniken, unterschiedlichen Darstellungsformen und rhetorischen Mitteln . Die Sprache selbst sollte ein wichtiger Teil des Werkes sein, und nicht nur Mittel zum Zweck. Als Folge entstand viel experimentelle Literatur.

Epik  

Mit den zahlreichen Strömungen der Epoche Moderne verbreiteten sich auch viele unterschiedliche Textformen. Epische Texte waren beispielsweise Erzählungen, Novellen , Briefromane oder, in der Neuromantik, Kunstmärchen .

Der moderne Roman zeichnete sich durch häufige Perspektivwechsel mehrerer Erzähler aus und benutzte oft innere Monologe . Meist besaßen die Figuren nur eine eingeschränkte Weltsicht, die letztendlich zu ihrem Untergang führte.

Lyrik

Die moderne Lyrik hatte als häufiges Thema die Großstadt. Das bezeichnest du als sogenannte Großstadtlyrik. Dabei wurden vor allem die schlechten, hässlichen Seiten des Großstadtlebens beleuchtet. Die Industrialisierung spielte dabei eine große Rolle als Auslöser für den negativen Wandel der Städte und für die damit einhergehende ‚Entmenschlichung’ der Menschen in den Großstädten. Moderne-Lyrik-Gedichte wie Georg Heyms „Die Stadt“ oder Alfred Wolfensteins „Städter“ thematisierten diese Entmenschlichung durch die Darstellung der Enge der überfüllten Stadt.

Neben dem Inhalt war aber auch die Form der Gedichte wichtig. Oft war die äußere Form wichtig, um den Inhalt überhaupt verstehen zu können. Die Bedeutung des Gedichtes erschloss sich oft nur aus dem Zusammenhang von Form und Inhalt.

Auf ähnliche Art und Weise funktionieren die in der modernen Lyrik häufig verwendeten Chiffren. Sie sind Metaphern , die sich nur aus dem Kontext heraus entschlüsseln lassen. Um sie wirklich zu verstehen, mussten die Leser ein Gedicht also mehr als einmal lesen.

Dramatik  

Das Drama hieß in der Moderne-Epoche nicht mehr „Drama“ oder „Tragödie“, sondern Stück. Dieser neutralere Ausdruck sollte eine korrektere Beschreibung des modernen Theaterstücks sein, das keine Helden kannte. Stattdessen galt der Mensch als von außen bestimmtes Wesen.

Frank Wedekinds „Frühlingserwachen“ ist ein berühmtes Beispiel für ein modernes Drama. Es schockierte das damalige Publikum mit seinem als obszön gesehenen Inhalt, denn Wedekind kritisierte darin die bürgerliche Sexualmoral. Das ging sogar so weit, dass es eine Zeit lang verboten wurde.

Wichtige Autoren und Werke der Moderne (Literatur)

  • Arthur Schnitzler: „Traumnovelle“
  • Max Frisch: „Homo faber“, „Andorra“
  • Thomas Mann: „Buddenbrooks“
  • Rainer Maria Rilke: „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“
  • Franz Kafka: „Die Verwandlung“, „Das Urteil“, „Der Verschollene“, „Der Process“
  • Alfred Döblin:Wallenstein“, „Berlin Alexanderplatz“
  • Hermann Broch: „Die Schlafwandler“
  • Robert Musil: „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“, „Der Mann ohne Eigenschaften“
  • Wolfgang Koeppen: „Tauben im Gras“
  • Hugo von Hofmannsthal: „Ein Brief“/“Chandos-Brief“, „Der Dichter und diese Zeit“ (Vortrag), „Die Frau ohne Schatten“
  • Georg Heym: „Gott der Stadt“
  • Rainer Maria Rilke: „Duineser Elegien ”, „Sonette an Orpheus“

Postmoderne 

Jetzt kennst du alle Moderne Merkmale und weißt alles über die Literatur der Moderne. Wie der Name schon sagt, griff die sogenannte Postmoderne später auf die Moderne zurück. Wenn du darüber Genaueres wissen willst, schau dir hier direkt unser Video dazu an.

Zum Video: Postmoderne
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